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07.08.14Leser-Kommentare

Experimente mit neuartigen Gesellschaftsformen: Wenn morgen ein neues Land gegründet wird...

Neue Stadtstaaten, die in internationalen Gewässern errichtet werden, böten Raum für Experimente mit aus heutiger Sicht radikalen Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen. Der Gedanke regt die Fantasie an.

Stadt auf dem WasserAls ich Anfang der Woche diesen Artikel zur Vision von schwimmenden Städten zu lesen begann, war mein erster Gedanke: “Wer braucht denn sowas?!”. Doch als es anschließend im Text darum ging, dass eine sich neu konstituierende Nation auf dem Wasser ein Platz wäre, an dem Experimente mit neuen Gesellschaftsformen durchgeführt werden könnten, wurde ich hellhörig. Denn in der Tat gibt es einige interessante Ansätze zur Neuordnung von Gesellschaft und Wirtschaft, die sich unter den heutigen Rahmenbedingungen nur schwer umsetzen und ausprobieren lassen. Geschichte, Mentalität, Gewohnheiten und das existierende strukturelle Korsett stehen experimentellen Vorstößen im Weg. Ein neues Land, möglicherweise in Form eines Stadtstaats auf dem Wasser, wäre dagegen der ideale Ort, um einfach mal radikal neu zu denken.

Doch was würde in diesem neuen Land anders laufen? Schnell hatte ich für mich eine Reihe von Merkmalen und Kriterien identifiziert. So sollte ein experimentelles Land meiner Ansicht nach aussehen:

  • Komplette Abschaffung des Urheberrechts. Dann müsste man sich nicht mehr darum streiten, wer die Rechte an einem Affen-Selfie besitzt. Mediengeschäftsmodelle würden ausgehend von dieser Prämisse entstehen.
  • Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens, das sämtliche Sozialsysteme und Transfereinkommen ersetzt und eine Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse ermöglicht (und nur dieser).
  • Bestrebung, menschliche Arbeitsgänge, die sinnvoll und mit guten Ergebnissen durch Roboter erledigt werden können, Robotern zu überlassen.
  • Etablierung einer gesetzlich verankerten 30-Stunden-Woche (für Angestellte).
  • Schaffung eines hocheffizienten und engmaschigen öffentlichen Nahverkehrssystems, das Linienfahrpläne und On-Demand-Komponenten vereint. Ungefähr so, wie Helsinki es vor hat.
  • Errichtung eines weitverzweigten Warenverteilersystems ähnlich der Rohrpost, über das kleine wie große Güter versendet und empfangen werden können. Online bestellte Waren sind innerhalb von Minuten bei den Empfängern. Für das gewerbliche Versenden fällt eine Gebühr an. Wer mehr versendet wie etwa E-Commerce-Anbieter, zahlt mehr.
  • Schaffung eines akzeptierten gesellschaftlichen Ideals einer Elternzeitlösung, bei der beide Elternteile nach der Geburt gleich lange Abwesenheitszeiten von ihren Arbeitsplätzen haben, um geschlechterspezifischen Unterschieden beim Gehalt zu eliminieren und angestaubtes Rollendenken zu beseitigen.
  • Übergang zur Duz-Kultur
  • Als Bonus: Abschaffung der Synchronisation von Filmen und Serien. Stattdessen: Originalton + Untertitel.

Und dann schauen wir einfach mal, was passiert.

Welche Vorhaben und Ansätze haltet ihr für würdig, in diesem leicht utopischen Szenario eines neu entstehenden Landes ausprobiert zu werden? /mw

Foto: Larnaca, Cyprus - Juni 1, 2014, Shutterstock

Kommentare

  • Collin

    07.08.14 (12:18:16)

    Lieber Martin, klasse Artikel- sehr unterhaltsam. Ich würde u.a. noch hinzufügen: - Liquid Democracy - Vollständige Transparenz jeglichen staatlichen Handelns, d. h. es gibt keinerlei Staatsgeheimnisse. - Primär: Energieeinsparung und -effizienz; Sekundär: ausschließliche Nutzung von regenerativen Energiequellen. - Wahlrecht ab Geburt (bis 13 Jahre ausgeübt von den Eltern). Hast Du zufällig irgendwo ein paar Hektar Land herumliegen, auf denen wir anfangen können? Gruß Collin

  • Chris Heil

    07.08.14 (14:01:35)

    Mag ich, die Ideen, fast alle. Der letze ey... jo! ;) Grundeinkommen: Och joa. Als Anarcho-Kapitalistischer Utopist bin ich OK damit. Also Anarchist sage ich: Nope, der Luxus (für den man Einkommen braucht) kommt die Mitte des Dorfs/der Gesellschaft, es gibt nen Verteilungsplan, der nur in Notfällen unterbrochen wird, wer drängelt braucht Gründe, so viele gar das Leidige Wechselgeld weg ;) Klar ist mir aber auch, das die Digitalisierung und das Web 3.0 mich da überholt. Aber mir geht ja eh immer alles zu schnell, also ignoriere ich das mal. Und nein, mit Kommunismus hat das nix zu tun. Mit Logik eher ;)

  • Chris Heil

    07.08.14 (14:02:38)

    viele = fiele ;)

  • Thomas Wahrlich

    07.08.14 (15:02:27)

