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07.10.09Leser-Kommentare

Es gibt keinen internetverursachten Information Overload

Information Overload existiert seit der Bibliothek von Alexandria. Die Annahme, die Informationsüberflutung sei erst mit dem Internet über uns gekommen, ist falsch.

Google Wave thumbSpiegel Online hat über Google Wave geschrieben, den neuen Google-Dienst , für den die ersten 100.000 Leute Zugänge erhalten haben. Noch bevor der Dienst in der Öffentlichkeit ankommt, wird auf SPON vermutet, dass Google Wave über das Ziel hinausschiesst. Warum? Es führe zu mehr Informationen. Und davon habe bereits der Early Adopter an sich heute zu viel. Diese negative Sichtweise auf neue Entwicklungen ist eine in Deutschland leider weit verbreitete. Man kann das als Innovationsphobie bezeichnen. Wie verbreitet diese Sichtweise ist, sieht man an den vielen den Artikel applaudierenden Tweets .

Im SPON-Artikel steht:

De facto aber tut das Internet das gleiche wie jedes neue Informations- und Kommunikationsmedium seit Erfindung der Keilschrift - es nimmt mehr Zeit, Aufmerksamkeit und damit Energie in Anspruch, als es freisetzt.

Das ist natürlich kompletter Unsinn.

Würde es doch bedeuten, dass die Gesellschaft, die bei der Keilschrift bleibt - oder diese wieder einführt - auf einmal im Vorteil gegenüber den anderen wäre. Sie hätte mehr Zeit, Aufmerksamkeit und Energie frei. Das kann nicht einmal der kulturpessimistischste Deutsche glauben.

Auch wenn es immer wieder behauptet wird: Es gibt keinen durch das Internet erzeugten Information-Overload. Nur ein Versagen der Filter. So fasst Clay Shirky den Diskurs rund um die Informationszunahme durch das Web zusammen (u.a. hier ).

Die Annahme, wir hätten heute auf einmal zu viele Informationen, die auf uns einprasseln, suggeriert, dass das früher nicht so gewesen wäre.

Tatsächlich gibt es zu viele Informationen, als eine Person verarbeiten kann, seit der Bibliothek von Alexandria.

Niemand geht heute in die nächstgelegene Bibliothek und stöhnt ob der Tatsache auf, dass man nie alle dort verfügbaren Bücher wird lesen können.

Warum?

Weil wir mit dieser Tatsache aufgewachsen sind.

Aber jetzt gibt es das Internet. Auf einmal erscheinen selbst für Leute mit obskuren Hobbies und Interessen mehr interessante Artikel jeden Tag, als sie tatsächlich lesen könnten.

Horror! Wirklich?

Nein.

Wir müssen den Umgang mit dieser Informationsexplosion lernen. Es ist eine quantitative und qualitative Explosion. Das ist gut so.

Und das gilt auch für Emails, IM und andere Kommunikationsformen im Netz. Die Tools und das Netz per se machen uns produktiver. Wenn wir lernen, damit umzugehen.

Die Veränderung des Informations- und Workflows ist nicht per se mit einer Steigerung der Informationen verbunden. In erster Linie geht es um Effizienzsteigerung. Diese führt meist zu mehr Informationen, weil man nun mehr verarbeiten kann.

Google Wave wird im besten Fall zur einer stark verbesserten Effizienz führen.

Für nichts auf der Welt würde ich wieder ohne Internet, Blogs und all die verschiedenen Online-Tools, die hier täglich zum Einsatz kommen, weiter leben wollen. Ich bin heute besser informiert als jemals zuvor. Das ist das einzige was in diesem Zusammenhang zählt.

Mein GoogleReader zeigt permanent "1000+" ungelesene Artikel an. Die tatsächliche Zahl dürfte an die 10.000 heranreichen. Permanent. Na und? Ich muss sie nicht lesen. Ich muss mich davon nicht verrückt machen lassen.

Das Einzige, was mich verrückt machen würde, wäre, nicht mehr diese großartigen Artikel zu lesen, die ich täglich in Blogs selbst vorfinde und von anderen empfohlen bekomme .

Brauchen wir bessere Filter? Ja. Google Wave könnte auch ein solcher werden, je nachdem, was darauf noch gebaut wird.

Wenn Wave die Emails und das Instant Messaging, dass ich täglich nutze, teilweise oder ganz ersetzen wird , dann nur, weil es effizienter die Aufgaben erledigt. Natürlich werden dann auch wieder mehr Informationen entstehen. Warum? Weil ich dann produktiver bin. Willkommen beim Prinzip Fortschritt.

Eine Einschätzung von Google Wave in Kurzform von Christian Scholz:

Das was man heute als den Google Wave-Client sieht, ist nur die Spitze des Eisberges dessen, was sich darunter verbirgt, nämlich die Möglichkeit, Dokumente in Echtzeit auch bei schwankender Latenz im Netzwerk relativ konfliktfrei über mehrere Server und Clients zu synchronisieren. Diese Operational Transforms genannte Technik hat meiner Meinung nach enormes Potential.

Siehe auch unsere Leseempfehlungen zu Google Wave.

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Kommentare

  • David Bauer

    07.10.09 (17:16:57)

    Es gibt keinen durch das Internet erzeugten Information-Overload. Nur ein Versagen der Filter. Vergleiche mit: Es gibt keine Überschwemmung. Nur ein Versagen der Schleusen. Ich weiss, was du meinst, aber so, wie du es formulierst, klingt es ziemlich absurd. Solange die Filter nicht da sind, nicht funktionieren oder nicht genutzt werden, ist eben der Overload da.

  • Marcel Weiss

    07.10.09 (17:23:01)

    @David Bauer: Hm, aber dann könnte man sich doch auch in die Bibliothek stellen und rufen "Ich kann das nie alles lesen!" und daraus die Überflutung ableiten, oder? Es geht doch darum, dass man das Vorhandensein der Informationen im Übermass nicht per se verteufelt bzw. für etwas verantwortlich macht, was nutzungsabhängig ist. Man muss sich stattdessen auf den Umgang mit dieser Situation konzentrieren. Man kann nicht das Internet dafür verantwortlich machen, wenn man 30 Tabs im Browser offen hat und permanent hin- und herswitcht. Das ist ein Problem des Einzelnen und wie er damit umgeht.

  • Tamim

    07.10.09 (18:58:00)

    Jupp. Sehr korrekt. Kann den Blogeintrag unterschreiben und unterstreichen.

  • Martin Weigert

    07.10.09 (19:26:09)

    Der Vergleich mit der Bibliothek bringt es auf den Punkt. Killerargument.

  • Gershwin

    07.10.09 (20:22:53)

    Der Spiegel-Artikel ist wirklich klasse und bringt die Sache auf den Punkt. Danke für den Hinweis.

  • René Fischer

    07.10.09 (21:28:24)

    Schöne Einschätzung, die ich vollkommen teile. Nur die 10.000+ ungelesenen Artikel im Google Reader würden mich wahnsinnig machen. Aber vermutlich hast du Recht, man muss einfach lernen damit umzugehen oder halt besser filtern bzw. sich von vermeintlich wichtigen Quellen trennen.

