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09.11.07

Facebook-Werbung: Datenschutz ade

Darf ich Euch den neusten Leser meines Blogs vorstellen?

 

S.D. (der volle Name soll aus Diskretionsgründen ungenannt bleiben) ist der erste User, der auf meine vorgestern geschaltete Facebook-Anzeige geklickt hat.

Warum ich das weiss? Weil ein Link zu einer Facebook-Applikation im Referrer-Log meines Blogs aufgetaucht ist. Der Link enthielt S.D.s Facebook-Usernummer, und mit einer einfachen Suche konnte ich seinen Namen herausfinden. S.D. hat also offenbar während der Benutzung dieser betreffenden Facebook-Applikation auf eine Anzeige geklickt, die auf meine Website geführt hat. Und Facebook schickt solche Klicks nicht etwa, wie etwa Google oder die meisten Ad-Server, über eine anonymisierende Weiterleitung, sondern macht die volle Identität des Users zugänglich, eben über den verräterischen Link.

Dank Facebooks Diskretion müsste ich jetzt erstmal S.D.s Face-Freund werden, um ganz offiziell mehr über ihn zu erfahren. Aber mit seinem vollen Namen kann ich ja auch schon eine ganze Menge anfangen. Da ich dank dem Targeting meiner Anzeige ungefähr weiss, wie alt er ist und in welchem Land er wohnt, liesse sich das leicht mit schon vorhandenen Direct-Mail-Datebanken matchen. Dank XING und LinkedIn weiss ich, was er beruflich macht. Und Google verrät mir eine ganze Menge anderer interessanter Dinge.

Wenn ich ganz neugierig wäre, hätte ich auf meiner Seite ein Adserver-Cookie gesetzt, mit dem ich dann die weiteren Aktionen des neuen Besuchers anderswo im Netz tracken kann. Das eröffnet doch ganz neue Möglichkeiten für Werbung...

Facebook schwört ja immer hoch und heilig, mit den Userdaten ganz besonders vorsichtig umzugehen. In der Umsetzung scheint es da noch ein paar kleine Probleme zu geben...

Ich wiederhole mich nicht gern, aber: Dieser bescheidene Level an technischer Kompetenz soll tatsächlich $15 Milliarden wert sein??

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