<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

09.09.10Kommentieren

E-Commerce

Dropshipping als Umsatzmotor für Online-Shops

Ein Beitrag von Nicolai Kuban

Problematik des großen Produktsortiments


Die Vorteile eines großen Sortiments liegen auf der Hand, doch natürlich hat auch hier die Medaille ihre berühmten zwei Seiten: Je mehr Produkte in einem Online-Shop angeboten werden, desto mehr Kapital muss der Shopbetreiber – auf Basis des gewöhnlichen Handels - binden. Die Warenvorfinanzierung, die Unterhaltung der Lagerflächen und die Beschäftigung von Mitarbeitern in der Logistik schlagen sich nicht nur in Fixkosten nieder, sondern schränken auch die Liquidität und somit Investitionen in das Marketing  des Online-Shops ein – die Grundlage für schnelles und risikoloseres Wachstum wird genommen.

Lösungsansatz Dropshipping – Warenverkauf ohne Kapitalbindung

Das in Deutschland noch nicht so populäre Modell Dropshipping, welches die als E-Commerce Trendbarometer geltende iBusiness Redaktion nun erstmalig 2010 in einem Executive Summary aufgriff, kann hier Abhilfe schaffen und Shopbetreibern im Auf- und Ausbau Ihres Online-Shops neue Möglichkeiten eröffnen.
Dropshipping – auch als Streckengeschäft bezeichnet – ermöglicht Online-Händlern das Anbieten großer Warensortimente ohne in deren Besitz zu sein und folglich auch ohne Kapital in jenes investieren bzw. binden zu müssen. Dropshipping ist als eine Partnerschaft zwischen dem Online-Händler und Großhändlern/ Herstellern zu verstehen, in der der Online-Shop die Waren an Endkunden verkauft und der Großhändler/ Hersteller an den Endkunden verschickt – am besten lässt sich das Dropshipping Konzept in folgender Grafik darstellen:


Konzentration auf die Kernkompetenz für maximalen Erfolg

Das interessante am Ansatz des Dropshippings ist, dass sich beide Seiten – der Großhändler und der Shopbetreiber – auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen konzentrieren können. So ist der Großhändler perfekt im Bezug auf Warensortiment, Warenverfügbarkeit, Logistik und Versandabwicklung aufgestellt, der Online-Shop hingegen sieht seinen Fokus in der Gewinnung und der Bindung von Kunden. Er bedient Marketingkanäle wie Suchmaschinenoptimierung, -marketing, Preissuchmaschinen, E-Mail-Marketing oder Marktplätze, wickelt den Kundensupport ab und sorgt für den Aufbau von zufriedenen Stammkunden.

Auf der einen Seite baut sich der Großhändler/ Hersteller einen neuen Vertriebskanal auf, auf der anderen Seiten profitiert der Online-Shop von bereits perfektionierten Strukturen für den Verkauf großer Produktsortimente und kann Skaleneffekte im Bezug auf Verpackungsmaterial, Versandmitarbeiter und -kosten für sich nutzen.

Nachteile des Dropshipping-Modells

Doch auch in diesem E-Commerce-Modell gibt es Nachteile: Nutzt der Online Shop viele verschiedene Großhändler/Hersteller ist der Kauf für Kunden unter Umständen unkomfortabel, da er mehrere Pakete erhält und die Margen für den Shop aufgrund mehrfach anfallender Versandkosten nicht immer wie gewünscht.

Fazit – E-Commerce-Modell mit Potential

Dropshipping eignet sich meinem Erachten nach optimal, um einen neuen Online-Shop auf Basis der Zusammenarbeit mit einem Großhändler, dessen Sortiment und Strukturen aufzubauen. Ebenfalls für die Erweiterung eines bestehenden Shops ist dieses Modell sehr interessant, um so die Kaufabbrüche aufgrund fehlenden Angebots minimieren und so höhere Konversionsraten und Warenkörbe erreichen zu können. Viele Online-Shops – auch wenn viele Großhändler und Shopsysteme noch nicht darauf vorbereitet sind – bereits heute schon sehr erfolgreich.

Autor: Nicolai Kuban

Geschäftsführender Gesellschafter
Website des Autors
Nicolai Kuban

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer