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13.10.14Leser-Kommentare

Die Zukunft des Fernsehens: Ich brauche keinen Streaming-Stick, ich will eine Mega-Monstermaschine

In der Zukunft des Medienkonsums sollen wir selbst Programmdirektor sein. Punkt. Doch selbst wenn wir das wollten, wird uns Live-TV wegen vieler Vorteile fehlen - es sei denn, wir arbeiten mit cleverer Hybridtechnik dagegen. Doch das erforderte weit stärkere Maschinen, als wir sie heute nutzen.

Amazon Fire TV: Apps und Mediathek, aber kein Live-TV. Amazon Fire TV: Apps und Mediathek, aber kein Live-TV.

Mit meinem Kollegen Martin Weigert geriet ich vor einigen Monaten in einen Disput. Wir werden auf lineares Fernsehen nie ganz verzichten wollen, behauptete ich. Martins Gegenthese: Der TV-Markt, wie wir ihn heute kennen, wird in den kommenden Jahren völlig zusammenbrechen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich gemessen an der derzeitigen Entwicklung weiterhin an meiner These festhalte, mich allerdings selbst wundere, warum ausgerechnet ich sie aufgestellt habe. Denn ich halte nicht sonderlich viel vom laufenden Fernsehprogramm, besitze einen Google Chromecast, bin seit kurzem Abonnent von Netflix, war es davor von Watchever, teste gerade ein Amazon Fire TV, habe einen Smart TV in meiner Küche stehen und stoße hin und wieder in den Untiefen des Netzes "zufällig" auf die eine oder andere TV-Serie, die es im deutschen Fernsehen noch nicht zu sehen gibt. Und doch stolpere ich jeden Tag in der Mittagspause wieder in meine Wohnküche (ich arbeite im Home Office) und will in der halben Stunde, die ich entbehren kann, einen Happen essen und dabei kurz bei einer belanglosen TV-Serie abschalten.

Fünf Minuten, bis ein Stream läuft

Diese halbe Stunde ist eine wichtige Zeitangabe, denn eine Episode einer Comedyserie dauert für gewöhnlich nicht länger. Eine passende Sendung auf einer "modernen" TV-Lösung zu starten, ist allerdings derzeit noch ein verblüffend langwieriger, um nicht fast zu sagen ein anstrengender Prozess:

     

  1. TV-Gerät einschalten
  2. Medienquelle auswählen
  3. App auf dem Smartphone starten
  4. Nach einer geeigneten Sendung suchen
  5. Hier in den vorhandenen Staffeln nach einer noch unbekannten Folge suchen
  6. Folge auswählen und öffnen
  7. Chromecast oder Smart-TV als Quelle wählen
  8. Warten, bis das TV-Gerät den Stream akzeptiert und gepuffert hat
  9. (Umstellen auf englischsprachige Originaltonspur)
  10. (Wieder auf den Puffer warten)
  11. (Nicht selten noch einmal neu starten und den ganzen Prozess wiederholen, weil es die App in diesem mühseligen Prozess unterwegs zerrissen hat)
  12. Das ausgesuchte Video gucken

Im Vergleich dazu der Medienkonsum auf einem Fernseher:

     

  1. Das TV-Gerät einschalten. (Wenn der Fernseher automatisch auf den zuletzt gesehenen Sender schaltet und dieser meistens derselbe ist, wie bei mir und ProSieben der Fall, dann entfallen alle weitere Schritte.)

Ich habe nicht selten mehrere Minuten damit verbracht, einen Videostream über ein Smart Device auf meinem Fernseher ans Laufen zu bekommen und den Konsum mangels Geduld schon oft genug auf den weniger komfortablen Laptop verlegt.

Lieber RTL gucken als Programmdirekter sein?

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass das lineare TV-Programm hierzulande qualitativ maximal Mittelmaß ist. Und doch schaue ich lieber die dritte Wiederholung einer Folge "Big Bang Theory" auf ProSieben, als über den Chromecast mühsam eine neue Folge zu starten. Der banale Grund dafür: Es ist deutlich einfacher.

