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18.05.12Leser-Kommentare

Facebooks Börsengang: Das größte Ereignis der Internetwirtschaft

Am heutigen Freitag wird Facebooks Aktie erstmalig an der US-Technologiebörse NASDAQ gehandelt. Es ist das größte Ereignis der Internetwirtschaft bisher.

Heute geht Facebook an die Börse. Es ist ein einzigartiger IPO, der gleich mehrfach Rekorde bricht. Mit der Facebook-Aktie wagt erstmals ein auf die breite Masse ausgerichtetes soziales Netzwerk ohne Special-Interest-Schwerpunkt den Gang aufs Parkett. Gleichzeitig handelt es sich um das größte Börsendebüt eines Technologieunternehmens jemals. Bisher wurde Google diese Ehre zuteil. Doch die zur IPO des Such- und Werbegiganten im Jahr 2004 erlösten 1,67 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von rund 23 Milliarden Dollar verblassen im Vergleich zu den 16 Milliarden Dollar, die das soziale Netzwerk jetzt eingenommen hat. Der Börsenwert liegt damit bei rund 104 Milliarden Dollar. Heute wird die Facebook-Aktie erstmals an der amerikanischen Technologiebörse NASDAQ gehandelt.

VentureBeat zählt einige weitere Besonderheiten auf, die den Börsenstart zu einem historischen Ereignis machen: So handelt es sich um den größten mit Hilfe von Venturekapital aufgebauten IPO überhaupt: 2,2 Milliarden Dollar Risikokapital sind seit dem Launch von Facebook im Jahr 2004 in das Unternehmen geflossen. Zudem habe noch kein anderer Börsenneuling zuvor so viele Firmen aufgekauft wie das kalifornische Social Network (wobei die angeführte Zahl von 13 Übernahmen nicht zu stimmen scheint - eigentlich waren es deutlich mehr).

Facebooks Börsengang ist in seiner Form einzigartig - nicht nur aufgrund seiner bisher nicht gekannten Dimension, sondern auch in Hinblick auf die Schwierigkeiten der Prognose des weiteren Geschäftsverlaufs. Weil noch nie zuvor ein Internetunternehmen 900 Millionen aktive Anwender bei sich vereinte und mit Millionen Websites rund um den Globus verflochten war, erweisen sich sämtliche historischen Vergleiche als unvollständig oder deplatziert. Gleichzeitig ist die Liste potenzieller Risiken für Facebook lang. Zwar generiert das Unternehmen seit einiger Zeit Gewinn, doch die wirtschaftliche Leistung hinkt der von Google zum Zeitpunkt von dessen Börsengang hinterher. Im mobilen Segment fehlt dem sozialen Netzwerk bisher eine überzeugende Monetarisierungsstrategie - dabei liegt genau in diesem Bereich des größte Wachstumspotenzial.

Die Facebook-Aktie ist somit ein äußerst risikobehaftetes Wertpapier. Nicht, weil Facebook so unglaublich negative Zukunftsaussichten hätte, sondern weil die weitere Entwicklung extrem schwer vorherzusagen ist.

Für das Unternehmen und die globale Internetwirtschaft stellen sich heute in jedem Fall die Weichen neu: Bis zu 1000 der über 3000 Facebook-Angestellten werden dank Aktien-Optionen über Nacht zu Millionären. Ein nicht unwesentlicher Teil des Kapitals, das über den IPO an die bisherigen Investoren und Anteilseigner fließt, wird früher oder später seinen Weg zurück in das digitale Ökosystem finden - und die Basis für hunderte neuer Startups bilden. Bei vielen werden Gründer hinter dem Steuer stehen, deren letzte Station auf dem Lebenslauf Facebook hieß.

Allein aufgrund seiner mannigfaltigen, schwer zu überblickenden Implikationen stellt Facebooks Börsengang das bisher größte Ereignis in der noch jungen Geschichte der Webwirtschaft dar - und das wird es bis auf Weiteres auch bleiben.

Für alle, die noch einmal Facebooks Entwicklung der vergangenen Jahre Revue passieren lassen wollen, verlinken wir im Folgenden einige vergangene netzwertig.com-Beiträge, die den Aufstieg und die Herausforderungen des sozialen Netzwerks illustrieren.

Kommentare

  • Suchmaschinenoptimierung

    18.05.12 (12:21:54)

    Ich bin ja mal gespannt, ob die Facebook Aktie demnächst auch so im Wert steigt, wie seinerzeits Microsoft :-D

  • Ulrich Glemnitz

    18.05.12 (13:07:02)

    Das ist sehr schön, weil dadurch jede Menge neue Impulse kommen werden, Path und Quora lassen schon mal ahnen, was noch kommen wird: "Bis zu 1000 der über 3000 Facebook-Angestellten werden dank Aktien-Optionen über Nacht zu Millionären. Ein nicht unwesentlicher Teil des Kapitals (...) wird früher oder später seinen Weg zurück in das digitale Ökosystem finden – und die Basis für hunderte neuer Startups bilden." Die Frage, die sich mir stellt, ist ob Facebook diesen Braindrain kompensieren kann, egal ob durch Aufkauf von Startups und deren Talenten oder durch den eigenen Nachwuchs. Denn was bei Google funktioniert hat muss nicht zwangsläufig wo anders funktionieren ...

  • Manuel Reinhard

    19.05.12 (09:01:51)

    Und was ich mich noch frage ist, wieviele der 1000 Neu-Millionäre dann nicht bald mal Facebook den Rücken zudrehen und das Leben andersweitig ein bisschen geniessen werden. Bestimmt ein Risiko, dass man auch bedenken muss und hoffentlich hat.

  • Carla

    19.05.12 (14:25:28)

    Ein Risiko liegt sicherlich auch in der Schnellebigkeit der Branche. Ein anderes Risiko liegt in der Legislative. Ich bin mal gespannt, wie viele Datenschutzgesetzänderung Facebook in Amerika durchmachen wird und wie die Aktie sich dabei entwickelt...

  • Martin

    20.05.12 (00:33:53)

    Ein wunderschöner Vergleich, was passiert, wenn zwei Teams das gleiche zu tun glauben, kann zwangsläufig was ganz unterschiedliches dabei heraus kommen.

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