  • Ole

    07.10.09 (21:44:56)

    Warum ein anfängliches "Oh wow es wird noch wieder komplexer" nun die typische deutsche Innovationsphobie sein soll, wo doch Scoble und Co. ähnliche Kommentare verfasst haben, erschließt sich mir nicht. Und der Vergleich mit der Bibliothek hinkt -- und der missionarische Eifer (ist! falsch! kompletter! Unsinn!) macht den Text nicht gerade lesbarer. Denn natürlich wird ein Überangebot an Informationen erst durch das Internet möglich, wo es praktisch keine Transaktionskosten mehr gibt außer persönlicher Zeit. Früher -- wer konnte schon nach Alexandria reisen? Wer lesen? Noch vor zehn Jahren: Wer hatte die Zeit und das Geld, um alle die Informationen aus Bibliotheken, von Behörden, aus Archiven, von Freunden und Kollegen (um mal die social web schiene abzudecken) zusammen zu tragen, noch dazu aus der ganzen Welt? Lange Zeit gab es doch vor allem Mechanismen zur Reduzierung von Komplexität, die ganze Kontingenzgeschichte gibt es verbreitet erst mit der Aufklärung und der Moderne. Und dass das Internet in Sachen Komplexität noch mal eins drauflegt, ist ja auch hier wohl unumstritten. Nochmal zum Bibliothek-Vergleich: Das war ja nun bisher nicht unbedingt der Ort, wo man die meiste Zeit seines Lebens, Freizeit wie Arbeit, verbracht hat. Eher im Gegenteil. Das Internet hingegen -- E-Mails, Netze, Twitter, whatever -- zieht sich durchs private und berufliche Leben. Und da sickert der Information Overload zwangsläufig durch. Ein Link hier, drei Links da ... Dass man sich dem ja ganz einfach entziehen könnte? Wer das behauptet, darf auch kein Problem mit Three Strikes haben. Was ist also der Punkt?

  • Peter Sennhauser

    07.10.09 (23:01:59)

    Ich mach auch nochmal mit ;-) Die Bibliothek ist deswegen nicht der ideale Vergleich, weil das die wohl geordneste Informationstruktur von ganz oben nach ganz unten ist, die es in analoger Form geben kann. Und sie ist absolut passiv. Die Bücher erschlagen dich höchtens dann, wenn Du während eines Erdbebens zwischen den Regalen stehst. Nicht so im Internet: Da schmeissen alle konstant mit Büchern nach Dir, sobald Du auch nur reingekommen bist. Erschlagen wirst Du nur deshalb nicht, weil die hereinprasselnden Info-Geschosse selten schwere Wälzer und viel häufiger Staubwolken, Altpapierbälle und klebriger Schleim sind, dazwischen Kusshände und Streicheleinheiten und wohlgemeinte Knüffe - "Hey, wie geht's", und zwar weniger von smarten Robotern und Fremden als von den eigenen Freunden. Das Internet ist eben nicht nur die grösste, sondern auch die lärmigste, ungeordnetste, eklektischste, kommerziellste, gefährlichste und dreckigste Bibliothek, die die Menschheit je betreten hat. Ein furchteinflössender und grossartiger Ort. Eine Effizienz-Studie von Intel Israel hat vor zehn Jahren gezeigt, dass E-Mail ein Zeitfresser ist. Das Problem? Nicht Spam, der ist in Sekundenbruchteilen erkannt und weggeklickt - sondern Kollegen und Kolleginnen, die Anhänge vergessen, Mails falsch anschreiben, Urlaubsbilder verschicken, vor allem aber - weil sie es können und verunsichert sind - vor jeder Handlung und Entscheidung bei Kollegen und Vorgesetzten nochmals nachfragen, abklären und "informieren". Die Schlussfolgerung damals: Passive Filter sind wirkungslos, die einzige Methode gegen den Overkill ist aktive Erziehung und eine Kultur der gegenseitigen Belehrung. Wer das allerdings konsequent umsetzt, hat in der Tat bald Ruhe: Vor seinen Freunden.

  • Karl

    08.10.09 (00:26:02)

    Aber der Information Overload kommt doch nicht dadurch das die Informationen da sind. Sondern wir glauben doch das wir E-Mails innerhalb von 5 Minuten nach Eingang beantworten müssen. Lassen uns durch das unten rechts aufpoppende Fenster ablenken in dem steht, das Post gekommen sei oder schauen auf Facebook oder Twitter ob sich da was getan hat. Das ist alles noch kein Problem, wenn man den ganzen Tag dafür Zeit hat. Es wird aber genau dann zum Problem, wenn es andere Sachen stört, etwa den Flow beim schreiben des Angebots das bis heute fertig sein muß. Es gibt doch da diese tollen Studien, die sagen das der viel gerühmte Knowledgeworker, der auch total vernetzt ist, etwa 1 Stunde (ich hab die exakten Zahlen vergessen) pro Tag das macht, was er machen müsste und den Rest des Tages damit verbringt sich wieder zusammenzureißen und zu erinnern wo er grade war (die 30 Minuten Mail schreiben hab ich mal unterschlagen). Und genau das macht doch den Information Overload aus: Nicht mehr selbst entscheiden zu können, wann welche Information wahrgenommen wird. Wenn ich in die Bibliothek gehe, weiß ich, das ich dahin gehe um Bücher zu lesen. Das kann ich kontrollieren und mir frei einteilen. Wie kann ich moderne Kommunikation kontrollieren? Stecker ziehen? Dürfte für die meisten Menschen keine sinnvolle Option sein, da sie sie beruflich brauchen. Und das ist eben kein technisches Problem, denn es wird ja tatsächlich erwartet das man innerhalb einer gewissen Zeitspanne reagiert. Und die wird immer kürzer und die Informationen auf die reagiert werden müssen immer mehr. Mit der Folge, das man immer schneller umschalten muss. Ob Google Wave das jetzt erstmal besser oder schlechter macht, kann ich nicht beurteilen, ich hab nur die Video-Präsentation von Google mal gesehen. Allerdings je mehr Echtzeit da rein kommt, desto mehr gilt das oben gesagte.

  • Mawin

    08.10.09 (01:28:33)

    Großartiger Artikel. Leider erwarten einige Leute doch bei bestimmten Themen, dass man über alles informiert ist. Selbst ohne Internet gibt es zuviele Informationen und das Internet bietet halt noch die Möglichkeit noch mehr Informationen bekannt zu geben. Aber niemand muss alles lesen und über alles informiert sein, selbst bei Themen die einem nicht interessieren.

  • Ulrike Langer

    08.10.09 (07:09:28)

    Der Vergleich mit einer Bibliothek ist grundsätzlich richtig. Was aber viele Menschen am Internet so überfordert und frustriert ist wohl nicht so sehr die Parallele, sondern der Unterschied zu einer Bibliothek: In einer Bücherei finde ich ein existierendes Ordnungssystem, das andere für mich angelegt haben. Früher waren es Karteikarten, heute der digitale Katalog. Das Internet ist viel chaotischer, Ordnungssysteme und Filter muss ich mir selbst schaffen. Für viele, denen das vollkommen reicht, ist die oberste Ordnungsebene die Startseite von Spiegel Online. Wer mehr Nutzen aus der Informationsfülle ziehen will, kommt an persönlichen Filtersystemen wie RSS-Readern und/oder sorgfältig ausgewählten Friends bei Twitter nicht vorbei. Viele Menschen verkennen einfach, dass man Zeit und Mühe in sein eigenes Ordnungssystem investieren muss, bevor die Gratifikation in Form von nicht mehr so chaotisch einprasselnden Informationen kommt. Und ja, Gelassenheit gehört auch dazu. Mein ebenfalls ständig bei 1000+ ungelesenen Artikeln stehender Google Reader ist mir völlig egal, solange das, was ich davon lese, viel relevanter und aktueller ist, als wenn ich aus Gewohnheit täglich nur drei oder vier Portale ansteuern würde.

