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26.02.10Leser-Kommentare

Flavors.me, Plancast, Inbox2: Newcomer mit Potenzial

Oft dominieren Facebook, Google und Co. mit ihren Neuentwicklungen die Internet-Schlagzeilen. Doch gelegentlich sehen wir noch junge Startups, die es ins Rampenlicht schaffen. Inbox2, Flavors.me und Plancast sind auf dem richtigen Weg.

Die zunehmende Dominanz einiger weniger Internetdienste führt zu einer entsprechend starken Präsenz in den Medien. Auch wir berichten oft über das, was bei Facebook, Twitter oder Google vor sich geht - aus dem einfachen Grund, weil Neuigkeiten dieser Anbieter einen großen und direkten Einfluss auf Hunderte von Millionen von Menschen haben.

Umso schöner ist es, gelegentlich Newcomer vorstellen zu können, die keine Verbindung zu den "üblichen Verdächtigen" haben - abgesehen von einzelnen Mitbegründern vielleicht, die zuvor schon bei Google tätig waren. Und abgesehen von der Tatsache, eines Tages womöglich zu einem interessanten Übernahmeobjekt für einen der Webriesen zu werden.

Drei Dienste mit guten Voraussetzungen und ersten Anzeichen positiver Nutzerreaktionen sind Flavors.me, Plancast und Inbox2.

Flavors.me

Dieser kürzlich gestartete US-Dienst ermöglicht es umtriebigen Social-Web-Nutzern, ihre verschiedenen Onlinepräsenzen zentral an einer Stelle im Netz zu aggregieren und auf ansehnliche Art und Weise darzustellen. Eine digitale Vistenkarte sozusagen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf extremer Simplizitiät bei der Erstellung der persönlichen Flavors.me-Site.

Ich habe mir gestern in wenigen Minuten ein Profil bei Flavors.me erstellt - zugegebenermaßen mit dem einfallslosesten Design, das man sich vorstellen kann. Derzeit unterstützt der Service den Import von Streams und Inhalten aus 14 bekannten Diensten, von Facebook über Flickr, Twitter, LinkedIn bis hin zu Tumblr und Posterous. Außerdem lassen sich RSS-Feeds importieren. Dargestellt werden sämtliche verknüpften Anbieter in Form eines kompakten Navigationsmenüs, deren einzelne Menüpunkte sich aufklappen lassen, was den jeweils importierten Inhalt zu Tage fördert.

Flavors.me

Das Einrichten meines Profils hat mich ungefähr fünf Minuten gekostet und sogar richtig Spaß gemacht. Für 20 Dollar pro Jahr gibt es eine persönliche .com-Domain, Besucherstatistiken sowie die Möglichkeit zur Integration eines Kontaktformulars. Einzig wirklicher Kritikpunkt, den ich habe, ist die fehlende Option zum Anmelden über externe Logins wie OpenID. Stattdessen muss man sich eine weitere Benutername-Passwort-Kombination merken.

Plancast

Ganz nach dem Motto "weniger ist mehr" entnimmt Plancast aus den USA das Konzept von Facebooks Event-Funktion, kombiniert sie mit dem Follower-Prinzip und baut daraus einen eigenen Service. Wie es scheint, mit Erfolg: In den Tech- und Geek-Kreisen der US-Westküste hat sich Plancast, das unter anderen von einem ehemaligen TechCrunch-Autor gegründet wurde, bereits eine treue Nutzerschaft aufbauen können.

Bei Plancast tragen User ihre zukünftigen Unternehmungen wie Veranstaltungen, Parties oder Konferenzen ein und teilen diese mit ihren Followers. Wer ebenfalls plant, zu einem bei Plancast angelegten Event zu gehen, kann sein Erscheinen per Knopfdruck ankündigen. Sämtliche Pläne lassen sich über Twitter und Facebook publizieren.

Plancast

Während Plancast ganz offensichtlich eine Nachfage bedient, sehe ich bei dem Dienst auch in Anbetracht der humoristisch von Please Rob Me aufgegriffenen Einbruchs-Problematik einen starken Schwachpunkt. Nun können Nutzer bereits vorab ankündigen, wann sie nicht zu Hause sein werden, damit Einbrecher noch in Ruhe einen Lastwagen mieten können.

Beheben ließe sich dieses Problem zum Teil mit einer simplen Option, mit der man ausgewählte Pläne nur den Usern zugänglich macht, denen man selbst folgt (und damit gewissermaßen vertraut) - oder nur solchen Usern, die einem folgen und die man als vertrauenswürdig akzeptiert hat. Ohne solche Möglichkeiten zur Feinabstimmung dürfte Plancast einiges an Potenzial verschenken.

