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07.12.10

Dominanz von Facebook: Die VZ-Gruppe will in die Nische

CEO Clemens Riedl will seine VZ-Netzwerke stärker in der Nische positionieren und kann sich sogar eine Integration von Facebook Connect vorstellen.

 

Wenn ein ehemals erfolgreicher Social-Web-Dienst eine Integration mit Facebook ankündigt oder für möglich hält, bedeutet dies das offizielle Ende jeder zuvor vorhandenen Rivalität. Es ist das Eingeständnis, dass das blau-weiße soziale Netzwerk nicht zu schlagen ist. Zuletzt fiel MySpace durch einen derartigen Schritt auf, und nun äußert sich VZ-Chef Clemens Riedl im Interview mit dem Handelsblatt positiv über eine mögliche Integration von Facebook Connect - wenn auch noch nicht für 2011.

Auch sonst lässt Riedl im Gespräch mit dem Blatt keine Gelegenheit aus, Facebook in eine andere Ecke zu stellen und sich möglichst weit von dem Dienst zu distanzieren. "Wir beschränken uns auf die Nische", so der Chef der drei Netzwerke studiVZ, meinVZ und schülerVZ. Geplant sei unter anderem der Start eines VoIP-Dienstes (siehe auch), den das Berliner Unternehmen ohne externe Partner stemmen will. Update: So schnell kann's gehen: Soeben wurde Audio- und Videochat für das interne Messaging-Tool Plauderkasten aktiviert.

Ebenfalls interessant: Riedl bezeichnet studiVZ und meinVZ als eine Plattform mit zwei Eingängen, weshalb angestrebt wird, beide Netzwerke wieder miteinander zu fusionieren. Nur schülerVZ soll wegen gesetzlicher Unterschiede als Plattform für Minderjährige weiterhin separat bestehen bleiben. Der ganze Aufwand mit der Trennung zwischen Studenten und sonstigen Nutzern im Winter 2008 war also umsonst.

Immerhin: Riedl kann verkünden, dass VZ im zweiten Halbjahr 2010 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen profitabel war (der Jahresumsatz beläuft sich auf rund 30 Millionen Euro).

Momentan will ich noch nicht so recht daran glauben, dass sich VZ in der Nische wohl fühlen und die Erwartungen seiner Eigentümerin Holtzbrinck erfüllen können wird. Diese wartet noch immer auf die Rendite aus ihrer 85-Millionen-Euro-Investition in das Berliner Social Network von vor fast vier Jahren.

via turi2

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