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05.07.09Leser-Kommentare

Enterprise 2.0: Noch nicht richtig vom Fleck

Für die meisten von uns ist der geschäftliche Einsatz von Web-2.0-Technologien eine Selbstverständlichkeit. Aber wir sind eine Minderheit. Eine neue Studie zeigt: Enterprise 2.0 wird bisher erst von 25% der Unternehmen genutzt.

Enterprise 2.0 - noch im Keller der IT-Abteilung. (keystone, Gaetan Bally)Seit dem Platzen der Dot-Com-Blase versucht die Softwarebranche krampfhaft, den nächsten grossen Trend in der geschäftlichen IT-Nutzung zu etablieren. Lieblingsthema der meisten Hersteller ist seit einiger Zeit "Enterprise 2.0", also der Einsatz typischer Web-2.0-Tools wie Wikis, Blogs, Social Tagging und Social Networks in Unternehmen. Das macht ja auch viel Sinn, denn eine Effizienzsteigerung in der internen und externen Zusammenarbeit würde vielen Firmen gut tun.

Letzte Woche fand an meinem Wohnort Boston die Enterprise-2.0-Konferenz statt, die etablierteste Fachmesse zu diesem Thema. Die Liste der ausstellenden Firmen las sich durchaus gut: IBM, Microsoft, SAP, Sun, Atlassian, Socialtext und viele weitere bekannte Namen waren dabei.

Der eigentliche Event machte allerdings einen ziemlich traurigen Eindruck. In der sehr überschaubaren und doch halb leeren Ausstellungshalle schienen sich die Aussteller vor allem gegenseitig zu unterhalten. Die Vorträge und Podiumsdiskussionen waren ziemlich spärlich besucht, und ganz generell wurde man den Eindruck nicht los, dass die Enterprise-2.0-Branche nicht richtig in Schwung kommt. Und leider scheint es stark am Kundeninteresse zu mangeln.

Eine diese Woche erschienene Studie bestätigt diese Einschätzung: Der amerikanische Branchenverband der Contentmanagment-Hersteller wollte wissen, wie Firmen diese neuen Technologien nutzen -- falls überhaupt.

Die gute Nachricht: Nur 17% der Befragten haben noch nie von Enterprise 2.0 gehört -- eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Die schlechte Nachricht: Gerade mal 25% der Firmen setzen solche Tools aktiv ein. Hierbei werden die neuen Werkzeuge meistens noch primär in der IT-Abteilung genutzt, nur gerade 6% der Firmen setzen Wikis und ähnliche Systeme schon unternehmensweit ein.

Ganz eindeutig gibt es in den Firmen auch einen Generationenkonflikt: Nur 7% der über 45jährigen sehen Twitter als relevanten Kanal an, um Feedback von Kunden zu erhalten, aber immerhin 27% der 18-30jährigen sehen einen klaren Wert darin.

Zwar geht die Entwicklung in die richtige Richtung, denn die deutliche Mehrheit der Befragten will in Zukunft mehr für Enterprise 2.0 ausgeben. Im Moment scheinen aber die Bedenken noch zu überwiegen. Neben den zu erwartenden Budgetbeschränkungen, unter denen im Moment konjunkturbedingt die meisten Firmen leiden, scheint es auch eine gewisse Ernüchterung mit den heute verfügbaren Tools zu geben. Drei Viertel der Befragten finden beispielsweise, dass es einfacher ist, Informationen im offenen Internet zu finden als in den unternehmensinternen Systemen.

Generell scheint das Hauptproblem aber kultureller Natur zu sein. Ein "Mangel an Verständnis" und eine "ungeeignete Firmenkultur" sind die häufigsten Gründe, keine Enterprise-2.0-Tools einzusetzen. Auch mit der Rechtfertigung der Kosten scheinen sich die meisten Firmen schwer zu tun. Man sieht den Nutzen der neuen Plattformen nämlich vor allem in schwer quantifizierbaren Kategorien wie "Bessere Nutzung des internen Wissens" und "Verbesserte Zusammenarbeit". Kein Wunder, wenn da der Finanzchef dafür kein Geld freigibt. Vermutlich haben die meisten Firmen heute dringendere Sorgen als solche vermeintlichen Touchy-Feely-Aspekte.

