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18.10.10Leser-Kommentare

Ein Trauerspiel: Die Sehnsucht der Medien nach der nächsten Datenschutzlücke

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat in einem "Experiment" eine angebliche Datenschutzlücke bei Facebook "aufgedeckt" und zieht dabei alle Register, um aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.

 

Manchmal ist die Art der Berichterstattung rund um Tech-Themen in den Massenmedien einfach nur traurig. Aktuelles Beispiel dafür: Die von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung "aufgedeckte" "Datenschutzlücke" bei Facebook.

Die FAS beschreibt in dem auch online veröffentlichten Artikel, wie sich durch die Registrierung eines Facebook-Kontos unter Angabe einer existierenden E-Mail-Adresse von Fremden ein Profil unter falschem Namen eröffnen lässt, und wie Facebook anschließend Kontaktvorschläge von Menschen anbietet, welche die zur E-Mail-Adresse gehörende Person kennen könnten. Die Zeitung beschreibt, wie sich auf diesem Weg herausfinden lässt, mit welchen Personen Fremde in Kontakt stehen.

Facebook generiert seine Vorschläge nämlich aus der Option für Mitglieder, ihre Adressbücher nach Bekannten zu scannen, die ebenfalls bei Facebook angemeldet sind. Dabei werden auch alle anderen E-Mail-Adressen gespeichert, um einem später hinzustoßenden neuen Mitglied sofort Vorschläge für Facebook-Freundschaften machen zu können.Kritik wird von der FAS neben der Möglichkeit des Zugangs zu Namen und Profilfotos zudem daran geäußert, dass sich mit Hilfe des beschriebenen Verfahrens auch Kontakt mit Fremden aufnehmen lässt, die davon ausgehen, es mit Bekannten oder Freunde zu tun zu haben. Möglich wird all dies dadurch, dass Facebook bei einer Neuregistrierung zwar eine Mail mit einem Bestätigungslink an die jeweilige Adresse schickt, die Bestätigung jedoch nicht zur Voraussetzung macht, um sofort mit dem neuen Profil netzwerken zu können.

Bevor ich beschreibe, wieso ich beim Lesen der FAS-Story die Hände über dem Kopf zusammenschlug, möchte ich anmerken, dass ich den fehlenden Zwang zur Aktivierung eines Kontos für unglücklich halte. Facebook setzt hier einmal mehr das eigene Ziel des explosiven Wachstums vor im Web geltende Konventionen zur Verhinderung von Missbrauch, die sich bewährt haben. Aber: Auf der von 1 bis 10 reichenden Dramatik-Skala platziert sich die Problematik irgendwo zwischen 1 und 2. Der FAS-Artikel suggeriert eher eine 8-9.

Nun zu den verschiedenen Kritikpunkten an dem "Experiment" der FAS:

Alter Wein in neuen Schläuchen

Vor einer Woche hatte sich TechCrunch-Chef Michael Arrington mit der E-Mail-Adresse von Google-Boss Eric Schmidt bei Facebook angemeldet und anschließend einige Webprominente als Freunde gewonnen, die annahmen, es mit dem Google CEO zu tun zu haben. Arrington setzte auf die gleiche Methode wie die Zeitung aus Frankfurt, welche wie die meisten anderen deutschen Onlinemedien unter der Überschrift "Blogger gibt sich als Google-Chef aus" (aber ohne Verlinkung von TechCrunch) über den Vorfall berichtete.

Der aktuelle FAS-Bericht verlinkt auch an einer Stelle auf die eine Woche alte Meldung - allerdings erst nach mehreren Absätzen, und ohne an irgendeiner Stelle darauf hinzuweisen, dass das eigene "Experiment" daher weit weniger originell und investigativ ist, als es dem Leser vermittelt werden soll. [Update: Leser Thierry Chervel merkt an, dass die Bezugnahme auf den Arrington-Bericht in der Print-Version des FAS-Artikels vollständig fehlt.]

