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27.12.10Leser-Kommentare

Expansion nach Deutschland: foursquare kooperiert mit der Deutschen Telekom

foursquare will 2011 den deutschen Markt erobern und kooperiert dazu nach unseren Informationen mit der Deutschen Telekom.

 

Dass der Locationdienst und Check-In-Pionier foursquare in Kürze eine deutschsprachige Variante starten will, ist seit einiger Zeit bekannt - auch wenn der ursprünglich geplante Launchtermin "Ende 2010" kaum noch realisierbar zu sein scheint.

Einzelheiten zu den Deutschlandplänen des New Yorker Startups, das mittlerweile verstärkten Druck durch Facebook Places und andere ortsbasierte mobile Services verspührt, fehlten bisher. Aus zwei gut unterrichteten Quellen haben wir nun ein weiteres Detail erfahren, das Auskunft über die geplante Expansionsstrategie von foursquare im kommenden Jahr gibt: So wird der Dienst für seine deutsche Lokalisierung Schützenhilfe von der Deutschen Telekom erhalten.

Nach unseren Informationen starten foursquare und die Telekom ihre Kooperation, die unter anderem eine Integration von foursquare in Services der Telekom umfasst, im Januar. Leider wollten auf Anfrage weder foursquare noch die Telekom die Zusammenarbeit bestätigen oder über einzelne Maßnahmen sprechen.

Von foursquares PR-Agentur Kaplow erhielten wir lediglich den Hinweis, dass man derartige Spekulationen nicht kommentiere. Eine Telekom-Sprecherin ließ uns wissen, dass man im Rahmen von Kooperationen für das mobile Internetportal mit diversen Partnern spreche, Details jedoch erst kommunizieren könne, wenn konkrete Ergebnisse vorliegen.

Ein eindeutiges Dementi sieht anders aus. Vorstellbar ist allerdings, dass die Telekom neben foursquare für 2011 weitere Partnerschaften im mobilen Sektor anstrebt.

Die Telekom hat in Deutschland 35 Millionen Mobilfunkkunden. Eine prominente Anpreisung von foursquare könnte dem US-Service, dessen geschätzte Anwenderzahl in Deutschland bisher nur im fünfstelligen Bereich liegt (global fünf Millionen), zweifellos einen kräftigen Aufmerksamkeits- und Nutzerschub bescheren und den Wettbewerb mit hiesigen Location-Services wie friendticker, Qype und loca.li verschärfen.

Die treibende Kraft hinter der Kooperation ist Holger Luedorf, bei foursquare seit Juni für das Business Development und Kooperationen im mobilen Bereich zuständig. Der gebürtige Deutsche war von 2000 bis 2005 Head of Portal & Partner Management bei T-Mobile und wird seine bestehenden Verbindungen genutzt haben, um dem Bonner Telekommunikationskonzern eine Zusammenarbeit schmackhaft zu machen.

Besonders schwer dürfte dies allerdings nicht gewesen sein - wie wir hören, ist die Telekom schon länger an einer Zusammenarbeit mit foursquare interessiert. Fee Beyer, bei der Telekom verantwortlich für "Mobile Products for Personal Communication", machte im Interview mit mobile-zeitgeist vor zwei Monaten auch keinen Hehl aus ihrer Affinität für den Locationservice und ist fleißige Anwenderin (wobei wir nicht wissen, inwieweit sie im aktuellen Fall involviert ist).

foursquare-Gründer und CEO Dennis Crowley ist als Sprecher für die vom 23. bis 25. Januar in München stattfindende DLD-Konferenz angekündigt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird spätestens dann der offizielle Startschuss für die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom fallen, wenn nicht schon früher.

Solltet ihr weitere Informationen haben, könnt ihr uns gerne mailen (auf Wunsch auch anonym über das Kontaktfeld, welches ihr auf dieser Seite in der rechten Spalte unten findet).

Dass der Zusammenschluss mit einem Mobilfunker die Marktchancen für foursquare in Deutschland erhöht, ist wahrscheinlich. Ob es jedoch ausreicht, um hierzulande eine kritische Masse zu erzielen, bleibt offen.

