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19.05.11Leser-Kommentare

Facebooks zukünftige Nutzerentwicklung: Stagnation heißt nicht Niedergang

Facebook wird nicht bis in alle Ewigkeit wachsen können. Eine Stagnation der Nutzerzahlen muss aber nicht automatisch das baldige Ende einläuten.

Seitdem Facebook auf den Schirmen der Massenmedien landete, kannte die Nutzerentwicklung des Social Networks nur eine Richtung: nach oben! Aktuell nähert sich der Zähler der Marke von 700 Millionen Menschen, die den Dienst aktiv, also mindestens einmal innerhalb von 30 Tagen, verwenden. Das sind in etwa ein Drittel der weltweiten Internetpopulation.

Man muss wahrlich kein Prophet sein, um zu erkennen, was in den nächsten Monaten geschehen wird: In Ländern, in denen Anwender früh auf den Facebook-Zug aufsprangen und in denen mittlerweile bis zu 50 Prozent der Bevölkerung bei dem Dienst präsent sind, wird sich das Wachstum verlangsamen.

Genau genommen ist dieser Prozess bereits in Gang, wie das Blog Inside Facebook am Beispiel von den USA, Kanada, Großbritannien, der Türkei und Australien illustriert. In diesen fünf Ländern hat Facebook eine außergewöhnlich hohe Marktdurchdringung erreicht (siehe auch "Die türkische Leidenschaft für das Social Web").

Diese Entwicklung ist vollkommen natürlich und kommt keineswegs überraschend. Sofern Facebook nicht bald ein Mittel findet, um aktiv das Bevölkerungswachstum anzukurbeln und damit potenzielle Neunutzer zu schaffen, wird es an einen Punkt in der Zukunft gelangen, an dem eine vollständige Stagnation der Userzahlen eintritt.

Angesichts der Aufmerksamkeit, die das soziale Netzwerk in den Medien erhält, müssen wir uns für die nächste Zeit auf einen neuen Artikeltyp zum Thema Facebook einstellen: Nämlich den, der ausgehend von weniger dynamisch steigenden Nutzerzahlen die Frage in den Raum wirft, ob das US-Netzwerk damit vor seinem baldigen Niedergang steht.

Matthias Schwenk stellt bei bwl zwei null die wohl rhetorisch gemeinte Frage, ob für Facebook Grenzen beim Wachstum existieren, und gibt in seiner Betrachtung einen Vorgeschmack auf die Argumente, die wir in nächster Zeit garantiert häufig hören werden:

Schwenk sieht als Alternative zum eines Tages nicht mehr fortführbaren Wachstum bei den Nutzerzahlen den Popularitätsverlust, was die blau-weiße Plattform auch für Marketing-Kampagnen weniger interessant machen würde. Ich glaube hingegen, dass auch eine Stabilität bei den erreichten Userzahlen eine Option darstellt.

Selbst wenn sich in einem Monat zehn Millionen Menschen weniger bei Facebook einloggen und im darauffolgenden fünf Millionen mehr, wäre dies bei einem Dienst mit dem realistischen Ziel von einer Milliarde Usern eine normale Fluktuation.

Blogger Schwenk hält es auch für möglich, dass Facebook eines Tages für Nutzer langweilig werden könnte, und stützt sich auf die Aussage des Zukunftsforschers Jamais Cascio. Doch Facebook wird von seinen Anwender vorrangig dazu eingesetzt, um mit Menschen in Kontakt zu bleiben, die zu dem persönlichen Familien-, Freundes-, Bekannten- oder Kollegenkreis gehören. Wer dabei Langeweile empfindet, darf dies eigentlich nicht auf das soziale Netzwerk schieben, sondern müsste es seinen Kontakten ankreiden.

Wer das Langeweile-Argument vertritt, unterschätzt Facebooks Bedeutung als pragmatisches und ortsungebundenes Kommunikationswerkzeug. Niemand würde auf die Idee kommen, das Telefon für ein langweiliges Telefonat verantwortlich zu machen. Im Kern stellt Facebook die Fortführung des Telefons dar.

Bezeichnenderweise konnte ich von Jamais Cascio kein Facebook-Profil finden, lediglich zwei verwaiste Pages.

Als weiteres Indiz für ein eventuell bevorstehendes Ende der Facebook-Euphorie hält Matthias Schwenk die Entscheidung des US-Startups Zuupy, seine Integration mit Facebook zu lockern. Dem könnte man allerdings hunderte Webdienste entgegensetzen, die jeden Tag eine Verbindung mit dem Social Network eingehen.