Ein nur kurz angeschnittenes Thema nochmals ausführlicher aufzugreifen, ist legitim - dann sollte man jedoch fairerweise am Anfang auf die ihm zugrunde liegende Inspiration bzw. Quelle hinweisen, statt sich mit fremden Lorbeeren zu schmücken (auch wenn man tatsächlich eine Stunde investiert hat, um mit fremden E-Mail-Adressen neue Facebook-Konten anzulegen).

Fehlende Reflexion

Wie kritisch ist es abgesehen von der ethischen Fragwürdigkeit eigentlich, wenn ich mit der E-Mail-Adresse eines nicht bei Facebook angemeldeten Freundes ein Konto eröffne und dann die Namen und Profilfotos von einigen seiner Bekannten zu Gesicht bekomme? Die heilige deutsche Datenschutz-Kuh einmal außer Acht gelassen, so kann ich mit den gewonnen Informationen nicht mehr anstellen, als wenn ich meinen Freund in einer Vorlesung besuche und mir seine Kommilitonen anschaue, einen Besuch in seinem Haus abstatte und die Namen der Nachbarn notiere oder in der Kantine seines Büros esse und beobachte, mit wem er sich unterhält - ohne, dass ich seine Gesprächspartner dafür um Erlaubnis bitte.

Die einzige wirkliche "Gefahr" liegt darin, sich als eine andere Person ausgeben und durch eine akzeptierte Freundschaftsanfrage Zugriff auf ansonsten auf privat gestellte Facebook-Profile erhalten zu können. Allerdings gilt ohnehin eine gewisse Vorsicht, was die Annahme von Kontaktanfragen bei Facebook betrifft, zudem dürfte es nicht mehr als einen Blick auf das Profil oder eine Facebook-Nachricht benötigen, um den Betrüger zu enttarnen.

Was im FAS-Artikel genau wie in den meisten anderen Beiträgen rund um Datenschutzfragen im Social Web fehlt, ist eine Reflexion zum Thema. Dass man als Autor einen eventuell vorhandenen persönlichen Anspruch auf den weitreichenden Schutz der eigenen Daten nicht einfach so ablegt, ist verständlich. Eine Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen sowie von vergleichbaren Situationen aus der Offline-Welt erwarte ich von einem Qualitätsmedium aber trotzdem. Indem der Autor sich nicht einmal die Mühe zu einer Reflexion des Vorfalls macht, zeigt er, wie wenig es ihm darum geht, eine (eigentlich notwendige) differenzierte Sicht auf das Thema zu vermitteln, und wie erpicht er darauf ist, die eigenen Ressentiments unter dem Deckmantel eines investigativ wirkenden, aber auf der Vorarbeit von anderen basierenden Artikels zu verbreiten.

Politikermeinungen

Die FAS hat nicht nur ein Statement vom für Facebook zuständigen Hamburger Datenschutzbeauftragen Johannes Caspar eingeholt (wann kommt eigentlich der Johannes-Caspar-Statement-Generator?), sondern auch kritische Stellungnahmen von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Während bei einem solchen Stelldichein der Politprominenz bei allen in Facebook-Fragen wenig beschlagenen FAS-Lesern unweigerlich der Eindruck entstehen muss, es handele sich um ein Problem von größter politischer und gesellschaftlicher Tragweite, stelle ich mir die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Ich weiß nicht, wer mich hier mehr enttäuscht - Die FAS und ihr manipulatives Verhalten, durch Politikerstatements aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, oder Aigner und Leutheusser-Schnarrenberger, die sich tatsächlich auf diese Weise von FAS vor den Karren spannen lassen.

Jeder berichtet darüber

Die offensichtliche Rechnung der FAS ging auf: Viele führende deutsche Onlinemedien berichteten unter Berufung auf die "FAS-Recherchen" über das angeblich "neue" Problem bei Facebook. Die Wortwahl reicht von Sicherheitslücke über Datenschutzlücke bis zu Datenleck. Wenig hinterfragende Gedanken, kaum differenzierte Sichtweisen auf das Thema. Stattdessen einfach nur schnell umgeschrieben und möglichst schmissig formuliert.