Live-TV im Web wie auf Magine: Nach wie vor der Königsweg? Live-TV im Web wie auf Magine: Nach wie vor der Königsweg?

Ein weiteres sonderbares Verhalten, über das ich selbst ein wenig erstaunt bin, stellte ich neulich an mir fest: Ich wollte mal wieder einen Spielfilm gucken. Also schaute ich zunächst in den Mediatheken, die ich schon bezahlt hatte, Watchever und Netflix, fand dort nichts, was mir auf Anhieb zusagte, entweder zu alt, schon gesehen oder vom Cover her nicht interessant. Einige neuere Filme, die ich gerne gesehen hätte, suchte ich auf Google Play oder iTunes, um dort aber festzustellen, dass es sie nur als Kaufversion gab. 14 Euro waren mir aber zu viel. Da brachte mich der Zufall auf die letztendlich gewählte Abendgestaltung: Auf RTL lief 'The Avengers' und ich freute mich plötzlich wie ein kleines Kind: "Den Quatsch wolltest du dir doch schon lange einmal angucken! Schnell noch eine Runde drehen, einen guten Wein aussuchen und um Punkt 20.15 Uhr RTL anschalten!"

Ich hätte mir den Film auch in einer Online-Videothek, egal ob illegal oder legal, sofort anschauen können. Ja, sogar werbefrei und im Original. Aber irgendwie wollte ich das nicht. Ich wollte einmal nicht Programmdirektor sein, sondern das sehen, was schon jemand für mich ausgewählt hat ohne dass ich mir selbst darüber Gedanken machen muss. Und ich wollte Teil von etwas sein. Allein das Wissen, dass Millionen andere Fernsehzuschauer den Film zeitgleich mit mir anschauen würden, dass ich mich mit einigen in sozialen Netzwerken darüber austauschen könnte, war für mich Motivation, ihn zu gucken. Es ist vielleicht das gleiche Gefühl, wie aufs Land zu ziehen und dort die Möglichkeit zu vermissen ins Kino zu gehen, selbst wenn man das in der Stadt lange nicht mehr getan hat.

Wir werden immer Live-Sendungen sehen wollen

Das schließlich führt mich zum dritten Punkt meiner Theorie: Manche Sendungen muss ich live gucken, nicht erst ein paar Stunden oder Tage später. Und wer immer schonmal versucht hat, einen Online-Stream des Spiels der Fußball-Nationalmannschaft oder auch nur der kürzlich völlig misslungenen Übertragung der Apple-Präsentation zu gucken, der weiß, dass das erstens nicht das gleiche ist und zweitens all zu oft schief geht.

Die Vorteile des linearen Fernsehens zusammengefasst:

  • Einfachster Zugang
  • Live-Sendungen ohne technische Probleme
  • Das Gefühl, nicht alleine zu gucken und sich mit anderen in Echtzeit über den Inhalt austauschen zu können, beispielsweise beim "Tatort"
  • Zumindest manchmal einfach das gucken können, was andere ausgesucht und für gut befunden haben.
  • Die Möglichkeit, durch Reinzappen auf etwas Neues zu stoßen, das man sich anhand von Cover und Beschreibung sonst nie angeschaut hätte

Kommen wir zur Lösung des Problems: Was ich will, ist ein TV-Betriebssystem, das mir lineares und On-Demand-Fernsehen kombiniert und es mir dabei so einfach macht wie gewöhnliches Fernsehen. Ich will die Kiste einschalten und sofort etwas sehen ohne es erst auswählen zu müssen. Das muss nicht zwingend lineares Fernsehen sein, es kann auch eine vom System für mich ausgesuchte oder aufgezeichnete Sendung sein, die mich sofort beim Einschalten begrüßt. Aber es muss sofort losgehen. Über Live-Sendungen will ich informiert werden, damit ich mein laufendes Programm unterbrechen und daran teilnehmen kann. Und ich will weiterhin zappen, sprich, ohne Zeitverzögerung auch durch aufgezeichneten Content springen können.

