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06.03.14Leser-Kommentare

Einzelhandel im Wandel: SugarTrends hat ein Mittel gegen verödende Innenstädte

Weil immer mehr Menschen im Internet einkaufen, entwickelt sich der lokale Einzelhandel zu einer aussterbenden Gattung. Das Kölner Startup SugarTrends will die Entwicklung stoppen.

SugarTrendsDie Furcht vor den verödenden Innenstädten geht um, und der E-Commerce ist schuld. Anders als von Pessimisten befürchten, müssen die Folgen der Verlagerung von Einkäufen ins Internet auf lange Sicht zwar für die Stadtzentren gar nicht unbedingt negativ ausfallen. Doch speziell in der Übergangsphase, in der viele Ketten und lokale Geschäfte verschwinden, kommt erst einmal eine Herausforderung auf uns zu. Christian Schwarzkopf und Tim Lagerpusch glauben, einen Weg gefunden zu haben, der den klaren Trend weg vom stationären Handel hin zum Internet abfedern kann. Ihr Rezept: Sie verbinden beide Aspekte miteinander. SugarTrends

Mit SugarTrends haben sie im vergangenen Jahr ein E-Commerce-Angebot gestartet, bei dem unabhängige lokale Händler aus aller Welt ihre Produkte zur Onlinebestellung feilbieten. Im Gegensatz zu Webmarktplätzen wie eBay, Etsy oder Dawanda ist das Vorhandensein eines stationären Geschäfts Voraussetzung, um bei SugarTrends mit einem Microshop vertreten sein zu dürfen. Auf diese Weise will das Gründerduo dafür sorgen, dass Ladenbesitzer vom Boom des Onlinehandels profitieren, ohne dass dabei lokale Strukturen zerstört werden.

Boutiquen und Geschäfte erhalten bei SugarTrends ein eigenes, persönliches Profil, und Käufer finden auf Produktseiten jeweils Informationen zu dem anbietenden Laden, inklusive Foto und Angaben zu den Inhabern. Damit möchte das Kölner Startup sicherstellen, dass Anwender während des Shoppings ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf die Produkte richten sondern auch darauf, wer ihnen diese offeriert. Wer will, kann auf den Profilen der Läden stöbern oder sich auf den Geschmack bringen lassen, dem Geschäft einen persönlichen Besuch abzustatten.

Die SugarTrends-Macher Christian Schwarzkopf und Tim Lagerpusch, die das Unternehmen bislang aus eigenen Mitteln finanzieren, halten ihren Dienst gegenüber eigenen Online-Shops einzelner Geschäfte für deutlich überlegen. Durch die Bündelung vieler Läden und Produkte steige das Suchmaschinenranking. Zudem biete der Dienst ein grosses Netzwerk von Einzelhändlern, die sich gegenseitig beraten oder auch gemeinsame Projekte initiieren. Kunden wiederum verspricht das Unternehmen ein gutes Gewissen, mit einem Einkauf das individuelle Städtebild zu unterstützen. Zudem können User bei Fragen auch spontan in einem Shop anrufen und sich zu Produkten beraten lassen. Etwas, das bei E-Commerce-Giganten oft schwierig bis unmöglich ist.

Um bei SugarTrends mit einer Präsenz und Produkten vertreten zu sein, müssen Läden bestimmten Qualitätsanforderungen erfüllen. Über SugarTrends bestellte Produkte verschicken Geschäftsinhaber selbst. Die Zahlungsabwicklung übernimmt das Startup und überweist die Kaufsumme abzüglich einer Umsatzprovision daraufhin an den Händler. Bislang konnten die Rheinländer laut eigener Aussage 45 Einzelhändler aus 18 Städten in zehn Ländern zur Teilnahme bewegen.

Damit SugarTrends tatsächlich ein Erfolg werden soll, muss es Käufern so viel faktischen und emotionalen Mehrwert bieten, dass die Nachteile des Konzepts, wie variierende Lieferbedingungen oder ein zunächst begrenztes Angebot, in der Hintergrund treten. Effiziente, rationale Schnäppchenjäger werden der Site wenig abgewinnen können. Die Zielgruppe rekrutiert sich aus Personen, die gerne flanieren und Wert auf hochqualitative und originelle Produkte legen - und die dazu das Gefühl schätzen, den lokalen Einzelhandel am Leben zu halten. Selbst wenn sie dazu ihre vier Wände nicht verlassen. /mw

Link: SugarTrends

Kommentare

  • Andre

    06.03.14 (09:25:25)

    Im Großen und Ganzen hört sich dieses Model ja vielversprechend an. Aber ob sich das auch wirklich nachher so durchsetzen lässt, da bin ich doch noch ein wenig skeptisch...

  • Christopher

    06.03.14 (19:42:32)

    Ich finde das mal endlich ne klasse Sache im E-Ecommerce Bereich. Weg von dem Schund und schnellem Billigshoppen. Außerdem kann man so doch mal auch was von den kleinen Läden in Berlin, Paris & Co. kaufen, bei denen man nicht mal eben vorbeilaufen kann. Viel Erfolg, das könnte mal ne große deutsche Sache werden.

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