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18.03.14Leser-Kommentare

Einfach mal zu Hause bleiben: Warum die Möglichkeiten des Home Office immer noch unterschätzt werden

Heimarbeit ist in Deutschland auf dem absteigenden Ast. Dabei ist die Möglichkeit gerade bei Webworkern eine gute Alternative, die auch immer größeren Verkehrsproblemen entgegen wirken kann. Es wird Zeit, mit einigen Vorurteilen gegen das Home Office aufzuräumen.

Meinem Wohnort Bonn droht heute ein Verkehrsinfarkt. Bereits seit einer Woche sorgt die Sperrung einer Brücke im Bundesviertel für massive Probleme, nun kommt auch noch ein ganztägiger Streik im Öffentlichen Dienst hinzu, der den Nahverkehr trifft. Den ganzen Tag über sollen in der Stadt kein Bus und keine Bahn fahren. Und das, wo täglich rund 125.000 Menschen nach Bonn pendeln und etwa halb so viele die Stadt zum Arbeiten verlassen. In eurem Wohnort sieht es angesichts der Warnstreiks in mehreren Bundesländern womöglich ähnlich aus.

Ich werde mir das Chaos mit einer Tasse Kaffee von meinem Balkon aus anschauen. Häme ist das nicht, aber verstehen kann ich ebenso wenig, wie unpopulär das Arbeiten von zu Hause aus geworden ist, dass viele Arbeitgeber wie die derzeitige Yahoo-Chefin Marissa Mayer es strikt verbieten, Arbeitnehmer eher Nachteile fürchten und Heimarbeit laut einer aktuellen DIW-Studie sogar ein rückläufiger Trend ist. Trotz des Pendelstresses, trotz Smogs in Metropolen wie Paris oder Peking. Vielleicht ist es an der Zeit, mit einigen Mythen des Home Office aufzuräumen.

Mythos 1: Im Home Office macht man alles außer arbeiten

Es ist sicher richtig, dass ein Home Office, wenn es eine neue Arbeitsumgebung ist, erst einmal ein wenig Eingewöhnung braucht. Anfangs gibt es viele Ablenkungen, die man auch gerne annimmt. Doch spätestens, wenn ein Termin drängt, arbeitet es sich im Home Office genauso konzentriert wie im Büro, wenn nicht besser. Ablenkungen gibt es im Büro auch - Kollegen, das Radio, je nach Büroform auch ein gläsernes oder ein Großraumbüro. Nach gut einem Jahr wieder im Home Office arbeite ich deutlich konzentrierter als ich es zuletzt im Büro tat, wo ein Radio lief, Telefone klingelten, wir durch gläserne Büros abgelenkt wurden oder hin und wieder Besuch für andere Abteilungen in Empfang nehmen mussten. Mehr Ruhe als bei mir im Home Office hatte ich bisher nirgendwo sonst und ich arbeite seitdem produktiver denn je.

Mythos 2: Nur im Team sind Mitarbeiter stark

Ein früherer Chef von mir ließ nicht mit sich handeln, und wenn ich ihm zum fünften Mal vorrechnete, dass ich im Home Office produktiver arbeiten würde. Ich hatte anwesend zu sein und am Bürotisch zu sitzen, obwohl meine Arbeit wie jetzt auch zu einem großen Teil aus Webrecherche und dem Verfassen am liebsten kreativer Texte bestand - etwas, was ich an einem anderen Ort viel besser hätte erledigen können. Teambesprechungen sind sinnvoller, wenn alle Kollegen vor Ort sind, klar. Darüber hinaus wird aber in vielen Berufen die Notwendigkeit von Gruppenarbeit in meinen Augen überschätzt. Produktiv ist ein Mensch vor allem dann, wenn er sich selbst verwirklichen kann, nicht jeden Arbeitsschritt mit den Kollegen absprechen muss, sondern konzentriert einer Aufgabe nachgehen kann. Ich sage nicht, dass sich jeder Job für das Home Office eignet, aber für sehr viele Tätigkeiten ist das der Fall.