Fazit

Ich halte Facebook keineswegs für unbesiegbar. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es im Jahr 2015 noch in seiner jetzigen Form und mit der heutigen Relevanz für hunderte Millionen Menschen bestehen wird.

Ich blicke aber jetzt schon irritiert auf die bevorstehende Welle von Medienberichten, die das unvermeidliche Verlangsamen von Facebooks Nutzerwachstum als Anlass dafür nehmen werden, um ohne substanzielle Belege den baldigen Abstieg zu prophezeien.

Facebook wird mit der irgendwann eintretenden Stagnation bei den quantitativen Zuwächsen vor eine enorme Herausforderung gestellt, so viel ist klar. Dies muss jedoch nicht unweigerlich der Anfang vom Ende sein, zumal hinreichend Lock-In-Effekte existieren.

Auch in Deutschland wird Facebook an einen Punkt der Sättigung gelangen (wahrscheinlich aber nicht vor 2012). Mental darauf einstellen kann man sich schon heute - um dann nicht später aus allen Wolken fallen zu müssen.

Kommentare

  • Christoph Lemmer

    19.05.11 (13:01:53)

    Auffallend richtiger Artikel! Dazu passt ganz gut die Aussage von Sascha Lobo, das Web, also auch Facebook, bilde die wirkliche Welt ab, während die traditionellen Medien (und die Werbung) eine virtuelle Welt erschaffen. Lustigerweise ahnt der Autor schon, wo wir die beschriebenen Texte über die "Grenzen des Facebook-Wachstums" lesen werden, nämlich vor allem in der Sorte Medium, die sich schon immer ihre eigene virtuelle Welt gezimmert hat und die noch daran bastelt, in die auch ihr virtuelles Facebook als Objekt der sogenannten realen Berichterstattung einzufügen.

  • Martin Weigert

    19.05.11 (13:06:39)

    Lustigerweise ahnt der Autor schon, wo wir die beschriebenen Texte über die “Grenzen des Facebook-Wachstums” lesen werden Hör auf meine Gedanken zu lesen ;)

  • Oliver Springer

    19.05.11 (17:13:51)

    Da stimme ich zu, wobei gerade das Bevölkerungswachstum dann doch noch für ein Wachstum auf lange Sicht sprechen könnte. Eine Verlangsamung des Wachstums muss an sich überhaupt kein Problem darstellen. Selbst wenn Facebook bis 2015 die Hälfte seiner Nutzer verlieren sollte, wäre es immer noch mächtig groß und wichtig, sofern die verbleibenden User ihr heutiges Aktivitätslevel halten würden. Viel wichtiger ist die Frage, ob Facebook attraktiv bleibt. Und da spielen die heute schon vorausgeahnten negativen Berichte dann eine wichtige Rolle. Vielleicht geht der Trend künftig wieder dahin, Informationen über sich lieber nicht öffentlich zu machen. Momentan scheint das kaum vorstellbar, aber vor zehn Jahren hätten wir auch nicht geglaubt, dass das massenhafte veröffentlichen privater Daten zum Trend für die Masse wird. Und wir hätten gute Argumente dafür gehabt! Aber wisst Ihr was? Jetzt haben wir noch bessere Argumente dagegen, denn die möglichen Folgen lassen sich weit besser erahnen als damals. Letztlich kommt es weniger auf die Argumente als auf die Stimmungen an, schon klar. Doch Stimmungen können sehr schnell umschlagen.

  • Experimentiert

    19.05.11 (20:03:51)

    Die Zahlen das es angeblich 700 Millionen sind die sich zumindest einmal im Monat einmal einloggen.... naja, das sagt nichts aus. Viel Interessanter wären es zu Wissen wieviele User tatsächlich dort täglich sind und nur das ist das wichtigste und da ist die Zahl sicher nicht mehr als höchsten geschätzte 200 Millionen User - wenn überhaupt. Klar wird Facebook weiter wachsen und zwar solange wie man darüber spricht und schreibt, wenn das mal aufhört, wird Facebook langsam aber sicher wieder von der Bildfläche verschwinden, da es keinen Mehrwert für den Alltag bringt.

