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09.02.16

Wolkiges Versprechen mit handfester Erfolgsaussicht

Domain .cloud eröffnet Start-ups neue Perspektiven

Francesco Cetraro; Head of Registry Operations für .CLOUDFrancesco Cetraro; Head of Registry Operations für .CLOUD

Neu ist die Erkenntnis nicht, aber nach wie vor hochrelevant: Im Zeitalter der digitalen Transformation kommt es noch mehr denn je auf den richtigen Firmennamen an, um gehört, gesehen und wahrgenommen zu werden.

Gerade Start-ups haben das verstanden und setzen – anders als zu Zeiten der Dotcom-Blase – mehrheitlich nicht auf kryptische Kürzel, sondern auf Unternehmensnamen, die im Gedächtnis bleiben und eine unmittelbaren Bezug auf das Angebot oder den USP des Newcomers nehmen. Eine Barclays-Studie hat gezeigt, dass für ganze 89 Prozent der Befragten der Name gerade bei kleineren Unternehmen einen starken Einfluss auf deren Sympathiewerte und den entsprechenden Vertrauensvorschuss hat. Und es kommt – wie beim Verlieben – darauf an, Sympathie und Vertrauen, vor allem aber auch Kompetenz bereits auf den ersten Blick zu signalisieren. Erfolgsbeispiele gibt es genug, Amazon und Facebook sind nur zwei davon.

Heute geht es aber längst nicht mehr nur um eine möglichst originelle, treffende oder gar innovative Unternehmensbenennung. Zunehmend maßgeblich ist auch die Domain. Mit .com signalisiert der Anbieter beispielsweise Internationalität (während länderspezifische Endungen einen entgegengesetzten Schwerpunkt manifestieren), .org zeigt seine gemeinnützige Ausrichtung. Doch die Entwicklung ist längst viel weiter fortgeschritten. So können etwa Städtenamen hinter dem Punkt auf eine besondere lokale Relevanz hinweisen und .club eine betonte Exklusivität signalisieren.

.cloud - die richtige Domain für einen rapide wachsenden Markt

In dem Maß, in dem Cloud Computing für Firmen jeder Größenordnung an Bedeutung gewinnt, rückt die Domain .cloud in den Fokus. Gerade kleinen, aufstrebenden und innovativen Anbietern gibt sie die Möglichkeit, gezielt auf ihre Kompetenzen und das entsprechende Angebotsspektrum hinzuweisen. Und teilzuhaben an einem Gesamtmarkt, der Forrester zufolge bis 2020 einen Milliardenbetrag in dreistelliger Höhe umfassen wird. In Deutschland werden allein in diesem Jahr die Unternehmen über 10 Milliarden Euro in Cloud-Services, -Technologien und -Beratung bzw. -Integration investieren. Dabei gilt Deutschland als Markt, der sich vergleichsweise langsam entwickelt. Entsprechend groß dürfte der Schub sein, wenn die heimischen Anbieter aufholen. Dabei ist die stärkste Dynamik im Bereich der Cloud-Ökosysteme und -Marktplätze zu erwarten. 

Information auf den ersten Blick

Die Chance, dies mithilfe einer entsprechenden Domain zu erreichen, dürfte umso willkommener sein, da Start-ups in der ersten Phase naturgemäß vor allem mit ihrer relativen Unbekanntheit fertig werden müssen. In der Welt der Marken gilt die Faustregel: Das Verbraucherinteresse muss beim Erstkontakt in etwa fünf Sekunden geweckt sein, bevor dieses Zeitfenster schließt und das Betrachterauge weiterwandert. Hier gilt – wie erwähnt – der Dreiklang aus Markt, Angebot und Anspruch bzw. USP, der sich idealerweise im Namen spiegelt und damit in Sekunden alle erforderlichen Informationen zur Verfügung stellt. Die Domain .cloud kann hier einen erheblichen Teil der Informationsübermittlung übernehmen und zudem den Anspruch des Anbieters festschreiben.

Attraktiv für alle Branchen

In Deutschland haben die Wolken gerade erst begonnen, am Domainhimmel aufzuziehen und Start-ups damit neue Differenzierungspotenziale zu ermöglichen. Am Beginn stand – wie meistens – eine Testphase, die vor allem den Mutigen das Privileg des Vorreiters erlaubte. Zahlreiche Jungunternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen ließen sich diese Chance nicht entgehen. Sie nutzten die Gelegenheit, um als erste mit der .cloud-Domain auf ihre innovativen Angebote und Business-Modelle hinzuweisen. Dazu gehörten Firmen aus der Modebranche mit neuen cloud-basierten Lösungen ebenso wie Anbieter, die sich auf das Reputations-Monitoring ihrer Kunden spezialisiert haben. Zu den weiteren Mitgliedern dieses illustren Kreises zählen etwa Start-ups, die den Dateienversand revolutionieren, ambitionierte SaaS-Anbieter sowie Open Source-Plattformbetreiber. Ein ganz besonders bezeichnendes Beispiel ist ein Start-up, das die Wärme, die Server absondern, zum Heizen verwendet und damit dem „Smart Home“ eine völlig neue Komponente hinzufügt. Nicht zuletzt zeigt ein weiterer Teilnehmer der Testphase ehrgeizigen jungen Unternehmern auf seinem Webportal, wie sie E-Commerce-Lösungen für ihr Geschäftsmodell nutzen können. 

Speed matters

In dem Maß, in dem die Cloud zum Sine Qua Non für innovative, aufstrebende Unternehmen wird, in dem Maß zählt nicht nur die entsprechende Domain am Ende von Namen und Web-Adresse, sondern – wie generell im digitalen Wettbewerb – die Schnelligkeit. Wer zuerst kommt, wird zuerst wahrgenommen und kann die entsprechenden Differenzierungspotenziale für sich nutzen. Die Cloud bietet Möglichkeiten für Vordenker aus nahezu allen Branchen – und die Verbindung von Vordenker und Vorreiter liegt auf der Hand. Wer sich hier zu den Early Adopters zählen kann, hat sich die Aufmerksamkeit seiner relevanten Zielgruppe(n) bereits weitgehend gesichert und weist unmissverständlich auf seine Spezialisierung und sein spezifisches Know-how bei der Nutzung neuer digitaler Möglichkeiten hin.

Selbstverständlich ist die Domain .cloud für Start-ups weder ein Patentrezept noch ein Blankoschein für Erfolg. Aber sie ist elementarer Baustein einer Erfolgsstrategie im Kontext der digitalen Transformation. Diese bedeutet vor allem für große Unternehmen und Konzerne eine erhebliche Herausforderung, sodass sich gerade die kleinen, flexiblen und kreativen Anbieter hier als Geburtshelfer betätigen und ihre Businesskunden mit entsprechenden Lösungen überzeugen können.

Aber auch im B2C-Geschäft erschließt die Kombination aus Cloud-Expertise und einer gelungenen Eigendarstellung innovativen Start-ups bedeutende Erfolgs- und Wachstumspotenziale. Seit Beginn dieses Jahres können Anbieter in Deutschland eine .cloud-Domain beantragen – der Startschuss für eine neue Ära.   

Autor: Francesco Cetraro; Head of Registry Operations für .CLOUD

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