Mythos 3: Die Kommunikation mit den Mitarbeitern über das Web ist schlecht

Seit ich Ende 2012 bei Blogwerk einstieg, habe ich insgesamt dreimal einige Kollegen persönlich getroffen. Meine Kollegen sitzen aktuell in Zürich, München, San Francisco, der US-Westküste (Kollege Jan Tißler verlegt seinen Arbeitssitz derzeit alle paar Wochen) und im Sauerland. Wir tauschen uns jeweils über Mail und Skype aus. Die Arbeitsorganisation funktioniert dabei fast immer reibungslos und besser als ich sie je in einem Büro erlebt habe. Natürlich kommt es aufgrund der in erster Linie auf Text reduzierten Kommunikation hin und wieder zu Missverständnissen und kleineren Konflikten. Das allerdings kann bei verbaler Kommunikation genauso gut, wenn nicht manchmal sogar eher passieren. Davon abgesehen erlebe ich gerade sogar weniger Kommunikationsschritte (Mail, Skype-Chat und Telefon kombiniert) als bei früheren Büro-Arbeitsstellen. Es stellen sich Automatismen ein und mehr Aufgaben werden erledigt ohne dass vorher darüber diskutiert werden müsste.

Mythos 4: Home Office ist nur für disziplinierte Menschen

Ich bin wahrscheinlich das beste Gegenbeispiel für dieses Vorurteil. Ich gönne mir den Luxus, die Stunde, die ich morgens nicht mit Pendeln verbringe, einfach länger zu schlafen. Wenn mittags ein kleiner Tiefpunkt erreicht ist, lege ich mich manchmal einfach noch einmal für eine halbe Stunde auf die Couch. Manchmal bleibt lästiger Papierkram einige Tage zu lang liegen und mein Schreibtisch könnte auch mal wieder aufgeräumt werden. Das allerdings sind Probleme, die mich Zeit meines Lebens auch bei Bürojobs begleitet haben. Es dürfte an meiner Natur liegen und nicht am Arbeitsumfeld. Mittlerweile allerdings organisiere ich mich gezwungenermaßen zumindest etwas besser als noch vor zwei Jahren. Die Arbeit im Home Office hat mich eher noch disziplinierter werden lassen.

Mythos 5: Es fehlt die klassische Bürostruktur

Die Kantine, den Empfang, den Getränkeautomaten, die Versandabteilung, den Fitnessraum - all das habe ich natürlich zu Hause nicht. Aber ich habe natürlich eine eigene Kaffeemaschine, eine Küche, einen Supermarkt und ein Schwimmbad direkt vor der Tür, eine Packstation zwei Häuser weiter und einen mobilen Kaffeewagen mit dem vielleicht besten Kaffee der Stadt auf einem Platz vor meiner Wohnung. All das ließe sich auch als Großraumbüro verstehen. Auf meinem privaten Blog habe ich das kürzlich einmal auf einer Karte dargestellt. Ich verfüge hier in leicht abgewandelter Form über die gleiche Infrastruktur wie ein Großunternehmen. Es ist alles eine Frage der Perspektive.

Mythos 6: Im Home Office arbeitet man entweder weniger oder nur noch

Es gibt mit Sicherheit mal Tage, an denen ich wenig zu Stande bringe - ich wette aber, euch ergeht es im Büro nicht viel anders. Auch dass man zu viel arbeitet, kommt gerade in der Anfangszeit im Home Office oft vor. Genau das passierte mir allerdings auch in meinem vorherigen Bürojob, bei dem ich oft abends noch einmal in möglicherweise wichtige Arbeitsmails, Leserkommentare oder den Nachrichtenstrom geschaut habe. Auch das halte ich deswegen für kein Problem, das nur das Home Office betrifft. Es ist eine Persönlichkeitsfrage und eine Frage von Zeitmanagement.