    Vor allem der Übergang zur Duz-Kultur wäre ein Traum. Das klingt nach Kleinkram, aber so viel Schwachsinn entsteht aus der dämlichen Frage der sprachhierarchie - wer darf das Du anbieten, was bedeutet es, das Angebot abzulehnen, und so weiter. Gespräche werden durch die nicht vorhandene Notwendigkeit der Verhandlung über Du vs. Sie um ein Vielfaches erleichtert - ein Direktvergleich zwischen englischsprachigen und deutschsprachigen Arbeitsumfeldern und Universitäten spricht da Bände. Die Gesellschaft, wie du sie beschreibst, Martin, wäre mir auf jeden Fall einen Abstecher wert. Auch, weil man nie weit vom Strand entfernt wäre :)

  • Berni

    07.08.14 (16:59:07)

    Coole Idee, das mal hier aufzugreifen. Die meisten "Träumer" - srry ;) - in diesem Zusammenhang sind ja eher vom politischen als vom technischen Schlage. Was das bedingungslose Grundeinkommen angeht: Sozialsysteme territorial zu affilieren ist m.M. sehr traditionell gedacht. Ein solches Land könnte BGE und andere Konzepte parallel anbieten. Menschen könnten sich das dann aussuchen. Vollständige Transparenz würden unterschiedliche Belastungssätze transparent verfügbar machen. Eine Art Miniwettbewerb. *g ..muss mich der Vollständigkeit halber aber auch als Ancap outen. :)

  • Martin Weigert

    07.08.14 (17:55:11)

    @ Collin Danke. Ich bin ja wirklich eher für die Wasserstadt-Idee. "Wahlrecht ab Geburt?" Was siehst du als den entscheidenden Vorteil? Würde es nicht einfach bedeuten, dass Eltern eine zweite Stimme bekommen? @ Chris Heil "Anarcho-Kapitalistischer Utopist" Klingt nach einer komplexen Ideologie :) @ Thomas Wahrlich Alles klar, ich komme auf dich zurück wenn das Ganze Wirklich wird! @ Berni "Sozialsysteme territorial zu affilieren ist m.M. sehr traditionell gedacht. Ein solches Land könnte BGE und andere Konzepte parallel anbieten." Welche anderen Konzepte schweben dir vor? So als Beispiel?

  • Collin

    07.08.14 (19:11:16)

    @Martin, meine Forderung nach einem Wahlrecht ab Geburt folgt daraus, dass bereits heute die Hälfte der Wahlberechtigten in Deutschland um oder über 50 sind. Wegen der demographischen Entwicklung wird bald mehr als die Hälfte über 60 sein. Brutal ausgedrückt heißt das, dass mehrheitlich diejenigen über die Zukunft bestimmen, die keine mehr haben. Das führt zu den aktuellen aberwitzigen Entscheidungen, die immer mehr Lasten von der aktuellen, reichsten Rentnergeneration aller Zeiten auf unser Kinder und Enkel verteilen: hohe Staatsschulden, auf Dauer nicht tragfähiges Sozialversicherungssystem, ineffizienter Ressourcenverbrauch, Vergiftung von Boden, Wasser, Luft, etc. Deshalb ist überlegenswert: 1. Eigene Stimme für Menschen ab 14 Jahren. 2. Eltern haben eine zusätzliche Stimme für jedes Kind unter 14. Das würde die Generationengerechtigkeit wieder besser ermöglichen.

  • Collin

    07.08.14 (19:13:20)

    @Martin, noch konkret auf Deine Frage: Ja, Eltern würden je nach Anzahl der Kinder zusätzliche Stimmen bekommen. Bei der "Regelfamilie" mit Vater, Mutter, Kind also eine halbe Stimme zusätzliche für jedes Elternteil.

  • Martin Weigert

    07.08.14 (19:13:41)

    Danke für die Erläuterungen. Ja, deine Argumentation erscheint mir so auch schlüssig! Übrigens, wo wir gerade beim Thema Wahlrecht sind: Wie ich heute las, wurde in Schweden gerade eine Initiative gestartet, die bei Wahlen eine Für- und eine Gegen-Stimme einführen möchte. Auch kein uninteressanter Ansatz. http://nettokrati.se/

  • Kartin Eberhard

    07.08.14 (23:10:39)

    Sehr Interessant muss ich hier sagen, der Artikel gefällt mir sehr von den Infos die man hier durchs Lesen erhalte. Kinder ab 12 Sollte schon das Stimmrecht gegeben werden, den wenn wir schon Entscheiden was sie später Ausbaden sollen. Dann müssten sie auch mit das Recht erhalten darüber zu Entscheiden.

  • peter Meier

    08.08.14 (04:51:21)

    Bei manchen Personen bleibe ich lieber beim SIE. Es sagt sich weniger leicht "Sie Arschloch" als "Du Arschloch".

  • Michael Steller

    08.08.14 (08:10:42)

    Wenn Du die “Komplette Abschaffung des Urheberrechts” forderst können wir ja gleich mal mit Deinem Artikel anfangen. Du hast bestimmt nichts dagegen, wenn ich diesen kopiere und unter meinem Namen veröffentliche, ohne dass Du dafür etwas bekommst und ohne dass ich Dich als Quelle (Uhrheber) benenne. Danke für Deine Mühe, die Du Dir für mich gemacht hast.

