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23.04.10

Facebook: Die Geister, die es rief

 

Zwei Tage nach der Vorstellung weitreichender Neuerungen formiert sich Widerstand gegen Facebooks Vorhaben.

Nur zwei Tage nach der Verkündigung weitreichender Neuerungen bei Facebook formiert sich angesichts der tiefgreifenden Eingriffe in die Privatsphäre der Mitglieder erster Widerstand. Zahlreichen kritischen Blogbeiträgen (z.B.  hier ,  hier , hier und hier) folgen nun erste symbolische Protestaktionen bekannter Köpfe der Web-Szene.

So hat Google-Entwickler Matt Cutts es einigen seiner Kollegen gleichgetan und laut eigener Aussage auf Twitter sein Facebook-Konto deaktiviert. Das darf angesichts des zunehmenden Konkurrenzkampfs zwischen den beiden Unternehmen zwar nicht ganz neutral betrachtet werden. Dennoch ist es grundsätzlich keine gute Entwicklung, wenn einflussreiche Early Adopter einen Onlinedienst verlassen und dies auch noch lautstark verkünden. Eine Gruppe New Yorker Internetunternehmer und Investoren  hat unterdessen OpenLike gestartet (openlike.org), eine Initiative mit dem Ziel, eine Alternative zu Facebooks webweitem Like-Button zu entwickeln.

Mein Kollege Markus beschreibt auf seinem Blog hackr.de, wie sich Twitter die Diskussion rund um Facebooks unter der Bezeichnung "Open Graph" zusammengefasste neue Funktionen zu Nutze machen und eine Alternative präsentieren könnte. Als seit jeher öffentliches Publiktionsnetzwerk müssten sich Twitter und seine Benutzer sehr viel weniger Gedanken um die datenschutzrechtlichen Konsequenzen eines solchen Schrittes machen.

Währenddessen scheint Facebook bereits auf die aufflammende Kritik reagiert zu haben: Die umstrittene Funktion, mit der Facebook bisher drei ausgewählte Partnerseiten vorab und ohne vorherige Rückfrage beim Nutzer mit einigen personenbezogenen Profilinformationen versorgen will, ist für Anwender in einigen europäischen Ländern (u.a. in Deutschland) in den Privatsphären-Einstellungen nun als Standard deaktiviert - laut bisheriger Kommunikation von Facebook und nach Aussage von US-Anwendern sollte das Feature eigentlich automatisch aktiviert werden. Am besten wäre, ihr schaut selbst einmal nach.

Achja, und yiid, Aggregator für soziale Netzwerke,  verkündet die Entwicklung eines open Dislike-Buttons. Über die Ernsthaftigkeit dieses Plans darf spekuliert werden.

 

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