Mein Beruf verlangt es, dass ich manchmal abends noch arbeiten muss. Ich nehme mir dafür Ausgleichszeiten am Nachmittag oder manchmal Vormittag. Und weil ich weiß, dass ich eher dazu neige, zu viel zu arbeiten, verordne ich mir selbst Pausen. Meinen Feierabend läute ich in letzter Zeit stets mit einem kleinen, unscheinbaren Ritual ein. Ich schließe auf meinem Rechner auf einen Schlag alle Apps, die etwas mit der Arbeit zu tun haben: Skype, Mail, Twitter, Skitch, das Bildbearbeitungsprogramm und alle dazu gehörenden Browser-Tabs. Danach ist mein Arbeitstag im Kopf beendet. Seit ich wieder im Home Office arbeite, habe ich übrigens noch jeden Termin eingehalten. Druck lässt sich auch außerhalb eines Büros aufbauen.

Mythos 7: Im Home Office vereinsamt man

Ich wohne in einer 2er-WG und tausche mich mindestens einmal täglich mit meiner Mitbewohnerin aus, ich sehe mehrmals in der Woche meine Freundin, ich treffe Freunde, gehe zweimal die Woche in den Sportverein, chatte täglich auf Skype mit Kollegen und meiner besten Freundin, hin und wieder treffe ich einen Freund vor dem mobilen Kaffeewagen vor meiner Haustür, halte Small Talk mit Nachbarn. Auch wenn ich täglich viele Stunden alleine in meinem stillen Kämmerlein verbringe: mir fehlen keine sozialen Kontakte.

Mythos 8: Nicht jeder Job lässt sich von zu Hause aus durchführen

Das ist unbestreitbar richtig. Ein Chirurg kann nur im OP operieren, ein Restaurantchef muss das Essen vor Ort kochen und abschmecken, und wenn Kundengespräche anstehen, muss ein Büro dafür da sein. Und natürlich brauchen wir auch echte soziale Kontakte, selbst wenn es eines Tages vielleicht möglich wird, eine OP mit der nötigen Robotik auch aus der Ferne durchzuführen.

Dann wiederum bin ich überrascht: Meiner jetzigen Tätigkeit ging kein Vorstellungsgespräch voraus, ich habe meine Vorgesetzten vor meiner Beschäftigung nie persönlich getroffen. Ein Problem war das nie. Ein Kunde wünschte sich ein Kennenlerngespräch, für das ich durch die halbe Republik fuhr, wo wir im Grunde bereits bekannte Eckdaten besprachen. Seitdem kommunizieren wir sehr erfolgreich ausschließlich aus der Ferne, meistens per Mail. Wenn auf beiden Seiten Geld im Spiel ist, so meine Erfahrung, dann werden Dinge auch ernst genommen. Eine schlechte Zahlungsmoral habe ich in meinem Leben bisher in der Tat nur ein einziges Mal erlebt - in einer lokalen Redaktion, bei der ich ins Büro kommen musste und die trotz guter Geschäftslage ohne Not meine Rechnungen nicht zahlte.

Nicht alles kann und soll geschehen, ohne dass wir andere Menschen zum gemeinsamen Arbeiten treffen. Aber es ist mehr Heimarbeit möglich als es auf den ersten Blick oft scheint, und zumindest gelegentlich lassen sich viele Aufgaben von zu Hause aus erledigen.

Mythos 9: Der Flurfunk ist unersätzlich

Der informelle Austausch mit Kollegen oder Vorgesetzten an der Kaffeemaschine, am Schreibtisch oder zwischen Tür und Angel: Hier werden wichtige Informationen ausgetauscht, hier werden Konflikte entschärft, Allianzen geschmiedet. Und zugegeben: das bisschen Tratsch macht auch Spaß. Hier fällt mir kein Gegenargument ein: Der Flurfunk fehlt im Home Office eindeutig und lässt sich nur schwer durch mehr Kommunikation auf Skype oder per Mail ersetzen.