Ein Trauerspiel. Und meines Erachtens nach in seinen Konsequenzen weitaus bedenklicher als das facebooksche Speichern von E-Mail-Adressen von nicht bei Facebook registrierten Nutzern durch Adressbuch-Scans.

P.S. Ein ähnliches Engagement von Ilse Aigner würde ich mir im Zusammenhang mit Abo-Fallen bei mobilen Apps wünschen. Denn da entsteht Verbrauchern ein wirklicher Schaden.

Update: Das Wall Street Journal berichtet gerade von einem Problem, durch das Facebook-Applikationen Informationen an Dritte (z.B. Werbungtreibende) übermitteln, die das Identifizieren einzelner Nutzer möglich machen sollen. Wie es aussieht, wird Facebook also weiter die Schlagzeilen dominieren.

(Foto: stock.xchng)

Kommentare

  • hathead

    18.10.10 (07:04:41)

    Ich kann dieses Blabla nicht mehr hören. Dass es sich hierbei nicht um eine Lücke sondern um ein längst bekanntes und darüber hinaus sehr naheliegendes Feature handelt dürfte jedem klar sein, der von Facebook dazu aufgefordert wird sein Adressbuch zu scannen. Mal ehrlich, war vorher wirklich irgendjemand dämlich genug zu glauben, Facebook würde die Millionen erfasster Mailadressen die zufällig keinen Account haben einfach wegwerfen. Wie verblendet kann man den sein?

  • Nico79

    18.10.10 (08:14:50)

    Also Dinge wie "Elena" und diese EC-Karten-Datensammelei machen mir tausendmal mehr Angst als Facebook und Co...

  • Markus Merz | Hamburg St. Georg

    18.10.10 (09:17:19)

    Auch wenn ich die Einordnung 'nicht ganz so dramatisch' teile, so ist das (optionale) Einsammeln UND (dann nicht optionale) Behalten der Adressbücher seitens Facebook ein dramatischer Vertrauensmißbrauch.

  • Thierry Chervel

    18.10.10 (09:42:32)

    Nur kurz der Hinweis: In der Print-Version des FAS-Artikels fehlte jeder Hinweis auf die Techcrunch-Recherche von Michael Arrington. Nur in der Online-Version des Artikels wird darauf verwiesen.

  • Was erwarten Sie denn

    18.10.10 (09:46:49)

    von einem Unternehmen, dass profitorientiert arbeitet? Da geht es um Werbevolumina und nicht um die Rechte derer, die nicht einmal im simpel-Web “FaceBook“ sind. Was ist eigentlich mit der ganz normalen E-Mail passiert? Haben alle "bin grade am kochen"-Statusmeldung-Schreiber etwa Angst vor dem Spamfilter?

  • Jan Eggers

    18.10.10 (10:36:24)

    Die Kritik an der FAZ teile ich in Maßen, gebe aber zwei Dinge zu bedenken: (1) Die Meldungen über Arringtons Experiment sahen auf den ersten Blick nur nach einer Geschichte über Identitätsdiebstahl aus - der Punkt, dass Arrington auf diese Weise auch an Teile von Schmidts sozialen Graphen gelangte, dürfte den meisten zunächst entgangen sein (mir zumindest ging's so, Asche auf mein Haupt). Von daher ist doch der Nachdreh der FAZ gar nicht so schlecht. Mangelnde Originalität ist ja nun selbst nicht weiter bemerkenswert; besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht. (2) Ist es sehr bösartig von mir, hinter diesem Post auch den allzu vertrauten Abwehrreflex gegen die Holzmedien zu vermuten? Ich gebe zu bedenken, dass das die Gefahr birgt, sich das eine oder andere schönzureden - unter anderem die Geschäftspolitik von Facebook.

