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08.06.10

Fiabee: Dropbox-Alternative bietet die volle Sync-Freiheit

Der Onlinespeicherdienst Drobpox begeistert Millionen. Was ihm fehlt, ist Freiheit bei der Auswahl zu synchronisierender Ordner. Fiabee bietet genau das.

Es ist nicht gerade so, als würde es Nutzern an Optionen zum Sichern und Synchronisieren ihrer lokal gespeicherten Daten in und mit der Cloud mangeln. Und mit Dropbox haben viele User bereits ihren Favoriten unter all den Backup- und Storage-Lösungen gefunden.

Doch das soll nicht heißen, dass nicht noch Wünsche offen sind. Ein Manko von Dropbox ist, dass sich keine lokalen Verzeichnisse außerhalb des Dropbox-Ordners mit dem Onlinespeicher synchronisieren lassen. Zwar gibt es Wege, wie man trotzdem Dateien von anderen Orten der Festplatte aus mit in den Dropbox-Sync einbeziehen kann, aber ein integriertes Feature dafür fehlt.

Fiabee ist eine Art europäische Alternative zu Dropbox, die genau dies ermöglicht. Der spanische Service lehnt sich vom Grundprinzip her stark an Dropbox und andere Backup- und Sync-Services aus dem US-Markt an. Nutzer installieren einen lokalen Client (derzeit nur für Windows, eine Mac- und Linux-Software ist in Arbeit), der anschließend Dateien in die persönliche Fiabee-Cloud lädt und diese bei Änderungen auch online aktualisiert.

Doch anders als Drobpox gibt Fiabee Anwendern die komplete Freiheit darüber, welche Verzeichnisse und Dateien über Fiabee gesichert werden sollen. Es lassen sich sowohl spezifische Ordner als auch einzelne Dateien in ansonsten nicht für eine Synchronisation vorgesehenen Verzeichnissen auswählen. Die maximale Dateigröße beträgt 250 Megabyte.

Nachdem man seine Auswahl getroffen hat, beginnt Fiabee im Hintergrund mit dem Upload. Eine Statusanzeige informiert über den Fortschritt. In meinen Tests erreichte ich Geschwindigkeiten von etwas mehr als 100kb/s, was im Falle des Backups großer Datenmengen einiges an Geduld voraussetzen würde.

Ein Browserzugriff über die laut Fiabee verschlüsselt abgelegten Dateien gibt es im Gegensatz zu Dropbox nicht, dafür aber ebenfalls eine kostenlose iPhone-Applikation, mit der man auf sein Fiabee-Backup von unterwegs aus zugreifen kann. Die Desktop-Anwendung erlaubt verschiedene Optionen zum Wiederherstellen von Dateien, weshalb sich Fiabee sowohl für den parallelen Einsatz auf mehreren Rechnern als (allerdings manuelles) Sync-Tool sowie für das Retten von Daten nach einem lokalen Datenverlust eignen könnte.

Was den Funktionsumfang betrifft, kann das vier Mitarbeiter zählende Startup aus Barcelona wenig überraschend nicht mit seinem viel gelobten US-Vorbild Dropbox mithalten. Aber allein die Freiheit bei der Wahl der zu synchronisierenden Daten könnte für einige User Anreiz genug sein, Fiabee auszuprobieren. Das Installieren und Einrichten verlief ohne Probleme, und die Bedienung ist einfach genug, um auch weniger versierten Usern das Online-Backup zu ermöglichen.

Der zweite signifikante Vorteil von Fiabee ist die Preisgestaltung. Wie bei Dropbox gibt es in der Gratis-Variante zwei Gigabyte kostenlos, die sich zudem durch Empfehlungen an Freunde auf maximal 7 Gigabyte erhöhen lassen. Wer mehr benötigt, kann das Premium-Produkt nutzen, welches für 4,99 Euro bei monatlicher Zahlung unbegrenzten Speicherplatz verspricht. Bei Dropbox gibt es für umgerechnet 8,30 Euro 50 Gigabyte.

Ob sich am Ende dann tatsächlich beliebig große Mengen an Daten bei Fiabee speichern lassen, ist damit natürlich noch lange nicht bewiesen. Zumal dies bei der relativ langsamen Upload-Geschwindigkeit Jahre dauern würde. Ob es letztlich ein Vor- oder Nachteil ist, dass Fiabee Daten nicht wie die Konkurrenz in Amazons Servercloud speichert, sondern eigene Server in einem Datencenter in Barcelona betreibt, darüber bin ich momentan noch unentschlossen.

via

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