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06.10.10Leser-Kommentare

Facebook Groups: Geschlossene Gesellschaft

Facebook wird komplexer: Die neue Gruppen-Funktion teilt das Sozialnetz in verschiedene Kreise - ganz wie das reale Leben. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Mark Zuckerberg bei der Vorstellung der neuen Facebook-Features

Die grosse Frage, die sich bei jedem neuen Kontakt auf Facebook bisher gestellt hat: Will ich, dass diese Person all meine privaten Mitteilungen, Fotos und sonstigen Informationen mitkriegt?

Groupchat und Dokumenten-Sharing

Jetzt löst Facebook dieses Problem mit einem neuen Feature: geschlossene Gruppen. Listen und Gruppen gab es zwar bisher bereits, aber sie boten beschränkte Möglichkeiten, und sie waren entweder offen oder zentral verwaltet. Die neuen Gruppen erlauben erstens weitreichende Kollaboration wie einen Gruppen-Chat - und sie erlauben einen komplexeren Entstehungsprozess der Gruppe, indem Mitglieder andere einladen, Gruppen aber geschlossen oder gar geheim bleiben können. Mein Approach zum eingangs erwähnten Problem war bisher, nur Leute als meine "Freunde" zuzulassen, zu denen ich tatsächlich eine, wenn auch bisweilen marginale, persönliche Beziehung habe oder hatte. Geschäftskontakte waren eine Sache für Xing und Linkedin. Andere Facebook-Benutzer haben angeblich zwei oder mehrere Profile angelegt, um die verschiedenen sozialen Kreise auseinanderzuhalten.

Mit dem neuen Gruppen-Feature wird es nun einerseits einfacher, die Art der eigenen Beziehungen zu organisieren. Das dürfte zwei Folgen haben: Mein generelles Netzwerk wird sich aufblasen, weil die Hemmschwelle zur Annahme von Freundschaftsanträgen sinkt, aber meine Posting-Zahl auf meiner persönlichen und durch die wachsende Zahl Halb-Bekannter schon fast vollständig öffentlichen Wall sinkt ebenfalls, weil ich mich mehr und mehr in den verschiedenen Gruppen zu Wort melde.

Und damit stellt sich die Frage, ob die Gruppen nicht das Wesen von Facebook völlig umkrempeln. Denn der Umstand, dass alle, mit denen ich mich verknüpft habe, grundsätzlich auch alles mitkriegen, was ich poste, sorgte bisher für ein Bewusstsein für ein soziales Gefüge.

Die weit höhere Komplexität der in Gruppen verschiedener Intensität unterteilten Netzwerke schafft neue Möglichkeiten, hebt aber auch dieses simple Gefühl von Verbundensein oder eben nicht auf. Anders gesagt: Fusst der Erfolg von Facebook nicht auf der extrem vereinfachten Abbildung sozialer Beziehungen - ich kenne jemanden, also gehört er in mein Netz? Oder ist Facebook als System vielleicht jetzt gross genug, um neue Layer einzuführen?

Geschossene und geheime Gruppen

Für den einzelnen Nutzer dürfte der Überblick jedenfalls sehr viel komplizierter werden - und das Risiko, etwas aus Versehen auf der eigenen Wall und damit öffentlich statt in einer bestimmten Gruppe zu posten, dürfte steigen.

Die Gruppen können wie bisher öffentlich sein (jeder kann sich ihr anschliessen), geschlossen (das Profil der Gruppe ist sichtbar, man kann eine Mitgliedschaft auf Knopfdruck bei den Administratoren beantragen) oder "geheim": noch nicht mal die Existenz der Gruppe ist öffentlich (ich bin gespannt, was die NSA und das Homeland-Departement dazu sagen...). Die Nachrichten aus der Gruppe werden indes im Newsstream der Mitglieder auftauchen.

Virales Modell bei der Gruppenbildung

Nachdem das Feature der "Listen" von Freunden eigentlich bereits eine gewisse Unterteilung in verschiedene Beziehungsnetze erlaubte, die aber jeweils individuell waren und nur von einer Person "gewartet" wurden, soll mit den neuen Gruppen (die alten bleiben übrigens bestehen) ein virales Element eingeführt werden. Offenbar kann jedes Mitglied der Gruppe neue Mitglieder einladen (haben wir bei einem ersten Test mit einer "Business-Gruppe" allerdings nicht bestätigen können - nur Admins konnten einladen) - was aber innerhalb der Gruppe angezeigt wird: Im Nachrichtenstrom taucht die Meldung auf, wer wen in die Gruppe geholt hat. Das heisst, als Begrenzung kommt die soziale Kontrolle zum Tragen - wer ein missliebiges neues Mitglied einlädt, wird von den andern den Kopf gewaschen kriegen. Umgekehrt kann jeder, der eingeladen wird, die Gruppe jederzeit verlassen.

Zuckerberg und Co versprechen sich durch diese Mechanik eine schnell wachsende Zahl von Gruppen. Denn während bisher rund 5 Prozent der Facebook-User Listen angelegt hatten, werden jetzt durch die einfache Bedienung schnell auch dann grosse Teile der Facebook-Gemeinschaft Gruppen beitreten, wenn wiederum nur 5 Prozent die Initiative ergreifen, eine Gruppe zu gründen.

Die Gruppen sind auf kleinere Zahlen ausgerichtet - von 200 bis 250 Leuten war am Presse-Event die Rede. Bei grösseren Zahlen wird die Kommunikation zum Dschungel, der Chat wird zu lärmig (und deswegen offenbar automatisch abgestellt).

Ab- und Ausgrenzung wird möglich

Facebook Groups: Geschlossene- und Geheimgesellschaft

Der kritische Wechsel, den Facebook hier vollzieht, ist meiner Ansicht nach die Möglichkeit der Ab- und Ausgrenzung durch soziale Gruppen: Bisher konnte man als Individuum die Beziehung zu andern Individuen ablehnen, aber einzelne Leute konnten nicht von ganzen Gruppen ausgegrenzt werden (höchstens aktiv angegriffen werden, und das versucht Facebook zu unterbinden). Genau das wird aber wohl rasch das Problem und zugleich der Reiz der Gruppen ausmachen: Es werden sich exklusive Klubs bilden, zu denen man dazugehören möchte, und es werden Aussenseiter im Abseits stehen, die nirgends eingeladen werden.

Damit widersprechen die Gruppen eigentlich dem Grundgedanken der Vernetzung: Sie schaffen nämlich Grenzen und Wände. Immerhin konnten sich bisher Andersdenkende auch in politischen Gruppen einklinken und Ihre Meinung sagen, und bisweilen kam dadurch auch eine Diskussion auf der Wall der entsprechenden Gruppe zustande.

Die geschlossenen Gruppen und das Einladungssystem leisten jener Polarisierung Vorschub, die im Internet mit den sozialen Medien ohnehin und namentlich in der bipolaren amerikanischen Politik als krassestes Beispiel zu beobachten ist.

Das ist eine 180-Grad Wende nicht des Gedankens von Facebook, aber seiner Wirkung. Denn erst durch Facebook und die Schmelztiegel-Wirkung, welche die einfache Abbildung der sozialen Verbindungen mit sich brachte, sind Einblicke in Ansichten und Lebensumstände anderer Menschen entstanden, die wir vorher nicht hatten: Durch die undifferenzierte Publikation der Nachrichten und Infos im Newsstream kriegte man auch jene Seiten aus dem Leben der andern mit, die man im Gesangsverein oder in der lokalen Partei eben nicht zu Gesicht kriegte. Die vermeintlich oberflächlichen Beziehungen auf Facebook sorgten in Tat und Wahrheit für ungewohnte Annäherungen.

Diese Einsichten und Einblicke könnten durch die neuen Gruppen weggewischt werden. Denn mit dem komplexen Gefüge der realen sozialen Beziehungen hält auf Facebook auch die Segregation der Meinungen wieder Einzug.

Kommentare

  • Andreas

    07.10.10 (00:26:50)

    Viele kleine Facebooks innerhalb von Facebook. Ein Paradigmenwechsel!?

  • CarstenK

    07.10.10 (00:29:47)

    Ja, der Grundgedanke den Facebook mit dem Feed eingeführt hat: "Alles an alle" wird beendet und damit auch ein damaliges Geschäftsmodell, den Realtimefeed von jedem Nutzer zu verkaufen (damals galt Twitter als Konkurrent). Aber durch die neuen Gruppen wird die Verweildauer der Nutzer wahrscheinlich noch einmal erhöht, weil Kommunikation die bisher noch ausserhalb von Facebook stattgefunden hat, jetzt auch nach Facebook wandert. Anwendungsbeispiele: -kleine Vereine (Kegeln, Skat, usw.) können über eine Gruppe alle wichtigen Informationen (z.B.: Termine und Absagen) verteilen -Sportmannschaften können ihre Kommunikation verbessern (auch hier Termine wie Training und Spiele oder Feiern) hier hat Facebook gerade in Deutschland auch das Alleinstellungsmerkmal, dass Jugendliche und Erwachsene die Plattform gemeinsam nutzen und so auch Jugendmannschaften samt Trainer eine Gruppe bilden können. (Bei SchülerVZ und StudiVZ undenkbar) und natürlich als Kollaborationsplattform für Lern- und Arbeitsgruppen. Diese und viele andere Anwendungen der neuen Gruppen wird die Verweildauer und den Werbekonsum der Mitglieder steigern und anderen spezialisierten Diensten weiter das Wasser abgraben. Warum ein kompliziert zu handhabendes Forum nutzen, wenn ich die gleiche Funktionalität auch in einer gewohnten Umgebung nutzen kann. Vor allem wird dadurch diese spezielle Kommunikation an einen Ort geführt, an der sie auch wahrgenommen wird. Kein Gruppenmitglied muss irgendeine spezielle Website anwählen sondern bekommt die Gruppennews in seinem Nachrichtenfeed. Ciao Carsten

  • Peter Sennhauser

    07.10.10 (02:35:52)

    Gute Ergänzung, Carsten. Ich frage mich trotz des "Mehrwerts", ob mit der Zersplitterung nicht das "Grundgefühl" auf Facebook verloren geht. Und das ist, auch für ganz grosse Unternehmen, nie besonders gut für's Branding. Schon jetzt fühlt sich Facebook zunehmend an wie eins der Portale, auf denen es in den neunzigern "alles" (News, Spiele, persönliche Seiten, blah) gab, aber nichts mehr richtig gut war. Oder, wie ich in einem Tweet gelesen habe: Facebook vergisst zu bemerken, dass es das AOL des 21. Jahrhunderts ist, was schon Myspace nicht gemerkt hat - mit bekanntem Ausgang.

  • CarstenK

    07.10.10 (03:24:47)

    Das "AOL Problem" ist Facebook wohl auch selbst aufgefallen. Sie versuchen die Apps aus dem Newsstream zu nehmen und verbessern ihre Kommunikationsqualitäten mit XMPP-Chat und jetzt auch die Gruppen mit Gruppen-Chat und Gruppenseiten. Für viele Bereiche, die Facebook aktiv oder passiv übernommen hat, gibt es bessere Alternativen: -Newsreader (passiv dadurch das Pages sich für den Nutzer der sie "liked" wie RSS-Feeds oder Twitter-Streams verhalten) : Google Reader und auch Twitter selber sind hier bei größeren Mengen an Feeds / Tweets deutlich angenehmer und nützlicher. Das hält mich allerdings auch nicht davon ab einige News gezielt in Facebook zu lesen, weil sie mit ihrer Art für mich dort besser hinpassen. Aber Folder wären schon ganz praktisch (kleiner Wink für die nächste Überarbeitung von FB) -Chat (aktiv durch die Überarbeitung der Chatfunktion) :Google Chat / ICQ / AIM oder MSN je nachdem wo man lebt. In letzter Zeit wickle ich aber immer mehr IM-Verkehr über FB ab, weil viele Personen auch in FB "On" sind, wenn sie keinen dedizierten IM-Client gestartet haben. -EMail (aktiv/passiv durch Messages) EMail ist bei weitem die bessere Lösung, sei es über Desktop-Clients oder auch gute Webmailer (GMail oder YMail) Aber gerade im privaten Bereich sind die Antwortzeiten bei Facebook deutlich kürzer. Der große Vorteil von Facebook ist halt, dass man meist schon da ist und die gesuchten Kontakte auch. Jetzt fängt Facebook an den Nutzern zu ermöglichen, alle Angebote auszublenden, die sie nicht interessieren: -"gefällt" mir keine Newspages sehe ich die Newsreader-Funktionalität nicht -nehme ich nicht an Spielen teil, so sehe ich sie jetzt auch kaum - wessen "Ergüsse" ich mir antun will entscheide ich auch selber, da ich auch alle Posts einer Person aus meinem Feed entfernen kann ohne in gleich zu "defrienden" Daher entgeht den meisten neuen Facebook-Benutzern diese Portalansicht. Es sei denn sie wollen es. Opt-In scheint bei Facebook der ganz neue Trend zu sein und vielleicht die größte Neuerung der letzten Monate. Nach einigen Privatsphäre-Debakeln ist jetzt jede neue Funktion erst einmal unsichtbar und aus. (Siehe z.B. Places) Und gleichzeitig seine Stärken auszuspielen: -Kommunikation synchron (Chat) und asynchron (Messages/Wallposts) -Kontaktverwaltung (sehr praktisch das Autovervollständigen im Suchfeld) -Mobilität (m.facebook / touch.facebook / 0.facebook und Apps) und jetzt auch noch granuläre soziale Verbindungen über offene und geschlossene Gruppen. Daher sind die Änderungen der letzten Monate eine klare Stärkung der Grundfunktionen ohne allerdings die Power-Usern und Spielsüchtigen an andere innovative Angebote zu verlieren. Der nächste Schritt wird die Schaffung von großen (deutlich mehr als die aktuell möglichen 200 Mitglieder) offenen oder halboffenen Gruppen sein. Damit könnte Facebook viele Foren und spezialisierte Angebote (z.B. Openstudy) ersetzen. Dazu kommt dann noch eine Live-Blogging Plattform, da es da einfach eine riesige Lücke gibt, für echte Live-Ticker aller Art und auch "near real-time" News. (Es könnte allerdings sein, dass sich Twitter dieses Problems annimmt) Ciao Carsten