  • Ertel

    18.10.10 (13:00:35)

    Hallo, ich habe das gleiche beim lesen gedacht wie in Punkt zwei des lezten Eintrags beschrieben. Irgendwie erinnert mich das (um es sehr übertrieben zu beschreiben) an Palästina und Israel. Keiner gibt sich wenigstens ein wenig (ernsthafte) Mühe, den anderen zu verstehen. Es wird nur gegenseitig aus allen Rohren gefeuert, immer mit den gleichen Verhaltensmustern und Aussagen... Kurz ein: "naja, da und da haben sie ja Recht - ABER" zum Vorspielen von Verständnis und dann immer feste drauf auf die Hinterwälder von Journalisten. Dies ist eigentlich sehr schade. Davon einmal abgesehen: netzwerig.com ist trotzdem jede Minute wert zu lesen. Wir müssen ja nicht alle einer Meinung sein.

  • Daniel Bröckerhoff

    18.10.10 (13:01:01)

    Eine Geschichte zum Anlaß einer Weiterdrehe zu machen und nicht die Originalgeschichte zu nennen ist unsauber und gehört sich nicht. Da bin ich mit Dir. Die Einschätzung, dass die Aktivierung eines Facebook-Profils ohne E-Mail-Bestätigung lediglich "unglücklich" ist, teile ich nicht. Hier handelt es sich um eine Einladung zum Identitätsdiebstahl allererster Güte. Die Berichte, wie schwierig es ist, Facebook dazu zu bewegen ein gefaktes Profil zu sperren, kennen wir alle. Was mit einem Identitätsdiebstahl alles angestellt werden kann, haben wir auch vor kurzem alle lesen können (http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2449393/kindesmissbrauch-linzer-facebook-uebel-verleugnet.story). Auch berichtet Arrington darüber, dass er kurz nach Eröffnung des Fake-Profils vertrauliche Nachrichten an den vermeintlichen Eric Schmidt bekommen habe. Das ist mehr als nur "unglücklich". Dass die FAS sich auf die Email-Auslese-Geschichte stürzt ist IMHO okay, da dies immer noch nicht allen Facebook-Usern klar sein sollte. Natürlich ist es nicht wirklich dramatisch, zu offenbaren, mit wem man alles Email-Kontakt pflegt. Aber nichtsdestotrotz ist das nichts, was Fremde Leute etwas angeht. Ich zeige auch nicht meine Anrufliste im Handy irgendwelchen Menschen auf der Straße.

  • Manfred

    18.10.10 (13:06:22)

    Es ist nicht so das sie ihre Nutzer nicht "schützen" würden, sie tun es nur auf eine sehr merkwürdige Art. Ich stelle mir zur Zeit die Frage: Wieso ich jeden als Freunden adden könnte, nur die nicht die ich auch tatsächlichen adden möchte. Mit Businesspartner scheint Facebook ebenfalls sehr intransparent umzugehen. Scheinbar befindet sich Facebook noch in der Betaphase.

  • Christoph Kappes

    18.10.10 (13:06:29)

    Zum medienkritischen Aspekt mögen sich andere äussern... Aber auf der Dramaturgie-Skala von 1-10 ist der Sachverhalt schon mehr als eine 2. Bisher ging es darum, dass über den Adressabgleich das Beziehungsnetz von FB-Nutzern zu FB gelangt sowie die Mailadressen von Dritten, die FB nicht nutzen. Das neue an der Arrington-Geschichte ist, dass man mit Hilfe dieses Lochs als "Vierter" das VOLLSTÄNDIGE Beziehungsgeflecht von einem beliebigen Dritten erkennt, der Facebook NICHT nutzt. Die einzige Voraussetzung ist dessen Mailadresse. Das dauert fünf Minuten und das soll mal einer offline nachmachen. So etwas kann nicht einmal eine Detektei in tagelanger Observation. Das geht auch nicht mit "Horchmechanismen" wie Deep-Packet-Inspection, die müsste man monatelang betreiben. Es entspricht dem Einblick in die Mailkontakte einer beliebigen Person. Liege ich falsch und habe am Ende ich den Sachvverhalt nicht verstanden, so kommentiere man hier:

  • Martin Weigert

    18.10.10 (13:49:27)

    Danke für den Hinweis. Da fehlen mir zumindest die Worte.

