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04.09.08Leser-Kommentare

Enterprise: Socialcast bringt Twitter und FriendFeed in Unternehmen

Mit Socialcast startet ein Dienst, der Twitter und FriendFeed reinterpretiert und für die Kommunikation innerhalb von Teams bzw. Unternehmen optimiert.

Wir haben in letzter Zeit einiges über Web 2.0 in Unternehmen (siehe Sinn oder Unsinn und Lieber heute als morgen!) und über Microblogging beziehungsweise Lifestreaming geschrieben (etwa Nimmt Facebook Twitter die Status-Wurst vom Teller? oder Die Evolution des Lifestreaming geht weiter).

Socialcast ist ein neuer Dienst, der beide Bereiche auf sehr stimmige Art miteinander verbindet. Erklärtes Ziel des Dienstes ist, die Kommunikation innerhalb von Teams einfacher und effektiver zu machen. Sie erreichen das, indem sie bewährte Prinzipien von Twitter, FriendFeed, Tumblr, Brainstorming-Diensten und sozialen Netzwerken extrahieren und in geschütztem Raum neu verpacken.

socialcast

Socialcast besteht aus folgenden Komponenten:

  • einem Activity-Stream Aggregator, wie man ihn von FriendFeed kennt. Alle Aktivitäten der Teammitglieder werden dabei chronologisch aufgelistet und können kommentiert und als gut markiert werden. Dabei kann man nach einigen Kriterien und Kategorien filtern. socialcast
  • Status-Updates, wie man sie von Twitter kennt. Dabei interessant: die Updates können optional als Worklog – Eintrag gekennzeichnet werden. Kollegen können also mit einem Blick sehen woran man arbeitet und mit der Zeit entsteht eine Dokumentation woran man gearbeitet hat.socialcast
  • Posten von Links und Fotos, wie man es von Tumblr kennt.
  • Posten von Ideen und Fragen. Wie ein Team das interpretiert und was es daraus macht, bleibt natürlich ihm selbst überlassen. Aber im Gegensatz zu komplexen Knowledge-Management Systemen ist das eine sehr leichtgewichtige Art zur Sammlung von Ideen, zum Brainstormen bzw. zum schnellen Lösen von Problemen.
  • einem Kontaktemanager, wie man ihn von so ziemlich jeder sozialen Seite kennt. Hier kann man anderen Mitgliedern folgen oder entfolgen, ihre Profile betrachten, und man bekommt Vorschläge, welche Kontakte noch interessant wären.

Socialcast ist diese Woche gestartet und es gibt noch keine Erfahrungswerte, aber ich vermute, dass sich diese Art von informeller Kommunikation wesentlich leichter in ein Team einführen lässt, als etwa interne Wikis oder Blogs. Während Wikis wohl eher akzeptiert werden, wenn Teammitglieder das Prinzip Wiki schon kennen, könnte es mit Socialcast umgekehrt sein und sich der Sinn von Twitter oder FriendFeed erst durch die Verwendung von Socialcast erschließen.

Twitter, FriendFeed oder Tumblr sind zwar vom Prinzip nicht schwer zu verstehen, aber man beginnt bei Null und ohne Freunde – und oft erschliessen sich der Nutzen und die Möglichkeiten nicht auf den ersten Blick. Bei Socialcast hingegen hat man sofort sowohl die Kollegen als Kontakte und die Arbeitsaufgaben als Kontext der Kommunikation.

Socialcast kostet fünf Dollar pro User und Monat. Es kann 30 Tage lang kostenlos evaluiert werden. Mit der Demo kann man auch ohne Anmeldung herumspielen.

Update: Socialcast akzeptiert derzeit nur Zahlungen aus den USA, eine Ausweitung ist geplant. Siehe die Kommentare.

Fazit

Socialcast ist eine wirklich gelungene Reinterpretation von einigen aktuellen Tools für den Kontext Enterprise, das einige Probleme, die in der Kommunikation / Koordination via Email entstehen, löst, indem es Elemente von Microblogging, Lifestreaming und sozialen Netzwerken verknüpft.

Andere Stimmen:

Kommentare

  • johnny

    04.09.08 (14:26:16)

    Hast du dich registriert oder mit der Demo gespielt? Ich glaube nämlich, dass man sich aus D gar nicht registrieren kann?

  • Markus Spath

    04.09.08 (14:50:52)

    @johnny nur mit der Demo. Wolltest Du Dich für die Trial-Version anmelden und es hat nicht geklappt?

  • johnny

    04.09.08 (15:25:11)

    @Markus: Genau. Ich würde das wirklich gerne nutzen, doch man muss trotz Evaluierungszeit Kreditkartendaten eingeben, meine werden nicht akzeptiert, was scheinbar damit zusammenhängt, dass ich keinen US-Zip-Code habe. Wollte aber nur wissen, ob du "reingekommen" bist, ich maile denen einfach mal!

  • jochen lillich

    05.09.08 (21:22:25)

    Allein für meine Abteilung würde das $2000 im Jahr kosten. Das zahlen weder ich noch mein Arbeitgeber...

  • johnny

    08.09.08 (10:54:51)

    @jochen: Soweit ich es verstanden habe, kostet es 5 Dollar pro "Community", nicht pro User. Ich hatte im Blog bei denen kommentiert und sofort eine Mailantwort erhalten: Außerhalb der USA kann man derzeit keine KK-Zahlung akzeptieren, das soll aber folgen. Komischerweise ging mein Kommentar jedoch nicht durch die Moderation, da er die Nummer "5" trug und auch keine anderen Kommentare zu sehen sind, scheinen auch andere nicht durchgekommen zu sein.

  • Markus Spath

    08.09.08 (11:41:18)

    @johnny Danke für die Info. Ich glaube aber fast, dass es $5 pro User sind.

  • johnny

    08.09.08 (11:59:29)

    @Markus: Ich hoffe, dass ich mir das bald mal ansehen kann und berichte dann.

  • johnny

    09.09.08 (17:58:14)

    Update: Ich habe jetzt einen Account (bisher ohne KK-Angaben), aber tatsächlich kostet es 5 Dollar pro Monat und Nutzer, was ich dann doch recht hochpreisig finde. Ob Socialcast das wert ist, kann ich noch nicht sagen. Sieht gut aus, ist aber evtl. auch mit einfacheren Mitteln durchführbar.

  • Marcel Weiss

    10.09.08 (13:16:19)

    Die Preisgestaltung ist zwar dadurch recht simpel gehalten, aber mich wundert schon, dass man da keine Abstufungen a la "5 Nutzer zu den Kosten für 4" anbietet. Das macht es so maximal nur für kleinste Unternehmen interessant und für mittlere dürfte das Preis-Leistungs-Verhältnis schon nicht mehr im Rahmen sein. Für größere ganz zu schweigen. Schade eigentlich, die Idee ist ja wirklich gut und die Umsetzung scheint auch gelungen zu sein (was bedeutet, dass es wohl bald einen weiteren Anbieter mit günstigeren Preisen geben dürfte).

  • Markus Spath

    10.09.08 (13:29:28)

    Ich glaube auch, dass eine Preisgestaltung a la 37signals in Paketen sinnvoller wäre. So schreit das fast nach einem open source Klon zum selber hosten. Die Komponenten (sweetcron zum Lifestreaming, laconi.ca zum Messaging) gibt's ohnehin schon.

  • Marcel Weiss

    10.09.08 (13:35:40)

    37Signals als Vorbild nehmen, ist nie die schlechteste Idee. :)

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