  • marcus

    08.10.09 (07:16:20)

    Mercedes Bunz hat irgendwann mal beim Elektrischen Reporter die Analogie zum Waldspaziergang gebracht. Auch das ist, genau wie ein Besuch im Zeitschriftenladen, eigentlich eine komplette Reizüberflutung. Milliarden von Informationen strömen hier wie da auf jemanden ein, der noch nie in seinem Leben in einem Wald oder in einem Zeitschriftenladen war. Die Errichtung von Filtern und Schleusen ist ja keine externe große angelegte Sache, sie passiert eher privat und im Kleinen. Als Erlernung einer neuen Kulturtechnik. Wachse ich mit einem Computer und Internet auf, dann mach mir das alles keine Angst und ich finde mich da mit selbsgefundenen Regeln zurecht. Und dann tritt ein Moment ein, in dem dieser so genannte INFORMATION OVERLOAD super wird, Spaß macht und einen ungeahnten Mehrwert bringt: Scanning quickly over large quantities of roughly relevant information can turn up invaluable resources, opportunities, context and contacts that you can passively process or opportunistically leverage at will. Habe da im lab-Blog der Deutschen Welle ein paar Zeilen zu geschrieben --> Alles so schön laut hier!!

  • Trendschau

    08.10.09 (07:25:45)

    Hallo Netzwertig, sehr gutes Statement, dem ich zustimme, allerdings auch einige Anmerkungen: 1. Spiegel hatte sich in einem vorangehenden Artikel auf kritische Äußerungen von Webgeeks über den Sinn von Wave bezogen. Diese Kritik ist also nicht nur ein deutsches Phänomen. Die Tweets muss man nicht unbedingt als Zeichen für Innovationsfeindlichkeit deuten, sondern kann sie auch als positiven Ausdruck verstehen, dass Lösung und Innovationen im Bereich der Informationsvermittlung gewünscht sind. 2. Bereits vor zwei Jahren hat sich mit Neal Stephenson ein Webpromi interessant über die Notwendigkeit von Filtern geäußert, vielleicht mit zweifelhaften Detail-Aussagen, aber im Kern doch m.E. richtig. 3. Auch ich frage mich, warum es nur so schleppend Innovationen im Bereich Filterung gibt. Es hat irre lange gedauert, bis man mit "readtwit" endlich einen Duplikatefilter für Twitter bekommen hat. Startups und Investoren scheint das Thema kaum zu interessieren (socialmedian wäre ein Ansatz, alltop von Kawasaki etc.,). Ich befürchte, man hat hier zu lange auf semantische Lösungen gesetzt, die jedoch nicht so richtig in Gang kommen, während Google zumindest für mich mehr und mehr an Bedeutung für die "Filterung/Informationsvermittlung" verliert. Also ich finde eine stärkere Diskussion über dieses Thema angebracht bis überfällig, gerade, damit das Thema Overload nicht immer wieder (auf falscher Grundlage) gegen das Netz angeführt wird ...

  • Benedikt

    08.10.09 (07:47:01)

    Der Kommentar von Peter Sennhauser vervollständigt den Artikel meiner Meinung nach. De facto aber tut das Internet das gleiche wie jedes neue Informations- und Kommunikationsmedium seit Erfindung der Keilschrift – es nimmt mehr Zeit, Aufmerksamkeit und damit Energie in Anspruch, als es freisetzt. Das ist natürlich kompletter Unsinn. Momentan stimme ich hier nicht ganz zu. Ich denke, dass es hier vor allem auf die Perspektive des Nutzers ankommt. Hier würde ich pauschal in Power- und Standard-Nutzer unterteilen. Der Power-Nutzer (z.B. Informatiker) nutzt das Medium Internet quasi ständig - privat und [hauptsächlich] beruflich. Der Standard-Nutzer nutz das Internet dagegen hauptsächlich privat und [eher seltener] beruflich - z.B. verschicken von Angeboten per E-Mail etc. - er nutzt das Internet primär als Kommunikations-Kanal. Der Power-Nutzer wird einen erheblichen Teil seiner Arbeit[szeit] damit verbringen, Blog-Artikel, Dokumentationen, Foren etc. zu durchforsten um Informationen zu finden. Zudem wird er sich - um auf dem aktuellen Stand zu bleiben - auch in seiner Freizeit über die Neuigkeiten o.Ä. Informieren. Da der Power-Nutzer (meiner persönlichen Meinung nach) in der Regel mit wesentlich mehr Informationen zu kämpfen hat, ist es für Ihn schwerer zwischen wichtig und unwichtig zu differenzieren. So kann ziemlich leicht ein Information Overflow entstehen. Ich persönlich komme mit den Massen an Blog- und News-Artikeln innerhalb von RSS-Readern (die eigentlich einen Guten Ansatz zum Organisieren von Informationsquellen bieten) nicht klar. Wie schon treffend gesagt fehlt es einfach an effektiven Filtern. Ich persönlich bevorzuge seit einer Weile eher Print-Medien. Ein sehr guter Artikel - weiter so!

  • Martin Weigert

    08.10.09 (07:49:21)

    @ Ole und Peter Ich sehe trotz eurer Erläuterungen nicht, warum der Bibliotheksvergleich hinkt. Genauso wie ich mir dort (oder am Zeitungskiosk) genau überlegen muss, was ich lesen möchte und wofür ich Zeit habe - basierend z.B. auf Empfehlungen von anderen - muss ich mir überlegen, für welche Feeds/Inhalte mein Zeitbudget im Web ausreicht. Und genauso muss ich einsehen, dass es nicht möglich ist, alle Inhalte im Web zu lesen. Sondern eine Selektion ist notwendig. Und dafür bedarf es lediglich einer persönlichen Strategie sowie nützlicher Filter. Mit dem Erklärungversuch, warum die Bibliothek etwas anderes sein soll, macht man doch lediglich erneut den Fehler, das Alte als Status Quo und Standard anzusehen, mit dem der Mensch völlig natürlich umgehen kann - während das Neue Ihn überfordert. In meinen Augen ist das nicht die richtige Herangehensweise.