Aber nicht überall sieht es ganz so düster aus. Das mit deutlichem Abstand erfolgreichste Enterprise-2.0-Tool ist interessanterweise ... Microsoft SharePoint. Nun würden wohl selbst die grössten SharePoint-Fans diesem Produkt kaum enorme Eleganz und verblüffende Einfachheit bescheinigen wollen. Im Gegenteil: Microsofts Kollaborationslösung ist eine komplexe, oft ziemlich kompliziert zu bedienende und unter dem Strich potentiell recht teure Angelegenheit.

Aber Microsoft verkauft diese Lösung raffiniert, nämlich oft quasi durch die Hintertür als Teil seiner Gesamtplattform. Und da die meisten Unternehmen scheinbar sowieso mit einem recht begrenztem Funktionsumfang zufrieden sind, kann Microsoft das akute Problem lösen, ohne dass sich die IT-Abteilung einen weiteren Hersteller ins Haus holen muss. Nicht mal die User müssen notwendigerweise viel dazu lernen, weil SharePoint sich recht schön mit den anderen Microsoft-Tools verbindet, die sowieso schon fast jede Firma einsetzt.

Microsoft verkauft also mit SharePoint keine Kulturrevolution, sondern einfach ein paar neue Features. Und das finden die meisten Business-User absolut ausreichend.

Etwas drastisch gesagt: Die meisten Enterprise-2.0-Startups leiden an einem akuten Coolness-Problem. Weil man so sehr sein wollte wie die Web-2.0-Tools im offenen Web -- nämlich simpel, schlank, flexibel, offen, AJAXy -- vergass man oft, dass Business-User oft ganz andere Probleme haben. Der IT-Chef kriegt keine Lorbeeren, weil er ein System einführt, das auf eleganten REST-APIs beruht. Die Integration mit dem bestehenden Umfeld ist da viel wichtiger. Und die meisten Enduser in Unternehmen empfinden IT eher als Last denn als Lust und denken, dass es genug ist, sich alle 15 Jahre an ein neues Userinterface gewöhnen zu müssen. Die oft sehr ungewöhnlichen Wiki-Benutzeroberflächen helfen da wirklich nicht.

Es ist darum kaum erstaunlich, dass Enterprise 2.0 scheinbar nicht zur disruptiven Welle in der Unternehmens-IT wird, sondern eher zu einem Upgrade-Zyklus für die grossen Hersteller wie Microsoft, IBM und SAP. Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens einige der innovativen Startups überleben können und für zumindest etwas frischen Wind sorgen.

Studie: Enterprise 2.0

Kommentare

  • Martin Lindner

    06.07.09 (07:13:00)

    hm. da ist natürlich einiges wahres dran, aber trotzdem geht es irgendwie sowohl am problem wie auch an der lösung vorbei. ja, wahrscheinlich ist die klassische verkaufsmesse etwas, was generell nicht zum eher ungreifbar-kulturellen grundcharakter von e2.0 passt. es ist ja viel eher "beratung" als (klassische) maschinenraum-IT. es geht ja eher darum, andere projektorganisations- und cloudworker-strukturen für verteilte teams verkaufen, ausgehend von ethnographischen vor-ort-studien. so etwas ist kein greifbares produkt, an dem sich gut ein (möglichst hohes) preisschild befestigen lassen kann. das läuft quer zur kompletten alten ideologie: enterprise-kauft-software-die-den-managern-das idealisierte-bild-einer-perfekten-effektivitäts-und-profitmaschine-zurückspiegelt. deswegen ja auch der erwähnte sharepoint-erfolg, der mit E2.0 im kern wenig zu tun hat. die "messen", die ein fundamental anderes, viel wolkigeres (sic)"produkt" wirksam unter die leute bringen, müssen erst noch erfunden werden. falls "messen" dieser art überhaupt eine zukunft haben. aber es stimmt schon: wirklich brillante E2.0-berater und startups, die mir einfallen, sind entweder einzelkämpfer (thomas vander wal auf infocloud.com) oder doch small businesses (headshift.com, dicole.com). das ist auffallend und steht in umgekehrtem verhältnis zur objektiven relevanz dieser entwicklung. was es braucht, sind wohl stärkere brands, die sich mit der zeit herauskristallisieren werden (Headshift als McKinsey 2.0) und das definieren von greifbaren "produkten" aus werkzeugen, templates, methoden (bei aller wolkigkeit und modularität).

  • Martin Koser

    06.07.09 (09:00:41)

    Interessant, den traurigen Eindruck von der Enterprise 2.0 Conference teilen sicher nicht alle - aus meiner Beschäftigung mit den Berichten von Teilnehmern, sowohl auf Twitter als auch in verschiedenen Blogs lese ich eher heraus dass die Konferenz ein Erfolg war. So schreibt bspw. Bill Ives "I greatly enjoyed this years Enterprise 2.0 conference in Boston. This is the third year that I have participated and I feel it has gotten better each year." Es ist ja kein Zufall dass die Veranstalter bereits eine Neuauflage im Herbst in San Francisco planen (und ja, ich weiß dass Konferenzveranstalter andere Metriken an den Erfolg bzw. die Zukunftsaussichten eines Themas anlegen). Auch in Europa gibt es Veranstaltungen zum Thema - dass ich den Enterprise 2.0 SUMMIT erwähne ist klar (ich begleite die Veranstaltung als Community Manager und habe auch bei der Gestaltung der Agenda mitgewirkt, das nur als sicherlich notwendiger Disclaimer). Das Thema liegt mir aber auch als Enterprise 2.0 Berater und Blogger am Herzen - und es leitet mich zur Ergänzung von Martin Lindners Kommentar, mit dem ich ansonsten übereinstimme. In der Tat, er hat Recht, der Beitrag geht sowohl "am Problem als auch an der Lösung vorbei". Zwar vermute ich dass Sie dem Enterprise 2.0 Thema wohlwollend gegenüberstehen, aber auch wohlwollende Kritik kann fehlgeleitet sein, auch wenn ich viele Punkte ihrer Diagnose genauso sehe ... Vielleicht liegt es ja an der Grundprämisse, dem Suchen nach einer "neuen disruptiven Welle in der Unternehmens-IT"? Und in Verbindung damit dem Suchen nach einem "coolen Enterprise 2.0 Start-up" das in der Lage ist dem Sharepoint-"Monster" gegenüberzutreten? Nun ja, Enterprise 2.0 sollte aus meiner Sicht nicht als neue Softwarekategorie verstanden werden, die dann auf Branchenmessen an den unbedarften Unternehmenskunden gebracht wird. Das - ich nenne es mal "Konzept Enterprise 2.0" - bedarf viel mehr Beratungsleistung, eben weil es mit veränderten Unternehmensstrukturen, -strategien und sicher auch "organizational capabilities" zusammenspielt. Das kann kein greifbares Produkt (oder eine Produktkategorie) sein, mit berechenbaren Preisen und feststehenden Vorgehensweisen der Einführung. Die Rückführung der Überlegungen auf Andrew McAfees Definitionsversuch von der "freeform (and emergent) use of social software in the enterprise" ist hier eine wichtige Spur: Es geht mehr um flexible und adaptive "Lösungen", insgesamt um Facilitation und Change Management, denn um vorgefertigte und als Produkt verkaufsfähige Softwarepakete. Und hier gibt es durchaus fähige Berater (und Beraternetzwerke) die dabei helfen können die Konzepte an die Erfordernisse der Unternehmen anzupassen. Dass diese nicht immer sehr laut trommeln hängt manchmal ja auch damit zusammen dass sie damit beschäftigt sind Enterprise 2.0 Projekte zu machen. Ganz nach dem Motto "Just do it". Martin schreibt hier dass es vor allem Einzelkämpfer sind - das sehe ich aber nicht so. Die Szene ist hochgradig vernetzt, kennt einander und arbeitet auch zusammen um das Thema zu fördern. Dass wir noch keine etablierten Großunternehmen in der E2.0-Beratung haben ist so aus meiner Sicht zu verschmerzen - der Kunde kann im Einzelfall mehr von der langjährigen Erfahrung und dem "social capital" der vernetzten Spezialisten profitieren. Dass (IT-)Systemhäuser dabei manchmal das Doing in Bezug auf die Werkzeuge übernehmen ist dann quasi Arbeitsteilung. Und klar, stärkere Brands der Berater wären von Vorteil, zum Teil werden diese durch Mundpropaganda und erfolgreiche Projekte entstehen, zum Teil werden sie bereits bewusst geschaffen, inclusive einem Satz an Gestaltungsheuristiken des Enterprise 2.0 ("Werkzeugen, Methoden, Prinzipien des Vorgehens"). Abschließend - das Thema Enterprise 2.0 ist aus meiner Sicht größer als auf den ersten Blick zu erkennen, gerade weil es nicht nur um die (IT-)Tools geht. Die (richtige) Vermutung dass es an den Organisationskulturen hängt darf uns dann nicht ausbremsen, sondern wir müssen daran arbeiten Argumente wie "unpassende Unternehmenskultur" oder auch "fehlender RoI" anzugehen. Gerade letzteres ist aus meiner Sicht oft ein schwaches Argument: Viele Fallstudien beweisen den großen Nutzen der Enterprise 2.0 Aktivitäten. Hier schließt sich dann letzlich auch der Kreis zu gutgemachten Enterprise 2.0 Konferenzen an denen eben nicht nur Softwareanbieter ihre Produkte feilbieten, sondern Praktiker ihre Erfahrungen und Learnings teilen.

