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24.10.12 07:46

, von Martin Weigert

Empfehlungsportale: Yelp kauft Qype

Das US-Empfehlungsportal Yelp kauft den aus Hamburg stammenden Konkurrenten Qype für 50 Millionen Dollar.

Das börsennotierte US-Empfehlungsportal Yelp hat in einem Blogbeitrag bekanntgegeben, den deutschen Konkurrenten Qype zu übernehmen. 50 Millionen Dollar soll Yelp laut TechCrunch für das aus Hamburg stammende Startup auf den Tisch gelegt haben, in Bar sowie in Aktien.

Ganz überraschend kommt die Akquisition nicht. Beide Dienste wildern in den gleichen Gewässern, und während Yelp in den USA eindeutiger Marktführer ist, konnte sich der Konkurrent aus Norddeutschland bisher in Europa und da insbesondere in den Kernmärkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich relativ gut gegen den Kontrahenten behaupten. Im Sommer 2010 lancierte das 2004 in San Francisco gegründete Unternehmen eine deutsche Version, ohne hierzulande jedoch in den zwei Jahren seitdem nennenswerte Bedeutung erlangen zu können.Beide Portale erlauben Nutzern das Bewerten und Kommentieren von gastronomischen Einrichtungen, Geschäften und sonstigen Orten. Mehr als zwei Millionen derartige Reviews sind bei Qype zu finden, das monatlich von 15 Millionen eindeutigen Besuchern angesteuert wird. Yelp dagegen listet ganze 30 Millionen Bewertungen und wird von 78 Millionen Unique Visitors pro Monat besucht.

Qype wurde 2006 von Stephan Uhrenbacher gegründet und bezeichnet sich als "Europas führendes Empfehlungsportal". 2009 verließ Uhrenbacher seinen Posten als CEO und wechselte in den Qype-Beirat, kehrte allerdings einige Zeit später in eine etwas operativere Rolle zurück. Mittlerweile ist er vor allem mit seinem neuesten Startup 9flats, einem Konkurrenten zu Airbnb, beschäftigt. Auch wenn leicht ein anderer Eindruck entstehen kann: Uhrenbacher betont gern, dass er Yelp gar nicht kannte, als er mit der Entwicklung von Qype begann.

Eine Fusion beider Angebote erscheint angesichts der identischen Tätigkeitsbereiche und das offensichtlichen Vorteils für Anwender, auf beiden Seiten des Atlantiks die gleiche Empfehlungsplattform verwenden zu können, sinnvoll. Mittlerweile sehen sich Yelp und Qype verstärkt dem Wettbewerb durch Google und foursquare ausgesetzt. Letzter Dienst hat erst jüngst eine webbasierte Suchmaschine für Locations lanciert, die auch von Nicht-Mitgliedern genutzt werden kann. Stephan Uhrenbacher berichtete einst in einem Interview mit netzwertig.com, dass in der Vergangenheit auch eine Kooperation mit foursquare angedacht war, die dann aber zugunsten eines Qype-spezifischen Check-In-Systems nicht realisiert wurde.

“Wir befinden uns eindeutig auf dem Weg in die Profitabilität”, so zititierte deutsche-startups.de Qype-Geschäftsführer Ian Brotherston im Mai dieses Jahres. Die Monetarisierung erfolgt über Premium-Produkte für Geschäftsinhaber, die eine höhere Sichtbarkeit innerhalb des Portals erlauben. Laut Crunchbase hat Qype insgesamt 23,1 Millionen Dollar Risikokapital eingesammelt. Auch Yelp wartet bisher auf den Break-Even.

Mit genauen Details, was mit Qype passieren wird, hält sich die neue Besitzerin momentan noch zurück. Mit einer schrittweise Verschmelzung beider Dienste und vor allem der Locationdatenbanken ist zu rechnen.

Yelp kooperiert mit Apple im Rahmen von dessen unpopulären iOS-Kartendienst. Die Qype-Übernahme könnte zur Folge haben, dass die Qualität und Quantität der Informationen in Apple-Karten sich in Märkten mit starker Qype-Präsenz demnächst verbessert.

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Kommentare: Empfehlungsportale: Yelp kauft Qype

Wenn Yelp die Qype Datenbank integriert wird Apple Maps in Deutschland gleich ein gutes Stück benutzbarer.

Diese Nachricht wurde von Lukas am 24.10.12 (08:08:24) kommentiert.

Die Ankündigung im Yelp Blog hört sich für mich so an, als würde Qype nicht mehr lange bestehen. Yelp sollten versuchen den Prozess schnell abzuwickeln und alle Bewertungen und Nutzer zu übernehmen. Ich finde die Übernahme gut und hoffe, dass Yelp neuen Schwung bekommt und lokale Bewertungen wieder vorantreibt. Was passiert mit den ganzen Aufklebern? ;)

Diese Nachricht wurde von Jan Firsching am 24.10.12 (08:26:21) kommentiert.

Wenn man eine doppelte Liquipräf annimmt, bleiben also beachtliche 4 Mio USD oder 3 Mio EUR für die Gründer - und das nach 5 Jahren.

Diese Nachricht wurde von Ferdi am 24.10.12 (08:48:44) kommentiert.

Macht absolut Sinn für die Unternehmen und auch die Nutzer. Ich hätte gedacht das qype etwas teurer wäre, aber nun gut.

Diese Nachricht wurde von Thomas Müller am 24.10.12 (16:16:51) kommentiert.

Bei den grossen Onlinetelefonbüchern (Die die es früher als Papier gab) stoße ich immer mal wieder auf das Bewertungsportal Golocal. Wenn die hier jedoch nicht mal erwähnt werden, sind die überhaupt noch "Thema"? Oder anders gefragt: Bei welchem Anbieter kann ich relativ sicher sein, dass meine -hoffentlich mühsam - erstellten Bewertungen auch morgen noch da sind?

Diese Nachricht wurde von Frank am 25.10.12 (07:45:47) kommentiert.

Golocal... hört an wenig von. Muss aber nichts heißen.

Bei welchem Anbieter kann ich relativ sicher sein, dass meine -hoffentlich mühsam – erstellten Bewertungen auch morgen noch da sind?
Wahrscheinlich bei keinem.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 25.10.12 (07:48:19) kommentiert.

Yelp hat in den USA ja einen eher zweifelhaften Ruf. Keine gute Nachricht, wenn solche Methoden auch zu uns rüberschwappen: http://www.eastbayexpress.com/gyrobase/yelp-and-the-business-of-extortion-20/Content?oid=1176635&showFullText=true

Diese Nachricht wurde von Nero am 08.11.12 (08:25:31) kommentiert.
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