Inbox2

Inbox2 aus den Niederlanden verspricht "One stream for all your accounts", also einen aggregierten Stream aus den Nachrichten und Mitteilungen, die man über verschiedene Social-Web-Dienste erhält. Eine webbasierte Version gibt es bereits seit einiger Zeit, neu ist jedoch ein Desktop-Client für Windows, den ich gestern ausprobiert habe.

Inbox2

Die kostenlose Applikation unterstützt eine Reihe populärer Services wie Gmail, Yahoo Mail, Hotmail, Facebook, LinkedIn, Twitter und Yammer. Einige importiert man mit Hilfe der Authorisierung über das sichere OAuth-Verfahren, bei anderen (wie Twitter) erfordert Inbox2 die Eingabe des Twitter-Benutzernamens und -Passworts. Da Twitter seit langem ebenfalls OAuth unterstützt, ist auf eine schnelle Anpassung zu hoffen.

Hat man die gewünschten Dienste mit Inbox2 verknüpft hat, importiert die Applikation sämtliche Mails und persönlichen Nachrichten und zeigt diese in einem chronologischen Stream an. Einzelne Accounts lassen sich in der Ansicht ausblenden, und auf alle Mitteilungen kann direkt von Inbox2 aus geantwortet werden.

Ob ich Inbox2 tatsächlich einsetzen werde, weiß ich noch nicht so recht. Für alle diejenigen aber, die einen Großteil ihrer privaten Kommunikation über soziale Netzwerke abwicklen, könnte das Tool ein praktisches Werkzeug darstellen, mit dem sich etwas Zeit sparen lässt.

Kommentare

  • Sachar

    26.02.10 (14:43:24)

    Zu Flavors habe ich mir gestern schon die Frage gestellt: Welchen Nutzen bringt dieser Service? Klar, sieht schick aus (außer bei Dir...), schmeichelt auch der eigenen Eitelkeit, doch was mache ich damit? Und wer soll das nutzen? Aktiv, meine ich? Wenn ich mich also für Martin Weigert interessiere, soll ich jeden Tag auf die Seite gehen und schauen, was Du so machst? Und das auch bei allen anderen Leuten, die ich spannend finde?

  • Martin Weigert

    26.02.10 (14:45:34)

    Ich denke, es dient momentan ausschließlich als digitale Visitenkarte. Aber das ist doch ein ganz klarer Nutzen, oder?

  • Sachar

    26.02.10 (14:47:47)

    Nun ja, was ist denn mit meiner digitalen Visitenkarte bei Xing, bei Google, meinem Blog? Das sind für mich eher digitale Visitenkarten. Nichts für ungut, aber ich sehe darin eher eine Spielerei, um die eigene Eitelkeit zu befriedigen.

  • Martin Weigert

    26.02.10 (14:57:47)

    Ich sehe hier aufgrund der Möglichkeit zur Aggregation schon einen gewissen Unterschied. Xing/LinkedIn ist quasi mein digitaler Lebenslauf, mein Blog der Ort, wo ich Content produziere... Wenn ich all das dynamisch und vollautomatisch an einem Ort optisch ansprechend zusammenführen kann, plus Bookmarks von Diigo und Shared Items von Google wie in meinem Fall, dann sehe ich darin ein etwas anderes Nutzungsszenario. Ob man darauf dann ein Geschäftsmodell aufbauen kann, ist natürlich eine andere Frage.

  • Nicolas Breitwieser

    26.02.10 (15:39:52)

    Flavors ist Friendfeed in schön, aber ohne die Möglichkeit andere Leute zu adden, sehe ich das richtig? Als digitale Visitenkarte allein mag es ja ganz nett sein, aber dann reichen auch Links auf mein Twitter- bzw. Facebok-Profil aus. Wünsche noch ein schönes Wochenende, Nicolas

  • sari

    26.02.10 (18:33:20)

    coole startups...hoffe sie überleben die ersten monate

  • Dennis

    26.02.10 (23:13:16)

    Mit zunehmenden Anmeldungen bei Social Media Plattformen, könnte ich mir vorstellen, das Flavors.me Zukunft hat... solange die Schnittstellen ordentlich funktionieren! Dennis

  • Markus

    27.02.10 (10:48:07)

    ich probiere flavors.me seit der beta-phase aus. die schnittstellen funktionieren mittlerweile eigentlich gut. inwiefern flavors.me wirklich potential hat, lässt sich schwierig sagen. ich betrachte diesen dienst derzeit als eine effiziente plattform für die selbstpräsentation: eine visuell aufgepeppte web 2.0 visitenkarte, schnell und einfach einrichtbar.

  • Wolfgang Kleemann

    27.02.10 (18:01:19)

    Kennt Ihr neben Inbox2 einen anderen Dienst, der die gleichen Funktionen umfasst aber nicht(mehr) in der Beta ist?

  • Marco

    01.03.10 (13:25:54)

    Hallo Wolfgang, vielleicht erfüllt yiid.com Deine Wünsche. GGrüße Marco

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