  • Montgomery

    19.05.11 (20:09:54)

    Facebook bildet nicht die wirkliche Welt ab, denn die Menschen präsentieren sich dort nicht, wie sie wirklich sind, sondern wie sie gesehen werden wollen. Einfach zu erkennen an den Fotos. Glückliche Gesichter sehen wir dort, keine normalen, und kaum gelangweilte Gesichter. Bei Facebook wird gemocht (Like-It), einen mag-ich-nicht Knopf gibt es da nicht. So ein Modell kann sich mitunter sehr lange halten, von den mittlerweile regelmässigen Verstößen gegen die Privatssphäre, die immer wieder auftauchenden Sicherheitsprobleme und dem schlechten Image von Zuckerberg lassen sich schliesslich nur wenige User vergraulen. Einem Untergang arbeitet Facebook übrigens auf verschiedene Weisen entgegen. - Zum einen, indem sie ihren Einfluss auf immer größere Teile des Webs ausweiten, und immer neue Services aufkaufen oder zu Partnern machen. - Indem sie aus dem begrenzten Kommunikationsangebot ein allumfassendes zu machen trachten, Stichwort Project Titan, das Sms, Telefon, Facebookmail, Email und mglw irgendwann skypeähnliche Dienste nahtlos zusammen fügen, und auswertbar machen. Facebook ist Partner von Microsoft Bing, Microsoft hat Skype aufgekauft. - Der größte Joker den Facebook allerdings in der Hinterhand hat, ist die bereits enorme Datenbasis. Facebook versucht sich als Identity-Provider zu etablieren, und mit der neu gestarteten Internationen Cyberspace Strategy der USA hat Facebook dabei einen enormen Wettbewerbsvorteil. Wer seine Daten bereits Facebook anvertraut hat, wird weniger Bedenken haben, diese persönlichen Informationen von Facebook beschützen zu lassen, und FB vielleicht als primären Ausweisdienst im morgigen Netz wählen. Sony als Beispiel zeigt zur Zeit ja wieder, das einmal entwendete persönliche Informationen nicht mehr zu Identifikationszwecken benutzt werden können. Können sie natürlich trotzdem noch, allerdings scheint der Versuch, dies so darzustellen den Ruf nach Identity-Providern fördern zu sollen. Wie dumm das wäre, bestätigt der Datenskandal, den Facebook in den letzten Tagen hatte. Dieser hat gezeigt das über vier Jahre lang eine Lücke so groß wie ein Scheuentor nahezu jedem Zugang zu den persönlichen Profilen erlaubt hätte. Nachfolgend verlor Facebook weiter an Gesicht als ihre heimliche Schmierkampgagne gegen Google aufgedeckt wurde. Facebooks größte Chance besteht zur Zeit darin, sich von den USA gesponsort als führender Identity-Provider zu etablieren. Viele werden dies aus Bequemlichkeit wahrscheinlich gutheissen, und darüber Facebooks schlechten Ruf, dessen Sicherheitskatastrophen, dessen eklatanter Missachtung der Privatssphäre und die staatlichen Kapitalinvestitionen bei der Gründung vergessen.

  • Rolf

    19.05.11 (22:55:54)

    Danke für den informativen Artikel. Ein kleiner Vorschlag: Wie wäre es, mal eine übersichtliche Tabelle mit der Entwicklung von FB bis heute und den Zukunftsprognosen zu veröffentlichen?

  • Lena

    20.05.11 (00:46:56)

    Hi Rolf, eine chronologische Übersicht bräuchte schon einiges an Aufwand, aber hier zunächst mal eine kurze Übersicht, wie wir über die Jahre immer mehr an Privatssphäre-Optionen verloren haben: http://mattmckeon.com/facebook-privacy/# hier ein Artikel über die neuere Datenschlappe durch die Accounts vier Jahre lang zugänglich waren: http://www.crn.de/security/artikel-90456.html

  • Martin Weigert

    20.05.11 (06:06:12)

    Im Prinzip haben andere diese Arbeit bereits geleistet: Such mal bei Google Bildsuche nach "facebook infographic".

  • Tanja Handl

    20.05.11 (10:52:52)

    @ Lena: Danke für die Privacy-Infografik, ist wirklich gut gemacht. Die Entwicklung war mir noch nie so bewusst - im Lauf der Zeit vergisst man einfach so viel. Im Raffer ist mir erst klar geworden, wie viel sich geändert hat. Dass das die User nicht stört, zeigt allerdings auch, wie viel die Möglichkeit zur Selbstdarstellung uns eigentlich allen Wert ist. Und zum Thema Stagnation: Der Artikel spricht mir aus der Seele. Das Wachstumsdogma verstellt den Blick darauf, dass gleichbleibende bzw. schwächer steigende Nutzerzahlen nicht der Vorbote des Niedergangs sein müssen.

