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04.08.14Leser-Kommentare

Digitaler Lesezirkel: tabcircle sagt abgegriffenen Zeitschriften den Kampf an

Das fränkische Startup tabcircle möchte Unternehmen verschiedener Branchen dazu bringen, Kunden und Gästen anstelle von abgegriffenen Magazinen lieber digitale Lektüre für ihre Smartphones und Tablets bereitzustellen.

tabcircleIn gastronomischen Einrichtungen, bei Dienstleistungsunternehmen sowie Ärzten liegen oft Zeitungen und Magazine aus, mit denen sich Gäste, Kunden beziehungsweise Patienten Wartezeiten vertreiben können. Fehlende Aktualität, begrenzte Auswahl sowie ein - nett ausgedrückt - nicht mehr ganz druckfrischer Zustand der vorhandenen Print-Titel kommt dem theoretischen Lesespaß allerdings leicht in die Quere. tabcircle, ein Startup aus dem frankischen Ebensfeld, sieht erheblichen Verbesserungsbedarf und will das altehrwürdige Lesezirkel-Prinzip in das Zeitalter des digitalen Lesekonsums hieven. tabcircle stellt Cafés, Restaurants, Hotels, Servicebetrieben, Arztpraxen sowie anderen Einrichtungen, die Besucher mit Lesestoff versorgen möchten, eine digitale Lesezirkel-Plattform bereit. Idealerweise integriert in das lokale WLAN oder abrufbar unter einer spezifischen Web-URL, im Standard-Layout oder als optisch angepasste White-Label-Lösung, können tabcircle-Kunden ihre Lesezirkel-Mitgliedschaften und Abos kündigen und Usern stattdessen digitale Magazine anbieten. Der Zugriff erfolgt direkt über die Geräte der Anwender.

TabcircleHinter tabcircle stehen Thorsten Schweigert und Peter Fankhänel. Letztgenannter Name ist einigen vielleicht noch als Gründer des 2007 verkauften Datingsportals Liebe.de bekannt. Das Duo finanziert tabcircle momentan aus eigenen Mitteln.

Schweigert und Fankhänel haben für ihre Entwicklung ein mehrgliedriges Geschäftsmodell im Visier: Einerseits soll die technische Plattform nach der aktuellen Testphase als Freemium-Angebot betrieben werden: Wer eine individualisierte Gestaltung des tabcircle-Layouts wünscht, muss dafür bezahlen. Ansonsten fallen für Kunden des Startups nach einer 30-tägigen Testphase lediglich Kosten für das Abo der gewünschten Zeitschriften an. Aktuell befinden sich rund 35 Titel im Angebot. Über Kooperationen mit Verlagen sind die Franken bestrebt, die Preise unterhalb der üblichen Printpreise anzusiedeln. Der Abruf des Contents durch Endnutzer, also Gäste beziehungsweise Kunden von Lokalitäten, erfolgt technisch gesehen per Streaming.

Als zusätzlich Einnahmequelle dienen Provisionen aus Verkäufen von Abos an Personen, die an einem Ort per tabcircle auf kostenfreie Lektüre zugreifen. Dass das Startup diese Aufmerksamkeit zu nutzen versucht, auch um damit Verlage als Partner zu ködern, liegt auf der Hand.

Noch hält sich die Zahl der Locations, an denen per tabcircle gelesen werden kann, aber in Grenzen. Eine Karte zeigt den Stand der Verfügbarkeit. Um das zu ändern, planen die tabcircle-Macher unter anderem die schnelle Expansion ins Ausland. Zudem zielen sie darauf ab, Reichweite und Bekanntheit über Kooperationen mit Hotspot-Providern zu erhöhen. Selbst öffentliche städtische WLAN-Netze sehen sie als interessante Ziele für tabcircle.

Link: tabcircle

Kommentare

  • Michael

    04.08.14 (12:16:42)

    Beispiele wie diese zeigen, dass sich neue Infrastrukturen und Plattformen für Journalismus im Internet nur ganz langsam entwickeln können und man deshalb viel mehr Geduld als bisher dafür braucht, bevor große rennomierte Plattformen wie Schneebälle und dann Lawinen entstehen. Das braucht wohl die Geduld von mehreren Jahrzehnten. So lange brauchen neue etablierte Medienstrukturen, erst recht im chaotischen Internet.

  • Jasmine

    31.08.14 (19:55:59)

    Mit dieser Geschäftsidee ist tabcircle bestimmt auf dem neuesten technischen Stand. Jetzt müssen sie nur noch abwarten, bis die meist ältere Kundschaft der Ärzte auch alle einen Tablett PC oder ähnliches besitzen.

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