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03.10.08Leser-Kommentare

Finanzkrise: Wieso, weshalb, warum?

Wall Street: Die Krise 2007 - ? (othermore(other), CC-Lizenz)Die Nachrichtenseiten quellen über vor Krisen- und Untergangsmeldungen: Wie es derzeit um die Wirtschaft bestellt ist und wie die Kreditkrise einzuordnen ist, zeigt "The Money Meltdown". Auf einer Seite werden lesenswerte Artikel (in Englisch) präsentiert. Zum Hintergrund, den "key facts", der künftigen Entwicklung und zur Sicherheit der eigenen Geldanlage werden Artikel empfohlen. Wer nicht soviel lesen mag, kann auch einen kurzen, kürzeren und kürzesten Bericht auswählen.

Bereitgestellt wird "The Mondey Meltdown" von Online-Journalist Matt Thompson, der auf Suche nach einem Überblick einfach kein passendes Angebot gefunden - und deshalb die Seite ins Leben gerufen hat. Gibt es eine ähnlich pointierte Sammlung auch für den europäischen Finanzmakrt? Oder in deutscher Sprache? Welche Nachrichtenseite bietet den besten Überlick? Den besten Krisen-Liveticker?

(via Kottke)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Philby

    03.10.08 (22:54:25)

    Der allererste verlinkte Beitrag auf der Money Meltdown-Seite, also die Radioproduktion «The Giant Pool of Money» von This American Life, ist geradezu spannend, und hat mich heute Nachmittag fast 1 Stunde Arbeitszeit gekostet.

  • mousseman

    03.10.08 (23:26:59)

    Aber die politischen und legislativen Ursachen hinter der ganzen Krise, die das ganze Subprime-Debakel wurden immer noch nicht offengelegt. Kein Banker, sogar ein Amerikanischer, wäre nämlich so stupide, solche Subprime-Darlehen zu vergeben, wenn er nicht Garantien hätte, oder dazu gezwungen würde. Die Quelle des ganzen Übels ist zuerst politischer, dann makroökonomischer Ursache. Die Investmentbanker waren nur noch willige Erfüllungsgehilfen der Verursacher dieser Krise, und die hat's dann auch als Erste erwischt, und der Finanzminister der USA - selber ein Ex-Investmentbanker - muss jetzt seine 'Gspänli' und andere Entitäten mit viel Geld retten, dass vermutlich am Ende der Bürger bezahlen muss, und nicht nur vorstrecken muss.

  • citizennet

    04.10.08 (09:48:01)

    Citizennet hat einen Versuch gestartet die wichigsten Zahlen zu den Wirtschaftshilfen zusammen zu tragen. Hoffe die Daten in den nächsten Tagen vervollständigen zu können. Vorläufiger Stand http://citizennet.wordpress.com/finanzkrise/

  • bugsierer

    04.10.08 (12:23:30)

    gut, dass ihr das thema mal aufgreift. ich habe schon seit wochen den eindruck, dass die grossen medienportale an diesem finanztsunami völlig scheitern.

  • Jean-Claude

    04.10.08 (17:15:32)

    @) Mousseman: Bevor sich hier allzu grosser Blödsinn verbreitet: Die Verdächtigung, die Subprime-Krise sei deswegen entstanden, weil linke Organisationen die Banken unter Druck gesetzt hätten, ethnische Minderheiten bevorzugt mit Hypothekarkrediten zu versorgen, ist nun wirklich hirnrissig. Lehmann Brothers, um das drastischste Beispiel zu nehmen, war eine der renommiertesten und grössten Investmentbanken der Welt, bevor sie binnen weniger Tage zusammenkrachte. Linke pressure groups sollen einen solchen Giganten in den Schwitzkasten genommen haben? Nee, also...! Solcher Unfug und wie schnell er sich verbreitet, macht, neben allen Vorteilen, mal wieder die Risiken des Internets deutlich. Auf Verschwörungstheorien aller Art ist das web besonders anfällig. "The Money Meltdown" ist ein gutes Hilfsmittel dagegen. Aber auch dort muss man die Texte mit kritischer Distanz lesen. Bei diesem Thema ist eine Menge zweckgesteuerter Information unterwegs. Das wär mal wieder die Stunde von "Qualitätszeitungen". Sie könnten als zuverlässiger Guide durch diesen Finanzschungel glänzen. Ich weiss nicht, ob sie die Chance wirklich packen. Bei einigen habe ich den Eindruck, dass sie die Chance erkannt haben. Um hier noch durchzublicken, braucht es journalistische Hochkaräter, die ideologieresistent und unabhängig sind. Sehr viele Namen fallen einem dazu nicht ein - und auf, insbesondere in der Schweiz nicht. Hier sind die Banken einfach zu nah, zu gross, zu mächtig und das Land ist zu klein und zu bankengläubig. Eine FAZ scheint mir deutlich unabhängiger als etwa eine NZZ, die sich fast schon verzweifelt an ihr langsam zerbröselndes Weltbild klammert.