Netflix, wichtiger Schritt auf dem Weg zur Zukunft des Fernsehens, aber noch nicht ganz da. Netflix, wichtiger Schritt auf dem Weg zur Zukunft des Fernsehens, aber noch nicht ganz da.

Hier das Beispiel dazu, wie das aussehen könnte:

Ich schlurfe um 15.00 Uhr in die Küche, schalte den Fernseher ein und bekomme ohne weiteres Zutun eine Folge "Big Bang Theory" zu sehen, die 15 Minuten vorher auf ProSieben begonnen hat und beim Aufzeichnen direkt angeschaut werden kann. Das System hat anhand früher gesehener Sendungen bereits für mich herausgefunden, dass ich die Folge noch nicht kenne. Ansonsten hätte es mich mit einer anderen Episode begrüßt. Nach fünf Minuten entscheide ich, dass mir die Folge nicht gefällt. Ich teile der Datenbank das per Druck auf eine Taste mit und schalte um. Weil das System weiß, dass ich gerne die aktuellen Nachrichten sehe, zeigt es mir nun auf diesem Kanal die Fünf-Minuten-Tagesschau, die es zehn Minuten zuvor aufgezeichnet hat.

Nach den Nachrichten startet eine Folge "House of Cards", die ich noch nicht kenne. Da ich jetzt aber keine Lust auf Drama habe, schalte ich um und bekomme eine Folge "Ground Floor" im Original zu sehen, vom System ausgewählt aus einer Online-Videothek. Nach 13 Minuten meldet sich das System wieder und teilt mir mit: "Gleich beginnt eine Folge der 'Simpsons' auf ProSieben. Willst du das laufende Programm unterbrechen und dorthin wechseln?" Und falls mir das doch alles nicht gefällt, zeigt mir das System in der Mediathek weitere nach persönlichen Kriterien aufgezeichnete Sendungen oder Empfehlungen an, sowie eine Auswahl in Kürze startender Sendungen im TV.

Wichtig: Keine Wartezeit

Kurz gesagt: Ich muss nicht erst mühsam etwas starten, ich bekomme es sofort serviert und habe dabei das Gefühl, ganz normales Fernsehen zu sehen - nur mit den Sendungen, die ich gerne mag. Damit ich nichts verpasse, informiert mich das System über anstehenden Live-Sendungen und schaltet auf Wunsch dorthin.

Googles Chromecast: Technisch noch zu schwach Googles Chromecast: Technisch noch zu schwach

Es dürfte klar sein, dass sich ein solches System nicht auf einem HDMI-Stick mit einem schwachen Singlecore-Prozessor, 4 GB Speicher und 512 MB RAM realisieren lässt. Wir sprechen hier von einem Hochleistungsrechner, der Tag und Nacht arbeitet, etlichen Prozessorkernen, mehreren Festplatten mit mehreren Terabyte Speicher und natürlich auch einem Breitbandzugang von mindestens 100 Mbit/s. Denn, klar, HD-Qualität muss allermindestens her.

Machbar? Mit Sicherheit. Wenn nicht heute, dann in ein paar Jahren. Auf die Software kommt es dabei an und ein kluges Zusammenspiel mit den Hardware-Komponenten. Die heutigen Protagonisten wie Apple, Google, Amazon und Netflix, die Zuschauerdaten erfassen und auswerten, könnten das endlich einmal zu unseren Gunsten tun, unser TV-Verhalten dabei studieren und vielleicht eine solche Kiste ins Leben rufen. Schöner aber fast, wenn ein Startup dieses Potenzial erkennt und die Mega-Monstermaschine für uns entwirft. Mit einem solchen System in meinem Wohnzimmer gäbe ich meinem Kollegen Martin Recht und das lineare Fernsehen, wie wir es heute kennen, könnte getrost zusammenbrechen.

Kommentare

  • Netz TV

    13.10.14 (09:40:40)

    Nun ja, die "Monstermaschine" wird kommen. :-) Was mir aber bei dieser Diskussion zu wenig beachtet wird sind die wirtschaftlichen Verschiebungen. Der Erfolg der Netflixe macht Fiction teurer und Werbespots billiger da die Zuschauerzahlen im Free-TV sinken. Das wird RTL & Co. große Probleme schaffen in diesem Bereich ein gutes Angebot zu bieten. Es wird dort irgendwann vielleicht nur noch Casting, Bauern und Reality geben.

  • Digital Ocean

    13.10.14 (09:55:00)

    Technologie des Fernsehens ist die Verbesserung von Tag zu Tag ähnlich Smartphones.

  • Michael

    13.10.14 (09:55:58)

    Mega-Monstermaschine, gutes Wort. Die Integration und Aggregation von linearem Fernsehen und Onlinevideos, sowie das Management von Internetquellen insgesamt steckt in historischen Maßstäben gesehen sicher immer noch in den Kinderschuhen (angefangen bei so einem simplen Ding wie Oberordnern in Google Bookmarks). Das lineare Fernsehen halte ich ebenfalls keinesfalls für tot. Bei mir schmorte jahrelang eine abonnierte Qualitäts-Fernsehzeitschrift ungelesen herum - weil ich glaubte, sie mit Programm-App und Mediatheken nicht mehr zu brauchen. Mittlerweile streiche ich wieder regelmäßig interessante Sendungen an, ganz einfach schon deswegen, weil man das nur in einer Programmzeitschrift aus Papier machen kann und weil man in ihr auch einen viel besseren Überblick hat, als auf einer schmalen Tablet- oder klobigen PC-Programm-App. In bestimmten Bereichen hat Papier eben doch noch Usability-Vorteile, das Fernsehprogramm würde ich dazu zählen. Was ich eigentlich sagen wollte: Man glaubt über der genaueren Durchsicht des Fernsehprogramms in einer TV-Zeitschrifft gar nicht, wieviel interessantes Informations- und Bildungsprogramm es im deutschen Fernsehen gibt. Ich streiche mir also die interessantesten Dinge an und die, die ich linear nicht schaffe, notiere ich im PC für Mediatheken. Man kommt kaum nach, auch diese Sendungen in Mediatheken zu sehen. Das Gejammer vom schlechten Fernsehen ist also eine Mär. Das mag vielleicht z.T. für die Unterhaltung zutreffen, für Informations- und Wissenssendungen sicher nicht.

  • Martin

    13.10.14 (10:29:36)

    Das (Puffern, Zeit zur Auswahl etc.) scheint für mich der große Minuspunkt des Chromecast-Sticks zu sein - ich benötige immer ein Smartphone oder Tablett, um ihn anzusteuern (plus Pufferzeit). Die Alternative liegt aktuell in den Smart-TVs. Bei meinem LG wird aktuell ca. alle zwei Monate eine neue Firmware herausgebracht, die neue Anbieter (Watchever, Lovefilm/Amazon, Netflix...) einfügt. Klappt hervorragend, harmoniert selbstverständlich gut mit der TV-Fernbedienung (=hoher Woman-Acceptance-Factor - WAF). Alternative sind die Android-TV-Sticks/-Boxen, die man bei eBay für ca. 60 bis 120 Euro bekommt (ggf. alternative Firmware aufspielen). Ausreichend schnell, Programme der Streaming-Anbieter gibts im Playstore. Aber hier mangelt es häufig an der Bedienung. Android ist für Touch-Bedienung ausgelegt und meine Fly-Mouse-Fernbedienung funktioniert zwar gut, ist aber erst mal gewöhnungsbedürftig. Ein Problem, dass im Artikel ebenfalls angesprochen wird: ich möchte als zahlender Kunde auch (halbwegs) aktuelle Kinofilme auf legalem Weg (in meinem Heimkino) sehen, ohne Mondpreise zu zahlen. Hier muss dringend/zwingend ein Umdenken bei den Rechteanbietern stattfinden. Filme müssen spätestens vier Wochen nach Kinostart als (legaler) Stream zur Verfügung stehen. Gerne dann auch mit einmaligen 8 Euro extra zur Filmflatrate. Statt auf ein finanziell attraktives Angebot zu setzen und damit Geld zu verdienen, sieht es in meinen Augen so aus, dass die Content-Industrie lieber in P2P-Netzen auf Raubmord-Kopiererjagd geht und dabei am Ende immer den Kürzeren zieht. Und wenn ein Film als DVD oder BluRay bei Real, Saturn & Co für 3 Euro verramscht wird (und ich dann die Disc für alle Zeiten besitze und anschauen kann), möchte ich für das einmalige Anschauen nicht das Doppelte oder gar Dreifache zahlen und in einigen Monaten nochmals! Content-Industrie wacht endlich auf!

  • atlana

    13.10.14 (10:33:52)

    Ich möchte auf eine technische ungenauigkeit hinweisen; der chromecast ist eigentlich ein ~1,2 Ghz dual-core SoC mit 2 GiB speicher und 512 MiB Ram. (Siehe https://www.ifixit.com/Teardown/Chromecast+Teardown/16069 ) Und ist auch nur dazu gedacht als "bridge" von einer plattform (mobil, internet, desktop) zur anderen (TV) selbstständig zu fungieren, ohne das daß initiator-device das ganze proaktiv "füttern" muß. Hinzukommt das heutige WLAN technologie (worauf der Chromecast ja basiert) gerade mal in der Lage ist 1080p störungsfrei zu übermitteln - vorraussetzung man benutzt nicht den vom ISP vorgegebenen billigst Router. Was du dir vorstellst mit individueller, kundenorientierter Interessenvorauswahl, könnte nur auf Serverseite durchgeführt werden (wie es z.B. Google Video & Netflix mit Vorschlägen schon tun) Just my 2 cents ;-) Cheers

  • Jürgen Vielmeier

    13.10.14 (11:45:07)

    Das würde dann aber keiner mehr sehen wollen. Ich gehe in puncto der Sender nach wie vor von einer Zweiteilung aus: 80% Schrott und 20% Qualitätsinseln.

  • Netz-TV

    13.10.14 (13:02:33)

    Ich weiß nicht. :-) Live-Fernsehen wird sich mehr und mehr auf Live-Events stützen und die Suche nach irgendwelchen Stars oder das Quälen von B-Promis im Dschungel sind starke Live-Events. Es ist kein Zufall, dass "House of Cards" oder "Breaking Bad" nur on demand funktionieren.

  • david radicke

    13.10.14 (13:31:18)

    Zu den 12 Punkten möchte ich noch den 13. hinzufügen: 13. falls die Übertragung zwischendurch mal ins Stottern kommt: Punkte 8 bis 12 wiederholen. Oder bin ich der Einzige, dessen Netflix-Film-Stream (trotz eigentlich schneller 50 MBit/s Leitung) ca. 1 mal pro Spielfilm ins Ruckeln kommt?

  • Andreas

    13.10.14 (15:30:17)

    Das trifft es auf den Punkt. Ich halte es nicht für unrealistisch dass deine Mega-Monstermaschine trotzdem "schlank" für dich als Endbenutzer ist und die Rechenkapazität sowie die Algorithmen irgendwo in einer Cloud sitzen. Auf jeden Fall inspirieren deine Ausführungen zu einem Geschäftsmodell mit Start-Up-Potenzial: "Direct-View-Aggregator" Eine Bedienoberfläche, in die man alle verfügbaren Signale und Konten speist (z.B. den angeschlossenen TV-Satelitten, das eigene Netflix-Konto, das Prime-Instant-Video-Konto, die Youtube-Channels. Und daraus würde dann personalisierte Programme entstehen oder neue Sender empfohlen. Interessant, wäre auch die Funktion, wenn ich gerade eine Folge Big Bang Theory auf Pro7 angeschaut habe, gefragt zu werden, ob ich die nächste Folge anschauen möchte (dann über mein Netflix-Konto)

  • Klaus Breyer

    13.10.14 (16:19:57)

    Wir scheinen das selbe Konsumverhalten zu haben, ich mache es mir allerdings nicht so schwer. Fernseher an (Panasonic mit Smart tv Kram) Netflix App starten Walking dead da fortsetzen wo man zu letzt war. Was ich mir viel eher wünschen würde wäre so ein fortsetzen-Feature bei youtube! Dieses nervige rumgeklicke in verschiedenen schlechten Interfaces auf allen Geräten hält mich davon ab die ganzen vielleicht sogar innovativen YouTube Formate regelmäßig zu konsumieren.

  • Thomas Gabathuler

    13.10.14 (17:17:08)

    In der Schweiz gibt es das bereits. :-) Die Wilmaa Box mit Monster-Bundle

  • Andreas S.

    13.10.14 (17:39:15)

    Interessanter Ansatz Jürgen, allerdings glaube ich nicht an den Alleskönner. Allein schon durch rechtliche oder andere Komponenten wird es schwierig so viele Daten einfließen zu lassen oder Dienste sinnvol miteinander zu verbinden, siehe geplanten Zusammenschluss der Mediatheken. Hier möchte ich einmal Stream-Search empfehlen: www.stream-search.de Aber auch hier hast Du natürlich nicht alles verfügbar. Ich gebe Dir aber Recht was das Lineare Fernsehen angeht. Zwar hat die Nutzung bei mir abgenommen und wurde durch On-Demand ersetzt. Allerdings ertappe ich mich von Zeit zu Zeit bei einem Film. Hier bleibe ich auf dem Sender hängen, obwohl ich den Film selbst als DVD besitze. Mal will man das Fernsehprogramm bestimmen, mal will man sich nur berieseln lassen. Umso mehr Inhalte zur Verfügung, desto schwieriger die Auswahl und zeitintensiver. Hier würde ein ausgeklügeltes Empfehlungssystemn Sinn machen. Allerdings auch nicht komplett, siehe Wunschzettel beim Online Shop.

  • Oliver Springer

    13.10.14 (18:12:09)

    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, aber die Probleme kann ich überhaupt nicht bestätigen. Sicher, es kann zwei oder vielleicht drei Minuten dauern, bis das gewünschte Video läuft. Aber dann läuft es ohne Unterbrechung durch Werbung (bei kostenpflichtigen Onlinevideotheken) UND es startet zur Wunschzeit. Die beiden Faktoren zusammen führen schon zu einer enormen Zeitersparnis für den User. Okay, das Umschalten auf O-Ton mag wieder ein paar Sekunden dauern. Aber dafür wird es langsam zum Standard. Das gibt es bei den meisten Sendern gar nicht. Der Ansatz, erst mit dem Suchen nach Inhalten anzufangen, wenn man bereits vor dem Fernseher sitzt, ist nicht der beste. Besser: Einmal pro Woche checken, welche interessanten neuen Inhalte hinzugefügt wurden vom jeweiligen Anbieter und dann auf die Merkliste setzen. Und soll es doch mal ein spontaner Vorschlag sein, bieten die Empfehlungsysteme ja einiges an. Da ist sicher mehr bei als im laufenden TV-Programm. Soooo toll ist der Chromecast-Stick zwar nicht - vor allem fehlt mir die Möglichkeit, ein Netzwerkkabel anzuschließen - aber die gewünschte Monster-Maschine wäre in der Cloud doch eh besser aufhoben. Speziell mit Blick auf Chromecast: Da könnte sie auch im jeweiligen zur Steuerung eingesetzten Endgerät liegen, der Stick empfängt doch nur die Streams aus dem Netz. Zum linearen TV-Programm: Das hat sich in puncto Qualität so gesteigert, dass ich täglich jubeln könnte. <-- Ernst. Deshalb hab ich neben fünf Onlinevideotheken-Abos auch noch einige Pay-TV-Abos über Entertain, Kabel Deutschland und Sky. Insgesamt ist das lineare Fernsehen, was die Inhalte angeht, den Onlinevideotheken bisher deutlich überlegen. Allerdings darf man nicht vergessen, wie billig die Onlinevidetheken ihre Abos anbieten. Da ist es klar, dass sie nicht so viel bieten können. Zu Programmzeitschriften aus Papier: Mein größtes Problem damit ist, dass sie zu viele Sender nicht abbilden bzw. nur das Programm von wenigen Stunden am Tag. Und dann viel zu wenige Infos bieten.

  • matthias

    13.10.14 (18:25:49)

    Also im Medien u. Kommunikationswiss. Studium habe ich gelernt (studienbasiertes Wissen), dass ein Grossteil der Leute zu faul ist, selbst Programmdirektor zu spielen. Da zappt man lieber. Das ist gute 10 Jahre her. Ob das heute noch gilt,hmm? Da müsste man recherchieren. Dazu gibt es bestimmt Studien. Ich würde mich als Hybrid-Nutzer bezeichnen. Ich zappe, allerdings nicht nur von Kanal zu Kanal, sondern von Dienst zu Dienst. Klassisches TV, DVDs (aus der Bibliothek), Zattoo bzw. Mediathek (special interest), On Demand (Movies), Streaming-Flatrate (Serien).

  • mccrain

    13.10.14 (21:14:56)

    Ich wäre allein schon glücklich, wenn es eine Mega-Monsterdatenbank gäbe, in der alle Contentanbieter ihre Filme, Dokus, Serien usw. einstellen und mit einem "Wunschpreis" versehen können. Dazu eine offene Schnittstelle und schon brauche ich nicht bei 5 Anbietern forschen, wo ich was überhaupt bekomme und im schlimmsten Fall 2 Abos + Kaufoption nutzen muss, um das zu sehen was ich will.

  • ben_

    13.10.14 (23:04:04)

    Also ich für meinen Teil hab seit 4 Jahren keinen Fernseher mehr. Und es ist latürnich nicht nur so, dass mir nichts fehlt. Ich frage mich vielmehr ganz ernsthaft, wie man das all die Jahre ausgehalten und hinbekommen hat. Um Punkt acht vor der Glotze sitzen und wenn man eine Minute zu späte ist, hat man das wichtigste verpasst. Un-be-greiflich. Kein Wunder also, dass ich das eher so sehe wie Martin. Fernsehen ist schon tot.

  • Pättes

    14.10.14 (08:03:02)

    Vieles ist doch schon möglich. Mein TV ist nicht mal mehr an eine Antenne angeschlossen. Er dient nur noch als "Monitor" für einen HTPC auf dem MediaPortal läuft. Die einzige mir bekannte HTPC/Mediasoftware Kombination die LiveTV, lokale Medienbibliothek und Online Inhalte in einer Oberfläche integriert und bequem per Fernbedienung (wohnzimmerkompatibel) zu bedienen ist. Das schöne ist die Server/Client Architektur die es mir ermöglicht übers Netzwerk überall einen Rechner hinzustellen und die gleichen Vorzüge zu haben ohne in jedes Kinderzimmer, Arbeitszimmer, etc ein Antennenkabel zu legen. Das schönste: Es ist for free. Man muss sich schon ein wenig damit beschäftigen. Es ist kein Plug&Play, aber das Ergebnis ist über Plugins individuell anpassbar und in unserem Haushalt nicht mehr wegzudenken.

  • Georg

    14.10.14 (09:28:25)

    Ich hab schon seit ca. 10 Jahren kein lineares Fernsehen mehr. Wenn ich bei anderen bin und das da anschalte, bin ich meist nach spätestens 5 Minuten vom schlechten Angebot genervt oder davon, dass ich den Anfang verpasst habe von einer der wenigen Perlen. Meinetwegen könnte man das ganze Linearfernsehprogramm auf der Stelle abschalten. Und nebenbei: 5 Minuten um etwas zu gucken? Mein Netflix macht automatisch dort weiter, wo ich aufgehört habe. Entweder bei der nächsten Folge oder mittendrin im Film.

  • mini

    15.10.14 (19:37:17)

    Ziemlich cool, als ich denn Text gelesen habe, dachte ich mir. "Cool, das habe ich mit der Xbox One jetzt schon".

  • Alex

    15.10.14 (23:33:58)

    Interessanter Ansatz, das eigene Programm könnte sogar noch Fluid werden, etwa wenn ich von unterwegs meiner Maschine sage, dass ich heute auf ein bestimmtes Thema| Sendungsablauf Lust habe, bspw. Sondersendungen wegen Krisen, weil ich über einThema etwas geselen habe und die dazugehörige Doku such etc. Ich frage mich nur, wie entdecke ich - wie neulich, wo ich nicht on demand gucken wollte - die Sendung über Pfeffer im WDR oder eben das eigentlich total langweilige Land und Lecker? Ich glaube mit so einer Maschine wird Zappen dann schnell zur Ausnahme, mein Programmtopf ist ja schon sehr voll und auch schon so individuell, dass es immer das ideale Menu gibt. Warum noch Zappen? Warum das Wagnis eingehen, einfach mal was abseitiges anzuschauen, wenn alles für einen konfektioniert ist? Oder anders rum, es fehlt der Makel, das Unvorhersehbare, das was nicht zu mir passt. Ich denke, dies droht dann verloren zu gehen. Und anderer Aspekt, haben wir einmal unser aller Sehgewohnheiten geclustert und mit einem # versehen, also die Arbeit des Aggregatoren erbracht, wird die Produktion neuer Inhalte sich genau an diesen Kriterien und Charkteristika der Inhalte orientieren. Eben so, wie netflix und Amazon im Grunde jetzt schon beginnen kundenorientiertes Programm zu entwickeln. Mit anderen Worten, ich stelle mir die Frage, ob zu Ende gedacht, eine solche Maschine die nächste App ist, die Ungewolltes und nicht geplantes ausschließt, irgendwie fände ich das dann aber langweilig, denn die Kartoffelplätzchen eben sahen echt lecker aus. Und, wie oben schon gesagt, alle die jetzt FreeTV machen, werden das zu verhindern suchen, solange es geht

  • Michael

    16.10.14 (11:20:40)

    "Man muss sich schon ein wenig damit beschäftigen." heißt bei mir erstmal, lässt sich nicht installieren. "requires DirectX 9.0c" irgendwas. Laut Diagnose habe ich Version 11 auf dem PC neu installiert via diesem Download link mit Version 9. http://www.microsoft.com/de-de/download/details.aspx?id=34429 Geht aber immer noch nichts, auch nach Neustart. Tips? Die Software Mediaportal sieht ja nicht schlecht aus - aber mit solchem Gewürge bei der Installation macht es erstmal keinen Spaß.

  • mini

    16.10.14 (17:01:16)

    @Alex: wie gsagt gibt es schon. :)

  • Pättes

    17.10.14 (07:43:36)

    Das kann man aus der Ferne so ad hoc nicht beantworten. Da spielen Windowsversion, Hardwarekomponenten, Treiber eine sehr komplexe Rolle. Ich kenne diese Probleme schon bei der Installation nicht. Kniffelige Momente kommen dann eher bei den Dingen wie Codecs, Grafikkarten und TV-Karten Treiber etc. Für jeden wirklich Interessierten kann ich nur das Forum von MediaPortal empfehlen. Sehr nette und hilfsbereite community.

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