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23.03.09Leser-Kommentare

Disruptionen und Redesigns: Facebooks verlorene Jugend

Facebooks neu strukturierte Homepage stösst fast universell auf Ablehnung. Der Kommentar dazu von Facebook-Chef Mark Zuckerberg? Wirklich coole Firmen hören nicht auf ihre Kunden.

Vor einigen Tagen strukturierte das weltweit grösste Social Network Facebook seine Homepage radikal um. Dass man sich dabei bei den kleineren Konkurrenten Twitter und FriendFeed mehr als nur ein paar Inspirationen geholt hat, ist offensichtlich. Die neue Einstiegsseite ahmt diese schnell wachsenden Dienste, die Facebooks Dominanz irgendwann bedrohen könnten, fast eins zu eins nach. Im Vordergrund steht nun ein endloser Strom von Statusmeldungen, nicht mehr der bisher ausgewogene Mix an verschiedenartigen Updates.

Die Reaktion der User war überwiegend negativ. Ob man das nun an den vielen negativen Kommentaren im eigenen Freundesnetz misst, an den schnell wachsenden Anti-Redesign-Gruppen oder an Umfragen: Etwa 90%-95% der Facebook-User scheinen das neue Konzept abzulehnen. Für Facebook ist diese Situation eigentlich nichts Neues: Jede grössere Änderung an Design und Features in den letzten Jahren wurde von Userprotesten begleitet. Doch selten waren die so heftig und überwiegend negativ wie jetzt.

Die Klatsch-Reporter von Valleywag lassen uns nun wissen , dass sich Zuckerberg bereits auch schon intern gegen Kritiker rechtfertigen muss. In einer internen e-Mail, so die typischerweise gut informierten Valleywag-Schreiber, hätte der Facebook-Chef seinen Glauben an die Notwendigkeit radikaler Änderungen formuliert: "Die disruptivsten Firmen hören nicht auf ihre Kunden." Die Echtheit dieser Äusserung ist durchaus glaubwürdig, da Zuckerberg schon früher oft ähnlich argumentiert hat.

Leider hat Zuckerberg das mit der Disruption aber wohl nicht so ganz richtig verstanden. Wer die Standardwerke zu disruptiver Technologie wirklich gelesen hat und nicht nur Buzzwords nachplappert, sieht schnell den Fehler in Zuckerbergs Denkweise: Erstens ist Facebook seit kurzem Marktführer in seiner Branche und damit per Definition kein Disruptor mehr. Marktführer können nur ihre Position verteidigen, nicht disruptiv wirken. Die eigentlichen Disruptoren sind jetzt Twitter, FriendFeed, Tumblr, Loopt und viele andere kleine Konkurrenten.

Zweitens ist es Blödsinn, dass disruptive Firmen ihre Kunden ignorieren. Im Gegenteil, sie hören sehr genau auf Kunden, nur eben nicht auf die gleichen wie der jeweilige Marktführer. Disruptive Firmen erschliessen sich neue Zielgruppen, bei denen noch Wachstum erzielbar ist. Da Facebook aber 175 Millionen registierte User hat, muss es sehr verschiedenartigen Ansprüchen gerecht werden, wenn es keine Kunden vergraulen will. In so einer Situation alle Feedbacks einfach zu ignorieren, weil man doch so gern disruptiv wäre, ist einfach nur dumm.

Es ist ziemlich klar, was da vor sich geht: Facebooks Management steckt in einer Identitätskrise. Die Firma ist rasant gewachsen, war aber seit der Gründung immer der schlaue, bewegliche Herausforderer, der gegen das bis vor kurzem noch übermächtig scheinende MySpace mit cleveren Innovationen antrat. Nun ist Facebook plötzlich das mit Abstand grösste Social Network, und das Managementteam hat offensichtlich seine Probleme, mit dieser neuen Rolle zurechtzukommen. Mark Zuckerberg wünscht sich die Zeit zurück, als seine Firma noch der Disruptor war, nicht der Disruptierte.

Nicht nur muss Facebook nun plötzlich seine Marktdominanz verteidigen, es muss auch noch mitansehen, wie plötzlich andere Startups als die wirklich coolen Innovatoren gelten. Für den erst 24jährigen Zuckerberg kommt diese Änderung viel zu früh in seiner Karriere. Hinzu kommt der Druck, endlich ein wirklich lukratives Businessmodell zu finden, denn Facebook erzielt noch lange nicht die Umsätze, die es angesichts seiner Stärke erzielen müsste.

Anders gesagt: Facebooks Marktanteil ist erwachsen geworden, sein Businessmodell steckt aber noch in den Kinderschuhen. Und sein Management versucht sich aus diesem Dilemma mit hektischen Innovationen zu befreien, kopiert aber in Wirklichkeit nur die echten Innovatoren.

Die Situation erinnert ein bisschen an Microsoft ca. 1995. Die Firma hatte damals gerade IBM vom Thron der Softwarebranche gestossen und sah sich nicht nur mit dieser neuen Führungsrolle konfrontiert, sondern auch mit einer neuen Innovationswelle: Dem Internet. Bill Gates reagierte nach anfänglicher Orientierungslosigkeit souverän, schwörte die ganze Firma auf eine neue Strategie ein und schaffte es schliesslich, Netscape und viele weitere disruptive Konkurrenten zu besiegen (wenn auch nicht ausschliesslich mit fairen Mitteln).

Der grosse Unterschied war aber, dass Microsoft damals schon ein sehr profitables Unternehmen mit vielen zahlenden Kunden war. Facebook hängt hingegen immer noch am Tropf seiner VC-Investoren, die angesichts der investierten Summen zunehmend nervös werden dürften. Unglaubliche 516 Millionen Dollar sind bis jetzt in Facebook investiert worden, und das Unternehmen verbrennt durch sein schnelles Wachstum weiterhin Geld in atemberaubender Geschwindigkeit.

Eine unangenehme Situation. Facebook hat seine Jugend verloren, aber erzielt noch nicht das Einkommen einer erwachsenen Firma.

Kommentare

  • Erik Hauth

    23.03.09 (20:07:26)

    Dieser Text ist auf jeden Fall schon erwachsen. Mal ein Lob meinerseits.

  • Paul

    23.03.09 (20:11:11)

    Kann Dir nur zustimmen. Das neue Design funktioniert nicht für die Facebook Nutzer. Aber nicht weil Twitter ein neuer Konkurrent für Facebook wäre (ich glaube sogar das Twitter langfristig keine Überlebenschance hat) sondern weil die Facebook Nutzer keine Twitter Menschen sind. Der Großteil nutzt nichtmal die Statusmitteilungen. SOndern will Freunde und Geburtstage verwalten.

  • Felix A.

    23.03.09 (20:48:31)

    Das Facebook Twitter nachahmen wird, habe ich mir schon vor einiger Zeit gedacht... vielleicht ist die Strategie langfristig wirklich nicht schlecht. Andererseits ging MySpace bei solchen Änderungen immer, wohl auch besser, weil sehr viel behutsamer vor und hat den User selber zum neuen Interface wechseln lassen und es nicht abrupt für alle User automatisch umgestellt. Denn die meisten Menschen mögen einfach keine Veränderungen... Beim Thema Geld verdienen sollte nicht vergessen werden, dass der Konkurrent MySpace bereits ganz gutes Geld verdient. Geld verdienen ist also alles andere als unmöglich, wenn man die Strukturen schlank hält.

  • wolfgang

    23.03.09 (22:35:49)

    Vielleicht erinnert sich Zuckerberg einfach daran, wie es war, als er die Stausmeldung vor 3 (?) Jahren eingeführt hat. Auch damals gab es massive Proteste. Der Gründer der Anti-Statusmeldung-Gruppe ist inzwischen ihr größter Verfechter...(Quelle finde ich leider nicht mehr;)

  • Arne Klempert

    23.03.09 (22:39:07)

    Okay, eine Innovation ist die neue Facebook-Startseite sicher nicht. Aber ich rufe Facebook seit dem Relaunch fast täglich auf - vorher kam das alle zwei Wochen mal vor. Und gleichzeitig scheint man auch die Kritiker nicht vergrault zu haben. Denn wer sich lauthals beschwert und das auch noch auf der Plattform selbst tut, der wird ihr wohl kaum verlustig gehen. Insofern kann ich nicht erkennen, welchen Fehler Facebook gemacht haben soll - wenn man mal von einer eventuellen falschen Verwendung des Begriffs "disruptive" absieht. Arne P.S.: meine Erfahrungen mit Valleywag sind übrigens ziemlich weit entfernt von "typischerweise gut informiert".

