<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

27.05.08Leser-Kommentar

Facebook will Plattform 'Open Source' machen

Wie Techcrunch berichtet, will Facebook offenbar seine eigene Plattform als Open Source veröffentlichen.

Die Plattform von Facebook so zu öffnen, dass andere Social Networks die Infrastruktur bei sich umsetzen können, um so von der riesigen Zahl an Facebook-Applikationen mit profitieren zu können, ist zu begrüßen. Besonders interessant natürlich auch im Hinblick auf Facebooks angekündigtes Facebook Connect , das unter Umständen mit der Plattform gekoppelt leicht implementierbar im Doppelpaket angeboten werden könnte.

Update: Facebook bestätigt Open-Source-Initiative. siehe Ende des Artikels.

Dieser Schritt ist natürlich eine direkte Antwort auf Googles Open Social. Während Open Social zwar noch nicht die technische Reife von Facebooks Plattform erreicht hat, so kann Open Social von jedem Social Network eingesetzt werden, das dies wünscht. Facebooks Plattform ist dagegen bis jetzt beschränkt auf Facebook selbst und bebo, das die Plattform vor einiger Zeit lizensierte.

Über kurz oder lang musste Facebook also nachziehen, um nicht Gefahr zu laufen, das Open Social sich zum Standard entwickelt während Facebooks Plattform zurückfällt. Darum geht es hier letztenendes: Der Kampf um den künftigen Social-Plattform-Standard.

Allerdings lässt dieser Schritt von Facebook, so wie er sich auf Techcrunch liest, mich mit einigen Fragen zurück. Zum einen bin ich mir nicht sicher, ob Facebook den technischen Komponenten seiner Plattform wirklich eine Open-Source-Lizenz geben wird, oder ob das nur unglückliche Wortwahl war. Und falls es eine offene Lizenz geben wird, wie diese aussehen wird.

Zum anderen frage ich mich, ob die Plattform von Facebook, sich so einfach auf anderen Seiten nutzen lässt. Denn im Gegensatz zu Open Social ist Facebooks Plattform nicht von Anfang so konzipiert wurden, dass sie leicht in bestehende Strukturen integriert werden kann. Ich bin nicht der Einzige, der da Bedenken hat. Allerdings fehlt mir auch das technische Know How um das beurteilen zu können.

Ich hatte Nico Lumma per Mail gefragt, wie er das sieht. Nico Lumma hat mit mabber und shoppero bereits Erfahrungen mit Facebook-Applikationen gesammelt. Er ist begeistert von Facebooks Schritt und scheint technische oder konzeptionelle Probleme beziehungsweise Hürden nicht zu sehen.

Bleibt die Frage ob Facebook beim Einsatz seiner Plattform auf Exklusivität bestehen wird, oder ob die Seiten gleichzeitig auch Open Social werden einsetzen können. So oder so: es bleibt spannend.

Update: Facebook bestätigt gegenüber Venturebeat das Gerücht mit folgender Meldung:

We’re working on an open-source initiative that is meant to help application developers better understand Facebook Platform and more easily build applications, whether it’s by running their own test servers, building tools, or optimizing their applications. As Facebook Platform continues to mature, open-sourcing the infrastructure behind it is a natural step so developers can build richer social applications and share what they’ve learned with the ecosystem. Additional details will be released soon.

Das klingt für mich eher nach einer Veröffentlichung des Codes unter sehr restriktiven Bedingungen. Es scheint vornehmlich für Testzwecke für Entwickler gedacht zu sein. Warten wir die eigentliche Bekanntgabe in den nächsten Tagen ab.

Kommentare

  • Wahid Rahim

    28.05.08 (08:44:52)

    Das war meine Ideee ;-) Ich habe auf dem Facebook Developer Garage den beiden Facebook jungs gefragt, ob das nicht Sinn machen würde. Die wollten und konnten dazu nichts sagen.

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer