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31.10.08Leser-Kommentare

E-Paper: Friday sieht glänzend aus

Das neue Wochenend-Gratisheft von 20 Minuten besticht vor allem durchs Aussehen – im Internet wird auf E-Paper gesetzt, in diesem Fall eine richtig gute Wahl.

Medienmitteilung mit Sperrfrist, große Launch-Party: Seit gestern Nacht feiert 20 Minuten Friday Premiere. Das neue Gratis-Magazin von Tamedia bringt das Flirt- und Party-Portal tillate.com und die Frauenzeitschrift Annabelle mit der Kostenlos-Zeitung 20 Minuten zusammen. Das Layout ist modern-verspielt, am Kiosk erhältliche Magazine sehen deutlich altbackener und langweiliger aus – und kosten dafür auch noch Geld. Was man hingegen mit 20 Minuten Friday nicht kostenlos bekommt: Lesespaß. Kaum hat ein Text angefangen, ist er auch schon wieder vorbei. Selbst das angekündigte Doppel-Porträt der beiden Freitag-Taschenerfinder ist kaum länger als dieser erste Absatz hier.

Kein Wunder, dass die Inhalte von 20 Minuten Friday ihren ganz eigenen Weg ins Web finden: Die aktuelle Ausgabe lässt sich am Bildschirm durchblättern, ganz als hätte man das gedruckte Heft vor sich liegen. Einen entsprechend großen Bildschirm vorausgesetzt macht das sogar Spaß – und ist sinnvoll eingesetzt. Eigentlich gelten die sogenannten E-Paper in der Branche als aber sowas von 1.0 und veraltet.

Schließlich bedeutet Publizieren im Web, dass man eben nicht auf großen Seiten nach links und rechts scrollen muss, sondern dass man direkt an den Text herankommt – und diesen Text verlinken und kopieren kann, wie man mag. Dass in den Texten mit Links gearbeitet werden kann, die den Nutzer in die Tiefen des eigenen Angebots führen – oder dreimal durch das gesamte Internet, als Service-Leistung. Warum nur über ein Produkt schreiben – und nicht die Firma oder den hippen Online-Shop verlinken?

Flash-Funktionen: Internet 1.0

Die 1:1-Abbildung des gedruckten Magazins ist dank der Flash-Applikation der Firma Issuu so gut gelöst, wie es eben gehen kann. Die Seiten lassen sich durchblättern, vergrößern, oder als Thumbnail angezeigt werden, so dass sich das gesamte Heft vor einem ausbreitet.

Was bei nachrichtenlastigen Papierprodukten wie 20 Minuten vollkommen sinnlos wäre, ist hier gut eingesetzt: Die kleinen Textchen von Friday wären ganz ohne großformatige Werbung und Layout-Spielereien doch arg verloren im Web.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • 2ni

    31.10.08 (15:34:23)

    Ich würde sagen: Vor lauter Werbung sieht man den Inhalt nicht. Schade.

  • Jean-Claude

    31.10.08 (17:05:50)

    Das Layout sieht tatsächlich sehr frisch aus. Aber man fragt sich schon, warum man sich am Screen auch noch die ganze Werbung seitengross einziehen sollte. Das langweilt denn doch schnell. Ich glaube, das ist ein grundsätzicher Denkfehler: ein Printtitel 1:1 im Netz verliert schnell an Reiz. Man ist dort gewohnt, Werbung rasch wegzuswitchen, ohne auf deren Inhalt überhaupt zu achten. Im Print mit dem Blättereffekt ist das etwas anderes. Dort kann man der Werbung nicht entweichen, man hat sich daran gewöhnt. Ueber den Inhalt eines solchen Gratistitels muss man sich glaube ich keine Gedanken machen. Dazu sind solche Titel nicht da und das wäre denn doch Verschwendung. Ihr einziger Zweck ist es, Werbung zu verkaufen. Ist natürlich legitim und spielt hoffentlich viel, viel Geld ein, mit dem man dann andernorts ordentlichen Journalismus bezahlen kann (oder könnte, so man wollte).

  • 01.11.08 (09:04:05)

    jaja, issuu ist nach wie vor toll. schliesslich war es das "heute", dass als erste schweizer publikation auf die dänische lösung setztze. nun wird die tradition vom "blick am abend"-epaper weitergeführt.

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