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10.03.17

Digitalisierung

Digitalisierung der Landwirtschaft: Erobern jetzt Drohnen und Roboter die Bauernhöfe?

Jürgen Kroder


(Bild: New Holland)

Eine neue Studie zeigt: Das Smart Farming kommt voran und sorgt für eine Transformation der Landwirtschaft. Das ist der aktuelle Stand der Dinge.

Quo vadis, agricola?

Die Welt ist Umbruch. Alles wird zunehmend digitalisiert. Roboter bauen Autos, Computer mit Künstlicher Intelligenz (KI) verarbeiten Versicherungsanträge und selbstständig fahrende Taxis bringen Menschen von A nach B. Die Digitalisierung erfasst immer mehr Bereiche – auch die Landwirtschaft. Wird hier der Mensch immer unwichtiger? Sind Drohnen und Roboter die neuen Erntehelfer?

Für eine neue PwC-Studie namens „Quo vadis, agricola?“ wurde der aktuelle Stand beim sogenannten Smart Farming beleuchtet. Das Paper spiegelt auf Basis von Umfragen den Digitalisierungsstand der deutschen Landwirtschaft wider. Es zeigt, welche digitalen Produkte bereits auf den Bauernhöfen und auf den Äckern zum Einsatz kommen und welche sich bald durchsetzen könnten.

Autonom fahrende Traktoren: New Holland anstatt Tesla

„Während wir in der Automobilindustrie über autonom gesteuerte Fahrzeuge ab 2020 diskutieren, hat die voll digitalisierte Erntemaschine längst ihren festen Platz in der Bewirtschaftung großer Flächen“, heißt es im Vorwort der Studie. Während die Welt hitzig über den Autopiloten von Tesla diskutiert oder über die Ei-förmigen Testfahrzeuge von Google lächelt, erlebt die Landwirtschaft parallel – meist abseits der großen Medien – eine ebenso große Revolution. Hersteller wie beispielsweise New Holland haben bereits fahrerlose Traktoren in der Entwicklung.

Die digitale Transformation geschieht nur in einzelnen Bereichen

So schön die modernen Möglichkeiten sind – in der Landwirtschaft setzen sie sich teilweise nur langsam durch. Die „Quo vadis, agricola?“-Studie zeigt, dass rund die Hälfte der Befragten bereits intelligente Landmaschinen einsetzt. Doch nicht für alle Bauern machen sie Sinn: Der Nutzen der smarten Maschinen steigt mit der Größe der Bearbeitungsfläche an, sodass kleinere landwirtschaftliche Betriebe darauf verzichten.

Bei anderen modernen Technologien sieht die Zukunft noch ungewisser aus. Zum Beispiel spielen Roboter nur bei 5% der Befragten eine Rolle. Bei Drohnen fallen die Zahlen noch niedriger aus: Sie sind derzeit in der deutschen Landwirtschaft nahezu nicht präsent und werden vorerst auch keine Verbreitung finden. Deutlich größer ist die Akzeptanz bei vorausschauenden, analytischen Informationssystemen (20% haben sie bereits im Einsatz) und bei GPS-Technologien (58%).


(Bild: PwC)

Was bremst die Digitalisierung der Landwirtschaft aus?

Woran liegt es, dass sich manche digitalen Lösungen in der Landwirtschaft kaum durchgesetzt haben und es in den nächsten Jahren wohl auch nicht werden? PwC fand heraus, dass sich die Hälfte der befragten Landwirte noch nicht ausreichend informiert fühlt. Zudem sehen 76% die hohen Anschaffungskosten als Hindernis an. Dementsprechend gibt es eine große Unsicherheit, ob sich die Investitionen auszahlen.

Fazit

Nicht nur die Industrie, auch die Landwirtschaft erlebt gerade einen Transformationsprozess. In manchen Bereichen konnte sich die Digitalisierung bereits etablieren, in anderen ist noch viel Luft nach oben. Die Vision von Robotern als Erntehelfern oder von Drohnen, die im großen Stil über die Äcker fliegen, bleibt vorerst noch ein Zukunftstraum.

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