  • Berni

    08.08.14 (08:47:07)

    Strawman. Hier ein Kindervideo im gleichen Zusammenhang. :) https://www.youtube.com/watch?v=dPtH2KPuQbs&list=UUm-4HIe4JcAoLL4-0FHmncw

  • Berni

    08.08.14 (08:53:38)

    Im Grunde könnte man jede andere Form von Sozialwesen anbieten. Also neben BGE bsplw. eine flexible Sozialhilfe mit Solidar- & Versicherungsteil. Denkbar wäre auch eine Art Sozialgenossenschaft. Oder risikodiversifizierte Kleingruppen, die nur in Notfällen auf übergeordnete Reservevermögen zurückgreifen. (Ein schönes Beispiel für einen solchen Ansatz im Zusammenhang mit Krankenkassen findet man z.B.: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/versichern-und-schuetzen/nachrichten/billige-alternative-zur-krankenkasse-13041900.html?printPagedArticle=true)

  • Thomas Wahrlich

    08.08.14 (08:53:58)

    Peter Meier: Eben. Wenn ich jemanden aber unbedingt ein Arschloch nennen möchte, würde ich mich sehr freuen, wenn ich nicht zusätzlich noch die Sie/Du-Hürde überwinden müsste ;) Und wenn das "Sie" vor der Beschimpfung schützen soll (d.h. als Empfänger), ganz ehrlich, dann sollte viellleicht man eher über das Miteinander allgemein sprechen und herausfinden, warum jemand jemand anderen ein Arschloch nennen will und das entweder ausräumen oder getrennte Wege gehen, als sich hinter einer sprachlichen Höflichkeitskonstruktion zu verstecken.

  • Björn

    08.08.14 (09:07:26)

    na dem Lesen dieses Artikels: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Mehr-Punk-weniger-Hoelle-/story/25977893 bin ich für mehr Anarchie ;) Vor allem aber: Keine Wiederwahl von Ämtern. Wer einmal ein Amt im Staat innehatte, kann es kein zweites mal ausführen. So wie Spüldienst in der WG sollte auch das Regieren auf alle verteilt werden als eine Art Bürgerpflicht, damit man Machtmenschen erst gar keinen Raum gibt sich festzusetzen. Mag utopisch klingen, aber so etwas schütz vor allem vor Lobbyisten und dem "Wenn Sie das nicht tun, werden Sie nicht wieder gewählt!".

  • Thorsten

    08.08.14 (09:24:27)

    Na klar, gute Ideen müssen verbreitet werden. Es geht nicht darum, wer sie ins Leben gerufen hat, sondern dass man sie umsetzt.

  • Radicke

    08.08.14 (09:30:23)

    Das Urheberrecht nervt zwar furchtbar, aber wenn man nicht gleichzeitig den Diebstahl abschafft, wird das für eine schöne Disruption sorgen! Ich würde nämlich erstmal alle Bücher, Videos, Musik und Fotos der Welt kopieren und in meinem Namen verkaufen, bzw. verschenken.

  • michael wolf

    08.08.14 (12:08:39)

    Das Land wäre in kürzester Zeit die reine Hölle. Wie jedesmal, wenn die Utopie versucht, die Realität zu überwinden. - Komplette Abschaffung des Urheberrechts. Es gäbe keine Medien-Businessmodelle. Keine Medien, nur noch Schwachsinn. - Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens: Ausserkraftsetzung des Selbstverantwortungsprinzips. Totale Erschlaffung der Jugend. Extreme Steuerlast für die Fleissigen. - Eratz aller einfachen Arbeiten durch Roboter: Entwertung aller wenigqualizierten Menschen, Vervielfachung des Prekariats, Beförderung der Kriminalität. - Etablierung einer gesetzlich verankerten 30-Stunden-Woche (für Angestellte): So wie in Frankreich? Führt zu schnellstmöglichem Fall aus dem internationalen Wettbewerb. Starke Verteuerung aller Produkte und Dienste. - Schaffung eines hocheffizienten und engmaschigen öffentlichen Nahverkehrssystems: Ich denke, dass der ÖV schon bald wegen grundsätzlicher Ineffizienz (v.a. Schienensystem) in Frage gestellt wird (schon heute durch private Fernbusse!). Schienen zu Strassen für Elektrobusse und kleine Autos? - Rohrpost: Viel zu teuer, wie der Schienen-ÖV. Warum nicht gleich Kanonen zum Verschiessen der Waren vor die Haustür? Oder Drohnen? - Elternzeitlösung: Wer fragt eigentlich die Kinder? Leute, mehr Herz! - Übergang zur Duz-Kultur: Wie gesagt, es wäre die Hölle hier. Nix wie weg! - Als Bonus: Abschaffung der Synchronisation von Filmen und Serien. Stattdessen: Originalton + Untertitel: Ich glaube, darum geht es hier im Kern, oder?

  • Alexander - Venus Projekt

    08.08.14 (12:54:42)

    Zu kompliziert gedacht. Der einfachste Weg ist das Geld sofort abzuschaffen und langfristig damit auch die Arbeit. Einfach mal einen Blick auf unsere nahe Zukunft werfen: http://de.thevenusproject.com/ Damit wären alle derzeitigen Probleme über Nacht gelöst und der Mensch wäre erstmals ein freier Mensch.

  • Nick

    08.08.14 (14:48:00)

    ... was für ein Unternehmen soll sowas finanzieren? Warum wollen alle Angestellt sein? Warum braucht Ihr ein Grundeinkommen?? Ich brauche keine Staatliche Unterstützung. Es sollte in solch einer Utopie gerade um weniger Staat gehen, also mehr individuelle Entscheidung und Verantwortung.

