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05.09.14Leser-Kommentare

Digital-Journalismus: Der Irrweg „Multimedia-Reportage“

So manches Nachrichtenangebot experimentiert mit multimedialen Darstellungsformen. Das ist zwar schön und gut, aber kein Allheilmittel. Oftmals ist es sogar kontraproduktiv.

Schön anzusehen, aber unbequem zu lesen: Multimedia-Spezial der Seite „The Verge“. Schön anzusehen, aber unbequem zu lesen: Multimedia-Spezial der Seite „The Verge“.

 

Gerade las ich über das Startup „deepr“: Es will eine Mischung aus Crowdfunding und Bezahlschranke für besondere journalistische Inhalte sein. Autorinnen und Autoren können hier ihre Ideen der Öffentlichkeit anbieten und vorab eine Bezahlung dafür bekommen. Kommt die Finanzierung zustande, machen sie sich an die Arbeit und die Unterstützer können dann das Ergebnis abrufen. Auch danach bleiben die Inhalte kostenpflichtig.

Die Idee an sich gefällt mir, denn wie andernorts gelesen: Nicht der Journalismus steckt in Zeiten des Medienwandels in der Krise, sondern seine bisherigen Geschäftsmodelle.

Klassische Angebote wie beispielsweise gedruckte Magazine haben in vielen Bereichen sinkende Auflagen zu beklagen, Tageszeitungen sowieso. Sie verdienen zwar noch immer gutes Geld, aber zu schrumpfen ist eben ein schmerzhafter und äußerst schwieriger Prozess. Zumal noch nicht abzusehen ist, auf welchem Niveau sich z.B. der Markt für gedruckte Medien am Ende einpendeln wird. 

Auf der Suche nach dem optimalen Modell für Bezahlinhalte

Im Internet ist das Geld verdienen zugleich für viele ein hartes Brot. Die meisten Newswebsites finanzieren sich, indem sie ihre Zugriffszahlen vermarkten: Sie brauchen folglich möglichst viele Leser, die wiederum möglichst viel klicken und dabei möglichst viel Werbung angezeigt bekommen – je penetranter die Werbeform, desto lohnenswerter. Je reißerischer die Überschrift und je „heißer“ das Thema, desto mehr Leser. Die Auswirkungen sehen wir täglich – nicht nur auf Seiten wie heftig.co, sondern auch bei namhaften Medienmarken. In der Folge werden journalistische Tugenden wie Wahrhaftigkeit oder gar eingehende Recherche schon mal flugs über Bord geworfen – dafür gibt es weder Zeit noch Geld. Nischenthemen haben dann kaum eine Chance, ebenso wie alternative Sichtweisen. Und selbst die Wahrheit leidet darunter, denn die ist oftmals kompliziert und steht mitunter einer „knackigen Headline“ so unangenehm entgegen.

Nun stellt sich also die Frage, welche anderen Einnahmemöglichkeiten es für Journalisten, Redaktionen und Verlage im Netz gibt.

„Die Texte sollen im Stile des multimedialen Storytellings erzählt werden: alles fließt nahtlos ineinander, nach 15 Zeilen Text kommt ein zweiminütiges Video, dann wieder Text, dann eine interaktive Grafik. Auch die Artikel von deepr sollen ein ähnlich Sog-artiges Leseerlebnis vermitteln, darum geht es.“

Multimedia als Ergänzung, nicht als Selbstzweck

Aber das ist aus meiner Sicht ein Irrweg, denn die Leser bezahlen eben nicht für eine möglichst kunterbunte Aufmachung. Sie müssen vielmehr das Gefühl haben, dass die Inhalte relevant sind und gut recherchiert. Die Umsetzung sollte sich dabei immer dem Inhalt unterordnen. Die Gestaltung unterstützt, was man sagen will. Sie lenkt nicht ab oder ist gar Selbstzweck, um Geld verlangen zu können.

Mir geht es so: Wenn ich einen Text lese, dann will ich einen Text lesen. Ich möchte nicht alle naslang von Videos oder interaktiven Infografiken unterbrochen werden. Selbst Fotos können störend sein, sofern man sie falsch einsetzt oder nur nutzt, um den Text „aufzulockern“.

Multimedia ist aus meiner Sicht eine gute Idee, wenn ich als Autor ergänzende Inhalte anbiete. Dann haben die Leserinnen und Leser beispielsweise die Möglichkeit, nach dem Artikel oder je nach eigener Vorliebe auch zwischendurch ein Video anzuschauen. Oder sie haben ein Video gesehen und möchten dann mehr darüber lesen. So wird aus meiner Sicht ein Schuh draus. Form follows content. Das können wir in digitalen Medien so konsequent umsetzen wie nie zuvor, denn wir werden nicht mehr durch die Größe einer Papierseite, eines Printlayouts oder der Zahl der Anzeigen und Seiten eingeschränkt – oder durch vorgegebene Sendeplätze und -pläne. Das ist eine Chance, die dringend mehr genutzt werden sollte, anstatt sich selbst in ein Multimedia-Korsett zu zwängen, weil das angeblich die Leser so immersive finden.

Beispiel für Nachteile einer „Multimedia-Reportage“

Ein praktisches Beispiel ist diese Story über Virtual Reality auf The Verge. Ich persönlich finde, dass The Verge viele gute Dinge macht, vor allem in der Langform. Auch dieses Beispiel sieht beeindruckend aus und ist optisch und inhaltlich aufwändig umgesetzt. Aber wie sehr verbessert und erweitert es mein Leseerlebnis, nach dem ersten Wow? Ein Problem damit: Ich kann es nicht einfach später lesen. Das ist für mich ein wichtiges Feature. Denn: Wenn ich auf einen interessanten Inhalt stoße, ist das nicht zwangsläufig zugleich der Moment, an dem ich die Zeit und Muße habe, um ihn zu konsumieren. Wie mache ich das nun in diesem Beispiel? Das ist bei all dem inhaltlichen und optischen Aufwand von The Verge nicht vorgesehen, sondern einfach mir überlassen.

Aber gut, wenn es ums Abspeichern fürs spätere Lesen geht, kann man sich als schlauer Internetnutzer selbst helfen. Es gibt etliche Dienste dafür im Netz, man denke an Instapaper oder Pocket. Ich persönlich nutze Clearly für Evernote: Alles, was ich interessant finde aber gerade nicht in meinen Tagesablauf passt, wird mit einem Klick dort abgespeichert. Und gelegentlich schaue ich da sogar rein und lese etwas… Die schlechte Nachricht: Auch das ist mit der Story von The Verge nicht wirklich gut möglich. Warum wird mir der Inhalt beispielsweise nicht auch als EPUB, als Kindle-Buch oder als PDF angeboten? Warum kann ich mir nicht eine reduzierte Version per E-Mail zuschicken? Und das sind nur einige Ideen.

Der Browser ist zum Browsen gedacht, nur begrenzt zum Lesen

Letztlich kann ich sie also nur im Browser offenhalten – das ist unbequem und unpraktisch. Bei mir würde es mit der Zeit in Vergessenheit geraten und dann nur noch Rechenzeit im Hintergrund kosten. Ein Lesezeichen zu setzen ginge natürlich – klar, dafür sind sie da. Aber zum einen nutze ich dieses Feature schon seit Jahren nicht mehr und vor allem löst es nicht die Frage, wie ich so etwas offline im Zug oder im Flugzeug lesen kann. Da habe ich aber die meiste Zeit. Mal ganz abgesehen davon, dass das Lesen bei mir inzwischen hauptsächlich auf dem Tablet stattfindet, ich den Inhalt also dort irgendwo leicht auffindbar vorhalten möchte. Und dafür ist eben nicht der Browser gedacht, ansonsten hieße er wohl auch Reader. Er ist schon konzeptionell dafür gedacht, herumzustöbern und sehr gut geeignet, Inhalte zu entdecken. Gelesen werden sie dann aber anderswo. Daran haben die Macher bei The Verge allerdings nicht gedacht, ebenso wie zahlreiche Kollegen auf anderen Seiten.

Aus diesen Gründen ist es für mich ein Irrweg, „Multimedia-Reportagen“ praktisch als Allheilmittel anzusehen. Multimedia sollte man aus meiner Sicht wohldosiert nutzen und zwar nur, wenn es dem hilft, was man erzählen möchte. Zudem sollte man sehr behutsam sein, damit es das Erlebnis nicht am Ende zerstört, weil die Multimedia-Inhalte ablenken, den Rechner überfordern oder gar nicht erst geladen werden. Nicht zuletzt sollte man sich immer der bereits genannten Nachteile bewusst sein: Leserinnen und Leser können es beispielsweise nicht mal eben abspeichern, um es offline und später lesen zu können.

Was man dazu aus dem E-Book-Markt lernen kann

Mein Lieblingsbeispiel dafür, wie nebensächlich Multimedia in den meisten Fällen ist, ist der boomende E-Book-Markt. Zwar wird hier immer mal über neue Erzählformen diskutiert. Aber auf dem Siegeszug sind sie auch ohne. Apple beispielsweise hatte seine multimedialen iBooks eingeführt, aber die sind nicht mehr als ein Nischenphänomen. Warum? Weil es für die Leserinnen und Leser entscheidender ist, dass sie ein E-Book schnell kaufen können, auf ihrem superkompakten Kindle stets eine Bibliothek dabei haben und am Ende sogar noch Geld sparen. Kurzum: Es ist enorm bequem. Nebenbei bemerkt führe ich die steigenden Verkaufszahlen für E-Books auch immer dann an, wenn mir jemand weismachen will, Menschen läsen keine langen Texte in digitaler Form…

Natürlich sind Bücher und journalistische Inhalte unterschiedliche Dinge und ich will den Vergleich nicht zu weit treiben. Ich will damit nur deutlich machen: Multimedialität ist nicht zwingend das entscheidende Kriterium. Es geht beispielsweise um ganz banale Dinge wie Bequemlichkeit. Und ist das passende Umfeld da, konsumieren die Leserinnen und Leser auch tausendseitige Bücher auf einem E-Reader oder Tablet und zahlen sogar noch dafür. Man soll es kaum glauben.

Zusammengefasst

Experimente mit neuen Darstellungsformen sind großartig. Im Digital-Journalismus hat man Freiheiten und Möglichkeiten wie nie zuvor. Man muss aber aufpassen, dass man nicht in Effekthascherei verfällt. Stattdessen sollte gelten: Die Inhalte bestimmen, wie man sie darstellt. Multimedia soll bereichern, nicht ablenken und schon gar nicht dem Selbstzweck dienen. Nicht zuletzt sollte man immer im Hinterkopf behalten, wo und wie diese Inhalte am Ende konsumiert werden. Wenn das Angebot ebenso stimmt wie der Preis und dann noch bequem nutzbar ist, gibt es sogar eine Chance Geld zu verdienen – siehe E-Books.

Kommentare

  • Netz TV

    05.09.14 (07:37:59)

    Endlich sagt es mal einer. Schon bei "Snowfall" habe ich nicht begriffen, was der immense Aufwand aus Nutzersicht eigentlich bringen soll. Die Nutzer da draussen wollen Texte lesen oder Filme gucken. Viele Zwischendinge entstehen aus Profilierungssucht. Bösartig formuliert weil man weder Texte noch Videos kann, die ein Profil schaffen.

  • Moritz Stückler

    05.09.14 (07:47:28)

    Lieber Jati, ich muss die bei diesem Artikel mal widersprechen, bzw. gehe nicht ganz mit deiner Aussage d'accord. Ja, Form follows Function. Allerdings leben wir bisher in einer Medien-Welt wo dieses Verhältnis von Form:Function gefühlt bei 5:95 liegt. 95% der Online-Medien bieten biedere Webseiten, die ihren Fokus NUR und ausschließlich auf den Text lesen, und deren multimedial größter Wurf eine Bildergalerie ist. (Ich meine hier zum Beispiel sowohl t3n als auch netzwertig) CMS müssen heutzutage mehr können als Bilder nur auf voller Breite einbetten zu können. Es brauch multimediale Bild-Elemente, Video-Integration über API-Anbindung, Anbindung an Bilddatenbanken, gute Tabellen und Diagramm-Module und vieles mehr. Multimedia-Reportagen sehe ich als einen Indikator dafür, dass einige Redaktionen das verstanden haben, aber sich schwer tun aus ihrem klassischen Layout auszubrechen – oft bedingt durch die Vermarktung. Sicherlich werden diese Formate momentan etwas inflationär verwendet, aber es ist eine gute Entwicklung, die uns hoffentlich dabei hilft, dass auch „normale“ Artikel zukünftig multimedialer werden. Multimedia-Reportagen sollten momentan sehr vorsichtig eingesetzt werden, um damit zu experimentieren und nur bei entsprechenden Geschichten, die einen solchen Aufwand auch rechtfertigen. Um nochmal auf das Verhältnis vom Anfang zurückzukommen: Meine Traum-Vorstellung vom Journalismus ist ein Medium, wo das Verhältnis etwa bei 49:51 liegt. LG aus dem t3n HQ

  • Alexander Merz

    05.09.14 (09:35:57)

    Die heutigen Darstellungsformen und -möglichkeiten im Print-Journalismus blicken auf 400 Jahre Entwicklung zurück, wobei die notwendigen tiefgreifende technische Fortschritte erst in den letzten 100 Jahren passierten. Da nach gerade mal 20 Jahren Onlinejournalismus schon einen Experimentierstopp zu fordern, halte ich für verfrüht. Selbst wenn wir jetzt von einem gesteigertem Innovationstempo ausgehen, würde ich so eine Debatte nicht vor 2050 führen.

  • David Maciejewski

    05.09.14 (09:50:32)

    Guter Artikel, sauber ausformuliert. Insbesondere das Beispiel von TheVerge zeigt, wie der Schuss nach hinten los gehen kann: Ich finde nämlich „Virtual Reality” eine absolute Katastrophe. Denn es bricht mit allgemeinen Konventionen einer Bedienung: Mal darf man scrollen, mal nicht. Mal muss man klicken mal nicht. Das hauptsächliche Problem aber: Ich kann von vorne herein nicht einschätzen, was auf mich zukommt. Ist der Artikel umfangreich, schaffe ich den jetzt zu lesen oder habe ich gar Lust darauf? Medium macht das ganz nett in dem es anzeigt, wie viele Minuten man braucht, um Artikel zu lesen. Inhalte sollten – und da stimme ich dir absolut zu – IMMER leicht erreich- und konsumierbar sein. Alles andere kommt danach. Wenn ich den Text multimedial aufmotzen will, dann gern. Das darf aber niemals den Lesefluss entscheidend stören (Beispielsweise wären das Ladezeiten bei einer schlechten Verbindung am Smartphone). Im Webdesign gibt es auch dafür einen Begriff: Neben Mobil first heißt das Gebot Content first und meint nichts weiter als die Zugänglichkeit der Inhalte. Zuerst wird der Text lesbar gemacht, dann wird er bunt angemalt oder mit Blümchen verziert. Das alles beherrscht bisher noch niemand perfekt und vor allem nicht jeden Tag. Noch sind das alles Ausnahmen.

  • anaj30

    05.09.14 (10:12:27)

    Buhh...man muss ganz schön scrollen bevor hier das eigentliche Thema angesprochen wird. Erst wird umständlich von irgendwelchen Finanzierungswegen und die Medienkrise im allgemeinen erzählt und später wir dann redundant der gleiche zentrale Kritikpunkt wiederholt. Will sagen: Sie haben recht, sind aber selbst noch nicht sehr Leser-Orientiert.

  • Arno Kuss

    05.09.14 (14:23:55)

    Hallo Jati, passender Artikel zum stets aktuellen Thema. Ich möchte zu den vielen wirklich richtig aufgeführten Punkten noch etwas hinzufügen: Ich denke, anerkannte oder etablierte Blogger/Journalisten haben ganz sicher viel mehr Chancen wahrgenommen zu werden als Schreiber, die sich noch keinen Namen machen konnten. Egal auf welchem Weg der Inhalt nun an die Leserschaft herangeführt wird, die (gerechtfertigte) Aufmerksamkeit die zum Beispiel ein Jan Tißler erfährt, dürfte doch in jedem Fall die sicherste Form der Vermarktung und auch der Investition sein. In welcher Weise nun die Artikelplatzierung erfolgt, dürfte meiner Meinung nach weniger relevant sein.