  • Rod Meier

    24.03.09 (00:45:47)

    Auch Facebook User sind Menschen - und Menschen hassen Veränderung. Mit dieser These ist es also verständlich, wenn bei großen Änderungen und vielen Usern entsprechend mehr gemeckert wird. Ich persönlich finde die Änderungen gut! Ich sehe auf der Startseite viel mehr als früher und verschaffe mir dadurch schneller einen Überblick. Wie Arne (siehe oben) schon festgestellt hat - man ist öfters drin. Und das ist gut für Facebook. Daher bleiben wir einfach alle auf der "Facebook-Party" und schauen wann und ob das Licht aus geht!

  • Daniel Niklaus

    24.03.09 (01:21:23)

    Weitgehend Übereinstimmung. Ausser bei der Disruption. Wenn ich die Idee richtig verstanden habe, erfindet der Disruptor sein Produkt neu und richtet sich an eine "noch" kleinere Zielgruppe. Ignoriert also die grosse "aktuelle" Mehrheit. Er geht davon aus, dass das neue Marktsegment den "alten" Bereich überflügeln wird. Der Angegriffene kann/wird sich nicht wehren, weil er in den alten Strukturen steckt und noch zu viel Geld verdient. Die neuen Märkte sind für ihn schlicht zuwenig attraktiv, als dass er sich darauf stürzen würde. Zumal sie seine eigene Existenz in Frage stellen. Darum wehrt sich die gesamte Organisation gegen die neue Entwicklung. Möchte eine Firma diesen Zwiespalt auflösen, sollte sie an einem fremden Ort, mit neuem Management eine Tochterfirma gründen. So wie es einst IBM mit dem PC vormachte (eine Organisation die Bewundernswert ist, seit Jahrzehnten erfindet sie sich immer wieder neu). Wenn dem so ist, sitzt M. Zuckerberg tatsächlich in der Falle. Seine Organisation verdient noch kein Geld, sie profitiert also finanziell noch nicht von der bestehenden Struktur. Gleichzeitig wehrt sich die Organisation gegen Neuerungen, die womöglich die eigene Existenz in Frage stellen. Dumme Sache.

  • Millus

    24.03.09 (02:20:22)

    Ich habe einen Facebook account, aber bin nicht so der Fan davon. Schaue auch 1-2mal im Monat da rein. Ist mir alles zu unübersichtlich. Das neue Design hat da nicht viel geholfen. Bin gerade in Südamerika und es ist erstaunlich wie groß hier der Facebook Hype ist. Fast jeder besitzt hier ein Facebook account und Facebook ist fast immer im alltäglichen Gespräch. Sogar die Oma, die nicht mal Telefon hat bekommt von der Nichte ein Facebook account gebastelt, Haustiere und Manager. Alle kommunizieren durch Facebook. Was anderes kennen die fast garnicht hier. Das andere was mich erstaunt wieviel Explorer und MSN benutzt wird. Skype kennt hier kaum einer. ICQ will kaum einer benutzen.

  • domingos

    24.03.09 (06:44:57)

    Bin ja kein Facebookianer, aber ich denke, diese Social Networks sollten grundsätzlich modular aufgebaut sein. Mttels Ajax ist das ja kein Problem. Ähnlich wie bei Wordpress sollte man je nach Geschmack Widgets einfügen und anordnen können, ob Twitter-Streams, RSS, Statusmeldungen für Freunde, was man gerade tut usw.

  • René

    24.03.09 (08:01:05)

    Zum Text: Facebook ist in der durchaus interessanten Lage Marktführer in seinem Segment zu sein und dennoch weiter zu wachsen (ganz im Gegensatz zum StudiVZ). Die Cash-Burn-Rate ist hier natürlich ein Riesenproblem (guter Link übrigens). @domingos: Was hat das mit AJAX zu tun? Wie Zuckerberg, musst auch du dir den Vorwurf gefallen lassen, hier nur Buzzwords wiederzugeben, mit deren Inhalt du dich offenbar nie beschäftigt hast. René / http://twitter.com/rrrene

  • Daniel Niklaus

    24.03.09 (08:41:56)