  • Marcel Weiss

    08.10.09 (09:05:22)

    @Ole: Das typisch Deutsche ist, sich mit Wollust auf die negativen Reaktionen zu stürzen. Scoble erzählt außerdem viel, wenn der Tag lang ist. Der behauptet in einem Monat sicher das genaue Gegenteil seiner jetzigen Meinung. Wo sind die Hinweise auf die anderen Reaktionen? Die negativen Reaktionen sind bei weitem in der Minderheit. Aber sie haben halt besser zur These gepasst. Wenn mir jemand erzählen will, dass alles, was nach der Keilschrift kam, uns mehr Energie abgezogen als freigesetzt hat, dann kann ich dazu nichts anderes sagen, als dass es Unsinn ist. "Dass man sich dem ja ganz einfach entziehen könnte? Wer das behauptet, darf auch kein Problem mit Three Strikes haben." Mit Verlaub: Hä? Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? @Ole & Peter Sennhauser: Ein anderes Beispiel als der Vergleich mit der Bibliothek: Wer hat wohl eine Tageszeitung abonniert und liest diese komplett von vorn bis hinten durch? Genau das machen viele mit den neuen Tools: Die komplette Twitter-Timeline nachlesen, den Feedreader komplett lesen. Und wenn sie es nicht schaffen, aufstöhnen. Wer stöhnt auf, weil er nicht jeden Tag die komplette Tageszeitung schafft? Das Problem sind nicht die Tools und die mit ihnen transportierte Informationsfülle sondern ihre Nutzung. Und wenn etwas wie Wave die Nutzung (Email-Verkehr) verbessern könnte, sehr gut. Peter: "Die Bibliothek ist deswegen nicht der ideale Vergleich, weil das die wohl geordneste Informationstruktur von ganz oben nach ganz unten ist, die es in analoger Form geben kann." Das ist doch genau der Punkt. Dieses Filtersystem wurde über lange Zeit entwickelt. Ohne dieses würdest Du ziemlich erschlagen vor der Büchermasse einer Bibliothek stehen. Da Du damit aufgewachsen bist, nimmst Du das Übermass an Informationen in der Bibliothek gar nicht mehr war. "Die Schlussfolgerung damals: Passive Filter sind wirkungslos, die einzige Methode gegen den Overkill ist aktive Erziehung und eine Kultur der gegenseitigen Belehrung." Wie ich im Artikel schreibe: Wir müssen lernen, mit den Tools umzugehen. @Karl: "Und genau das macht doch den Information Overload aus: Nicht mehr selbst entscheiden zu können, wann welche Information wahrgenommen wird." Diese Wahl nimmt Dir nicht das Internet. Das hängt mit Deiner Nutzung zusammen. Man muss nicht den ganzen Tag den Twitter-Client mit Popups offen lassen. zB. "Und das ist eben kein technisches Problem, denn es wird ja tatsächlich erwartet das man innerhalb einer gewissen Zeitspanne reagiert." Man muss auch in Zeiten des Webs und der Email Prioritäten setzen. Wer das nicht akzeptieren kann und auf jede kleinste Anfrage eine Antwort in Sekunden erwartet, hat Pech gehabt. Man sollte sich nicht zum Sklaven der anderen machen lassen. @Ulrike Langer: "Mein ebenfalls ständig bei 1000+ ungelesenen Artikeln stehender Google Reader ist mir völlig egal, solange das, was ich davon lese, viel relevanter und aktueller ist, als wenn ich aus Gewohnheit täglich nur drei oder vier Portale ansteuern würde." Ganz genau. @marcus: Gute Anmerkungen. Danke! @Trendschau: "Auch ich frage mich, warum es nur so schleppend Innovationen im Bereich Filterung gibt" Wahrscheinlich weil es nicht gerade trivial ist. Da gibt es auf jeden Fall noch viel Marktpotential für Startups. @Martin Weigert: "Mit dem Erklärungversuch, warum die Bibliothek etwas anderes sein soll, macht man doch lediglich erneut den Fehler, das Alte als Status Quo und Standard anzusehen, mit dem der Mensch völlig natürlich umgehen kann – während das Neue Ihn überfordert. In meinen Augen ist das nicht die richtige Herangehensweise." Ja, stimmt. Und bei Vergleichen muss man natürlich auch abstrahieren. Vielleicht hat der eine oder andere hier ja ein Interesse an unserem Schwesterblog imgriff.com. ;) Dort werden u.a. Wege behandelt, wie man effizient auch in Zeiten des Webs arbeiten kann.

  • Dominik Hanke

    08.10.09 (09:14:45)

    Gerade, weil ich diese Diskussion mit Freunden und Bekannten schon häufiger hatte, finde ich sie sehr interessant. Meine persönliche Meinung ist dabei ganz klar, denn es liegt immer noch in der Hand des Menschen, was er mit einem Medium anfängt. Natürlich kann ich 24h News lesen, Videos auf Youtube gucken, Chatten, Onlinegames zocken, etc. ... aber muss ich das deshalb ? Nein ! Das Internet überflutet die Menschen nicht. Das Medium an sich ist passiv - es regnet nicht vom Himmel herunter, wächst nicht auf Bäumen die im Weg stehen und kommt auch sonst in keinster Weise als Zwangsmaßnahme auf uns zu. Die Menschen überfluten sich selbst, weil sie dem Druck der Gesellschaft nachgeben, den sie zuvor selbst mit aufgebaut haben. Es ist mit dem Internet genau wie mit Handys ... und jeder meint immer und überall erreichbar sein zu müssen. Ich habe ein Android-Smartphone und kann unterwegs eMails abrufen ich muss es aber nicht. Es ist mir sehr fremd warum das Internet immer als das Böse dargestellt wird - als könnte man nicht den Stecker ziehen, den Computer auslassen, etc. Wir können ! Die Menschen haben nur verlernt sich abzugrenzen und dem Hype nicht hinterherzulaufen. Es ist ja "cool" und "im Trend" wenn man nie offline ist. Bin ich denn der einzige Mensch der es schafft sein Handy abzuschalten, den Computer auszulassen und 2 Wochen am Stück nicht einen einzigen Newsartikel zu lesen ? Haben etwa alle Angst etwas zu verpassen, als gäbe es heute wichtigere Dinge als früher die passieren, während man "offline" ist ?

  • Karl

    08.10.09 (10:10:19)

    Man muss auch in Zeiten des Webs und der Email Prioritäten setzen. Wer das nicht akzeptieren kann und auf jede kleinste Anfrage eine Antwort in Sekunden erwartet, hat Pech gehabt. Man sollte sich nicht zum Sklaven der anderen machen lassen. Und das ist dann die entgegengesetzte Perspektive von dem was SPON so schreibt. Was es gibt ist total super, schuld ist halt der einzelne; der ist dann eben zu blöd. Glaub' ich nicht so richtig. Und glaubt man dem SPON-Artikel haben ja die meisten eine Lösung gefunden, wie sie dem entgehen können: Sie benutzen es nicht. Und klar, da kann man jetzt sagen, das die Deutschen hinter dem Mond leben und das Internet nicht kapieren und halt Innovationsfeindlich sind. Das würde ich sogar in Teilen unterschreiben. Wenn ich allerdings Usability-Studien etc. machen würde, würde ich dann doch mal genauer hinschauen und mich fragen, ob es da vielleicht auch noch tieferliegende Erklärungen gibt. Etwa das man in Deutschland kulturell bedingt andere Erwartungen an die Aufbereitung der Inhalte und an die Userinterfaces stellt. (Vielleicht ist das aber auch schon untersucht. Weiß da jemand genaueres?) Kurz: Mir ist das zu einfach auf der einen Seite (zu recht) zu beklagen, es gäbe in Deutschland zu wenig Technologie Start-Ups und auf der anderen Seite die Schuld im Wesentlichen bei den Nutzern zu suchen. Das ist doch dann irgendwie unproduktiv und bringt keinen weiter. (Der SPON-Ansatz übrigens auch nicht, aber die möchten auch keine Experten für Internet-Ökonomie sein...)

  • Wittkewitz

    08.10.09 (10:11:31)

    Vielleicht sollte der eine oder andere sich mit erez elul befassen und zunächst mal als Einführung David Weinbergers "everything is miscellaneous" lesen und dann auf steigen in die geweihten Hallen derer, die die Begriffe Information, Wissen, Relevanz und Kontext bespielen. Hilft.