  • Martin Schulze

    07.10.10 (08:46:22)

    Das "Facebook das AOL des 21. Jahrhunderts" ist, finde ich sehr treffend formuliert. Irgendwie beschleicht mich schon länger das Gefühl, dass das Nutzerlebnis von Facebook immer mehr verwaschen wird, bzw. Facebook den Punkt erreicht hat, an dem es zu groß ist. Gerade weil dort mittlerweile jeder verfügbar ist und damit diverse soziale Netze eines Nutzers kollidieren, ist abzuwarten, ob Gruppen Abhilfe schaffen, oder alles nur verkomplizieren und zeitintensiver in der Nutzung machen. Sollte ein vergleichbarer Dienst (am besten mit transparenterer Policy), mir und meinen wichtigen Kontakten eine leichtere Nutzung bieten, ist das Monopol von Facebook sicher nicht für immer in Stein gemeißelt...

  • Herkens

    07.10.10 (09:24:58)

    Sehr interessante Gedanken zu diesem Thema! Dieses neue Feature hat auf jeden Fall das Potenzial einiges umzukrempeln. Ob es für den einzelnen Vor- oder Nachteile mit sich bringt kommt auf die individuellen Erwartungen und die Nutzung von Facebook an, denke ich. Ich kenne viele "Digital Natives", die keineswegs so offen sind wie man es ihnen immer nachsagt. Sie sind aus den verschiedensten Gründen wenig aktiv, beobachten aber passiv das Geschehen. Listen haben aus meiner Erfahrung nur die wenigsten von ihnen angelegt. Für diese Nutzer bieten die neuen Gruppen eine Möglichkeit sich in einer kontrollierten Teilöffentlichkeit aktiv zu beteiligen. Für Nutzer wie mich bspw., die den größten Vorteil in den Netzwerkeffekten eines großen Netzwerks sehen könnte es auch durchaus die oben beschriebenen Nachteile mit sich bringen (Verlagerung der Kommunikation und Partizipation in private Gruppen und damit weniger Offenheit und Transparez sowie ein Gefühl des "ausgeschlossen-seins"). Zudem sehe ich für mich ein Problem in Gruppen, die ich nicht selber zusammenstellen kann (wie bspw. eine Liste). Hier besteht immer die Gefahr, dass Nutzer zu denen ich keine besonders enge (oder gute) Beziehung habe oder völlig Unbekannte ein Teil sind und damit der Voteil eines möglichen "privaten"-Austauschs nicht mehr gegeben ist. Ich möchte die Funktion nich von Anfang an verteufeln, es wird sich zeigen wie es sich auswirkt. Ich hätte mir folgende Änderungen gewünscht: -einfacheres Posten an bestimmte Gruppen (momentan nur sehr umständlich) -mehrere Timelines mit Nutzern der verschiednene Listen - mit einer Liste für News bspw. könnte hier auch Twitter oder der Feedreader teilweise in Facebook verlagert werden (momentan blende ich i.d.R. Personen und Pages selektiv aus (zu viel Informationen) bekomme auf diesem weg aber dann leider gar keine Informationen mehr)

  • Michael Schmid

    07.10.10 (09:37:50)

    Mhh interessant, doch @peter, du wusstest aber, dass es schon immer möglich war Geschlossene oder Geheime Gruppen erstellen?

  • Alexander

    07.10.10 (13:15:24)

    Ich begrüsse die Neuerung von Facebook.

  • Nerddeutschland

    07.10.10 (13:45:03)

    Was mich dabei umtreibt ist eher die Frage: Wer soll (will) das bedienen? Ich nutze Networks nur noch, wenn es dafür gute Clients für mobile Endgeräte unter iOS oder Android gibt. Die Verweildauer an einem "großen Screen" ist sehr kurz und beschränkt sich jeweils nur auf Konfigurationen, die sich via App nicht abbilden lassen. Bereits bei Twitter- Clients habe ich für mich festgestellt, dass ich zwar Listen gut verwalten kann, ich jedoch z.B. mit Multi-Accounts nicht zurechtkomme. Sei es teils durch schlecht gecodete Clients, oder vielmehr durch den Mangel an eigener Aufmerksamkeit während der beiläufigen Nutzung via Smartphone: ich habe des öfteren schon Tweets falsch hinterlegt und nutze deshalb mittlerweile für jeden Twitter-Account einen anderen Client. Wenn ich mir das Gruppenfeature in facebook anschaue, möchte ich gern wissen, wie das innerhalb der facebook-Apps übersichtlich gelöst werden soll. Für Neuigkeiten und Postings zwischen Gruppen switchen? Oder "Häkchen setzen"? Wo bleibt da die Übersicht? Verzettel ich mich umso mehr, je mehr Gruppen ich angelegt habe, und muss ich mir deshalb der Übersicht halber schon im Vorfeld überlegen, welche und wieviele Gruppen ich erstelle (wie bei Twitter-Listen), oder kann ich das einfach "wachsen" lassen, und "später mal" organisieren? Und ist dann evtl. jemand beleidigt, wenn er irgendwo "entsorgt" wurde. Muss ich dann dazu nicht auch noch extra vor den Rechner setzen?... Will ich mir überhaupt solche Fragen stellen? Für Hardcore-User- die morgens "Hallo" sagen und abends "Guts Nächtle" wünschen- und Oversharer mag das vielleicht nicht relevant sein, für mich als Gelegenheitsnutzer, der einfach nur bequem alle paar Tage einmal seine Timeline durchscrollen möchte, hier und da was liked, und schaut, dass er die Geburtstagserinnerungen nicht vergisst, gilt jedoch schon seit längerem, dass ich die inflationäre Zunahme an Features kritisch betrachte, und meine Verweildauer,auch am Smartphone, im Zuge einer "gefühlten Komplexität" nicht steigt, sondern eher noch weiter abnimmt. Wie bei Entertainment-Hardware und bei Imbiss- Buden gilt da für mich: EierlegendeWollmilchsäue haben es noch nie gebracht. Wer Rechner, BlueRayPlayer und Konsole in einem sein will, kann nichts davon richtig, und von einer Fritten-Ranch, die von Bratwurst über Döner und Pizza bis zu China-Food alles offeriert weiss man auch: das wird nichts! Ich habe die Location-Funktion bisher nicht aktiviert, dafür nutze ich foursquare, Business-Kontakte zu aktuellen Kollegen haben für mich in facebook nichts zu suchen, dafür nutze ich immer noch Xing, und für Nachrichten und Werbung nutze ich ausschliesslich Listen in Twitter. facebook bleibt eine private Homezone, in die ich nur diejenigen reinlasse, denen ich auch alles offerieren kann und möchte. Und dass, ohne erst überhaupt darüber nachdenken zu müssen, was wie in welchem Adressatenkreis erscheinen sollte. In der Nutzung klar voneinander abgegrenzter Services sehe ich also generell mehr Vorteile, als in einer AllYouCanEat-Plattform. Das ist natürlich eine sehr subjektive Wahrnehmung, aber ich denke-aus meiner Nutzersicht- dass Facebook sich nicht so aufblähen sollte und sich lieber für Bratwurst ODER Pizza entscheiden sollte, eh die Nutzer anfangen beides fade finden und einfach irgendwann anfangen woanders zu bestellen.

  • eetee

    07.10.10 (15:54:40)

    Ich verstehe nicht, dass man sich so viele Gedanken über diesen Dienst machen kann. Als könnte man ohne Facebook nicht mehr leben. Jeder Furz, den die lassen, verändert das Leben? Wohl kaum. Facebook ist nicht mehr und nicht weniger als eine unübersichtliche Ansammlung von meist sinnlosen Kommentaren. Ich kann einfach nicht verstehen, was daran so toll sein soll.