  • mousseman

    04.10.08 (19:01:12)

    @Jean-Claude Das legislative Framework wurde jedoch durch die 'Verbesserungen' des Community Reinvestment Act geschaffen. Hätten wir keinen CRA, hätten die Lobbyorganisationen keine legale Basis, um Druck auf die Banken auszuüben...und ohne diesen Druck hätte es die hochriskanten Hypothekardarlehen nie gegeben, und damit auch nicht die 'Securitization' ebendieser. Dass dann die Banken in den USA sehr frei sind, was sie mit ihren Schulden machen, ist eine andere Sache, die natürlich nicht mitgeholfen hat, ebenso wie die Tatsache, dass nach 9/11 die Zinsen viel zu lange zu tief geblieben sind und den Glauben der Dummies genährt hatten, mit dem McDonald's-Lohn sich ein Haus leisten zu können, und die Banker haben es auch noch suggeriert, da eine falsche Anreizstruktur existierte. Meines Erachtens wäre die Krise einfach zu lösen, mit viel geringerem Geldeinsatz als den 700 Mia US-$: 1. Geschäftsbanken dürfen ihre Hypotheken nicht mehr weiterverkaufen, oder in Securities verwandeln und auf den Markt werfen. Dadurch wird man schlagartig verantwortlicher mit dem Geld umgehen. Wenn man eine gute Chance läuft, das Geld nicht mehr zurückzubekommen, wählt man sich seine Hypothekargläubiger sorgfältiger aus, und eine bankrotte Bank kann von ACORN, Greenlining & Co nicht mehr verklagt werden. Das impliziert auch das Ende von Fannie Mae und Freddie Mac, da diese keine neue Kapitalien mehr verwalten können und somit auch nicht mehr zu grotesker Grösse aufgehen können, um dann wie ein Ballon zu platzen. 2. Man lässt Banken konkurs gehen. Die Marktbereinigung tut zwar weh, ist aber weniger schmerzhaft, als in zehn Jahren WIEDER einen Bailout durchzuziehen. Ist aufgrund des makroökonomischen Umfelds ein Konkurs nicht verantwortbar, wird die Bank während fünf bis zehn Jahren verstaatlicht, bis der Staat sich schadlos halten konnte. Wenn die Aktionäre feststellen, dass grenzenlose Profitgier auf Kosten des Steuerzahlers sich nicht lohnt, werden auch die sich zügeln. 3. Die Fed stellt 100 Mia. US-$ tiefverzinsliche Darlehen zur Verfügung, unter Auflagen. 4. Der CRA wird dahingehend so geändert, dass man die Solvenz des Hypothekarschuldners beweisen muss, um ihm eine Hypothek zu vergeben. Weiterhin werden klagende Parteien und Lobbyorganisationen, die mit der 'Ethnic Minorities'-Keule auf Banken losgehen und gegen diese prozessieren, bei Prozessen verpflichtet, die Solvenz des Hypothekarschuldners restlos zu beweisen. Wenn sie das nicht können, müssen sie als Entschädigung automatisch das Fünffache der Hypothek an die Bank zahlen, aus dem Privatvermögen der Anwälte und der Mitglieder der Lobbyorganisationen. Die Ursache der Immobilienkrise hat eigentlich drei Ursachen: 1. Unfähige Legislation (CRA, Savings & Loan Gesetze teilweise noch aus der Ära Roosevelt, FDIC-Legislation, die Konten und nicht Personen mit bis zu 100'000 US-$ schützte) 2. Zu lange zu tief gebliebene Zinsen, dadurch wurde zu viel Geld auf den Immobilienmarkt geworfen, der zur Immobilienblase führen konnte, die die normale Konsumentpreisindizes um ein Vielfaches überstieg. Dass Freddie Mac und Fannie Mae dann die Hypotheken kaufen konnten, findige Banker sie in 'Securities' verwandeln konnten, und dann überall verkaufen konnten, ist nur ein Symptom - die Ursache waren zu niedrige Zinsen. 3. Kreative Banker, die sich das zu Nutze machten, mit Hilfe von Fannie Mae und Freddie Mac, deren Schieflage seit 2004 (wenn nicht früher) bekannt war. Demokraten haben dann die beiden GSEs gedeckt, bis der Crash da war.

