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29.10.10

Facebooks neue "Friendship Pages": Wer spricht mit wem

Facebook startet mit Friendship Pages spezielle Profilseiten, die Interaktionen zwischen zwei Kontakten aggregieren. Die Neuerung erinnert an die zu Anfang kritisierte Einführung des Newsfeeds im Jahr 2006.

 

Als Facebook im Herbst 2006 ein neues Feature einführte, das Mitgliedern in einem chronologischen Stream Änderungen und Aktivitäten der eigenen Kontakte anzeigte, sorgte dies bei einem Teil des knapp 10 Millionen User zählenden Social Networks für Proteststürme. Angeblich traten bis zu 500.000 Nutzer Gruppen gegen die neue Funktion bei, von der erwartet wurde, dass sie Stalking erleichtern und Anwendern die Kontrolle über ihre Daten entreißen würde.

Die Rede ist natürlich vom Newsfeed, seit langem das Herzstück des nun über 500 Millionen Anwender zählenden Dienstes, und mittlerweile auch Standard-Feature bei zahlreichen anderen Social-Web-Services. Wie so oft dauerte es eine Weile, bis User sich an eine signifikante Veränderung der Funktionsweise des Netzwerkdienstes gewöhnt hatten.

Es würde mich sehr wundern, wenn ein derzeit sukzessive für alle Facebook-Nutzer ausgerolltes neues Feature nicht zu ähnlichen Reaktionen führt. "Friendship Pages", also "Freundesseiten" nennt sich die Neuerung, die sämtliche Interaktionen zwischen zwei Facebook-Kontakten auf einer speziellen Profilseite aggregiert.

Friendship Pages zeigen unter anderem Pinnwandeinträge und -kommentare mit Beteiligung beider Personen, gemeinsam besuchte Events sowie Fotos und Videos, in denen die zwei Nutzer getaggt wurden.

Die Funktion ermöglicht sowohl die aggregierte Darstellung der persönlichen Facebook-Interaktion mit den eigenen Kontakten als auch die zwischen zwei anderen Personen, sofern man mit mindestens einer davon bei Facebook befreundet ist und sofern der andere "Fremde" die Sichtbarkeit seines Profils mindestens für "Freunde der Freunde" freigegeben hat.

Links zu Friendship Pages werden unterhalb der Profilfotos von Freunden sowie im Kontext zu einzelnen Ereignissen im Newsfeed platziert. Wie man zu Friendship Pages gelangt, die Interaktionen zwischen zwei anderen Personen anzeigt, ist noch unklar.

Die Parallele zwischen dem Newsfeed und den neuen Friendship Pages ist offensichtlich: In beiden Fällen greift Facebook ausschließlich auf bereits im Rahmen der individuellen Datenschutzfestlegungen einsehbare Informationen zurück, stellt diese jedoch auf eine alternative Art dar, welche Zusammenhänge und soziale Verbindungen unterstreicht, deren Vorhandensein zuvor weniger eindeutig war.

Während die neue Funktion das Facebook-Erlebnis einmal mehr um eine neue, vermutlich sehr unterhaltsame und potenziell nützliche Facette erweitert, kann die aggregierte Offenlegung von zwar auch vorher öffentlichen, aber dennoch unbeachtet gebliebenen Interaktionen zwischen zwei Personen soziale Verbindungen in einem neuen Lichte erscheinen lassen . Man denke nur an eine nicht offiziell verkündete LIebesbeziehung, die bei einem Blick auf die Friendship Page der zwei Turteltauben für jeden sofort offensichtlich wäre.

Letztlich verdeutlicht die Neuerung allerdings nur, was ohnehin schon immer galt: Ungeachtet des gewählten Niveaus bei den persönlichen Privatsphäre-Einstellungen sollte man seine Aktivität bei dem Social Network auf das beschränken, wozu man im Nachhinein auch in anderen Zusammenhängen offen stehen kann.

Welche Gedanken gehen euch zu Facebooks Friendship Pages durch den Kopf?

(Screenshot: All Facebook)

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