  • Martin Weigert

    08.10.10 (04:17:21)

    @ eetee Mehr als eine halbe Milliarde Menschen nutzen Facebook regelmäßig, viele davon mehrere Stunden täglich. Das sollte als Antwort genügen.

  • Herkens

    08.10.10 (09:46:21)

    @eetee, @Martin Weigert: Bei manchen mag es zwar einfach Ignoranz sein, aber ich denke einige Nutzer sehen wirklich keinen großartigen Mehrwert in einem derartigen "digitalen" sozialen Netzwerk. Meiner Erfahrung nach liegt dies vorallem daran, dass Facebook eine Plattform ist bei der ein Mehrwert erst mit seiner Nutzung, also mit der Interaktion der Nutzer entsteht. Je nachdem wie sich das konkrete Netzwerk von Freunden zusammensetzt und wie man sich selber in dieser Gemeinschaft verhält entsteht etwas völlig unterschiedliches. Man sollte das also als lediglich subjektiv erfassbar betrachten. Für mich ist über FB etwas entstanden, was in dieser Form analog nicht möglich ist! Und so geht es anscheinend vielen Nutzern. Eine völlige Ignoranz kann ich aber auch nicht versthen. Es scheint die Menschen einfach nur zu nerven...

  • Sam

    08.10.10 (12:17:10)

    Von den drei Gruppen-Varianten habe ich die "Open Group" mal angetestet. Mein Fazit: diese neuen Gruppen können als "Team-Collaboration-Sites" im ganz kleinen Stil funktionieren. In der jetzigen Fassung aber wohl nicht für mehr. Ich habe zB eine Gruppe "Bass Players" erstellt. Open. Idee: "Docs" verwenden für Austausch von Noten, Übungsmaterial etc. Events für die diversen Bassertreffen/Musikmessen. Die anderen Features wie bisher von Pages bekannt verwenden (Videos, Photos etc). Nun habe ich in die offene(!) Gruppe die Bassisten von meiner Facebook Page (über 30000) eingeladen. Per einfachem Link. Es gibt keine Möglichkeit, alle Fans einer Page explizit einzuladen. Erstes Problem: obwohl die Gruppe "Open" ist, muss ich jeden einzeln bestätigen. Zweites Problem: schon bei weit unter 100 Mitglieder fängt die nicht abschaltbare Chat-Funktion an zu nerven. Sie peppt sich auf, sobald jemand wieder was schreibt, ein Klick aufs "X" schliesst nur bis zur nächsten Meldung. (Übersehe ich eine Abschaltfunktion?) In BuddyPress gibt es auch diese 3 Arten von Gruppen. Unterschied: einer offenen Gruppe kann eben wirklich jeder beitreten. Macht mehr Sinn - aber Facebook ist hier ja erst am Start.

  • steuer01

    03.11.10 (20:29:26)

    Es ist wirklich so, Facebook teilt das Sozialnetz in verschiedene Gruppen ein. Aber das ist eher ein Kompliment an Facebook, denn es spiegelt das reale Leben wider. Allerdings auch mit allen Gefahren und risiken, die daraus erwachsen können.

  • Roger Beleffi

    23.11.10 (16:26:28)

    Ich bin der Meinung,die neue Möglichkeit der Gruppenbildung auf Facebook widerspricht dem Grundgedanken eines Social Networks und verkompliziert die Anwendung allgemein.Hat man bereits einen grossen Freundeskreis ist das Chaos bereits vorprogrammiert,selbst werde ich diese Funktion kaum anwenden. Roger Beleffi

  • Andreas

    23.11.10 (17:35:06)

    Frage mich auch, was passiert, wenn nun jedes Familienmitglied seine eigene Familiengruppe gründet und die anderen dort hinzufügt. Ja, es lebe das Chaos... ;)

  • Laura

    17.01.11 (20:42:40)

    Ich hab eine wichtige Frage, und zwar bin ich in einer geheimen Gruppe ausgetreten, ausversehen, und würde nun gerne wieder rein. Ich finde diese aber nicht mehr und meine Freunde inklusive Administrator können mich nicht mehr einladen da steht dann "xxxx ist in der Gruppe ausgetreten". Gibt es da eine Möglichkeit wieder reinzukommen?

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