Kommentare

  • Stefan Wolpers

    27.12.10 (08:11:27)

    Wenn der Blinde mit dem Lahmen: Einer der beiden Protagonisten kann sich noch nicht damit abfinden, in Zukunft reiner Infrastrukturanbieter zu sein. Und der andere versucht, den Medienhype um eine Location-Commodity (-> Check-ins) im Jahre 2011 endlich einmal zu monetarisieren. Mit Location-based Services oder gar -Marketing hat das nur etwas etwas bedingt zu tun. PS: Lesenswert in Bezug auf den Zielmarkt ist der neueste Post von @JonSteinberg: "There is No ‘#Local’ Market, #SelfService Myths, And Hybrid #Startups" http://bit.ly/evdwSu

  • Andreas Ebert

    27.12.10 (11:10:45)

    Das die Nuss im Local Marketing (Business) noch nicht geknackt ist, ist vielen Beobachtern klar. Ob 4sq dies überhaupt anstrebt und welche Rolle die Telekom dabei spielt.....? Keine Ahnung. Groupon zeigte jedoch sehr deutlich das und wie es gehen kann und stellt somit durchaus die Möglichkeiten des "neuen" Local Business dar. Siehe hier Steinbergs Artikel "vergisst" wesentliche Aspekte und scheint stark geprägt von seiner Zeit bei Google. Der Einbezug des POS in die Echtzeitkommunikation ist auch für den Marktleiter und Shopbetreiber sehr gut möglich und wird in 2011 im Local Business das Thema sein. Damit wäre dann auch zumindest neben Groupon eine weitere Nuss im LBS Business geknackt. :-)

  • Stefan Wolpers

    27.12.10 (11:20:47)

    @Andreas: Einverstanden; ich bezweifele aber, dass 4sq einen Betrag hierzu leisten wird. Viel spannender finde ich derzeit die Kombination von Facebook Places & Facebook Coupons und was sich alles mit Social Graph-basierten Loyalty-Programmen anstellen läßt.

  • Andreas Ebert

    27.12.10 (11:34:58)

    Hmmm..., für mich war Google immer eine Suchmaschiene, Microsoft ein Software Anbieter und Facebook ist für mich ein Soziales Netz. Eigen-Innovationen o.g. entstanden primär im unmittelbaren Kerngeschäft und das ist m.E. auch verständlich. Innovationen (und nur die können das LB "Problem" lösen) im Local Business können nur von neuen und schnellen Start Ups kommen, nicht von den etablierten.

  • Moritz Adler

    27.12.10 (11:58:11)

    @Andreas @Stefan Es wird interessant sein zu sehen, ob und wie Google, Facebook, Foursquare und Co. den Shift schaffen und funktionierende Sales-Organisationen aufbauen können. Mit Self-Service ist es eben nicht getan, irgendwann brauchst Du Leute, die von Tür zu Tür gehen und verkaufen. Das ist eine massive Veränderung in High-Tech-Unternehmen, wenn Du auf einmal eine Salesforce mit hunderten oder tausenden Leuten hast: Die Vergütungsmodelle sind anders, die Kultur ist anders, die Wahrnehmung wird anders. Yellow Pages Anbieter (ich arbeite für einen davon) haben den Vorteil, dass sie schon seit Jahrzehnten das lokale Business kennen und funktionierende Salesorganisation aufgebaut haben (in der Regel). Den YP-Anbietern fällt es dafür schwerer mit den dynamischen Start-Ups mitzuhalten, wenn es um Online-Innovationsgeschwindigkeit geht. Das Problem ist: Lokale Werbung und auch lokale Deals skalieren kaum, da helfen nur eine gute Sales-Organisation und letztlich viele Füsse auf dem Boden.

  • Martin Weigert

    27.12.10 (12:00:25)

    Dazu passend: The Rise Of The Hybrid Startup

  • Stefan Wolpers

    27.12.10 (13:14:28)

    Diese Betrachtung setzt aber voraus, dass Agilität im Wettlauf um die kritische Masse gegenüber einer breiten Userbasis zum Start immer der entscheidende Vorteil ist. Da bin ich in Sachen LBS eher skeptisch.

  • Stefan Wolpers

    27.12.10 (13:16:53)

    Yub, der Meinung bin ich auch: am Ende zählen Boots on the Ground. Wenn das darauf hinausliefe, dass die YP regelmäßig interessante Startups übernähmen, wäre das durchaus ein akzeptables Setup... :)

  • Andreas Ebert

    27.12.10 (13:27:22)

    ..oder in diese investieren ;-)

  • Stefan Wolpers

    27.12.10 (14:12:45)

    @Andreas: Da bin ich schmerzlos... :D

  • agenturvier

    29.12.10 (10:48:33)

    eine Infrastrukur von 35 Millionen Mobilfunkkunden - so wie Telekom sie bieten kann - mag vielleicht für foursquare interessant sein, ist aber aus meiner Sicht noch lange keine sichere Grundlage für eine mögliche Akzeptanz. Foursquare sollte einmal darüber nachdenken, warum sie sich in DEutschland bislnag noch nicht durchgesetzt hat. Ein Beispiel hierfür ist für mich dass Apple-iPhone, dass sich in Deutschland mit Sicherheit auch ohne die Bindung an Telekom durchgesetzt hätte.

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