    Zuckerbergs Problem. Ohne die Firmenstruktur von innen zu kennen, mir scheint Marc Zuckerberg hat ein ernsthaftes Problem. Alle erfolgreichen Firmen die ich kenne, hatten klassische Management Teams. Es brauchte die Visionäre wie Bill Gates, Steve Jobs, Michael Dell, Larry Page, Pierre Omidyar (ebay), Yang oft geniale Techniker im Hintergrund wie Woz, Filo, Brian und dann benötigen die Firmen einen starken Umsetzer. Einen der die Träume der Visionäre in realistische Taten umsetzt, der das Tagesgeschäft übernimmt. Einer der sich wie Ballmer ins Tagesgeschäft beisst, einer wie Rollins der bei Dell die Strukturen im Griff hat. Und wenn das Gründerteam keinen solchen hat, holt es sich einen. So wie Apple ihren Pepsi Manager hatte. Google Schmitt anheuerte, ebay auf Meg Whitman setzte. Leute die "down to earth" Pläne in konkrete Taten umsetzen und am Bestehenden arbeiten. Zuckerberg scheint mir niemanden solchen zu haben. Er scheint weiterhin der Visionär ohne starken Gegenpart in der Firma zu sein. Wenn er keinen "Freund" in findet, der seine Visionen verteidigt, der ihm den Rücken frei hält und dafür sorgt, dass Facebook Geld verdient, wird er in Zukunft stark isoliert als Spinner gelten und schon bald abgesetzt. Ihm droht ein Schicksal wie Yang, der glaubte mit Ideen Yahoo wieder auf die Erfolgsstrasse zu bringen.

  • Martin Weigert

    24.03.09 (09:04:22)

    Bei allen kritischen Worten sollte man dennoch nicht vergessen: Facebooks Wachstum nimmt immer mehr surreale Züge an (40 Millionen neue Mitglieder im Februar). Das hat so noch kein anderer Webdienst geschafft. Und da laut Zuckerberg momentan die Expansion die höchste Priorität hat und die Monetarisierung zur Zeit noch zweitrangig ist, liegt er mit seinem Social Network derzeit mehr als im Soll. Was die neue Homepage betrifft: Auch ich stehe dieser nach wie vor kritisch gegenüber. Nicht weil ich Probleme mit Veränderung habe. Sondern weil für mich relavante Informationen aus dem Newsfeed verschwunden sind. Was ich persönlich schade finde. Klar gewöhnt man sich auch an die neue Homepage. Aber dies liegt einzig und allein an der menschlichen Eigenschaft, sich an jede neue Situation gewöhnen zu können - egal ob diese eine Verbesserung oder eine Verschlechterung beinhaltet. Schöner wäre es aber gewesen, wenn die neue Homepage eine subjektiv wahrgenommene Auf- und nicht Abwertung des Newsfeeds beinhaltet hätte.

  • Anton

    24.03.09 (12:08:40)

    @martin monetariesierung für FB zweitrangig? Wo hast du denn diese Info her? Die ganze Kiste ist zum Geld machen entwickelt worden. Nur weils nicht so klappt, sagt man: ist im Moment nicht so wichtig. Ich kenne kein SN oder keine Seite im Netz, die sich nicht wünscht Kohle zu machen. Facebook wird es bald nicht mehr geben, wenn die Monetarisierung nicht bald anläuft. Steigende Nutzerzahlen - steigende Ausgaben. Und mit den paar Singleseiten, die auf der deutschen Seite werben, ist eine Monetarisierung nicht möglich. Bei Ausgaben in Millionenhöhe monatlich ist auch jede Beteiligung mal aufgebraucht.

  • Martin Weigert

    24.03.09 (13:13:59)

    Anton, entweder du fragst mich, wo ich diese Aussage her haben, oder du erklärst, warum du diese für fadenscheinig hälst. Entweder oder. Hier jedenfalls sein Zitat. Es ist keine Seltenheit, dass Unternehmen - egal in welcher Branche - über Jahre hinweg investieren müssen, bevor sie schwarze Zahlen schreiben. Das gilt im Web wie in allen anderen Märkten auch.

  • Andreas Göldi

    24.03.09 (13:47:47)

    @Martin: Techcrunch gibt fuer diese neuen Mitgliederzahlen keine Quelle an, und ich habe die auch sonst nirgends gesehen. Klingt fishy, ehrlich gesagt. Das glaube ich erst, wenn es eine unabhaengige Instanz bestaetigt. Vielleicht hat sich Arrington aber auch vertippt und meint in Wirklichkeit Unique Visitors, und das glaube ich gern, weil Facebook sehr gutes SEO macht. Aber das ist natuerlich nicht vergleichbar, solche Shifts passieren schon allein durch eine Aenderung im Google-Algorithmus. Da Facebook-Profile inzwischen in vielen Google Searches auftauchen, kriegen sie sehr viel Non-Member-Traffic. Kommerziell ist das aber beinahe wertlos, weil sie auf diesen Trefferseiten keine Werbung haben.

