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03.02.09

Eine Lösung für das Spam-Problem?

Eine mögliche Lösung für Spam? Die Idee: Wie Spam aufgebaute Emails werden von Regierungsorganisationen verschickt. Wer auf die enthaltenen Links klickt, wird über die Risiken aufgeklärt. Die Spammer verlieren ihre Profitquelle.

Jeder, der länger als fünf Minuten einen Email-Account sein eigen nennen darf, kennt das Problem Spam:

unerwünschte, in der Regel auf elektronischem Weg übertragene Nachrichten [..], die dem Empfänger unverlangt zugestellt werden und werbenden Inhalt haben.

Spam ist ein Problem, das größer wird. Jährlich werden mehr und mehr Spam-Mails versendet.

Warum? Weil ein Teil der Empfänger von Spam tatsächlich damit beworbene Produkte kauft. Auch wenn diese unbedarften Personen nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen, so reicht die Anzahl aus, um das Versenden von Spam profitabel zu machen:

Eine Studie geht bei Viagra-Spam von einer Konversionsrate von 0,0000081 Prozent aus, dieser Anteil an Empfängern hat also tatsächlich ausgehend von einer Spam-Mail den Versuch eines Einkaufs der besagten Pillen unternommen. Eine andere Studie behauptet gar , dass 29 Prozent der Internet-Nutzer bereits über Spam-Mails etwas gekauft haben.

Welche Zahlen auch zustimmen, Spam wird versendet, weil man damit Geld verdienen kann.

Will man Spam effektiv bekämpfen, muss man sich folgende Frage stellen: Wie kann man diesen Profit schmälern oder gar eliminieren?

Die mögliche Lösung

Ein Autor von Computerworld UK hat folgende Idee:

Eine Reihe von Regierungsorganisationen rund um den Globus senden regelmäßig wie Spam aufgebaute Emails an alle Email-Nutzer. Als Templates liesen sich mit wenig Aufwand echte Spam-Mails verwenden.

Die meisten Leute würden diese ignorieren. Aber ein paar Email-Nutzer - wie immer - würden darauf reagieren. Und das ist gut so: Denn das sind genau die Leute, auf welche die Spammer setzen. Das sind also genau die Leute, die man über die Gefahren und Umstände aufklären muss.

Meist sind das auch die unbedarften Internet-Nutzer, die auf versehentlich Trojaner und andere gefährliche Software auf ihre Rechner lädt.

Die Leute, die bei Spam-Mails durchklicken und sogar etwas darüber kaufen, sind sich nicht bewusst, was hier gerade passiert ist.

Würden diese Menschen sich mit echten Spammails sonst in's digitale Verderben klicken, bekommen sie bei den von den Regierungen versendeten Mails stattdessen einen freundlichen Hinweis, was sie eben gemacht haben und warum das für sie potentiell gefährlich ist.

Kann man diese Personen erreichen und sie über die Gefahren durch Spammails aufklären, kann man die Profite unter Umständen so weit schmälern, dass der Versand von Tausenden von Mails sich nicht mehr oder zumindest nur noch für wenige Spammer lohnt.

Nicht jeder würde auf die Hinweise reagieren und sie ernst nehmen. Aber wie der Autor ganz richtig feststellt: Wer in seinem leichtsinnigen Verhalten einfach unbeirrt weitermacht, würde künftig einfach wieder auf Fakespam von der Regierung und ihre freundliche Hinweise stossen. Immer wieder bis die Message ankommt.

Ähnliche Vorgehen werden bereits eingesetzt, um das Sicherheitsbewusstsein der eigenen Mitarbeiter zu testen. Das U.S Department of Justice etwa sendete Emails mit einem Phishingversuch an seine eigenen Mitarbeiter.

 

Die einzige Frage, die sich mir bei diesem Vorgehen sofort aufdrängt ist, wieviele Spammails die Regierungsorganisationen versenden müssten, um gegen die echten Spam-Mails eine reelle Chance erlangen zu können. Billig wäre das wohl nicht, da es ein recht umfangreicher Versand sein müsste. Andererseits wächst der ökonomische Schaden von Spam mit dessen Volumenzunahmen ebenso an. So dass die Kosten zur Eindämmung wohl gerechtfertigt sein könnten.

 

» Is This the Solution to Spam? (via Techmeme)

(Foto: inuyaki.com, CC-Lizenz)

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