  • Alex

    06.07.09 (11:34:51)

    Ich möchte mich eigentlich den beiden Martins anschließen und nur kurz einen Punkt aus dem Post herausgreifen: "Microsoft verkauft also mit SharePoint keine Kulturrevolution, sondern einfach ein paar neue Features. Und das finden die meisten Business-User absolut ausreichend." Der erste Satz ist richtig. Wie sollte MS auch eine Kulturrevolution verkaufen? Und die Strategie von MS geht ja auch auf. (noch?) Aber wer sagt denn, Andreas, dass das was MS bietet für die meisten Nutzer völlig ausreichend ist? Oder um noch weiter vorne anzufangen: Ausreichend für was? Die Frage für mich ist nicht: Enterprise 2.0 - ja oder nein. Sondern wie offen, wie innovativ, wie hierarchisch ist ein Unternehmen und könnten o.g. Konzepte und Social Software etwas dazu beitragen das Unternehmen nach vorne zu bringen. Gott sei Dank haben die meisten großen deutschen Unternehmen das Potential von Enterprise 2.0 bereits erkannt. Und die kleineren werden folgen, nur Geduld. Ich kenne zumindest kein großes, deutsches Unternehmen das sagt: "Ne, wir machen da nix. Das brauchen wir nicht" Du, Andreas? Insofern braucht man über die "Studie" nicht groß zu diskutieren. Die Schlosserei meines Vertrauens darf auch gerne weiter ohne Weblog & Wiki arbeiten. Die haben wirklich andere Sorgen.