  • Michael S

    20.05.11 (12:14:52)

    naja, das sagt nichts aus warum nicht? Viel Interessanter wären es zu Wissen wieviele User tatsächlich dort täglich sind und nur das ist das wichtigste warum? wird Facebook langsam aber sicher wieder von der Bildfläche verschwinden kaffeesatz lesen? da es keinen Mehrwert für den Alltag bringt hat Martin bereits beantwortet: Niemand würde auf die Idee kommen, das Telefon für ein langweiliges Telefonat verantwortlich zu machen

  • Lena

    20.05.11 (14:59:08)

    Die Infografiken sind zwar interessant, zeigen aber nur ein sehr einseitiges Bild, die Startkapitel-Investition des Investment-Arms der CIA über In-Q-Tel kann man z.b. lange suchen. Ich fasse mal einige Punkte zusammen: - Nutzer .. Facebook reaches over .. active users 2010, Aug : 500 million 2010, Feb : 400 million 2009, Dec : 350 million 2009, Sep : 300 million 2009, Jul : 250 million 2009, Mar : 200 million 2009, Feb : 175 million 2009, Jan : 150 million 2008, Apr : 100 million 2007, Oct : 50 million 2007, Mar : 20 million (exactly) 2006, Nov : 12 million 2005, Oct : 5.5 million 2004, Sep : 1 million (nearly) - Kapital-Investments 2009 Digital Sky Technologies makes a $200 million investment 2007 Microsoft takes a $240 million equity stake in Facebook 2006 Facebook raises $27.5 million from Greylock Partners, Meritech Capital Partners and others 2005 Facebook raises $12.7 million in venture capital from Accel Partners (In-Q-Tel); 2004 Mark Zuckerberg and co-founders Dustin Moskovitz, Chris Hughes and Eduardo Saverin launch Facebook from their Harvard dorm room .. Facebook launches .. 2010 Project Titan (beta) Places Questions (beta) 2009 aquires FriendFeed Facebook Usernames joins OpenID board “Like” feature CNN Live/Facebook integration 2008 Facebook Connect (one-identity) Facebook Chat Translation application to 21 additional languages 2007 Facebook Ads Facebook Platform for Mobile aquires Parakey Marketplace application for classified listings Facebook Platform with 65 developer partners and over 85 applications network portals Virtual gift shop 2006 Share feature added on Facebook, simultaneously launched on over 20 partner sites News Feed and Mini-Feed expands registration so anyone can join development platform Notes application Facebook and Microsoft form strategic relationship for banner ad syndication expands to add work networks Mobile feature launches 2005 Photos 2004 Groups application, the Wall is added as a Profile feature Die Implikationen der Dienste werden aber auch durch diese Aufzählung nicht offensichtlich, beispielsweise das FB-Like-It Button auch Internetnutzungsverhalten verfolgt, wenn man nicht drauf klickt, oder das "Connect" der Startschuss für die One-True-Identity Kampagne war. Der Facebook Wikipedia Eintrag gibt einen groben Überblick, und leitet auch auf die Facebook-Kritik-Seite über.

  • Meeresbiologe

    20.05.11 (16:00:50)

    Ein Social Network wie Facebook wächst nicht nur an Nutzerzahlen, sondern auch in der Nutzung bestehender Nutzer. Oder im Wachstum der Angebote auf Facebook. Daraus folgend in seiner eigenen Infrastruktur. Für mich steht FB immer noch relativ am Anfang seiner Entwicklung. Ich halte es technisch auch längst noch nicht für ausgereift, sondern für noch stark im Fluss. Es wird sich technisch mit den sich weiter entwickelnden Anforderungen an seine Nutzung weiterentwickeln (müssen). Im Moment halte ich Facebook für einen äußerst interessanten Schneeball, der an eigener Contentmasse und Strukturen weiter rasant wachsen wird.

  • Michael

    20.05.11 (21:50:55)