  • michael wolf

    08.08.14 (16:32:43)

    genau. In ein Land mit minimalem Staat würde ich gern auswandern. Ein solcher "Nachtwächterstaat", wie ihn die Intellektuellen gern diffamieren, würde zu einem ungeahnten kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung führen. Sofern es Traditionen gibt, die das ermöglichen. Die Moderne und die Postmoderne inkl, Internet machen die natürlich laufend kaputt, ohne etwas gleichwertiges entgegenzusetzen. Nur immer Regulierung und Staat.

  • Martin Weigert

    08.08.14 (16:36:47)

    Hmm das halte ich für unnötig kompliziert. Aber das schöne an einem solchen Gedankenexperiment ist ja: Jeder kreiiert sich sein eigens ideales Land :)

  • Martin Weigert

    08.08.14 (16:43:36)

    @ Michael Steller Falsch. Meine Schilderung der Abschaffung des Urheberrechts erfolgt zusammen mit der Einführung des BGE. Dieses würde in der Übergangsphase, in der nach dem Wegfall des Urheberrechts alle Kreativen und Protagonisten ihre Geschäftsmodelle überprüfen und ggf anpassen, sicherstellen, dass niemand verhungert. Das Urheberrecht ist eine Regelung, die im Prinzip nur Nachteile für alle Marktteilnehmer schafft. Das erkennt man aber erst, wenn man sich von der Vorstellung der Gottgegebenheit dieser Regelung befreit.

  • Martin Weigert

    08.08.14 (16:47:46)

    Klar, der Pessimist hat natürlich keinen Bedarf daran, diese Dinge auszuprobieren, geschweige denn sie unvoreingenommen durchzuspielen. Denn er weiß ja schon, dass am Ende alles in die Hose geht.

  • Martin Weigert

    08.08.14 (16:49:53)

    Es handelt sich um eine gedankliche Spielerei, die helfen soll, den Status Quo einmal auf eine etwas andere Art zu hinterfragen. Nirgends steht, dass der Staat das alles durchsetzen muss.

  • Jini

    08.08.14 (19:54:56)

    Reset des Steuer-und Rechtssystems! Das kann man alles wesentlich vereinfachen! ...kostenloses Internet, Stromversorgung, Unterkunft und Nahrungsmittel für alle ... ... und 20h Arbeit pro Woche sollten auch reichen... Dann wär ich dabei!

  • Robert Frunzke

    09.08.14 (05:30:40)

    Oh, Martin, ich stehe kurz vor einem ganz persönlichen Kollaps, vielleicht ist das sogar mein erster Herzinfarkt, jedenfalls scheint Deine gesellschaftliche instantane Utopie arge Spuren in meinem Kopf hinterlassen zu haben, die ganz offensiv die gleichen Punkte anregen, die schon ein wenig vor unserer Zeit stark stimuliert wurden... :D Wieauchimmer... Alles, was wir heute an alternativen Lebensgemeinschaften ersinnen könnten, ist weder ('1970er-bis ~90er-)Hip, noch 20'xxer-über-standard-style-modern. Wir sind eben nur kleine Bettwanzen, die sich anpassen... Und wenn nicht, dann versuchen wir es vielleicht, aber eigentlich sind wir halt doch Bettwanzen, die sich anpassen... LOL :D

  • Robert Frunzke

    09.08.14 (05:40:26)

    Wirklich??? Ich muss (und will) den Artikel nicht lesen, und ich weiß trotzdem ein bis zwei wichtige Fakten mehr als Du: * Deine utopische Gesellschaft wäre utopisch. * Deine Methoden würden genau dorthin führen... Ich könnte das jetzt so verpacken, dass das gegen Dich verwendet werden würde, aber ich kann es hier auch genau so stehen lassen.

  • Nick

    09.08.14 (09:27:20)

    Hi Martin. Ein Grundeinkommen erzwingt einen mächtigen Staat. Der wird verwaltet... und als größter "Arbeitgeber" (denn jeder bekommt das Grundeinkommen...) eine Machtzentrale. Deswegen sollte man Angst vor solchen Ideen wie Grundeinkommen haben... Ich stimme Dir zu, hinterfragen des Staus Quo. .. Aber die Machtanhäufung (Staatliche und Megaunternehmen...) ist doch das Dilemma der heutigen Zeit.

  • Robert Frunzke

    09.08.14 (09:46:34)

    Ich weiß, ich schreibe auch viel Unsinn, aber diesen einen Punkt müssen wir unbedingt konkret besprechen: "Wegfall des Urheberrechts". Was wäre es für eine Welt, in der Niemandem mehr eine Leistung angerechnet werden würde? Ich fürchte, es wäre eine Welt, in der kaum noch Jemand überhaupt Interesse hätte, irgendeine Leistung zu vollbringen, und in der Niemand mehr irgendeine Leistung überhaupt irgendwie würdigen könnte. Eine sehr triste Welt... Das Urheberrecht ist ja kein Mittel um nur irgendwen irgendwie maximal zu ärgern, sondern es existiert aus ganz konkreten Gründen heraus.