Dann wiederum fällt mir das Facebook-Bild jenes Schlaumeiers wieder ein, der in einem Großraumbüro einfach mal eine halbe Stunde ungestört arbeiten wollte. Vor einigen Monaten machte das Bild auf Facebook die Runde. Damit er nicht immer wieder mit den gleichen Fragen malträtiert wurde, bastelte er sich eine FAQ und hing sie sich um den Hals. Keine Frage: Flurfunk ist wichtig, doch an so manchem Tag können die lieben Kollegen auch zu einem Ärgernis werden, dem man sich im Home Office eher mal entziehen kann.

Mythos 10: Nicht jeder ist der Typ dafür, um alleine Zuhause zu arbeiten

Dem widerspreche ich nicht. Jeder Jeck ist anders und es lohnt sich, auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden einzugehen, will man ihre Stärken aktivieren. Manche Menschen lieben es, ins Büro zu gehen und dort nette Kollegen zu treffen. Doch auch das Gegenteil kommt vor. Manch einer arbeitet lieber zu Hause oder in einem Gemeinschaftsbüro oder er verreist in ein anderes Land und arbeitet von dort aus. Nur den Zwang, der in erstaunlich vielen Büros immer noch vorherrscht, jeden Mitarbeiter auf Teufel komm raus täglich im Büro antanzen zu lassen, halte ich für überholt. Gerade in Hinblick auf die Stressgesellschaft und die oft überlasteten Verkehrssysteme in den Städten lohnt es sich, die Vorteile zu durchdenken. Ich arbeite gerne und sehr erfolgreich im Home Office, meine Auftraggeber profitieren davon und ich würde mir wünschen, dass ich immer die Wahl haben werde, was meinen Arbeitsort betrifft. Egal, was die Zukunft auch bringt.

Ergänzung: Mythos 11: Mitarbeiter, die zu Hause arbeiten, entziehen sich der Kontrolle und meutern schlimmstenfalls

Der Autor Tim Ferriss nennt in seinem berühmten Buch "Die 4-Stunden-Woche" den Gang ins Home Office als ersten Schritt, um sich dem oft ermüdenden Hamsterrad des Bürolebens und damit auch einem Stück weit der Kontrolle des Arbeitgebers zu entziehen. Er rät allerdings nicht dazu, die Arbeitsergebnisse schleifen zu lassen. Das könnte sich ein Mitarbeiter, der zu Hause arbeitet, auch nicht erlauben. Die Ergebnisse müssen genauso hoch, wenn nicht besser sein, damit die Maßnahme gerechtfertigt werden kann. Und wenn die Leistung nicht stimmt, hat der Arbeitgeber genug Möglichkeiten an der Hand, die Erlaubnis schnell wieder zu entziehen oder gar Abmahnungen und Kündigungen auszusprechen.

Ich habe eine Genehmigung, im Home Office zu arbeiten, immer als Privileg verstanden und versuche seit jeher, das auch zurückzuzahlen. Ich fühle mich wohl bei einem Arbeitgeber, der mir solche Freiheiten lässt und ich bin bestrebt, hart dafür zu arbeiten, um mir diese Freiheit, die ich ja bei weitem nicht nicht überall hätte, auch zu erhalten. Mit einer 4-Stunden-Woche, so gut das Konzept auch klingen mag, hat meine Arbeit im Home Office übrigens nichts zu tun. Wie oben beschrieben: Ich tendiere eher dazu, zu viel zu arbeiten.

Bildquelle: Brunoderegge via Flickr unter Creative-Commons-Lizenz BY 2.0

Kommentare

  • Ulli

    18.03.14 (10:56:37)

    Der Artikel spricht mir aus der Seele. Vielen Dank. Seit 2 Monaten ist mein Antrag auf Telearbeit unterwegs - durch Instanzen, die keiner versteht. Jeder der irgendetwas zu sagen hat, muss/darf eine Stellungnahme schreiben. Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran, dass mein Antrag genehmigt wird. Das Verständniss der Ablehnung wird sich bei mir wohl nicht einstellen. So wird doch seitens der Vorgesetzten nach jedem nur erdenklichem Ausweg gesucht Telearbeit zu verhindern. Schade... Aber so ist das nun mal hier in Deutschland. Das haben wir schon immer so gemacht, da werden wir nix dran ändern. Das erklärt vielleicht auch, warum Telearbeit hier rückläufig ist.