  • Marcel Weiss

    08.10.09 (10:20:07)

    @Karl: "Was es gibt ist total super, schuld ist halt der einzelne; der ist dann eben zu blöd." Das habe ich nicht geschrieben. Ich habe nicht gesagt, dass es einfach ist. Aber es bleibt eine Tatsache, dass man sich Prioritäten setzen muss. Wer sie wegen des Netzes fallen lässt, ist nun mal selbst das Problem, nicht das Web. Zu diesem Problemfeld gibt es unzählige Produktivitätsblogs. Es ist nicht trivial. Aber die bestmögliche Lösung ist sicher auch nicht, einfach die Tools nicht mehr zu benutzen, nur weil man bei ihrer Nutzung auf einmal universelle Prinzipien fallen lässt. @Wittkewitz: Ja, Weinbergers jüngstes Buch passt hier ganz gut. Ordnet auch schön die Sortierungssysteme der Bibliotheken ein.

  • Christian Stöcker

    08.10.09 (10:25:13)

    @Marcel Weiss Es ist immer so eine Sache, wenn man einen 7500-Zeichen-Text auf zwei Sätze reduziert und auf die dann einschlägt. Im konkreten Fall haben Sie ein ziemlich wichtiges Wort ziemlich oft überlesen: Kommunikation. In dem Text steht nicht, dass wir zu viele Informationen haben. Sondern, dass wir ständig mit weiteren Kommunikationswerkzeugen kommunizieren sollen. Was vielen (siehe Rivva, siehe Scoble, siehe Gray, siehe zb auch @mmeckel) eben langsam ein bisschen viel wird. Das hat mit Deutschland rein gar nichts zu tun (wie so oft, wenn irgendwo steht "wie für Deutschland typisch"...). Im Text steht übrigens auch nicht, dass "Google Wave über das Ziel hinausschießt". Da steht "Google Wave ist großartig" - das ist der erste Satz. Der Text stellt nur die Frage, wer es nutzen wird und wozu. Wenn Sie die Bibliotheks-Analogie unbedingt behalten wollen, dann ist das Social Web im Übrigen eine Bibliothek, in der zwischen den Regalen ständig Leute hervorspringen um ihnen Bücher, Zeitschriften, Bildbände und DVDs in die Hand zu drücken.

  • Oliver Leitner

    08.10.09 (10:27:23)

    Wieso ist die SPON Aussage Unsinn? Es wird mehr zeit damit aufgewandt dinge im internet zu presentieren, als es möglich ist, dinge aus dem internet zu hohlen. das ist ein faktum, zumal sogar in deinem blog sicher mehrere Manntage arbeit stecken, inkl. der Entwicklung von Wordpress zum Bloggen, und der Entwicklung des DNS Protokolls sogar Mannjahre. Das web an sich ist eine dezentralisierte angelegenheit, womit ein vernünftiges filtern (inhaltsverzeichnis) an dieser stelle versagt. Die alternative war und ist die abstraktion nach schlagwörtern, oder in neuenglisch keywords. dass diese nun ein hinderniss darstellen, was sie seinerzeit in bibliothekssuchen nicht waren ist auf einen verfall der intelligenz unserer gesellschaft, bedingt durch desinteresse und sozialökonomischer problematiken zurückzuführen.

  • untergeek

    08.10.09 (10:29:55)

    Na ja, ich weiß nicht. Es hilft sicher, zunächst einmal das Positive festzuhalten: Unsere Fähigkeit, enorme Mengen an Informationen sinnvoll zu verarbeiten - und trotzdem nicht irre zu werden - ist enorm gestiegen; was sie ja auch muss, um mit dem exponentiell steigenden Wissen der Welt halbwegs mitzuhalten. Die Tools wirken - und jeder verbesserte Filter steigert unsere Verarbeitungskapazität weiter. Allerdings: die These vom Informations-Overload (Overlord?) hat zwei Dimensionen: eine räumliche - immer mehr - und eine zeitliche - immer schneller. Der Artikel kümmert sich um die räumliche Ausweitung, dabei ist es die zeitliche Verdichtung, die uns an unsere kognitiven Grenzen bringt. Unser Gehirn ist nicht besonders gut konstruiert für Multitasking; es braucht ein wenig, um zwischen Kontexten umzuschalten. Je öfter wir gestört werden, desto ineffizienter verarbeitet unser Gehirn die Informationen. Usability-Guru Kathy Sierra hat das vor einer Weile anhand der Verlockungen von Twitter durchdekliniert. Und dass unsere Gehirne allmählich etwas mehr Multitasking lernen, ist auch nicht nur zum Guten, wie man unlängst u.a. hier bei Wired nachlesen konnte. Auf die Erde geholt: wir alle wissen, dass Echtzeitmedien ein Produktivitätskiller ersten Ranges ist. Während man früher nur das Telefon aushängen und die Bürotür abschließen musste, um einmal konzentriert einen Informationsstapel durchzuarbeiten, gehört heute fast mönchische Disziplin dazu: E-Mails, IMs ignorieren; sich nicht von Links in einen neuen Text ziehen lassen; nicht in die Twitter/FB-Crowd ziehen lassen, wenn man da etwas diskutiert hat. Deswegen bin ich auch der Meinung, dass Dominik (@17) nicht ganz ehrlich mit sich ist. "Wir können, aber müssen nicht" - das erinnert an das: "Ich kann jederzeit aufhören" des Alkoholikers. Hand aufs Herz: Wer hat alle Popup- und Push-Funktionen bei sämtlicher elektronischer Kommunikation abgeschaltet? Und wer hat obenn nicht gleich auf die beiden Links geklickt? Na? Siehste.

  • Karl

    08.10.09 (10:32:36)

    @ Marcel Aber die bestmögliche Lösung ist sicher auch nicht, einfach die Tools nicht mehr zu benutzen, nur weil man bei ihrer Nutzung auf einmal universelle Prinzipien fallen lässt. Der empirische Befund scheint ein anderer zu sein. Schade auch das ihr jegliche Diskussion abblockt und stattdessen gebetsmühlenartig euer Mantra wiederholt.

  • Dominik Hanke

    08.10.09 (10:36:42)

    @untergeek Man bezeichnet mich gemeinhin durchaus als einen sehr ehrlichen Menschen, der besonders ehrlich mit sich selbst ist. Ich bin sehr selbstkritisch und hinterfrage viel, mache mir viele Gedanken. Ich arbeite als Web-Entwickler und bin viel online. Ich programmiere einfach gerne und da hat man immer mal Fragen oder kollaboratives Arbeiten. Und dennoch ... mein Smartphone ist ohne Push eingerichtet und holt 1 Mal am Tag Mails ab - das muss reichen. Auch wenn sie abgeholt sind lese ich sie nicht sofort, wenn ich keine Zeit oder Lust habe. Ich weiß dass es wenige glauben werden, aber ja, auch als IT-Mensch der immer (tages)aktuell informiert ist, kann ich es mal gut sein lassen. Ich lese 1 Mal am Tag News, nicht alle 2 Minuten nur weil ein Kollege eine tolle, supercoole eMail schreibt. Dafür hab' ich nen Filter der bei entsprechenden Keywords direkt in nen Ordner "später" verschiebt. Mein Newsreader umfasst hunderte Blogs, aber ich lese vielleicht 10-12 Artikel, denn der Mensch kann schon viel überfliegen und filtern in sehr kurzer Zeit - man muss es nur trainieren. Zumal auch kein Bein gebrochen ist, wenn ich doch einen tollen Artikel übersehe.