  • Stefan Hauptmann

    06.07.09 (13:00:11)

    Ein interessanter Aspekt wurde hier genannt: Das Denken in Produkten. Martin Lindner hat es angesprochen: was es braucht, sind wohl stärkere brands [...] und das definieren von greifbaren “produkten” aus werkzeugen, templates, methoden (bei aller wolkigkeit und modularität). Das sehen wir bei cm|d genauso. Deshalb haben wir mit dem cm|navigator eine Methode zum Identifizieren von First-Adopters und potentiellen E2.0-Wachstumsinseln entwickelt (bestehend aus Online-Fragebogen und Auswertungsmechanismen). Sorry, das ist jetzt ein bisschen Werbung gewesen. Aber ich will damit das Argument von Martin Lindner bestärken, dass wir in Produkten (bzw. definierbare Serviceleistungen) denken sollten, uns also Gedanken um eine mögliche Differenzierung des (äußerst komplexen) Implementierungsprozesses machen sollten.

  • Patrick Franken

    08.07.09 (21:54:05)

    Wer Enterprise 2.0 nur als "Einsatz typischer Web-2.0-Tools wie Wikis, Blogs, Social Tagging und Social Networks in Unternehmen" versteht, wird meines Erachtens dem Begriff nicht gerecht. Ich kann mich nur dem Kommentar von Martin Koser anschließen. Enterprise 2.0 nur als Softwarekategorie zu begreifen, verkennt das Potenzial. Vielmehr bietet das Konzept die Möglichkeit völlig neuer Wege der Kommunikation, Kollaboration und des Wissensmanagements. Ich möchte dabei keines Wegs in die Kerbe "disruptiver Trend" schlagen. Wandel, vor allem (unternehmens-)kultureller Wandel findet meist langsam und stetig statt. Deshalb stimme ich auch in diesem Punkt Martin zu: Softwarelösungen sind nur unterstützendes Mittel zum Zweck. Nicht die Technologie steht an erster Stelle, sondern die Strategie. Und der Erfolg der Implementierung von Enterprise 2.0 Stratgien und Technologien hängt maßgeblich zusammen mit dem richtigen Change Management, d.h. der individuellen Analyse des Unternehmens und seines Umfeldes, der Auswahl geeigneter Maßnahmen und der begleitenden Umsetzung, und ist damit am Ende eine Beratungsleistung.

  • Andrea Back

    09.07.09 (15:49:07)

    Man sollte nicht zu früh enttäuscht sein, Enterprise 2.0 hat wenig mit erfolgreichem Software-Rollout zu tun, sondern damit, wie die Werkzeuge in der Arbeitspraxis und in den Geschäftsprozessen tatsächlich genutzt werden. Ein Wiki ist ja auch nicht nur die Wiki-Software, sondern im Kern "the wiki-way". Wir haben es im weitesten Sinne mit Geschäftsprozess-Innovationen zu tun, bei denen die neuartigen Softwareprodukte die Rolle des "Enablers" spielen. Auch bindet das "Change Management" in vielen Unternehmen noch viele Energien, die herkömmlichen Softwareprodukte (ERP, Business Intelligence) in der Nutzung zu verankern, da steht es mit der Nutzungsakzeptanz auch nicht zum Besten. Die Verhaltensänderungen der viel weniger strukturierten, kollaborativen Prozesse, brauchen Zeit und laufen in Entwicklungsschritten ab. Auch der Nutzen von Sharepoint für die Unternehmen wird sich aus der Nutzungspraxis ergeben, nicht aus der Anzahl installierter Lizenzen.

  • Philipp Königs

    09.07.09 (16:08:07)

    Es ist schon erstaunlich das Sharepoint tatsächlich auch nur in die Nähe von Social Software gerückt wird. Sharepoint ist doch in erster Linie die Möglichkeit Dokumente wiederzufinden, gebunkertes Wissen in Dokumenten scheinbar wiederfindbar zu machen und den Menschen als Wissensträger in den Hintergrund zu rücken. Sollte eine Social Software Suite nicht den Zugang von Wissensträgern untereinander vereinfachen: Mit Profilen ala Facebook, mit Communities, mit Wikis, und einer echten guten Tagging-Funktion. Filesharing ist dann zwar auch noch nice to have, aber bei einer guten Suite ein "eh da Feature"!

  • Joachim Niemeier

    10.07.09 (11:02:57)

    Vielen Argumenten meiner Vor-Kommentatoren stimme ich zu. Vielleicht noch zwei zusätzliche Gedanken: - Eine disruptive Technologie setzt voraus, dass man etwas verdrängen kann. Aber welche IT-Lösungen werden denn durch Enterprise 2.0-Technologien dann verdrängt werden? Sicher nicht die prozessorientierte IT, die wird man weiter brauchen. Enterprise 2.0 zielt nicht auf die Effizienzsteigerung von strukturierten Unternehmensprozessen ab, sondern auf Kommunikation, Kooperation und Partizipation. Und hier kann man aus der IT-Perspektive, um im Jargon zu bleiben, in vielen Unternehmen nur einen "Greenfield"-Ansatz fahren. Ok, E-Mail könnte verdrängt werden. Aber auch darüber muss man nochmals nachdenken. - Das "Kulturproblem" kann man heute auf eine sehr einfache Formel reduzieren. Ähnlich wie schlechte Unternehmensprozesse nicht durch die Einführung einer prozessorientierten IT automatisch besser wurden (sondern nur dadurch, dass sich das Unternehmen an die interne Prozesslogik der Software angepasst hat) führen Enterprise 2.0-Lösungen nicht automatisch zu mehr Kommunikation, Kollaboration und Partizipation. Und hier kommt ein aus meiner Sicht spannender Punkt: Enterprise 2.0 hat als Charakteristik die "Freeform", d.h. es gibt z.B. keine interne Prozesslogik, die man einem Unternehmen "überstülpen" kann. Daher sind für mich solche Unternehmen Kandidaten für Enterprise 2.0, die bereits bislang ein "gute" IT hatten und in ihren Management- und Führungsprozessen schon einen bestimmten Reifegrad erreicht haben. Dass die Enterprise 2.0-Bastellösungen schief gehen - ich denke dazu hat jeder eine Menge an Fallbeispielen im Hinterkopf.

  • Michael Hafner

    17.07.09 (07:46:25)

    25 % der Unternehmen sind e 2.0? - Diesen Wert halte ich fuer uebertrieben; da liegt die E 2.0 Huerde wohl recht niedrig. Interessant finde ich das Coolness-Problem, dem ich schon iefter begegnet bin. Darin sehe ich allerdings auch die groesste Ueberlebenschance. Wer mit Buzzwords hausieren geht, wird zu Recht vor die Tuer gejagt. Wer mit kleinen Mitteln zumindest einmal etwas bewegen kann, hat eine passende Ausgangsposition geschaffen, um mehr zu machen. Problematischerweise geht das oft im Kreis: Kleine Veraenderungen haengen oft von grossen Voraussetzungen ab - und das laehmt und dauert halt ein bisschen. Auch das kann ja wieder eine Staerke sein mit Zeit fuer Vorbereitung, Tests, organisatorischen Begleitmassnahmen laesst sich auch ein risikoaverser CEO leichter ueberzeugen...

  • Alexander Stocker

    11.08.09 (12:05:55)

    Für Enterprise 2.0 Interessierte: Die Veranstaltung I-KNOW 09 (http://i-know.tugraz.at/), welche von 2.-4. September in Graz (Österreich) stattfindet, bietet Vorträge und Diskussionen folgender Themen an: Future Internet, Wissenstechnologien, Knowledge Management Education sowie Wissensmanagement-Software and Services, Wissensmanagement in China, Semantic Web... Rund 400 internationale TeilnehmerInnen werden auf der I-KNOW 09 unter dem Generalthema „technologiegestütztes Wissensmanagement“ praxisnah innovative Konzepte und Anwendungen sowie Erfahrungen aus der erfolgreichen Integration von Web 2.0 und Semantischen Technologien in der Business-Welt diskutieren.

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