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10.01.11

Fiverdeal vs Fiverr: Ein Klon wie aus dem Bilderbuch

Viele junge deutsche Startups scheinen kein Interesse mehr daran zu haben, einfallslos US-Dienste nachzubauen. Für die Macher von Fiverdeal hingegen ging es offenbar darum, dem Original so ähnlich wie möglich zu sein.

 

In diesem Artikel habe ich versucht, zu einer weniger inflationären Verwendung des im Kontext von deutschen Web-Startups gerne angebrachten Copycat-Begriffs aufzurufen. Während sich junge Internetunternehmen hier und anderswo gerne an bestehenden Services orientieren und das ein oder andere Detail übernehmen, sehen wir in letzter Zeit vermehrt innovative und eigenständige Ansätze hiesiger Onlinefirmen bzw. Vorhaben, welche existierende US-Dienste wenigstens nicht kopieren, sondern versuchen, deren Ideen voranzubringen und zu verbessern.

Ganz ausgestorben ist die waschechte Copycat allerdings doch noch nicht, wie der von Markus am Samstag vorgestellte Service Fiverdeal zeigt. Bei dem Angebot aus Erpel bei Bonn können User Dienstleistungen und Produkte für fünf Euro (oder mehr) anbieten bzw. nachfragen. Markus verweist in seinem Kurzporträt auf das US-Vorbild Fiverr, welches dem gleichen Prinzip folgt, aber im Gegensatz zum deutschen Pendant ausschließlich Angebote im Wert von 5 Dollar zulässt (bei Fiverdeal werden Einträge bis zu einem Umfang von 100 Euro akzeptiert).Was Fiverdeal zu einer handfesten Copycat macht, ist die Tatsache, dass es nicht nur die Idee von Fiverr übernimmt, sondern sich auch beim Namen und Design eng an den US-Dienst anlehnt. Gerade die äußerliche Ähnlichkeit der Homepages von Fiverdeal und Fiverr ist verblüffend.

Imitat (oben) und Original (unten)

Dass die Fiverdeal-Macher den Bogen deutlich überspannt haben, verdeutlichen diese zwei Leserkommentare zu unserem Samstagsartikel, die Fiverdeal eine hohe Verwechslungsgefahr attestieren. Es ist offensichtlich, dass die Designvorgabe für Fiverdeal gewesen sein muss, Fiverr optisch möglichst originalgetreu nachzubauen.

Es sind Imitationen wie diese, die Deutschland einst den Ruf einbrachten, ein Land von Web-2.0-Klonen zu sein. Dass es noch immer "Gründer" gibt, die meinen, mit einer einfallslosen, aber dafür fast exakten Kopie auf Nutzerfang gehen zu können, ist traurig. Die funktionelle Adaption ist sicher das geringere Problem (und legitim, wenn man bedenkt, dass Fiverr sehr US-zentrisch ist). Sich aber nicht einmal die Mühe zu machen, ein eigenständiges Layout auf die Beine zu stellen, kann nur als Armutszeugnis bezeichnet werden.

Mit Yoofive gibt es einen weiteren Service aus Deutschland, der auf das Fiverr-Konzept setzt - aber immerhin mit einem eigenständigen Design.

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