  • Andreas Göldi

    24.03.09 (13:51:34)

    @Daniel: Facebook hat durchaus ein operativ erfahrenes Managementteam, aber das wurde Zuckerberg von seinen Investoren aufgedraengt, waehrend seine urspruenglichen Mitgruender und fruehen Mitstreiter zum groessten Teil die Firma inzwischen verlassen haben. Facebooks COO is Sheryl Sandberg, frueher Google, die aber einen Hintergrund in der Politik hat, nicht in Consumer Internet. In dem Team sind sicher faehige Leute, aber es ist eben nicht das organisch gewachsene Gruenderteam, das andere erfolgreiche Firmen hatten.

  • Martin Weigert

    24.03.09 (14:36:37)

    @ Andreas Gut möglich, dass er Unique Visitors meint. Bisher las man ja sonst in den letzten Wochen auch eher von rund 700.000 neuen Mitgliedern pro Tag. Was eher 20 Mio neue Mitglieder pro Monat bedeuten würde. Zwar nur die Hälfte von 40, aber nicht minder beeindruckend, bedenkt man, dass Facebook bereits 200 Millionen Mitglieder hat (190 Mio waren es vor einigen Wochen).

  • Andreas Göldi

    24.03.09 (14:43:24)

    @Martin: Ja, die Zahlen sind so oder so hoch. Allerdings habe ich in der Dot-Com-Bubble gelernt, nie den Angaben zu trauen, die die Firmen selbst machen. Da sind dann selbstverstaendlich noch alle Karteileichen, einmal angelegte und nie genutzte Accounts etc. alle mitgezaehlt...

  • silvio

    24.03.09 (16:50:44)

    Nein: Das 90%-95% der Facebook-User die neuen Startseite ablehnen halte ich für deulich übertrieben, es nehmen wohl nur die an der Umfrage teil welche eh damit ein Problem haben. Ja: Business Modell steckt noch in den Kinderschuhen, könnte in der Tat ein Problem werden für das Management hinter Zuckerberg...

  • Anton

    24.03.09 (17:50:20)

    @Martin -Anton, entweder du fragst mich, wo ich diese Aussage her haben, - das hatte ich eigentlich in der ersten Zeile. -Es ist keine Seltenheit, dass Unternehmen - egal in welcher Branche - über Jahre hinweg investieren müssen, bevor sie schwarze Zahlen- meinst du nicht, dass mit 200 Mill. User (mehr als die Hälfte werden sowieso Karteilaichen sein und doppelt angemeldete User) bereits ein Finanzierungsmodell da sein müsste? Wenn bei 3-stelligen Nutzerzahlen im Millionenbereich keine Monetarisierung möglich ist, dann ist es auch mit 500 Millionen Nutzern nicht. Fazit: Investoren werden, gerade in der jetzigen Zeit, kein Geld mehr übrig haben für solche Portale. Abgesehen davon haben sich mehr als die Hälfte meiner Freunde, mich eingeschlossen, von Facebook wegen der tollen Benutzerfreundlichkeit, die das neue Design hergibt, abgemeldet oder loggen sich garnicht mehr ein. Die meisten meiner Freunde haben sich auf Themenseiten angemeldet, die auch ohne -Benutzerhandbuch- zu bedienen sind. Übrigens clevere Idee, direkt einen Facebook Connect Zugang auf eure Seite zu platzieren. Vielleicht klappt es ja, dass ihr über FB neue Leser bekommt. Nun mehr verständlich, dass ihr in FB so verliebt seid. ;-)

  • Martin Weigert

    24.03.09 (19:49:31)

    Anton, Facebook hat 2008 einen Umsatz von über 200 Mio Dollar erzielt. Das ist noch nicht wirklich viel, aber weit entfernt von deiner Aussage, eine Monetarisierung sei gar nicht möglich. Ich verweise auch auf einen Artikel von Andreas Göldi, in dem er darlegt, warum es völlig normal ist, dass es einzige Zeit dauert, bis im Social Web vernünftige, nachhaltige Geschäftsmodelle entwickelt werden. Geschichte à la "ich und alle meine Freunde nutzen Facebook kaum noch" hören wir ständig. Und trotzdem wächst und wächst es. Und meisten tauchen diese Leute, die plakativ Facebook den Rücken kehren, dort ein paar Wochen später wieder auf und sind aktiver denn je ;)

  • Steffen

    25.03.09 (12:45:45)