  • Ruben

    08.10.09 (10:46:43)

    Das Problem ist tatsächlich der Mensch, bzw. sein Unvermögen Informationen zu filtern. Aber das Problem ist nicht neu. Nur das heute mehr und schnellere Filter benötigt werden. Und das Techniken wie RSS und Co zwar funktionieren, aber nicht wirklich ideal sind, ist dann auch eine technische Fragestellung. Nur das die meisten Menschen sich mit ICQ (wenn sie arbeiten machen sie es aus) und ihren Lieblingsnachrichtenseiten (z.B. SPON und Kicker.de) plus ein bisschen Social Networks und Mails befassen. Der große Information Overload kommt dann, wenn ich viele verschiedene Dienste (Twitter, News, RSS, Rivva, FB, VZs etc.) nutze, denn dann steigt die Anzahl der Filter die ich benötige, um mir einen Überblick zu verschaffen. Und genau dieses Problem sehe ich auch bei GoolgeWave, denn das ist noch ein Dienst mehr, auf den ich ein Auge habe muss bzw. möchte. Denn E-Mail & Co werden deswegen ja nicht verschwinden. Ein Ansatz wären vllt. WaveBots, um auch andere Protokolle in Wave einzubinden.

  • untergeek

    08.10.09 (10:47:44)

    @Dominik: Glückwunsch, Du bist wesentlich disziplinierter und besser organisiert als ich es bin... :) Ich wollte Dir nicht zu nahe treten, aber der Durchschnittsuser tut sich IMHO mit einer effizienten Organisation des Überangebots an Informationen schwerer denn je.

  • Dominik Hanke

    08.10.09 (10:58:40)

    @untergeek Keine Sorge ... ich hab's nicht persönlich genommen ;-) Ich kenne ja das Problem auch aus der Sicht vieler Freunde und von Bekannten - die sich selbst total stressen damit sie bloß nix verpassen. Ich habe da einfach eine gewisse Ruhe entwickelt und lebe mit dem Wissen, dass ich nie über alles und jeden informiert sein werde und dass es oft gar nicht schadet Dinge nicht zu wissen.

  • Markus Merz | Hamburg St. Georg

    08.10.09 (12:52:23)

    Guter Artikel. Stimme dem Bibliotheksvergleich in allen Belangen voll zu. Weder das Internet noch eine Bibliothek fallen über mich her, wenn ich das nicht will. Von der 100%-Lösung 'Abschalten' bis hin zum graduellen Verweigern per selbst definiertem Filter oder schnödem Ignorieren sind alle Analogien anwendbar. Den Menschen, der mit vorgehaltener Waffe für Stunden in den Lesesaal einer Bibliothek befohlen wird, muss man mir erst zeigen. @Mawin "Leider erwarten einige Leute doch bei bestimmten Themen, dass man über alles informiert ist." Ja und? Springst Du aus dem Fenster, wenn man es von Dir erwartet?

  • robrob

    08.10.09 (13:14:48)

    Bin auch der Meinung dasss euer Vergleich mit der Bibliothek bzw. Tageszeitung hinkt. Natürlich lese ich die Tageszeitung nicht von vorne bis hinten komplett durch, sondern nur diejenigen Artikel die mich interessieren. (bei mir z.B. Wirtschafts- oder Technologieteil der Financial Times Deutschland komplett, alle anderen Ressorts überfliege ich lediglich.) Genauso gibt es in der Bibliothek auch nur einen begrenzt kleinen Teil von Büchern die mich interessieren. (Wenn mich nur Technologie interessiert, werde ich mich nur darauf beschränken und kann, grob gesagt, 98% der übrigen Bibliotheksbücher sofort ausschließen.) Hier gibt es also keinen Informationsoverload, da sich mein Interesse auf eine überschaubare Anzahl an Büchern und auf nur einen kleinen Teil der Tageszeitung beschränkt. Beim Internet hingegen bin ich in keinster Weise auf eine begrenzte Anzahl an Artikeln beschränkt! All die Artikel zu meinem Lieblingsthema strömen nun nicht mehr nur aus einer einzigen Bibliothek oder Zeitung, sondern aus allen Bibliotheken und Zeitungen der Welt auf mich ein! Tag für Tag! Stunde für Stunde! Es ist ein kontinuierlicher Fluss der niemals abbricht! Es ist daher sehr wohl ein Unterschied, ob die Informationen die mich leidenschaftlich interessieren aus nur einer einzigen Bibliothek kommen, oder aus allen Bibliotheken und Blogs der gesamten Welt! Also dass ihr diese Tatsache nicht einsehen wollt Martin & Marcel, kann ich einfach nicht verstehen..

  • Martin Weigert

    08.10.09 (13:41:49)

    @ robrob Mit einem hast du recht - es gibt im Netz erheblich mehr Inhalte zu den Themengebieten, die dich interessieren. Doch existiert dieses Problem in abgemilderter Form auch in der Bibliothek - oder willst du behaupten, dass du dir SÄMTLICHE Bücher/Magazine zu einem Themenbereich ausleihst, der dich interessieren könnte? Auch da selektierst du bereits. Nur hinterfragst das gar nicht mehr, weil du dich so sehr daran gewöhnt hast.

  • wolfgang

    08.10.09 (13:49:19)

    Der Bibliothek-Vergleich geht irgendwie nicht. In eine Bibliothek kann ich selber ja keine Bücher reinstellen. Die Bibliothek bekommt auch nicht jede Sekunde tausend neue Bücher, die sich dann auch noch ein paar Tage lang ständig weiterentwickelt (Kommentare), aber in spätestens drei Wochen absolut irrelevant sind. Schon wieder 5 Minuten vergeudet. Dieser Blog-Eintrag überfordert mich irgendwie ;-)

  • flip flp

    08.10.09 (13:57:33)

    Es gibt doch auch wesentlich wichtigere Dinge. Bei dem schönen Wetter geh ich nachher schön raus an den Strand mit Gummistiefel. Und dann lasse ich schön Drachen steigen. Damit bekomm ich dann die ganzen Arrays wider aus meinen Kopf heraus...

  • robrob

    08.10.09 (14:18:57)

    @Martin: du hast schon Recht, ich werde mir natürlich auch nicht alle Technologiebücher der Bibliothek durchlesen. Ich wähle bewusst nur diejenigen aus von denen ich auch weiss dass der Autor ein gescheiter Mensch ist und lasse z.B. die Bücher aus die schlechte Kritiken erhalten haben oder dessen Autor mich nicht überzeugt. Im Internet hingegen, habe ich diese Auswahl bereits vollzogen und lese nur Tweets und RSS-Feeds von Leuten von denen ich weiss dass sie in der Vergangenheit überwiegend interessante und intelligente Artikel verfasst haben (du bist übrigens auch dabei). Doch diese Nachrichtenquellen summieren sich auf knapp 50 Stück bei mir, und jeder dieser schlauen Köpfe füttert mich wiederum täglich mit 5-10 Tweets/Feeds. D.h. also dass ich täglich bis zu 500 Infos aufnehme und mich logischerweise mehr gefordert fühle als noch vor 10 Jahren. Und das "Versagen der Filter" kann hier nicht eintreffen, da diese Quellen ja bereits von mir gefiltert worden sind! Das Problem dass wir heute haben ist also nicht ein Versagen der Filter, sondern einfach die Tatsache, dass durch das Internet heute jeder schlaue Kopf seine interessanten Gedanken der übrigen Welt weitergeben kann. Früher konnten mich nur wenige (auschließlich deutsche) Schriftsteller mit ihren Büchern begeistern. Heute können es hunderte von Bloggern weltweit.