  • Tom

    05.09.14 (15:50:25)

    "Multimedia" ist ein wirrer 90er-Jahre Begriff, der sich einreiht mit "Modul" und "T-Aktie". Viel blabla, nichts dahinter. So ich lese jetzt die Zeitung, die ich heute auf Papier gekauft habe. Da springen mich wenigstens keine Videos an.

  • f gruen

    05.09.14 (16:00:47)

    Wunderbar! Einfach nur lesen! Ohne Klickibunti! Das ist es doch, was viele wollen! Danke!

  • joha

    05.09.14 (17:23:46)

    Ein paar Gedanken dazu: (1) Ich würde mir wie Moritz zumindest mal ein CMS wünschen, dass einem wenigstens die MÖGLICHKEIT gibt, nicht nur Text reinzuquälen und umständlich rumzuformatieren. (Allerdings muss ich @Moritz sagen, dass z.B. Wordpress 4.0 ziemlich Spaß macht und näher an Medium ist als viele klassischen proprietären CMSe). (2) Grundsätzlich hast Du recht, kein Format rechtfertigt sich durch sich selbst (Videos sind bei den aktuellen TKPs allerdings ein Sonderfall). Bei Zusatzelementen würde ich aber z.B. Infografiken ausklammern, die halte ich für nützlich und gerade online unterschätzt, ob responsiv oder nicht. Und dann gibt es natürlich eine Menge einbettbarer Elemente, die zur Dokumentation beitragen können. (3) Das Grundsatzproblem vieler Legacy-Medien hat nichts mit der Frage der Multimedialität zu tun, sondern ist eines der Haltung/Sprache. Wer bei der Umsetzung eines Themas den Weg wählt, Print-Journalismus ins Web zu übertragen, liegt halt inzwischen öfter falsch als richtig. (4) Der Schlüssel zu allem liegt in der Marktforschung über Nutzungsverhalten und Endgeräte. Ich z.B. habe meine Probleme mit Multimedia, weil ich mir fast alle Lesegeschichten an mein Lesegerät schicke, das diese Elemente gar nicht einbinden kann. Wahrscheinlich bin ich ein Einzelfall, aber am Ende des Tages muss jede Medienmarke rausfinden, wie die Leser/Nutzer ticken und das in die Produktentwicklung einfließen lassen. Wird das gemacht? In den USA: absolut. In Deutschland: Je nach Verlag unterschiedlich, aber angesichts der Bedeutung könnte es deutlich mehr sein.

  • Andy Lenz

    06.09.14 (19:20:52)

    @jati: "...multimedialität ist nicht zwingend das entscheidende Kriterium. Es geht beispielsweise um ganz banale Dinge wie Bequemlichkeit..." zwar von dir nicht so gemeint, aber aus meiner Sicht, das Plädoyer "pro Print" überhaupt und der Grund warum viele Print-Fachmagazine weiter gut funktionieren werden #abgeschlossenewerke

  • Maxi

    07.09.14 (12:04:24)

    Stimme dem Artikel zu, allerdings verstehe ich nicht, warum man diese Longform-Multimedia-Artikel nicht speichern können soll? Wie machst Du das denn dann bei anderen Artikeln, dieses 'Speichern'? Du nutzt keine Lesezeichen, Leselisten-Dienste siehst Du als optional – speicherst Du stattdessen etwa immer die Webseite als HTML?! Davon abgesehen wäre es absolut richtig, dass eine PDF- und ePub-Version die Sache für Mobilgeräte erleichtern würden. Wie @David irritiert mich an dem Virtual Reality-Artikel auch am meisten, dass er mir nicht seine Größe offenbart. Man will ja schon auch ein kleines 'Erfolgserlebnis' mit dem Abschluss eines Artikels haben, aber bei der Sachbuch-Größe des Artikels, die erst nach zigfachem Klicken deutlich wird, gibt man entnervt vorschnell auf. Du hast Apples iBooks angesprochen. Ich würde speziell diesen The Verge-Artikel vielmehr mit einem iBook vergleichen, als mit einem 'Artikel'. Wenn man es als solches wahrnehmen würde (und trotzdem seine Länge sähe!), dann würde sich da die Kritik wahrscheinlich auch verschieben.

  • Thomas Klimmek

    08.09.14 (09:07:05)

    Stimmt schon, bei so manchem Storytelling-Projekt wird man den Eindruck nicht los, dass es vorrangig darum ging, auch mal eine Geschichte in Form einer Multimedia-Reportage zu erzählen. Unabhängig davon, ob das für den Leser auch wirklich einen Mehrwert darstellt und der immense Aufwand die zu erwartenden Abrufe rechfertigt. Das ist zweifelsohne eine Fehlentwicklung und beruht oftmals rein egoistischen Beweggründen. Multimedia-Reportagen sind sicher kein Allheilmittel und düefen auch nicht Selbstzweck sein. Andererseits: Sie gundsätzlich abzulehnen, wäre in meinen Augen ebenfalls überreagiert. Gerade vor dem Hintergrund der sich in einer Krise befindenden journalistischen Geschäftsmodelle könnte diese opulente Erzählform durchaus interessant sein. Verglichen mit den Gestaltungsmöglichkeiten eines normalen Artikeltemplates, kann solch ein journalistisches "Gesamtkunstwerk" für Werbekunden eine willkommene Abwechslung sein, in dessen Umfeld man seine Marke gerne inszeniert.

  • Jan Tißler

    08.09.14 (18:37:48)

    Zumindest ich habe keinen Experimentierstopp ausgerufen ;)

  • Jan Tißler

    08.09.14 (18:41:46)

    Ich bin ja bekanntlich ein großer Fan des Modells „Magazin“ und denke, dass es eine Entsprechung im Digitalen braucht! Gerade angesichts der Überflutung mit Infobrocken im Netz suchen viele Leute nach Orientierung. Und denen wird eine fachgerecht kuratierte, regelmäßig erscheinende Sammlung lesenswerter Inhalte hoffentlich auch etwas Geld wert sein. So etwas lässt sich nämlich allein durch Werbung nur schwer oder je nach Thema auch gar nicht refinanzieren.

  • Jan Tißler

    08.09.14 (18:47:03)

    Hi Maxi, einige Dienste hatte ich ja im Artikel genannt: Instapaper, Pocket, Clearly + Evernote. Manchmal kommen die sogar mit Artikeln zurecht, die auf mehrere Seiten verteilt wurden. Oftmals aber auch nicht. Die Frage ist aber: Warum muss ich mich als Leser überhaupt damit beschäftigen? Es wäre Aufgabe der Redaktion bzw. des Seitenbetreibers, hier den Leserinnen und Lesern etwas anzubieten. Das ist übrigens nur in ihrem eigenen Interesse. Viele Seiten sind extrem leseunfreundlich – ob nun durch nervige Werbung, grundsätzlich schlechtes Design oder eben Multimedia, das keinen inhaltlichen Grund hat. Davon kann man sich positiv absetzen, in dem man sich einmal hinsetzt und überlegt: Wie mache ich es für meine Leserinnen und Leser so bequem wie möglich, jeden Artikel exakt dann und exakt so zu lesen, wie es ihnen am liebsten ist? Wir sind schließlich Dienstleister für die Leserinnen und Leser. Das scheint immer mal wieder in Vergessenheit zu geraten.

  • Michael Karg

    10.09.14 (13:54:25)

    Redundante Kritik an einem alten Thema, was für Print auch schon immer galt. Bzw. was für fast alles gilt. Form und Inhalt müssen zusammenpassen, sonst enttäuscht eines der beiden. Von Allheilmittel war nie die Rede (wer hat das gesagt, Quelle?). Ähnlicher Artikel ließe sich verfassen mit der These: "Irrweg Layout. So manche Tageszeitung experimentiert mit alternativen Darstellungsformen. Das ist zwar schön und gut, aber kein Allheilmittel. Oftmals ist es sogar kontraproduktiv. " Oder McDonalds. "Irrweg Sonderburger. So manche Fastfoodkette bietet nicht nur BigMAC an". Enttäuscht hat mich nur der Artikel.

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