  • Dieter Petereit

    18.03.14 (12:54:27)

    Kann ich komplett so unterschreiben. Nichts geschönt, nichts weg gelassen. Trifft es voll!

  • Robert

    18.03.14 (13:27:38)

    Irgendwie witzig, aber auch mir hat der Flurfunk bzw. Klatsch und Tratsch nach 2 Jahren im Home Office gefehlt. Für mich funktioniert es aktuell optimal 3 Tage die Woche ins Coworking Office zu gehen (wo mein Mitarbeiter sitzt) und 2 Tage von zu Hause aus zu arbeiten.

  • Sonja

    18.03.14 (14:32:48)

    Danke, stimme voll zu! Zu Hause habe ich die bessere "Kantine", den besseren Kaffee, den besseren Computer, kann Lektüre bequem am Sofa sitzend lesen, mich kurz hinlegen, wenn ich müde werde oder mich gerade nicht ganz wohl fühle. Und vor allem habe ich meine Ruhe! Ich musste ein Jahr in der Firma arbeiten und fühlte mich laufend gestört durch KollegInnen und die Postausträgerin oder den telefonierenden Kollegen. Das Zimmer war unpraktisch eingerichtet, das Essen in der Kantine schrecklich, der Computer hat genervt. Jetzt bin ich wieder freelancerin und kann arbeiten, wann und wo es mir passt oder notwendig erscheint. Wenn mir nichts einfällt, nehme ich die Wäsche ab oder mache einen Spaziergang, wenn ich was erledigen muss, bin ich flexibel. Manchmal merke ich, dass ich nicht mehr "dazugehöre" in der Firma, für die ich teils immer noch arbeiten, aber der "Flurfunk" war zumeist negativ gestimmt und hat viel zu viel Zeit gekostet.

  • Jaroslaw Trachsel, Zürich

    18.03.14 (18:26:45)

    100 % einverstanden mit der Analyse. Der tägliche Wahnsinn auf den Strassen der Agglomerationen hat mich auch zu Fragestellungen geführt, die, in Worte gefasst, auf der Festplatte meines Laptops ruhen. Meine Schlüsse bezüglich DIAGNOSE: 1. Was würden die Nachbarn denken, wenn mein -Auto zuhause bleibt? 2. Mein(e) Lebenspartner(in) würde mich zuhause nicht ertragen - oder umgekehrt. 3. Was würde mein Vorgesetzter/meine Vorgesetzte denken, wenn ich die Frage stelle? 4. Ich mag es im Stau zu stehen. Ungestört!. 5. Wenn ich nicht im Büro bin, wird sicher gegen mich intrigiert. THERAPIE: 1. Initiativen müssen aus der Direktionsetage kommen 2. Bei der Einführung von Home Office Days ist Beratung durch langjährige Praktiker dieses Arbeitsstils nützlich und oft notwendig. 3. Persönliche Kontakte mit Kollegen und Vorgesetzten müssen nach wie vor stattfinden. 4. Spezialisierte Beratungsstellen müssen entstehen. 5. Die grünen und grünliberalen Politiker sollten das Thema packen. 6. Stellentausch und Wohnungstausch muss gefördert werden., um dem Wahnsinn auf den Strassen ein Ende zu setzen. Ich arbeite seit 25 Jahren zuhause und habe mit Beratungen in dieser Sache begonnen.

  • Homes

    18.03.14 (22:51:27)

    Auch ich stimme den Ausführungen zu 100% zu. Schön beschrieben. Den Arbeitgebern geht es aber anscheinend um den Kontrollverlust. Und der wiegt höher als all diese 10 und mehr Argumente. Das Home-Office effizienter und produktiver für beide Parteien sein kann, erfahren allerdings nur die, die es einfach machen.