    @Martin @Michael S @Experimentiert das Telefonbeispiel greift nur in einer ersten Betrachtung. Generell finde ich dieses Argument "... dann hast Du nicht die richtigen Freunde" auch völlig daneben. Das z.B. Experimentiert & andere in FB keinen Mehrwert für den Alltag entdecken können, hängt viel eher mit deren Wertesystem zusammen. Vielleicht wünschen sich diese Menschen einen Dienst dem eine hohe Alltagstauglichkeit innewohnt, der nachhaltig, vielleicht sogar förderlich für die persönliche Weiterentwicklung ist, vielleicht gehen die eher auf spezielle Themen ab.!? Das soll jetzt nicht heißen, dass die die FB & Co gut finden dieses Wertemuster nicht besäßen. Ich denke, die individuelle Ausprägung dieser Werte macht den kleinen aber feinen Unterschied. Und wahrscheinlich ist es auch so, dass der Liker gar nicht mit dieser vorstehenden Erwartungshaltung FB besucht; er sieht es vielleicht als Unterhaltung. Er klickt hier und da. Er findet es geil eine Nachricht durch alle Systeme zu jagen, weil er sich mitteilen will, weil er weiß, dass er von jetzt auf gleich ein direkter Teil dieser Dynamiken werden kann. Ich habe gerade eben wieder gelesen, dass man mit FB alles machen könne - ich hab herzlich gelacht. Das wird FB nie gelingen, dafür geht die soziale Reise erst los. FB hat zwar Millionen Nutzer, aber diese müssten alle ständig mitlernen. Die Leute assoziieren bereits mit FB ein Angebot: Für die einen hat es einen Unterhaltungswert, für die anderen ist dieser Dienst schon heute bedeutungslos. Die Frage, warum man FB nutzt wird Mark Zuckerberg (und seine Befürworter) immer beantworten mit: ... weil FB relevante Informationen liefert. Da sag ich doch: Immer schön rational herleiten, damit stellt man die anderen schon ruhig. Die entscheidende Frage dieser Zeit ist: Was ist für den Einzelnen relevant? Solange Marktsegmentierungsmodell einen Nutzer nur einem Nutzertyp zuordnen, solange wird sich auch diese Fehlinterpretation fortsetzen. Grüße in die Runde

  • Martin Weigert

    21.05.11 (14:41:38)

    @ Michael Die Motive, Facebook zu nutzen, sind so unterschiedlich. Du kannst nicht jeden Facebook-Nutzer als "Liker" bezeichnen (klang zumindest so, als tätest du das). Was Alltagstauglichkeit betrifft: mit vielen meiner überhaupt nicht sonderlich technologieaffinen Freunde kommuniziere ich mittlerweile per Facebook Message wie früher per SMS, Mail oder Anfruf. Sprich spontane Verabredung unterwegs usw. Man kann Facebook sehr gut nutzen, ohne am (Over)sharing teilnzunehmen - eben wie ein Telefon. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass die Mehrheit der eigenen Freunde/Bekannten auch Facebook regelmäßig verwendet. Was aber angesichts der rasanten Verbreitung selbst in Deutschland mittlerweile immer öfter der Fall ist, speziell in großen Städten.

  • Michael

    21.05.11 (15:02:49)

    @ Martin Der Seitenhieb ging nur dann diejenigen, die steif und fest behaupten: “… dann hast Du nicht die richtigen Freunde”. Wenn ich das so eng auslegen würde, dann wäre ich ja auch einer :=( Mein letzter Satz rückt ja gerade die Nutzungsmotive in den Vordergrund. Ich wünschte mir, die Analysen würden nicht nur einem Nutzertyp suggerieren. In diesem Sinne Grüße

  • Meeresbiologe

    23.05.11 (09:04:56)

    Facebook hat für mich (soweit ich es als FB-Anfänger überblicken kann) derzeit einen sehr schwerwiegenden Mangel. Man kann einzelne Anbieter nicht wie bei Twitter direkt über die Seite eines Anbieters in einzelne Listen einsortieren. Mit dieser Möglichkeit wäre ich (und vermutlich viele Andere) mit Facebook schon viel weiter. Aber extra erst einzelne Listen aufrufen und dann en masse einzelne Anbieter anklicken, die man in eine Liste sortieren will, macht das Ganze doch noch sehr mühsam.

  • Martin Weigert

    23.05.11 (09:06:30)

    Agreed!

  • Urs Müdespacher

    13.12.11 (05:35:36)

    Nein, Facebook ist nicht die Weiterentwicklung des Telefons. Oder hat Ihr Telefon Ihnen schon jemals die Mitgliedschaft gekündigt und Sie damit von all Ihren Kontakten ausgeschlossen? Mir ist das nun mit Facebook bereits drei Mal passiert, ohne dass ich mir irgend eines Fehlverhaltens bewusst wäre. Das letzte Mal geschah dies vor wenigen Wochen (mit 5000 Kontakten, die sich nun alle denken: "wieso hat der mich wohl aus seiner Friends-list gestrichen?"). Leider gibt es keinen Grund, dem "sozialen Netzwerk" Facebook zu vertrauen - ich gehöre deswegen zu denjenigen, welche Facebook auch aus diesem Grund keine allzu nachhaltige Zukunft prophezeien.

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