  • Robert Frunzke

    09.08.14 (09:58:03)

    Und dieses Grundbürgereinkommensbasislevel-Geld-Dingens, dies korreliert fast garnicht mit dem Urheberrecht. Soll heißen: wir haben hier zwei grundverschiedene Themen! Und wir sollten diese auch nicht immer wieder dann zusammenwerfen, wenn dies gerade irgendwie PR-technisch sinnvoll erscheint... Solches Herumgewürfele findet sich ja schon zur Genüge in der Presse ;-)

  • TheRiddler

    09.08.14 (10:13:56)

    "Kinder ab 12 Sollte schon das Stimmrecht gegeben werden," Dann können die Eltern bestimmen was die Kinder wählen sollen. Prima Idee.

  • Martin Weigert

    09.08.14 (15:22:41)

    Ein Kollaps eines Lesers wegen eines Artikels bei uns? Ich hoffe so weit kommt es nicht.

  • Martin Weigert

    09.08.14 (15:26:28)

    Sehe ich anders. Das Grundeinkommen erfordert nur einen Bruchteil der Verwaltung der heutigen Sozialsysteme. Da es bedingungslos ist, entfällt ein Großteil der heutigen Macht des Staates, in der dieser Transfereinkommen an tausend Bedingungen knüpft und damit seine Macht spüren lässt.

  • Robert Frunzke

    09.08.14 (15:49:40)

    "[..] dann schauen wir einfach mal, was passiert." ;-) BGE wird so schnell jedenfalls nicht kommen, denn außerhalb schöner Utopien gibt es das real-praktische Problem mit der Einführung solch einer Lösung, die sehr komplexer als das BGE selbst sein wird (nur Stichpkte: Einwanderung, wer bekommt es, wer nicht, welche Ausnahmen werden geschaffen, usw... - der ganze reale Irrsinn eben). Man kann seine Zeit auch besser verschwenden als mit dem Wiederkauen von Utopien, die bereits als solche bekannt sind. Man könnte auch Ziel- und Lösungs-orientiert denken, und seine graue Substanz damit der Allgemeinheit ... achja... Nur so eine Utopie von mir...

  • Thomas Lehmann

    09.08.14 (16:44:04)

    Finde die Diskussion in Hinblick auf die Entwicklungen der letzten Jahre mehr als interessant. Viele Gedanken, die mich auch schon eine Weile beschäftigen. Wir bewegen uns gesellschaftlich auf einem verdammt schmalen Grad und es wird nach meiner Einschätzung bald sogar notwendig werden, neue Konzepte für das menschliche Zusammenleben zu finden. Werde die Anregungen mit großem Interesse weiter verfolgen.

  • Thorsten Roggendorf

    09.08.14 (20:11:27)

    Die Organisation der Arbeitswelt ist aus historischen Gründen meist streng hierarchisch. Das ist ein sozialer Atavismus der mittlerweile meist mehr schadet als nützt. http://schrotie.de/index.php/2013/06/hier-archie-dort-teamwork/ Eine zentrale Komponente zum Durchbruch der hierarchischen Ordnung ist ein spezieller Aspekt sozialer Vernetzung, die Vernetzung von Vertrauen, die aber noch ganz am Anfang steht. http://schrotie.de/index.php/2014/05/vetternwirtschaft-2-0/ Damit werden wir Bürger noch mehr Privatsphäre verlieren. Das an sich ist nicht problematisch, problematisch ist das Ungleichgewicht von Informationsschranken. Wir werden unsere Information nicht schützen können, stattdessen müssen wir es schaffen, dass Unternehmen und staatliche Institutionen noch transparenter werden als wir – nur unter anderem um zu verhindern, dass sie Schindluder mit unseren Daten treiben. http://schrotie.de/index.php/2013/03/ich-sollte-wissen-was-twitter-weis/ Solch wirtschaftliche Transparenz und Informationsfreiheit hat drastische Konsequenzen. Zahlreiche aktuelle Geschäftsmodelle funktionieren dann nicht mehr. Doch das ist gar nicht schlecht, im Gegenteil. Das traditionelle Modell zur Monetarisierung von Software ist volkswirtschaftlicher Unsinn. Das geht besser. http://schrotie.de/index.php/2011/01/software-marktwirtschaft-ohne-copyright/ Das gleiche gilt für Journalismus. Doch hier ist das Monetarisierungsmodell nicht nur volkswirtschaftlicher Unsinn sondern mittlerweile eine massive Bedrohung der demokratischen Grundordnung. http://schrotie.de/index.php/2010/12/qualeaktats-journblogismus/ Das hat auch sehr viel mit Werbung zu tun, die verboten werden muss. http://schrotie.de/index.php/2012/01/wider-die-werbung/ Ebenso dramatisch und unnötig ist der Ausverkauf unserer Kultur. http://schrotie.de/index.php/2012/11/kultur-kann-man-nicht-delegieren/ All diese Ideen würden den Wirtschaftskreisläufen in großem Umfang Tätigkeiten – und damit bezahlte Arbeitsplätze – entziehen. Zudem wird das in Industrieländern seit 40 Jahren stagnierende Wirtschaftswachstum (stagnierend im Vergleich zum Wachstum der Produktivität) sowie die zunehmende Automatisierung auch mittel- und hochqualifizierter Tätigkeiten wird die Alpträume der Ludditen mit einiger Verspätung doch noch wahr werden lassen. Doch diese Alpträume können auch in einen utopischen Traum gewandelt werden. Zunächst müssen wir es erreichen, die verbleibenden Arbeitsplätze fair zu verteilen ohne dabei die dezentralen Regelungsmechanismen der Marktwirtschaft auszuhebeln. http://schrotie.de/index.php/2011/07/arbeit-umzu-leben/ Dann ist auch der Fetisch des Wirtschaftswachstums entzaubert.

