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09.09.14Leser-Kommentare

Einstiges Trend-Thema floppt: Social Gifting-Pionier Wrapp gibt bisheriges Modell auf

Social Gifting war einst ein Thema, in das Startups und Netzgiganten wie Facebook ihre Hoffnungen steckten. Doch die Rechnung ging nicht auf. Nach Facebook gibt nun auch der Pionier in dem Segment, Wrapp, sein bisheriges Modell auf.

WrappVor zweieinhalb Jahren waren über soziale Netzwerke verbreitete Geschenkgutscheine kurzzeitig ein Thema, welches die Webbranche bewegte. Nachdem das schwedische Startup Wrapp eine Finanzierung von den Gründern von Skype und LinkedIn erhalten hatte, machte sich Rocket Internet mit DropGifts umgehend auf, das Konzept des Mixes aus kostenpflichtigen und kostenfreien, an Kontakte im Social Web zu verteilenden Gutscheinen nachzubauen. Quasi zeitgleich lancierte Facebook seinen Dienst “Gifts”, der in eine ähnliche Richtung ging.

Doch das Geschäftsmodell digitaler Geschenkgutscheine erwies sich als weitaus weniger lukrativ als erwartet. Im Sommer dieses Jahres legte Facebook sein Angebot auf Eis. Bei Dropgifts gab es zwar Mitte 2012 noch eine größere Finanzierungsrunde und im Frühjahr 2013 expandierte der Service sogar in die USA. Seitdem hat man jedoch nichts mehr von dem Projekt gehört. Den letzten Tweet gab es ebenfalls im März 2013. Die Facebook-Page existiert gar nicht mehr. Üblicherweise ein schlechtes Zeichen.

Jetzt zieht auch das Vorbild Wrapp den Stecker. Gründer Hjalmar Winbladh erklärte gegenüber dem schwedischen Wirtschaftsblatt Dagens Industri, dass das Startup sein US-Abenteuer beenden wird. Der Fokus liege vorläufig ganz auf dem heimischen Markt. Wie sich jetzt herausstellt, wurde die vor zwei Jahren veröffentlichte deutsche Version bereits still und leise begraben.

In Schweden will Winbladh nun auf ein ganz neues Modell setzen: Wrapp wird eine eigene Mastercard-Bezahlkarte herausgeben. Diese erlaubt es Händlern, Wrapp-Nutzer am Point of Sale zu identifizieren und ihnen anschließend über die App Sonderangebote, Rabatte und Treuegutscheine zukommen zu lassen. Gleichzeitig sollen Konkurrenten von Handelsketten die Gelegenheit erhalten, mit Kunden ihrer Rivalen auf diesem Weg Kontakt aufzunehmen, sofern die Wettbewerber von der Wrapp-Option nicht Gebrauch machen. Eine listige Idee, die in einem kartenaffinen Land wie Schweden einen Versuch wert ist. Auch wenn ein solcher Dienst früher oder später von mobilen Bezahllösungen abgelöst werden dürfte. Wrapp wird darauf spekulieren, rechtzeitig eine hinreichend große Verbreitung zu erreichen, um mittelfristig den Zwischenschritt über die physische Karte überspringen zu können. Wrapp würde dann selbst zu einem Bezahlservice avancieren.

Warten wir ab, ob DropGifts nachzieht. /mw

Kommentare

  • Dropgifts

    11.09.14 (22:04:13)

    "Warten wir ab, ob DropGifts nachzieht." - Dropgifts gibt es seit Ende 2012 gar nicht. Es wurde sehr leise ausgeschaltet. Mit der Finanzierung hat das Team CupoNation gegründet. Mittlerweile funktioniert die App auch nicht mehr "App Not Setup: The developers of this app have not set up this app properly for Facebook Login." Nächstes Mal wäre eine gründlichere Recherche wünschenswert.

  • Martin Weigert

    11.09.14 (23:15:41)

    Die Website ist nach wie vor online.

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