    Scoble hat es schon geschrieben und ich finde, er hat zu 100% recht. Der neue Startseite ist nicht wirklich ein Konkurrent zu Twitter. Es war hier - glaube ich - auch schon Thema, dass Google im Zuge der steigenden Vernetzung der User als wichtigste Traffic-Source Relevanz verliert und die Bedeutung von Empfehlungen zunehmen wird, und wenn erst einmal die ganzen Meldungen FreundXY hat an dem und dem Quiz teilgenommen u.ä. verschwunden sind, ist da genügend Platz für solche Informationen. Das Sushi-Beispiel im Text von Scoble macht Sinn. Es ist m.M. auch eine Sache der Nutzer bzw. der Unternehmen endlich mal vernünftige Apps für Facebook zu bauen und dementsprechend den Feed zu füllen. Generell mag ich die neue Startseite. Die einzige Dinge die mich stören sind: 1. Das Meldungen nur auf Personenebene auszublenden sind 2. Ich mir meine Startseite nicht nach meinen Wünschen zusammen bauen kann, a la Netvibes

  • André Friedrichs

    26.03.09 (22:42:16)

    @Millus Sehr schön; mal der Blick auf FB von aussen. Ähnliche Berichte kam ich z.B. aus Shanghai liefern. @domingos Die Idee ist gut. Deshalb macht FB das wohl auch so... :) @René Ja, studivz wird sich wahrscheinlich bald wünschen, sie hätten die Bude mal frühzeitig an FB verkauft. @Steffen Mir gefiel das Scoble_Posting auch sehr. Hätte Zuckerberg auf die User "gehört", dann wäre FB immer noch ein Campus-Ding. Auch in Bezug auf die Apps sehe ich das ähnlich. FB ist ein schönes Beispiel fur Constant Improvement. Wahrscheinlich ist der Zuckerberg in Wahrheit ein Asiate. Kaizen! :) Mittlerweile gibt es ja uach schon wieder ein Redesign des Redesigns. @Anton Ich denke auch nicht, dass FB - das gilt aber für Twitter - bereits jetzt ein finales Finanzierungsmodell braucht. Die Rahmenbedingungen ändern sich laufend. Monetization ist ja derzeit ohnehin das Thema schlechthin - aber das betrifft nicht nur FB. Stichwort: Werbekrise. Sicher ist: Mit 200/300/400 Mio usw. Usern wird FB irgendwann ein Modell zur Finanzierung finden. Da bin ich recht zuversichtlich. Und was die "Ich und meine Freunde"-Geschichte angeht, kann ich es auch nicht mehr hören. Was mir aber immer wieder auffällt, das ist diese - na, ich nenne das jetzt mal so - Sucht, sich an Feindbildern abzuarbeiten. Sobald irgendwas/irgendwer recht erfolgreich ist, setzt da so eine Art Reflex ein. Dabei scheint es sich allerdings auch um sehr deutsches Phänomen zu handeln.

  • Klaus Huber Webdesigner

    26.12.10 (03:57:09)

    Also ich weis nicht .. ich bn privat sehr viel in Osteuropa und mir ist das Vkontakte.ru deutlich lieber. Es gibt hier übrigens auch nicht das Problem das Freunde anderen unbekannten Personen angezeigt werden. Mir ist unklar warum es hier keine Möglichkeit gibt seine Kontakte anonym zu behalten. Für mich ist Vkontakte eine klare bessere Alternative und ich bin kein Mitarbeiter von Vkontakte oder so .. sondern nutze es regelmässig. Daher mal sehen ob Facebook dazu auch noch ein Update bringt.

  • Sven

    05.01.11 (15:37:21)

    Negatives Feedback hin- oder her, trotzdem ist die halbe Welt bei facebook. Und selbst wenn eine Neuerung von 100% der User als absolut untragbar gehalten wird - es würde sich nichts ändern. Die user bleiben und facebook macht sein Ding. Warum auch nicht? facebook ist eine Plattform, die sich nie Gedanken machen muss, dass jemand abspringt. Es ist ein Trend. Mach mit oder lasse es sein und bleib alleine. Das Prinzip facebook stützt sich von alleine. Es kann nur wachsen, niemals schrumpfen. Es kann noch so benutzerunfreundlich sein - jeder macht es, also steigt auch jeder weitere mit ein. Bei Microsoft, Ebay und den ganzen "großen", ist es nicht anders. Die machen seit Jahrzehnten, was sie wollen. Und - hat das je etwas an der Markstellung geändert? Die User nehmen es einfach als gegeben hin, dass solche Dinge nicht nach Ihren Wünschen funktionieren. Und deshalb wird sich da auch nie etwas ändern. Ist wie in der Politik: "Ist halt so, kann man eh nicht ändern"...

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