  • Michael

    19.03.14 (10:12:55)

    Der Artikel hat einen entscheidenden Haken, er ist aus der Arbeits- und Erlebnisperspektive eines nicht repräsentativen Berufstätigen geschrieben: Eines frei flottierenden Autors, der in kein, geschweige denn in ein großes dienstleistendes oder produzierendes Unternehmen eingebunden ist und folglich wenig Einblick in deren völlig andere Gegebenheiten und Anforderungen hat. Medienautoren sind Leute, die über andere Leute berichten, die etwas machen, aber selbst nichts originär Eigenes herstellen. Ein interessanter Beruf sicher, aber ein absoluter Ausnahmeberuf. Produzierende und dienstleistende Unternehmen sind wesentlich auch komplexe, eng verflochtene Kommunikations- und Beziehungseinheiten mit eben diesen Anforderungen, die sich kaum bis gar nicht allein übers Netz bewältigen lassen. Insofern wird Telearbeit allenfalls eine flexible mobile Ergänzungsmöglichkeit der Arbeitswelt bleiben, aber kein nennenswert großer Standard werden. Ich fürchte, der Telearbeits-Traum vom "Einfach mal zu Hause bleiben" ist nur der Traum vom "Einfach mal nicht arbeiten".

  • Sven Wernicke

    19.03.14 (10:14:39)

    Kann ich nur zustimmen, ich mache seit 9 Jahren nix anderes. Aber jetzt bin ich total neugierig: Ein Foto vom mobilen Kaffeewagen würde ich gerne mal sehen. Bitte?

  • Sven Wernicke

    19.03.14 (10:21:54)

    Na, da pauschalisieren Sie aber. Ich bin ebenfalls freiberuflicher Redakteur, betreibe aber genauso eigene Projekte. Nicht "originär Eigenes herstellen" empfinde ich schon fast als Beleidigung, denn kreative Texte schreibt man nicht einfach mal so zwischen dem Aufstehen und dem Kaffeetrinken im Park. Artikel halte ich selbst schon für "Produkte", die konsumiert werden. Das Wort "Telearbeit" lässt darauf schließen, dass Sie bereits etwas älter sind? Vielleicht hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte einiges geändert? Ich jedenfalls kenne mittlerweile etliche Designer, Programmierer, Texter (sowieso), die mit Home Office sehr zufrieden sind. Im Zweifel nutzen sie sporadisch Coworking-Spaces - sollte Ihnen dieses Wort bekannt sein? Zustimmen kann ich aber in einem Punkt auf jeden Fall: Home Office ist nicht für alle Tätigkeiten gleichermaßen geeignet.

  • Jürgen Vielmeier

    19.03.14 (10:27:19)

    Guter Einwurf! Das ist der Punkt, den ich noch vergessen habe. Ich versuche mal, den noch zu ergänzen.

  • Jürgen Vielmeier

    19.03.14 (10:51:06)

    http://www.frau-holle.com/roller.0.html

  • Michael

    19.03.14 (11:14:33)

    Die aufgezählten Berufsgruppen sind großteils freie Mitarbeiter, kleine Dienstleister und Selbstständige - deren Grenzen zur Telearbeit ohnehin fließend sind. Was ICH grundsätzlich verneine, ist die Eignung der Telearbeit von Festangestellten in Unternehmen ab ca. 50 Mitarbeitern aufwärts. Weil Unternehmen spätestens ab dieser Größe (großteils sogar viel früher) ihre Stärke, gemeinsame Kreativität, Produktivität und damit ihre ökonomische Schlagkraft wesentlich aus der Verbindung, Kommunikation und Organisation von Mitarbeitern beziehen. Unternehmen sind Ansammlungen, Verbindungen von Menschen. Diese ökonomischen Konzentrationen von Menschen übers Netz herstellen zu können, ist ein persönlich bisweilen schöner, aber in vielen Branchen und Unternehmen kaum zu verwirklichender Traum. Tageweise vereinzelt durchaus, aber nicht durchgehend als Standard. Insofern dürfte Telearbeit wahrscheinlich ein volkswirtschaftliches Randphänomen bleiben. Zum Thema "originär Eignes". Sicher sind journalistische Texte kreative Leistungen. Aber sie spiegeln in der informellen und kommentierenden Substanz hauptsächlich Anderer Leistungen und keine eigenen Produkte und Dienstleistungen wider.

  • Jürgen Vielmeier

    19.03.14 (11:18:16)

    Statt "es geht nicht" zu sagen, vielleicht einfach mal überlegen, WIE es gehen könnte. Ein gutes Beispiel dafür sind unverzichtbare Mitarbeiter, die man irgendwie doch erreichen kann und die auch im Notfall Aufgaben erledigen können, wenn sie auf Dienstreise oder mal krank sind. Dass das nicht für jeden Beruf geht, bestreite ich nicht (siehe Punkt 8). Könnte ich eine Produktion von zu Hause aus überwachen und im Notfall schnell eingreifen? Eher schlecht. Aber muss ich als Einkäufer, Buchhalter, Personalverantwortlicher, Controller, Vertriebler wirklich jeden Tag im Büro auflaufen? Ich denke, nicht zwingend.

  • Sven Wernicke

    19.03.14 (11:21:42)

    Ah, cool. Also ein Roller.

  • Jürgen Vielmeier

    19.03.14 (11:27:22)

    Unsere Kommentare haben sich überschnitten. Deswegen noch kurz hierzu: "Tageweise vereinzelt durchaus, aber nicht durchgehend als Standard." Das wollte ich mit meinem Text oben auch nicht sagen. Ich wollte nur aufzeigen, dass Home Office per se nichts Schlechtes sein muss und im Prinzip sehr gut funktionieren kann, wenn auch vielleicht mal nur einen oder zwei Tage die Woche - was für viele eine enorme Erleichterung wäre. "Weil Unternehmen spätestens ab dieser Größe (großteils sogar viel früher) ihre Stärke, gemeinsame Kreativität, Produktivität und damit ihre ökonomische Schlagkraft wesentlich aus der Verbindung, Kommunikation und Organisation von Mitarbeitern beziehen." Und das soll nur in einem gemeinsamen Büro möglich sein? Ich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht. Nicht nur hier bei Blogwerk, sondern auch früher bei Turi2. Oder wenn dir Medien als Beispiel nicht als repräsentativ genug gelten, nimm Startups, als aktuell hier vorgestellte Beispiele etwa Triprebel mit Sitz in Hamburg und Graz oder Sociomantic mit Büros an 13 Standorten weltweit. Wie kommunizieren die alle miteinander und wie können die bloß erfolgreich sein?

  • Homes

    19.03.14 (13:43:56)

    Im Prinzip leben wir doch heute in einer Gesellschaft, die immer und überall verfügbar ist und sein muss. Den Feierabend und das Wochenende gibt es nicht wirklich. Ich halte es für einen Spagat, dass man mit Home-Office nicht mehr unter Druck gesetzt wird. Letztendlich zählt in jedem Fall nur das Ergebnis und wie man dies erreicht ist jedem selbst überlassen. Dies bedeutet für mich jedenfalls immer eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu halten.

  • Michael

    19.03.14 (14:14:44)

    Büros an verschiedenen Standorten sind keine Telearbeit, sondern ihr Gegenteil. Und ja, Einkäufer, Buchhalter, Personalverantwortliche, Controller, Vertriebler sind Positionen mit hohem direktem innerbetrieblichem Kommunikations- und Organisationsaufwand. Was man auch nicht unterschätzen darf: Die versammelte Anwesenheit von Menschen in Unternehmen erzeugt bereits die Atmosphäre von eben davon, von Unternehmen - ebenfalls eine wichtige Synthese- und Synergiefunktion. In der Telearbeit hängt jeder einzeln isoliert in seiner Wohnung, auf diesen Positionen in der Regel ein Ding der Unmöglichkeit.

  • Natalija Jamieson

    19.03.14 (15:13:40)

    Ich stimme jedem Deiner Worte zu. Habe die selben Erfahrungen gemacht, obwohl ich in einem eher konventionellen Kader-Job bei einem Grossunternehmen (Swiss Re) gearbeitet habe. Ich durfte selber entscheiden, wann ich mich aus dem Grossraumbüro ins Home Office zurückziehe - wichtig war nur das gelieferte Ergebnis. Stimmen die Rahmenbedingungen (Ruhe, Infrastruktur, Vertrauen), so sehe ich im Home Office nur Vorteile für Arbeitnehmer, Arbeitgeber – und die Umwelt.

  • Homes

    19.03.14 (15:29:01)

    @Michael: Da ist aber jemand vehement dagegen ... ich finde den Vorschlag des Autors sehr gut, nach Möglichkeiten zu suchen, das Arbeitsleben anders zu gestalten. Muss ja nicht für jeden passen. Wenn man jeden Tag 3/4 Stunde Wegzeit zur Arbeit hat, dann sind dies im Monat ca. 30 Stunden, die nicht nur Zeit kosten, sondern auch andere Resourcen (Auto, Sprit usw.) verbrauchen oder sogar verschwenden. Und sind wir nicht in einer Kommunikationsgesellschaft angekommen? Globalisierung usw., für international tätige Firmen stellt sich die Frage doch gar nicht mehr, wo Mitarbeiter X arbeitet. Hauptsache ist, er ist verfügbar über irgendeinen Kanal (Skype, eMail, Telefon o.ä.). Ich habe meine Kollegen in China nur einmal auf einem Meeting kennen gelernt (immerhin) und wir arbeiten dennoch hervoragend zusammen :-)

  • Tom

    20.03.14 (14:37:19)

    Ich sehe nur einen Vorteil: man spart sich die Büromiete... Ich persönlich halte nichts von Home Office, Mythos 1 beschreibt es am besten warum... und was mache ich bei Kundenterminen? Vielleicht möchte der Kunde auch mal das Umfeld seines Dienstleisters sehen? Wie ist der aufgestellt, welche Arbeitsbedingungen herrschen, kann er eine professionelle Arbeit überhaupt abliefern? u.v.m. Als alleiniger Freelancer gehts vielleicht noch...

  • Frank Heuser

    25.03.14 (12:36:49)

    Kann ich alles so bestätigen! Wir betreiben das Home-Office-Konzept jetzt seit 3 Jahren und sind alle sehr zufrieden damit. Mein Kollege Joas Kotzsch hat vor einem Monat dazu auch was gebloggt: http://www.ds-wa.de/2014/02/blogparade-arbeitsplatz-der-zukunft/ ...und Flurfunk!? Den gibt es bei uns Freitag nachmittags in konzentrierter Form bei einem leckeren Kölsch! ;-)

  • Susanne

    01.04.14 (12:30:19)

    Es sollten viel mehrere Unternehmen darauf umstellen meiner Meinung nach. Gerade Eltern würden dadurch viel mehr profitieren. Wichtig ist nur das man regen Kontakt zum Team/Chef hält, damit jeder über jeden über die Aufgaben bzw. Aufträge bescheid weiß.

  • Theresa

    30.11.15 (15:32:15)

    Die Arbeitsweisen verändern sich heutzutage im Minutentakt. Ich finde diesen Artikel sehr gut geschrieben, da er die Idee des Homeoffices sehr unterstützt. Zwei Freundinnen von mir sind vor Kurzem auch zum Homeoffice übergegangen und sind begeistert. Sie können sich ab sofort Ihre Zeit selber einteilen. Ich persönlich bin auch am überlegen, ob eine solche Arbeitsform etwas für mich wäre..

    Nachdem ich deinen Artikel gelesen habe und mich mal generell über das Homeoffice an sich informiert habe, bin ich auf mehrere Artikel gestoßen. Falls man sich gerade in der Gestaltungsphase seines eigenen Arbeitsplatzes befindet, dient der folgende Artikel als große Inspiration: http://www.lionshome.at/de-at/magazine/details/id:59/homeoffice-die-revolution-des-arbeitsplatzes/

    Vielleicht mögt ihr hier auch mal reinschauen. Das Wichtigste ist aber immer, dass man Spaß bei der Arbeit hat.

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