  • bugsierer

    04.10.08 (19:29:29)

    @mousseman: sehr interessante ausführungen. mein problem ist einfach, dass ich darin ca 20 wörter nicht verstehe. und schon gar nicht die zusammenhänge kapiere. ich ahne aber, dass es eine riesen mischlerei sein muss, bei der nur noch spezis durchblicken, wenn überhaupt. das kann nicht gut gehen, das macht die demokratie zur sau.

  • Klaus Jarchow

    04.10.08 (20:04:39)

    Seit den Zeiten von Ronald Reagan rattern in den USA doch die Gelddruckmaschinen, ohne dass eine reale Wertschöpfung dieser Geldvermehrung entgegenstünde. Jetzt kommen nochmals 700 Mrd. obendrauf. Kann jemand einem Dummie wie mir mal erklären, warum das keine Inflation gibt? Ist denn das Geld alles in dieser 'Blase' geparkt, also in luftigen Werten, die dann keine mehr sind, sofern niemand mehr dran glaubt?

  • marcel weiss

    05.10.08 (15:51:45)

    @Klaus: "Kann jemand einem Dummie wie mir mal erklären, warum das keine Inflation gibt?" Öl wird nach wie vor in Dollar gehandelt. Das wirkt sich auf die Stabilität der Währung aus, als würde das alles in den USA selbst gefördert. Dazu kommt noch China, das US-Anleihen in Größenordnungen hortet, dass einem schwindlig werden kann. China macht(e) das, um den US-Markt als Hauptabsatznehmer chinesischer Produkte eben vor Inflation etc. zu schützen. Beides schützt(e) den Dollar vor einer Inflation. So zumindest mein Verständnis davon. Beides, Öl wie China, dürfte im Licht der aktuellen Ereignisse noch ..interessant werden.

  • Jean-Claude

    05.10.08 (19:26:57)

    @)Klaus, das finde ich eine aufschlussreiche und auch logisch Erklärung. Hab ich noch nirgendwo ausführlich analysiert gesehen. China ist der grösste Gläubiger der USA und hortet riesige Dollarvorräte. Für China sind die USA aber auch der wichtigste Exportmarkt. Das heisst: China hat alles Interesse daran, dass die Finanzkrise nicht ausser Kontrolle gerät. Rettet China die USA? Und uns gleich mit? Vor, sagen wir, einem Jahr, hätte man die Frage noch für völlig absurd gehalten. Heute sieht es schon ganz anders aus. Ist ja nun wirklich ein neuer Dreh der Geschichte: China ist offiziell immer noch ein kommunistischer Staat und die KPC bleibt die beherrschende Macht im Land. Da gerät das Weltbild mancher hiesiger Marktideologen aber bös ins Wanken... Ein - angeblich - chinesisches Sprichwort sagt:"Lebe nie in spannenden Zeiten!" Die haben gut reden, die Chinesen.

  • citizennet

    19.10.08 (09:13:06)

    Die Größenordnung der Hilfspakete und Zahlen zur Volkswirtschaft im Überblick. Die Liste ist jetzt komplett überarbeitet und erweitert. http://citizennet.wordpress.com/finanzkrise/

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