  • Martin Weigert

    18.10.10 (14:04:31)

    @ Jan Eggers Zu 1) Ja der Nachdreh der FAZ ist an und für sich durchaus interessant. Nur bin ich der Ansicht, dass man dies dann auch so kenntlich machen muss. Gerade auch deshalb, weil es vor einer Woche in der Berichterstattung nur "ein bekannter amerikanischer Blogger war", nun aber "Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Zu 2) Nö ist nicht bösartig. Ob dem so ist, kann ich allerdings nicht beantworten. Du findest von mir jedenfalls mindestens 5-6 Facebook-kritische Artikel aus diesem Jahr bei netzwertig.com. @ Ertel Schöner Vergleich ;) @ Daniel Wenn wir mal die Wortwahl außer Acht lassen, scheinen wir uns einig zu sein, dass Facebook eine Account-Aktivierung per E-Mail-Link zur Pflicht machen müsste, bevor man loslegen kann. @ Christoph Ich sehe wie im Artikel beschrieben genug Parallelen zum Offline-Leben, in denen ich ähnlich vorgehen kann und mir auch ein Bild über die sozialen Kontakte einer Person verschaffen kann. Und genau wie da geht es im Facebook-Beispiel nicht um das gesamte Beziehungsgeflecht, sondern lediglich um Ausschnitte. Ich sage nicht, dass ich das Facebook-Vorgehen astrein finde. Ich sehe nur viele andere Brandherde, bei denen der mediale Fingerzeig und der politische Aktionismus sehr viel angebrachter wären, weshalb ich die Problematik auch relativ gesehen als recht harmlos empfinde.

  • Daniel Bröckerhoff

    18.10.10 (14:38:17)

    Ich hab - angeregt von Deiner Kritik - mal selber was verfasst. Im Großen und Ganzen sind wir glaub ich einer Meinung, was mir jedoch bei allen Kommentatoren (bei Dir auch) bislang fehlt ist der Aspekt des Identitätsdiebstahls, der (zumindest in der deutschen Öffentlichkeit) noch fast gar nicht diskutiert wurde: http://danielbroeckerhoff.de/2010/10/18/fas-macht-schlagzeilen-mit-dem-falschen-problem/

  • Markus Merz | Hamburg St. Georg

    18.10.10 (16:14:00)

    Dort gefunden: > "(Der Link zum Löschen bereits hochgeladener Telefonbücher ist übrigens dieser.)" http://www.facebook.com/contact_importer/remove_uploads.php Danke!

  • sureshot

    18.10.10 (18:48:03)

    Sorry, aber Deine lapidare Einschätzung zur Politik von Facebook kann ich nicht nachvollziehen. MEINE Daten (auch das Wissen über meine Beziehung zu anderen, sei es auch "nur" über ihre E-Mail-Adresse) gehören mir und nicht Facebook. ICH entscheide, wem ich sie gebe, nicht Facebook. Wenn Facebook dagegen handelt, handelt Facebook falsch. Der Artikel der FAS (genau wie andere Medien) klärt das Fehlverhalten Facebooks auf und gibt damit nachdenkenden Menschen Gelegenheit, eine informierte Entscheidung zu treffen. Datenschutz ist kein Feature, sondern ein Grundbaustein. Facebook hat das leider nicht verstanden. Zu Deinem Statement: "möchte ich anmerken, dass ich den fehlenden Zwang zur Aktivierung eines Kontos für unglücklich halte." Das ist nicht unglücklich, sondern grob fahrlässig, bei der Historie von Facebook eigentlich schon vorsätzlich.

