<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

25.06.14Leser-Kommentar

Filmportal wechselt für 15 Millionen Euro Besitzer: Moviepilot verkauft deutsches Angebot, um sich auf US-Ableger zu fokussieren

2011 starteten die Betreiber des deutschen Filmportals Moviepilot einen US-Ableger. Der entwickelt sich so gut, dass sie sich nun ganz auf dessen Ausbau fokussieren wollen. Das heimische Portal wird für 15 Millionen Euro an Filmstarts-Betreiberin Webedia verkauft.

MoviepilotDas deutsche Startup Moviepilot hat das bei hiesigen Internetfirmen seltene Kunststück geschafft, mit seinem US-Ableger den Erfolg des Dienstes im heimischen Markt zu überbieten. Jetzt ziehen die Berliner gewisserweise die Konsequenz: Das unter der Domain moviepilot.de betriebene deutschsprachige Filmportal, mit dem die Gründer Tobias Bauckhage, Jon Handschin & Ben Kubota im Jahr 2007 ihre unternehmerische Karriere im Online-Filmsegment begannen, wird laut einer Mitteilung verkauft. Die Macher wollen sich künftig ausschließlich auf den Ausbau des US-Geschäfts unter moviepilot.com konzentrieren.

Käufer des deutschen Portals ist der französische Onlineverlag Webedia, Betreiber des moviepilot.de-Rivalen Filmstarts. In Folge des Deals wird Webedia gemäß der Meldung Besitzerin der zwei größten deutschen Onlinefilmseiten. Beide sollen vorerst unabhängig voneinander weiterbetrieben werden. Die Franzosen zahlen für die profitable deutsche Filmsite 15 Millionen Euro. Laut Moviepilot-Geschäftsführer Tobias Bauckhage wird der Großteil davon an bisherige Investoren ausgeschüttet und ein kleinerer Teil in den Ausbau des US-Dienstes investiert. Eine weitere VC-Finanzierungsrunde über die bislang in der Vergangenheit aufgenommenen acht Millionen Dollar hinaus dürfte für die Hauptstädter damit vorläufig nicht notwendig sein.

Die komplett unterschiedliche Ausrichtung der deutschsprachigen und US-amerikanischen Moviepilot-Versionen macht eine Aufspaltung der Firma zu einem in der Praxis unproblematischen Schritt. Bei dem .de-Angebot handelt es sich um ein klassisches Filmportal rund um aktuelle Blockbuster. Der im Herbst 2011 gestartete US-Ableger hingegen legt seinen Schwerpunkt auf die Bereitstellung von personalisierten Informationen zu kurz vor dem Start stehenden Filmen und Serien. Zuletzt berichteten wir im März über diese Erfolgsstory, die auch dank einer engen Integration sozialer Medien zustande kam. Im Durchschnitt 40 Millionen Mal wird moviepilot.com pro Monat aufgerufen. Seine Gründer bezeichnen den Dienst als "am schnellsten wachsende Filmsite der Welt".

Native Werbung auf der Plattform sowie Kooperationen mit Filmstudios dienen Moviepilot.com als Erlösquellen. Besonders im Fokus der Filmemacher stehen die Aktivitätsdaten zu bevorstehenden Veröffentlichungen, die von Hollywoodstudios als Marktforschungs- und Vorhersagewerkzeug genutzt werden.

Von den 100 Angestellten wechseln 40 zu Webedia. Die verbleibenden 60 werden von den Standorten Los Angeles und Berlin die Weiterentwicklung von moviepilot.com vorantreiben. /mw

Kommentare

  • Victor

    25.06.14 (11:47:52)

    Irgendwie traurig zu hören, dass ein deutsches Unternehmen nicht mehr auf die eigenen Wurzeln setzt.

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer