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10.08.09

Eilmeldung: Facebook kauft FriendFeed

Für fast 50 Millionen Dollar übernimmt Facebook das US-Startup FriendFeed. Ob dessen Angebot langfristig als eigenständiger Dienst bestehen bleiben wird, ist fraglich.

Facebook kauft FriendFeedFacebook hat überraschend das US-Startup FriendFeed übernommen, einen Liebling der Webszene. Das berichtet TechCrunch und veröffentlicht gleichzeitig Facebooks offizielle Pressemitteilung. Auch gibt es bereits ein Interview mit zwei der FriendFeed-Gründer. Laut Wall Street Journal beträgt der Kaufpreis knapp 50 Millionen Dollar: 15 Millionen in bar, der Rest in Form von Aktien.

FriendFeed wird laut Bericht vorerst unverändert weiterbestehen, bis die "langfristigen Pläne für das Produkt definiert worden sind". Wer zwischen den Zeilen liest, könnte hier womöglich bereits das Ende des populären Lifestreaming-Dienstes kommen sehen.

Alle zwölf FriendFeed-Angestellten wechseln zu Facebook, dem weltweit größten Social Network außerhalb Chinas. Dem Anschein nach ging es Facebook hauptsächlich um das Team und weniger um die Technologie.

Als Lifestreaming-Anbieter ermöglicht es FriendFeed Usern, all ihre Webaktivitäten auf einer einzigen Seite zu aggregieren. Im Mai 2008 stellte Marcel den Service ausführlich vor.

Zwischen Facebook und FriendFeed gab es stets einen regen "Inspirationsaustausch", was neue Features betrifft - meist war es Facebook, das sich von dem Startup inspirieren ließ. Auch konzentrierten sich beide Dienste in der letzten Zeit stark auf das angesagte Echtzeitweb - so sehr, dass sich einige ihrer Funktionen immer ähnlicher wurden.

Wie kein anderer Social-Web-Anbieter sah sich FriendFeed jedoch mit dem Dilemma konfrontiert, vom harten Kern der Blog- und Twitter-Gemeinde geliebt, aber vom gemeinen Nutzer verschmäht zu werden. Im Januar verzeichnete der Service laut ComScore knapp eine Million Unique Visitors.

Für Facebook, das noch keine schwarzen Zahlen schreibt, ist dies die zweite Akquistion nach der eher gering dimensionierten Übernahme von Parakey vor zwei Jahren.

Robert Scoble, amerikanischer Vorzeige-Geek und bekanntester FriendFeed-Fürsprecher, findet die Übernahme gut und sieht in ihr einen Gewinn für beide Parteien.

Seit Dezember vergangenen Jahres gibt es FriendFeed auch auf Deutsch. Hierzulande konkurriert der US-Dienst mit lifestream.fm sowie zum Teil mit myON-ID.

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