  • vera

    18.10.10 (21:06:41)

    Ich war mal wieder eilig und bin auch drauf reingefallen, bis ich Thomas' Artikel las. Hab's korrigiert und schließe mich Euch gern an. (Note to self: Recherche - wie war das noch mal?!)

  • Martin Weigert

    19.10.10 (01:24:34)

    nachdenkenden Menschen Gelegenheit, eine informierte Entscheidung zu treffen Ach wie ich solche Äußerungen liebe. Mein Eindruck ist, dass der Artikel mit seiner Tonalität und Einseitigkeit eher vom weiteren Nachdenken ablenken soll.

  • Robert Frunzke

    19.10.10 (03:07:10)

    zu 1. "Alter Wein in neuen Schläuchen": ich war ein wenig erschrocken darüber, dass niemand (inklusive mir selbst) vorher auf diese Idee gekommen ist: Als ich mich selbst (vor ca. einem Jahr) bei Facebook angemeldet hatte war ich ziemlich erschrocken darüber, dass mir Facebook einige meiner Freunde bereits als Vorschläge präsentierte. Nach etwas Recherche wurde mir klar, dass die Verknüpfungen über die E-Mail-Kontakte hergestellt wurden. Es hatte vielleicht ein bis zwei Wochen gedauert bis mein Erschrecken in Gleichgültigkeit umschlug, und nach drei bis vier Wochen hatte ich das Thema ganz vergessen. So gesehen, bin ich sehr dankbar über die aktuelle Welle an Medienberichten, denn: das was Facebook da treibt ist nicht korrekt. Es ist falsch, es ist als würde man bei Eintritt in einen Club die Vorlage des Adressbuches "zur Durchsicht" und der eigenen Orientierung wegen verlangen, es im Hinterstübchen aber kopieren und damit die eigene Datenverarbeitungsmaschinerie füttern. Dem "Neukunden" suggeriert man allerdings trotzdem nur eine Art Hilfestellung. Das Problem bei Facebook ist einzig und allein, dass man dem User etwas anderes suggeriert als man im Sinne führt! Von daher finde ich die Diskussion darüber sehr gut. Die Menschen müssen sich bewusst machen, was sie tun, wem sie welche Informationen geben, und VORALLEM, was die Empfänger für Intentionen haben könnten. Es läuft immer wieder auf das alte Thema der Medienkompetenz hinaus. Sobald eine Firma, ein Rundfunk, eine Plattform - was auch immer - als "Medium" wahrgenommen wird, vergessen wir Menschen, dass hinter diesem Medium genau die gleichen Intentionen stecken wie hinter jedem anderen Individuum. Wir vergessen bei einem Konstrukt wie "Facebook" leider allzu schnell, dass sich dahinter das Wirtschaftsunternehmen verbirgt, welches bei aller medialer Verblendung doch nur einzig und allein auf Profit aus ist. EDIT: Oder, um es anders auszudrücken: Facebook ist der Freund, der Dir vorgaukelt, Dir helfen zu wollen, aber Dir hinterrücks doch nur für viel Geld eine Versicherung angedreht hat! Und da muss man nicht über Sinn und Unsinn von Datenschutz diskutieren, es läuft doch vielmehr darauf hinaus, dass Facebook uns einfach nur bescheißt.

  • Robert Frunzke

    19.10.10 (03:17:48)

    zum "remove_uploads.php" Link: "Sorry, something went wrong. We're working on getting this fixed as soon as we can." LOL

  • Robert Frunzke

    19.10.10 (03:41:09)

    ... oder hatte uns Facebook damals bei der Bekanntgabe unseres Adressbuches etwa darüber informatiert, was es damit anstellen würde? Dass es dieses für immer und ewig speichern würde und für "insert any purpose" verwenden würde? Ich erinnere mich ganz schwach daran, dass sie meinten, es nicht zu speichern, und nur dazu nutzen würden, mir sofort meine Freunde bei Facebook vorzuschlagen. Entweder hatte mich Facebook glatt angelogen (unglaublich, sicher nicht!), oder "meine Erinnerung" war glatt falsch!!! Wahrscheinlich war ich bloß allzu verwöhnt vom deutschen Verbraucherschutz, der so etwas ja wohl niemals zulassen könnte!!!111einseinseins... Ich muss dazu sagen, dass bei den "E-Mail-Kontakten", auch einige Geschäftskontakte dabei waren, die ich eigentlich nicht für Facebook "angedacht" hatte (PS: schöne Grüße...), aber einmal vorgeschlagen ist dann für immer auch dabei (der Vorschlag ist ja mutuell). Tja, dumm gelaufen.

  • Martin Weigert

    19.10.10 (03:55:22)

    Es läuft immer wieder auf das alte Thema der Medienkompetenz hinaus. Wohl war. Aber die schafft man eben nur durch eine differenzierte und konstruktive Herangehensweise an das Thema, nicht durch das Verbreiten von Panik und Furcht. Bzgl des Adressbuches weiß ich nicht, was kommunziert wurde - ich habe derartige Funktionen bewusst nie genutzt.

  • Robert Frunzke

    19.10.10 (04:34:59)

    Wenn Du von "derartigen" Funktionen redest, dann differenzierst Du Dich implizit davon - was dazu führt, dass Du eigentlich gar keine Kompetenz zu diesem Thema vorzuweisen hast, bzw., dass Du Dich garnicht mit diesem Thema auseinander setzen willst ;-) Denk mal darüber nach. Oder anders ausgedrückt: .. ich lass den Kommentar lieber, das wäre nicht nett. EDIT: Irgendwie muss man aber die Medienkompetenz unters Volk bringen, ansonsten wird es auf lange Sicht unschön (die Alternative für uns "kompetente" Leute wäre, das auszunutzen, aber das wollen wir doch nicht).

  • Martin Weigert

    19.10.10 (04:47:24)

    "derartig", weil es verschiedene Scan-Optionen gibt. Z.B. auch den iPhone-Adressbuch abgleich. Davon abgesehen sage nur, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, ob er auf einer beliebigen Site im Web einen Adressbuch-Scan durchführt. Genau wie jeder selbst entscheiden kann, ob er Party-Bilder o.ä. öffentlich publiziert oder nicht. Jede Handlung hat Implikationen. Zu Medienkompetenz gehört eben auch, autonom darüber zu entscheiden, welche Funktionen man nutzt. Ja klar muss man es unters Volk bringen. Aktuell halte ich jedoch die selbst mit der Digitalisierung kämpfenden Massenmedien für die falsche Instanz, um dies zu tun. Zumindest sehe ich sehr wenig Anzeichen dafür, dass dies geschieht (Ausnahmen gibt es natürlich immer).

  • Rainer

    19.10.10 (09:41:53)

    Martin, Deine Aussage "Davon abgesehen sage nur, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, ob er auf einer beliebigen Site im Web einen Adressbuch-Scan durchführt. " führt in die Irre. Das Nicht-Facebookmitglied oder das datenbewusste Facebookmitglied kann ja gerade NICHT über die Verwendung seiner email-Adresse verfügen - weil Dritte Personen seine email-Adresse ohne Zustimmung an Facheook weiterleiten und so seine Beziehungen mehr oder weniger öffentlich machen.

  • Martin Weigert

    19.10.10 (09:47:29)

    Stimmt, war aber auch nicht so gemeint, als wäre man damit auf der sicheren Seite. Aber man fängt eben bei sich selbst an. Anyway, gleichzeitig sollte man sich ins Gedächtnis rufen: Es ist nur eine E-Mail-Adresse. Ich find die ganze Hysterie unangemessen, respektiere aber, wenn jemand ein Problem mit der Funktionalität hat - weshalb ich sie selbst eben nicht anwende.

  • Thomas

    19.10.10 (09:55:12)

    Wow, und nun ist die Medieninkompetenz schon bei den Tagesthemen angesehen. Da kann man doch nur den Kopf schütteln: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag76062_res-.html

  • Thomas

    19.10.10 (10:59:57)

    Gut finde ich hingegen, dass auch die Kommentatoren immer mündiger werden, wie sich nun auch bei der ZEIT zeigt: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-10/facebook-daten#cid-940138

  • Ulrich Voß

    19.10.10 (15:35:46)

    Ich hab's schon beim Knüwer geschrieben (http://www.indiskretionehrensache.de/2010/10/stefan-tomik-frankfurter-allgemeinen-sonntgszeitung/comment-page-1/#comment-28421) und mich gefragt, ob die Medien die Berichterstattung über die neue Lücke (die mit den Apps) besser hinbekommen. Ich war skeptisch, aber der große Teil der Berichte, die ich gelesen habe, war OK. Aber vielleicht war es dieses Mal auch einfacher: Man hat einfach abgeschrieben/umformuliert und musste keinen Kontext herstellen, um die Meldung einzuordnen. Bei der Wiederaufwärmung der alten Lücke hätte aber genau dieser Kontext hergestellt werden müssen, was die Medien aber zum großen Teil versäumt haben. Daher will ich die Presse nicht zu sehr loben, weil bei der nächsten Nachricht, wo Kontext hergestellt werden muss, wahrscheinlich wieder breites Versagen zu beobachten sein wird ...

  • sureshot

    19.10.10 (16:01:46)

    Okay, ich behaupte mal, wer keine Ahnung hat, sollte sich vielleicht auch mit einer Bewertung zurückhalten. Ich habe die Abgleich-Funktion ("lade die Profil-Fotos Deiner Freunde auf Dein iPhone") damals benutzt und Facebook hat mir vor dem Vorgang nicht mitgeteilt, das es die Daten vom Telefon auf dem Server lädt - wäre für den Abgleich auch nicht notwendig gewesen. Facebook hat es trotzdem gemacht. Wie soll der Nutzer hier Medienkompetenz zeigen - paranoid bzw. hysterisch soll man ja nicht sein, wie Du schreibst? Man kann ja wohl erwarten, dass Sich Anbieter wie Facebook fair und transparent verhalten oder gilt für sie das Gesetz nicht, nur weil sie neue Funktionalitäten anbieten, für die man keinen Euro bezahlen muss? Ich habe eher den Eindruck, dass der Nutzer Facebook für seine Dienste mit personenbezogenen Daten bezahlt und das möchte ich nicht.

  • Martin Weigert

    19.10.10 (16:07:00)

    Ich habe eher den Eindruck, dass der Nutzer Facebook für seine Dienste mit personenbezogenen Daten bezahlt. Ja so ungefähr läuft es.

  • Manne

    26.10.10 (02:09:04)

    Na, die FAZ hat das Problem aber besser erkannt als Sie. Durch das Scannen der E-Mail-Kontakte sind sogar Menschen von Facebook erfasst, die nicht Mitglieder des Netzwerks sind. Vorsicht jedenfalls mit herablassenden Bemerkungen über die Massenmedien. Inzwischen erkennen die nämlich Probleme manchmal besser als betriebsblinde Internet-Ökonomen.

  • Manfred

    26.10.10 (02:27:58)

    Facebook ist ein permaneter Bug. Im Moment soll ich Groups erstellen und werde ständig daran erinnert das ich jeden persönlich kennen muss. Böse Zungen behaupten das Facebook, Zuckerberg ist und Zuckerberg selbst soll Probleme mit sozialen Kontakten haben.

  • Mary Jean

    02.11.10 (16:25:20)

    Solche Dinge lesen zu müssen ist einfach freiweg wahnsinn! Medien bringen so viele News am Tag, die jeder Mensch lesen kann und dann suchen sie auch noch nach irgendwelchen Fehlern?

  • Alexander Stocker

    22.11.10 (14:43:50)

    Guter Beitrag auf das Experimenten-Plagiat! Viele Grüße aus AT, Alexander Stocker

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