  • Robert Frunzke

    09.08.14 (23:38:50)

    Werbung verbieten? Monetarisierung jedweder Leistung verbieten? In Deiner Welt würde ich mich wohl 100%ig der Befriedigung meiner Bedürfnisse widmen. Ja, das ist mehrdeutig, eigentlich sogar vielschichtig gemeint. Was ich aber an allen Euren Über-Sozi-Theorien nicht verstehe: warum wollt Ihr denn in Euren Utopien überhaupt für eine gleichmäßige Zuweisung von "Arbeitsplätzen" sorgen, und warum stehen diese für Euch stets so stark im Vordergrund? Wenn die Welt schon eine lila Pusteblume ist, warum dann noch arbeiten?

  • Thomas Lehmann

    10.08.14 (10:59:49)

    Ein paar weitere Gedanken zum Thema: Es fällt auf, dass der Schutz vom Gedankengut äußerst kontrovers diskutiert wird, am Ende aber immer die Aussicht auf Entlohnung (in welcher Form auch immer) die Gemüter 'erhitzt'. Hier beginnt eigtl. schon das System an sich zu wackeln. Natürlich muss eine Leistung auch zu einer 'Belohnung' führen, da wir Menschen ja anscheinend nicht in der Lage sind, sonst über den gewöhnlichen Rahmen hinaus aktiv zu werden!? Was mich darüber hinaus beschäftigt sind folgende Aspekte: -Wer trifft Entscheidungen, die alle Bereiche des menschlichen Miteinander betreffen? (Verteilung von Gütern, Umgang mit Kriminalität, Verteidigung, Einteilung und Kontrolle der täglichen Arbeit, Rohstoffe zur Erzeugung der Waren, Aus-/Bildung usw.) -Wie können die religiösen Einflüsse einbezogen werden, die seit Jahrhunderten einwirken? -Woher käme das nötige Geld, um den Grundstein legen zu können? (Infrastruktur, Roboter, medizinische Versorgung usw.) Eine Insel für den Versuch wäre in meinen Augen zu kurz gedacht, weil sich die tatsächlichen Probleme unserer Gesellschaft so nicht lösen lassen. Nichtsdestotrotz sind die Gedanken hier nicht umsonst, da nur so die Energie für Veränderung entsteht...

  • Sergey

    10.08.14 (16:20:01)

    Kein schlechter Ansatz. Ein absolutes Kriegsverbot hätte mir noch gefallen. Doch das wäre wohl gleichzeitig der Untergang dieses Staates, wenn nicht einmal eine Verteidigung möglich wäre. Gruß Sergey

  • Thorsten Roggendorf

    10.08.14 (21:09:08)

    Hallo Thomas Mit der Frage, wer Entscheidungen trifft, die alle betreffen, stellst Du die Frage nach der Regierungsform. Die repräsentative Demokratie war meiner Meinung nach ein riesiger Fortschritt doch nicht der Weisheit letzter Schluss. Und mittlerweile ist sie ohnehin Vergangenheit und wir leben in einer modernen Form der Plutokratie, was z.B. für die USA sogar wissenschaftlich nachgewiesen ist. Wenn man sich nicht ganz von der Marktwirtschaft verabschieden will (will ich nicht, ganz im Gegenteil), dann muss man eine Regierungsform wählen, die sehr viel resistenter gegenüber der Machtübernahme durch großes Geld und große Netzwerke ist, als die unsere. Ich habe hier einen Entwurf aufgeschrieben: http://schrotie.de/index.php/2013/06/regierung-mal-anders/ Die Eckpunkte sind: Die Macht im Staat muss ein bewegliches Ziel sein, damit sich nicht-staatliche Machtkonzentrationen nicht so darauf einschießen können wie auf die großen Seilschaften von der Atlantikbrücke über die Elite-Journalisten bis in unsere Regierung. Entscheidungsverantwortung muss nach moralischer Integrität und fachlicher Kompetenz in den zu entscheidenden Fragen vergeben werden. Die Entscheidungen müssen nach langfristigen Kriterien getroffen werden. Daher müssen sie deutlich spürbare Konsequenzen für das ganze Leben der Entscheidenden haben. Ich glaube eigentlich nicht, dass Geld ein Problem ist. Ich will keine Utopie auf einer fernen Insel sondern hier und überall. Und hier gibt es Infrastruktur. Ich will auch niemandem eine Utopie aufzwingen und keine aufgezwungen bekommen. Eine Gesellschaft ist keine Insel sondern ein soziales Netz. Daher kann jeder Staat überall sein. http://schrotie.de/index.php/2011/04/politik-der-pate-hinter-dem-paten-teil-ii/ Geld ist nichts Wert. Geld ist ein Symbol für wirtschaftliches Vertrauen. Der Wert des Geldes ist, dass alle an seinen Wert glauben. Und so ist der begrenzende Faktor für eine Utopie auch nicht das Geld, sondern der Glaube der Menschen, die sie zu leben versuchen. Wobei Geld natürlich helfen kann, den Glauben zu fördern.

  • Martin Weigert

    10.08.14 (21:40:13)

    "Es fällt auf, dass der Schutz vom Gedankengut äußerst kontrovers diskutiert wird, am Ende aber immer die Aussicht auf Entlohnung (in welcher Form auch immer) die Gemüter ‘erhitzt’. Hier beginnt eigtl. schon das System an sich zu wackeln. Natürlich muss eine Leistung auch zu einer ‘Belohnung’ führen, da wir Menschen ja anscheinend nicht in der Lage sind, sonst über den gewöhnlichen Rahmen hinaus aktiv zu werden!?" Gut herausgestellt, und ich glaube, es ist ein kompletter Trugschluss, Kreativarbeit so stark an finanzielle Entlohnung zu binden, wie es von Urheberrechtsanhängern getan wird. Man muss sich nur die enorme Menge an kreativen und kulturellen Projekten und Arbeiten abseits des Medienmainstreams anschauen. Bei vielen ist nicht das Geldverdienen die oberste Priorität, sondern die Selbstverwirklichung, der Spaß an der Sache, idealistische Aspekte etc. Ohne ein Urheberrecht hätten wir vielleicht keine Hollywood-Blockbuster mit dreistelligen Millionenbudgets, auf die Masse ausgerichtete, austauschbare Chart-Stürmer und Boulevard-Content mehr. Kunst, Kultur, Kreativität würde aber nicht verschwinden.

  • jan

    11.08.14 (03:37:07)

    Ideen zu Stadtstaaten in internationalen Gewässern sind nichts Neues. Vor 20 Jahren schon hatte Microsoft eine Machbarkeitsstudie dazu an ein Architekturbüro in Hongkong in Auftrag gegeben. Erstaunlicherweise wurde die Info damals von keinem Jounalisten weiter beachtet. Abgesehen davon: wer über die komplette Abschaffung des Urheberrechts fantasiert, hat in meinen Augen gefährliche altkommunistische Auffassungen in sich. Im Gegenzug stelle ich dann die Forderung, dass das Unternehmen "Blogwerk" für alle zur Selbstbedienung zur Verfügung steht.

  • Martin Weigert

    11.08.14 (03:42:58)

    Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen der Abschaffung des Urheberrechts und dem Kommunismus. Es zeigt lediglich deine ideologische Färbung. Festgefahrene Ideologie ist immer hinderlich, wenn man Dinge neu denken möchte. Und zum Thema Selbstbedienung: Ich hatte hier erläutert, warum dieser Schluss falsch ist http://netzwertig.com/2014/08/07/experimente-mit-neuartigen-gesellschaftsformen-wenn-morgen-ein-neues-land-gegruendet-wird/#comment-603758

  • Thorsten Roggendorf

    11.08.14 (07:00:23)

    Oh oh, Ich sehe hier gefährliche alt-McCarthyistische Auffassungen :-) und die Wirkung des mächtigen Realitätsverzerrungsfeldes, das das Thema Urheberrecht überall umgibt. Abschaffung des Urheberrechts ist keine kommunistische sondern eine absolut marktwirtschaftliche Forderung. Die gegenwärtige Informationswirtschaft ist nicht von Marktwirtschaft geprägt sondern von allgegenwärtigen Monopolen die eben durch die Gewährung von Monopolrechten durch das Urheberrecht geschaffen werden. Eine Wirtschaft ohne Urheberrecht wäre geprägt von erheblich mehr Vielfalt und Innovationskraft, was sich durch zahlreiche Beispiele (angefangen mit der Entwicklung der Dampfmaschine) und Studien belegen lässt. Und zahlreiche Beispiele legen nahe, dass die Urheber in einer solchen Gesellschaft besser gestellt wären. Wobei auch schwer Vorstellbar ist, dass zumindest die Schöpfer der Kreativwirtschaft deutlich schlechter gestellt werden könnten als in unserer Monopol-geprägten Real-Dystopie.

  • Björn Lefers

    11.08.14 (08:53:11)

    Ein modernes Bildungssystem, welches (statt den Wettbewerb) die Gemeinschaft stärkt und Menschen dabei hilft, herauszufinden, was ihnen Spaß macht und wofür sie Talent haben. Das würde mir noch fehlen. Schließlich müssen die Menschen in einem solchen Land auch fähig sein, die neu gewonnene Zeit und finanzielle Absicherung sinnvoll zu nutzen. Wo kann ich das Visum beantragen? :-)

  • Thomas Lehmann

    11.08.14 (09:39:10)

    Auch in einer 'Traumwelt' sollte nicht jeder nackt auf Nahrungssuche in der Gegend rumspringen, beeinflusst von Wetter (da ja kein Wohnraum existiert, der nicht erschaffen wurde) und anderen möglichen Widrigkeiten... Mit Freude einen Traum erschaffen, stelle ich mir sehr spannend vor;-)

  • Thomas Lehmann

    11.08.14 (10:43:43)

    Hallo Thorsten, habe mir deine doch sehr ausführliche Darstellung (man merkt deutlich, das Thema beschäftigt dich schon ein 'paar Tage') angesehen und kann nur jedem empfehlen, auch mal rein zu lesen. Als MENSCH, der noch einen gewissen Idealismus inne hat und dem eben nicht alles sch... egal ist, muss man sich mit diesem elementaren Thema auseinander setzten. Vielen Dank an alle, die meinen Horizont hier erweitern!

  • Stefan

    12.08.14 (06:41:46)

    Moin, super Gedankenspiel - Bin dabei. Wenn wir es richtig machen brauchen wir die Vereinbarung der 30 Stundenwoche nicht mehr. In einer freien Gesellschaft mit autonomen und eigenverantwortlichen Menschen die Ihrer Aufgabe folgen braucht es derartige Regeln nicht mehr. Unternehmenstrukturen wie wir sie kennen lösen sich ohnehin auf - Arbeitszeit als Messinstrument für Leistung und Grundlage zur Entlohnung ist überholt. Noch dazu: - Nahverkehr wird komplett vom Staat finanziert (-> "eine hochentwickelte Gesellschaft erkennt man nicht daran, dass jeder ein Auto hat, sondern, dass jeder mit dem Bus fährt") - ein komplett neues Schulsystem, dass sich vom Diktat der Wirtschaft befreit hat und die natürliche vorhandene Kreativität und Begeisterung von Kindern erhält und weiter fördert anstatt sie zu zerstören.

  • Thomas Lehmann

    12.08.14 (11:29:20)

    Jetzt stimmt die Richtung. Stefan bringt es gut verständlich auf den Punkt. Wie etwas nicht funktioniert, welche Bedenken wir aus den Erfahrungen (ob selbst erfahren oder überliefert) der Vergangenheit haben, sollte vielleicht mal nicht die erste Rolle spielen. Wie stellen wir uns das Miteinander in den verschiedenen Bereichen des Lebens idealer Weise vor? Es muss nicht zwangsweise gleich in eine Utopie abdriften, kann und soll ja durchaus Bezug zum lebenswerten Grundmuster herstellen. Viele der Überlegungen hier kann ich nachvollziehen. Weiter so...

  • Thomas Lehmann

    14.08.14 (09:35:15)

    Welchen Bedarf an Missgunst, Gier, Neid, kriegerischen Auseinandersetzungen usw. gäbe es noch, wenn eine Gesellschaftsform wie folgt ausgerichtet wäre: 1. Die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen werden erfüllt (hier meine ich die tatsächlichen und nicht die, die uns als solche verkauft werden) 2. Forschung für den tatsächlichen Fortschritt (Gesundheit und Erhaltung, Energie, Mobilität, Umwelt usw.) 3. Kulturelles Gut erhalten und fördern (was macht für uns Menschen diese tolle Kugel so wertvoll?) 4. Zugang zu Möglichkeiten der aktiven und passiven Erholung für jeden, dem Alter entsprechend ausgelegt. 5. Jeder bekommt die Möglichkeit, den persönlichen Focus in Abhängigkeit des Alters zu erweitern (die Welt bereisen, vermitteln eines breiten, nutzbaren Wissens, kulturelle Angebote usw.) 6. Jeder bringt sich in Abhängigkeit des Alters und seiner persönlichen Fähigkeiten in die Gesellschaft ein, so daß alle Bereiche abgedeckt sind, die das Leben überhaupt möglich machen (angefangen von der Herstellung unserer Konsumgüter, Infrastruktur, die Erzeugung von Energie, Mobilität, Sicherheit, Bildung usw.) und zwar prinzipiell in dem Maße, wie es der Einzelne möchte (5 Stunden pro Tag sind die Grundlage, Überstunden, die viele von uns gerne auf sich nehmen (wenn z.B. ein Projekt abgeschlossen werden soll/muss oder der Arzt gerade operiert...), werden besonders 'belohnt'. Mit der Erfüllung der Mindestarbeitszeit wird ein finanzieller Ausgleich geschaffen, der ein normales Leben möglich macht. Der Gedanke, dass hier auch die Lern-, Ausbildungszeit der Kinder (ab einem gewissen Alter) mit berücksichtigt wird, gefällt mir prinzipiell in Hinblick auf die Familienplanung gut. Eine betriebswirtschaftliche Grundlage, die wie bisher auf die Erhöhung einer Rendite ausgerichtet ist, halte ich für absolut unnötig. Wenn die Grundbedürfnisse jedes Einzelnen befriedigt und sich jeder durch mehr persönlichen Einsatz einen gewissen Luxus erschaffen kann, ist der eigentliche Zweck erfüllt (wenn unser derzeitiges System so weitergeht, wird es am Ende in jeder Branche nur noch ein MEGA-Unternehmen geben, dem wir dann alle ausgeliefert sind und dann gibt es auch kein Wachstum mehr;-)) 7. Entscheidungen für die Verbesserung des Zusammenlebens werden unabhängig von materiellen und religiösen Zielen (deren Ursache Reichtum/Macht und nicht das Wohl des Individuums ist) getroffen. 8. Die zur Herstellung der Produkte, zum Betreiben der Energieerzeugung und Versorgung benötigten Rohstoffe werden von einer zentralen Stelle aus verwaltet (jedes Land hat Entscheidungsträger am 'Tisch'), die zuständig ist für eine gerechte Verteilung. 9. Religiöse Einflüsse sollten dem entsprechen, wofür sie ursprünglich auch den Weg in unser Leben fanden! Die Grundregeln (Gebote) dienen einzig und alleine dem friedlichen Miteinander (hier muss ich kurz anmerken, dass ich keiner Religion angehöre, mich aber dennoch an diese allgemeingültigen Regeln halte, egal welchem 'Geist' sie mal entsprangen) 10. Bei der Erziehung und Bildung der Kinder halte ich eine gute Balance zw. gesellschaftlichem und elterlichen Einfluss für wichtig. Wenn wir das All als Meer sehen, befinden wir uns bereits auf einer Insel;-)

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