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10.01.14Kommentieren

Online-Handel

Erfolgreiche, internationale Websites

Ein Beitrag von Christian Arno

 

Ein Online-Shop kann sich sowohl als zusätzlicher Vertriebsweg für einen konventionellen Einzelhändler lohnen, als auch als einziger Absatzkanal eines reinen Online-Handels. Besonders interessant ist der Vertrieb übers Netz auch, wenn es um sehr spezielle Warengruppen geht, für die zwar in einem entsprechend großen Gebiet genügend Abnehmer existieren, jedoch an keinem Ort in einer Dichte, die ein herkömmliches Ladengeschäft wirklich rentabel machen würde.

Besonders bei solchen Warengruppen liegt es nahe, das Absatzgebiet über die Landesgrenzen hinaus zu erweitern und international anzubieten. Aber auch bei Shops, die sich durchaus bereits mit Kunden aus dem Inland lohnen, ist in der Regel eine Steigerung des Umsatzes durch Ausweitung des Absatzgebietes möglich und sinnvoll. Wie man mit einem internationalen Online-Handel erfolgreich wird, dazu finden Sie im Folgenden einige Ratschläge.

Kommen Sie Ihren Kunden mit Lokalisierung entgegen!

Eine wichtige Regel für den Verkauf besagt, dass man dem Kunden die Kaufhandlung so leicht wie möglich machen muss. Das bedeutet zunächst einmal, dass Sie ihm alle Informationen und Services so anbieten, wie er es von Shops aus seinem Land gewöhnt ist – sprich:  Sie müssen lokalisierte Versionen Ihrer Website bzw. Ihres Shops erstellen. Das hierfür in Hand genommene Geld ist gut angelegt. Laut einer Studie der „Localization Industry Standards Association“, die bereits 2007 erstellt wurde, bewirkte jeder für die Lokalisierung ausgegebene Dollar ein Umsatzplus von 25 Dollar. 

  • Halten Sie alle Texte in der jeweiligen Landessprache!
  • Beachten Sie örtliche Besonderheiten der jeweiligen Sprache (amerikanisches Englisch, südamerikanisches Spanisch, schweizerisches  und österreichisches Deutsch usw.)
  • Verwenden Sie die jeweils ortsüblichen Bezahlmöglichkeiten (PayPal, Bankeinzug, Kreditkarten der im Lande benutzten Anbieter...) Beachten Sie, dass Banküberweisungen von  außerhalb der EU so teuer sein können, dass ihr Gewinn empfindlich geschmälert wird.
  • Wahrscheinlich sind die großen EU-Länder, also UK, Frankreich, Italien usw., für Ihre ersten Schritte im Internationalen Onlinehandel am geeignetsten.
  • Betrauen Sie kompetente Muttersprachler mit Kenntnis der jeweils aktuell gesprochenen Sprache (Modewörter, angesagte Wendungen etc.) mit dem Erstellen der lokalisierten Texte.
  • Verlassen Sie sich keinesfalls auf Ihr Schulenglisch bzw. -französisch, auf im Urlaub erworbene Sprachkenntnisse oder gar auf Übersetzungsprogramme!
  • Achten Sie darauf, dass bestimmte Symbole oder Metaphern in anderen Kulturen anders interpretiert werden können oder verpönt sind: Hunde zum Beispiel sind in der westlichen Welt starke Sympathieträger, in islamischen Ländern hingegen gelten sie als unrein. 

Lassen Sie sich leicht finden und lassen Sie Ihre Besucher zurückkommen!

Potentielle Kunden kommen hauptsächlich über Suchmaschinen auf Ihre Website. Daher sollten sie SEO (Search Engine Optimizing) betreiben.

  • Die hauptsächlich verwendete Suchmaschine muss in anderen Ländern nicht unbedingt Google sein.
  • Stellen Sie fest, welche Alltagsnamen anstelle der korrekten Bezeichnung für das Produkt, das Sie verkaufen, in dem jeweiligen Land verwendet werden (z.B. Glühbirne statt Glühlampe)!
  • Recherchieren Sie, welche davon als hauptsächliche Suchbegriffe dienen!
  • Kleben Sie nicht an Keywordhäufigkeiten und -positionierungen! Google etwa beurteilt zunehmend die Relevanz eines Textes an seiner inhaltlichen Güte.
  • Machen Sie die lokalisierten Websites unter Domainnamen mit der jeweiligen TLD (Top Level Domain) der einzelnen Länder verfügbar. Google etwa bevorzugt deutlich Seiten, die unter solchen Domainnamen zu finden sind.
  • Mit öfter wechselnden Inhalten erzeugen Sie bei Suchmaschinen den Eindruck, dass Ihre Seiten aktuell sind. Das gibt einen Bonus bei der Beurteilung der Relevanz zu den jeweiligen Suchbegriffen.
  • Betreiben Sie Content Marketing: Interessante, wechselnde Inhalte lassen auch Besucher regelmäßig wiederkommen, die aktuell keinen Bedarf an Ihrer Ware haben. Jeder Besuch verankert Ihre Botschaft erneut, was die Chance erhöht, dass er sich an Ihr Angebot erinnert, wenn er schließlich Bedarf an Ihren Produkten hat.        

Sorgen Sie für Rechtssicherheit!

Wenn Sie mit Ihrer Website in andere Länder verkaufen, exportiere Sie in diese Länder. Sie müssen daher die entsprechenden Vorschriften kennen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

  • Informieren Sie sich über Zoll-, Import-, Export- und andere einschlägige Vorschriften des Ziellandes und auch darüber, ob es bei uns irgendwelche Beschränkungen des Exports in das jeweilige Land gibt – etwa ein Embargo für bestimmte Waren. 
  • Der gemeinsame Markt der EU macht den Verkauf in EU-Länder verhältnismäßig einfach, so dass Sie damit Ihre ersten Erfahrungen sammeln können.
  • Bestimmte Waren können in anderen Ländern illegal sein oder deren Erwerb an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Halten Sie die Pflege Ihrer Websites mit der richtigen Technik einfach!

Wenn Sie europaweit oder gar über die Grenzen der EU hinaus verkaufen wollen, kommt schnell eine große Anzahl einzelner Seiten zusammen. Diese lassen sich jedoch mit der richtigen Technik gut verwalten:

  • Benutzen Sie ein CMS (Content Management System) wie Wordpress, Typo3 oder Drupal!
  • Erstellen Sie Layout-Templates jeweils für die Seiten, welche die gleiche Schrift verwenden!
  • Beachten Sie, dass Schriften, die wie Hebräisch oder Arabisch von rechts nach links gelesen werden, ein anderes Layout erfordern: Zum Beispiel werden von Menschen, die solche Schriften benutzen, auch Bildfolgen von rechts nach links interpretiert.
  • Es gibt Länder in denen zum Surfen vielfach Tablets verwendet werden die kleinere Bildschirme besitzen und wo Internetzugänge nicht so schnell sind. Hier sind ein anderes Layout und „leichtere“ Seiten erforderlich.

Autor: Christian Arno

Christian Arno

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