  • David Bauer

    08.10.09 (16:10:41)

    @Marcel Du vermischt Symptom und Ursache. Man kann das Existieren eines Information-Overloads durch das Internet akzeptieren, ohne dem Internet an sich dafür die Schuld zu geben. Es ist nun mal so, dass sich das Internet schneller entwickelt als der (Normal-)Mensch sich und seine Filter daran anpassen kann. Der Umgang mit der analogen Informationsfülle ist eine erlernte Kulturtechnik, die im Internet noch nicht in genügendem Mass vorhanden ist.

  • Philipp Moehring

    08.10.09 (17:24:19)

    wow, angestrengte Diskussion. Was mir bei SpOn in letzter Zeit auffällt, ist die Tendenz, Meinungen von US-Bloggern als Wahrheit aufzunehmen und weiter auszuführen. Das finde ich, genauso wie das freie Übersetzen von Posts, ziemlich schwach. Schön, dass Ihr die Opinion-Flagge hoch haltet und ordentlich recherchiert bzw. Bescheid wisst.

  • Claudia Klinger

    08.10.09 (17:26:08)

    Früher suchte ich in der größten Berliner Präsenzbibliothek nach einem Stichwort und landete schließlich vor einem Regal, in dem sich so etwa 30cm bis 3 Regalmeter Buch auf mein Stichwort bezogen. Ich hatte DIE GESAMTHEIT der angebotenen Bücher im Blick, konnte schätzen, ob es lohnt, alle durchzusehen bzw. sofort damit anfangen - pro Stichwort dauerte das Ganze so 5 Minuten bis zu einer halben Stunde. Im Ergebnis ging ich mit 1-3 Büchern pro Thema nach hause - mit dem guten Gefühl, "das Wesentliche" jetzt alsbald zu überblicken. Es ist doch eigentlich SONNENKLAR, dass ein Google-Ergebnis mit mehreren zig- oder hundertausenden Ergebnissen (bei unspezifischer / allgemeiner Suche bis zu Millionen) VERGLEICHSWEISE einen erschlagenden Eindruck macht! Ebenso ist es mit vielen anderen Tools, hinzu kommen die Vernetzungen und Weitermeldungen, das KnowHow bzw. erinnern der jeweiligen Zusammenhänge, Funktionen, Methoden... Es bringt nichts, zu verkünden, das alles sei nur Einbildung, bzw. selbst erzeugt. Denn immerhin kommt man nicht mit den entsprechenden Kompetenzen auf die Welt, die noch dazu in irrsinnig schnellem Wandel begriffen sind. Selbst für Netz-Affine ist es schon VIEL, all die derzeit üblichen Tools, Communities, social-dies-und-das zu handeln - und anstatt das mal sacken lassen zu können, auf dass die gefundenen sinnvollen Nutzungen sich weiter entwickeln, kommt schon wieder Google mit dem nächsten MEGA-Teil! Ja Himmel nochmal, da muss man doch mal stöhnen dürfen - und muss den SPIEGEL für diese Seelenmassage nicht verurteilen! Dein Artikel klingt ein bisschen nach Propaganda, bzw. nach Verteidigungsrede - diese Intention teile ich, denn auch ich möchte, dass alle mit dem Netz kreativ umgehen, anstatt mehr oder weniger ahnungslos drauf zu schimpfen, oder es zu bekämpfen. Das erreicht man aber nicht, indem man das GEFÜHL der Leute LEUGNET, bzw. sie mit einem leicht überheblichen "selber schuld!" in die Internet-Volkshochschule schickt. Die es eben SO, wie es sie bräuchte, gar nicht gibt, bzw. nicht geben kann, weil sich die Dinge ja grade erst entwickeln. Google erklärt in diesen Tagen der Welt, was ein Browser ist. Aus gutem Grund, denn es gibt gar nicht so wenige, die nicht wissen, um was es sich da handelt! Der "digitale Graben" öffnet sich, weil die Lange-schon-dabei-Onliner fortwährend Neues entwickeln und ausprobieren, während die Masse der "Normal-User" im Chaos herum tappt, sobald sie ihre voreingestellten und vorgezeichneten Wege auf den paar ihnen vertrauten Seiten verlassen. Es braucht mehr Vermittlung und How-To-Projekte (wie es sie im Web 1.0 Mitte/Ende der 90ger vielfach gab). Kämpferische Brandreden helfen da wenig, bzw. schrecken viele erst recht ab. Jedenfalls dann, wenn sie gefühlte Basiswahrheiten leugnen wie "Getting information from internet is like taking a drink from fire Hydrant"

  • Raimund Hocke

    08.10.09 (17:47:28)

    Information Overload - schuld ist das Netz!? Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht alle haben gesprochen ;-) Vernünftige, personalisierbare und situative Filter, das ist für mich das Wichtigste. Wie es hier diskutiert wird, gilt m.E. Schicksal selbst gewählt. Wer 10000+ Infos im Eingang hat muss effizient mit umgehen können (schnell drüberschauen und löschen - mit dem Risiko, das was durchgeht, was halt einen schlechten Titel hatte) oder es halt reduzieren. Was ich wirklich sehr aufwendig finde (habe auch noch keine echte Lösung dafür), ist das Lesen von Blog-Kommentaren. Grade dieser Artikel ist dafür ein gutes Beispiel: interessantes Thema, kontroverse Diskussion und Kommentare, die tw. länger sind als der Artikel selbst und zudem größtenteils lesenswert. Es gibt jetzt mehr als 30 Kommentare und die Hälfte davon hat irgendeinen interessanten Aspekt - also 10000+ mal 10? Da brauchen wir noch intelligentere Anwendungen. Mal schauen was die Welle da bringt.

  • Viktor

    08.10.09 (18:54:38)

    Ich finde zwar, dass man sich in der neuartigen Flut an Informationen wirklich verlaufen kann und ohne einen ausgefeilten Filter einem auch der "Kopf platzen" kann, aber es ist ja niemand gezwungen sich so viel Information anzutun. Allerdings entsteht bei regem Konsum von Information nach und nach ein gewisses Bedürfnis, dass bei zwischenzeitiger Nichtkonsumierung ein Gefühl hervorruft, etwas wichtiges verpasst zu haben. Bei zunehmender Anzahl von Quellen vergrößert sich jedoch das Wissen nicht mehr und vermummt immer mehr zu einem Halbwissen, dass durch das zunehmend ungenauere Lesen und das seltenere Nachvollziehen entsteht. Die Zeit, die dafür bleibt, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen spielt also einen riesigen Faktor. "Intelligente" Filter, die die Flut der Informationen zu disjunkten Mengen zusammenfassen können, erleichtern also das Selektieren von wichtigen und unwichtigen Elementen und bieten somit dem Konsumenten mehr Zeit sich um das Verstehen "zu kümmern".

