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04.08.11

EyeEm: Berliner Foto-Sharing-App mit globalen Ambitionen

Der Markt für mobile Foto-Sharing-Applikationen erhält einen weiteren Neuzugang: Das Berliner Startup EyeEm strebt mit einem schicken Design, Apps für iPhone und Android sowie der Unterstützung durch renommierte Investoren einen internationalen Durchbruch an.

 

tadaa ist nicht mehr länger Deutschlands einzige mobile Foto-Sharing-Applikation und Instagram-Konkurrenz: Mit dem Berliner Startup EyeEm betritt ein weiterer mobiler Dienst diesen heißumkämpften Markt.

Zusammen mit dem heutigen Launch als kostenlose App für iPhone und Android verkündet das von Florian Meissner, Lorenz Aschoff, Ramzi Rizk und Gen Sadakane gegründete Unternehmen gleichzeitig eine erste Finanzierungsrunde durch die europäische VC-Firma Wellington Partners sowie den in London ansässigen Frühphaseninvestor Passion Capital.

Mit dieser Nachricht gelang es den Hauptstädtern, aus dem Stand von den führenden US-Tech-Blogs TechCrunch und GigaOm vorgestellt zu werden. Für Startups aus dem deutschsprachigen Raum ist das noch immer eine Seltenheit.

EyeEms Ambitionen sind damit klar: Während die nur für das iPhone verfügbare App tadaa eher den Eindruck erweckt, sich zuerst primär auf Nutzer aus Deutschland zu konzentrieren (trotz einer englischsprachigen Version), hat EyeEm von vorn herein eine globale Verbreitung und damit den direkten Wettbewerb mit Platzhirsch Instagram im Visier. Im Gegensatz zu den Kaliforniern kann EyeEm jedoch auch auf Android-Smartphones installiert werden (gleiches gilt für PicPlz und Snapbucket).

Während EyeEm vom Prinzip her ähnlich funktioniert wie die anderen Protagonisten im mobilen Foto-Sharing-Sektor, liegen seine Vorzüge vor allem in Echtzeit-Filtern (noch vor dem Schnappschuss wird das Kamerabild in sämtlichen verfügbaren Filtern gezeigt), einer eleganten und unkonventionellen Benutzerführung sowie einer automatischen Kategorisierung von themenverwandten Fotos. Dadurch soll Anwendern das Entdecken von Orten, Themen und Events erleichtert werden.

EyeEm sieht toll aus - sowohl die App als auch die Website. Mit der Verfügbarkeit für Android, der Unterstützung gut vernetzter europäischer Investoren im Rücken (einer der Mitgründer von Passion Capital ist der Wahl-Londoner Stefan Glänzer, früher Executive Chairman von Last.fm) sowie der initialen Aufmerksamkeit der US-Presse scheint ein besserer Start für den Dienst aus Berlin-Mitte kaum vorstellbar.

Damit die über fünf Millionen Instagram-Nutzer sowie die theoretisch an Smartphone-Foto-Apps interessierten User aber EyeEm den Vorzug geben, muss das Startup seine mediale Präsenz dauerhaft auf einem hohen Niveau halten.

Der Kampf um die Gunst der mobilen Amateur-Fotografen gewinnt weiter an Intensität.

Update: Wenn ihr Fotos bei EyeEm publiziert und diese per Facebook oder Twitter verbreitet, wird auf der Seite mit eurem Foto auf einer Google Map der Ort markiert, an dem dies entstand. Diese Funktion scheint sich innerhalb der App nicht deaktivieren zu lassen. Hier sollte EyeEm unbedingt eine Option bieten, um dies während des Sharing-Prozess ein- oder auszuschalten. Nicht jeder möchte immer seine exakte Position öffentlich machen.

Link: EyeEm

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