  • Peter Sennhauser

    09.10.09 (04:16:38)

    Es ist eigentlich ganz einfach: Information Overload hat nichts zu tun mit der Menge an Information, die vorhanden ist, (und so weit stimmt der Bibliotheksvergleich), sondern nur und ausschliesslich mit der Erwartungshaltung des gesamten Umfelds, was davon sofort zu verarbeiten sei. Wer zehn Jahre, nachdem das System des Hyperlinks (das es seit den ersten Bibelübersetzungen gibt) anklickbar geworden ist, bereits weiss, wie er mit dieser Erwartungshaltung umzugehen hat, den beglückwünsche ich. Du hast recht, Marcel: Deinem Google Reader ist so einerlei wie Dir, ob darin jetzt 1000 ungelesene Texte liegen - und das war bei der Biblitothek auch schon so. Aber die dreissig Leute, die Dich gestern angemailt, Links zu ihren Websiten geschickt und jetzt den Anspruch haben, dass Du ihnen heute sagst, ob Du über sie schreibst und was Du von Ihnen hältst - denen ist es nicht egal. Ebensowenig wie den andern 94, die in irgendeiner Form während des Tages Informationen mit Dir austauschen wollen. Sie machen den Overload aus, nicht Dein Google Reader. Und sie alle sind auch "das Internet", weil sie nur durch dessen Tools so einfach mit Dir in Kontakt treten und dir noch mehr "Information" zukommen lassen können. Vielleicht ist das, wovor wir Alten uns manchmal fürchten, einfach die Konvergenz von Information und Kommunikation - zu Zeiten der gedruckten Zeitung und der A- und B- Post waren das noch zwei ziemlich strikt getrennte Instanzen und die Filterung war sehr einfach. Heute brauchts nicht nur ein paar zusätzliche Filter - es braucht auch einen Ersatz für die alten. Und es gibt ein paar Leute, die damit überfordert sind - ich schätze mal, es sind 98% und zähle mich jedenfalls dazu.

  • Viktor

    09.10.09 (06:05:42)

    "... einfach die Konvergenz von Information und Kommunikation – zu Zeiten der gedruckten Zeitung und der A- und B- Post waren das noch zwei ziemlich strikt getrennte Instanzen und die Filterung war sehr einfach. ..." Der Nachteil dieser Filter ist jedoch, dass diese jm. für Dich gesetzt hat. Wenn Du vom Ersatz der alten Filter sprichst und damit der Entlastung für den Recipienten, so läuft dies wieder auf Filter hinaus, die entweder nicht individuell zugeschnitten sind, oder so hoch intelligent sind, dass sie Dich und Deine Interessen kennen. Ich kenne übrigens eine Person, die sogar mit den alten Filtern nicht klarkommt. Ich sehe ihn ständig in der Bibliothek mit irgendwelchen Zeitungen am Kopierer. Er möchte immer alles wichtige für sich aufbewahren und hat wohl die Selektion irgendwann mal vergessen. Er erinnert mich dabei immer auch an mich, nur dass ich nicht am Kopierer stehe, sondern mein delicious mit Infos zubombe -- die ich garantiert nie oder nur selten wieder lesen oder aufsuchen werde. Wenn jedoch mal etwas nicht darin gespeichert wird, kommt der Moment in dem Du denkst, verdammt, hätt ich den Link doch gespeichert, dann könnte ich jetzt dem Gegenüber eine URL geben, wo er nach der Lösung seines Problems suchen kann. Da kommt das Stichwort externes Gedächtnis, als welches das Hyper Lexikon angedacht war, ins Spiel. "...Wenn man ohne externe Dinge oder Objekte operieren muss, also nicht auf eine bereits bestehenden geronnene Historie oder Welt zurückgreifen kann, kommt man nicht sehr weit, was man etwa durch sogenanntes Kopfrechnen leicht verifizieren kann [...] Der Ausdruck "Gedächtnis" korrespondiert mit der Redeweise: "Ein Hammer erinnert mich daran, dass man Nägel einschlagen kann." Der Hammer bringt mich aber natürlich auch auf die Idee, Nägel einzuschlagen, wenn ich noch keine Erinnerung habe..." delicious und Co erinnern mich also immer daran, dass ich Infos zu lesen habe, auch wenn ich ohne diese Dienste gar keine Erinnerung daran hätte, also auch kein Bedürfnis danach verspürte.

  • Chat Atkins

    09.10.09 (08:01:40)

    Wenn jede Information strikt innerhalb der Köpfe (oder innerhalb eines anderen Prozessors) stattfinden muss, wie soll es denn dort draußen - außerhalb der Köpfe - überhaupt einen 'Information-Overload' geben? Es gibt schlicht immer mehr Möglichkeiten oder 'Daten', um sich 'in Formation' zu bringen. Alle wissen nicht länger das Gleiche, alle wissen etwas anderes. Die bisherigen Wissensmonopolisten stehen vor harten Zeiten. Wissenschaftlich veraltete Vorstellungen - Stichwort Shannon-Weaver - sind derartig hartnäckig, dass man sie endlich als Ideologie oder alten Käse bezeichnen sollte, um sie loszuwerden ...

  • Schtonk!

    09.10.09 (09:27:08)

    Also die Heise-Forentrolle lösen das Problem, indem sie die Artikel zeitsparend kommentieren, ohne sie vorher noch zu lesen...

  • Christian

    09.10.09 (17:59:55)

    Der beste Filter ist immer noch der Mensch - werden wir gezwungen Twitter zu nutzen, um jeden Stuß sofort mitzuteilen? Brauch eich Facebook für die Kommunikation mit Freunden? Muss ich jede email, die ich bekomme, in unter 10 Sekunden beantworten - sehe ich nicht ein. Man bestimmt immer noch selbst, wie sehr man sich unter Druck setzen lässt und welche Medien man dazu nutzt. Ich lebe ganz gut mit dieser Devise und werde das auch weiterhin jedem empfehlen, der sich davon unter Druck setzen lässt.

  • Volker

    04.11.09 (09:56:33)

    Das Problem des Information-Overload entsteht weniger durch die Tatsache, dass immer mehr Information zu Verfügung gestellt wird - also die Bibliothek immer größer wird. Vielmehr ist es die Notwendigkeit immer mehr Informationen in der gleichen Zeit verarbeiten zu müssen, um erfolgreich zu sein. Und da hinkt der Vergleich mit der Bibliothek. Eine Bibliothek, mit einer nahezu (in Relation zum Internet)statischen Anzahl von Büchern, nach Informationen zu durchsuchen, lässt sich bewerkstelligen. Aber ein Informations- und Kommunikationsmedium, das mir um ein Vielfaches mehr Informationen liefert als ich verarbeiten kann (nach einer Filterfunktion), führt bei einem "Müssen" unweigerlich zu einem Information-Overload. (Glücklich der, der Artikel nur zur Unterhaltung liest.) Ob jetzt das neue Informationsmedium oder der Wandel der Berufswelt schuld daran ist, entspricht lediglich der Ei-Huhn Frage.

  • Martin

    23.11.09 (10:49:43)

    Ich habe seit einem Monat einen Testzugang und mir gefällt zwar das Interface und das ganze Konzept, aber ohne eine große Kontaktliste mit der man interagieren kann, fehlt irgendwo der Nutzwert. Daher finde ich die Markteinführung basierend auf dem GMail Konzept etwas fragwürdig.

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