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21.12.10Leser-Kommentare

Die Tagesschau launcht mobile Apps: Eine Nachricht mit Symbolwert

Die Tagesschau bietet seit heute eine kostenlose App für iPad/iPhone, Android und BlackBerry - angesichts der deplatzierten Kritik an dem Vorhaben von Medienunternehmen und Politikern ein Schritt mit Symbolwert.

 

Die Tagesschau, Deutschlands öffentlich-rechtliches Nachrichtenflaggschiff, gibt es seit heute als mobile Applikation für iOS-Systeme (iPhone, iPad, iPod touch), Android-Smartphones sowie BlackBerrys. Die kostenlos angebotenen Anwendungen präsentieren das bisher bereits über tagesschau.de sowie die mobile Website mobil.tagesschau.de abrufbare Programm in einer für mobile Geräte angepassten Version.

Während die Verfügbarkeit der beliebten ARD-Nachrichtensendungen ein erfreuliches Ereignis für am Tagesgeschehen interessierte Anwender ist, steht bei der Neuerung der Symbolwert im Vordergrund: Denn als vor rund einem Jahr die Pläne für eine Tagesschau-App bekannt wurden, sorgte dies bei Medienkonzernen und Politikern für eine Welle der Empörung.

Durch kostenlose Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die über den Zweck der Grundversorgung hinaus gingen, würden die Monetarisierungsversuche der privaten Anbieter gefährdet, so der Tenor. Auch Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung und der Bildung eines marktbeherrschenden Kartells waren zu hören.

Wäre es damals nicht zu derartig protektionistischen, innovationsfeindlichen und übertriebenen Reaktionen gekommen, würde der heutige Launch der Apps wahrscheinlich mit deutlich weniger Aufmerksamkeit von statten gehen. So aber wird aus der simplen und eigentlich selbstverständlichen Anpassung von bereits über die Tagesschau-Website zugänglichen Inhalten für weit verbreitete mobile Geräte plötzlich ein Schritt von großer Bedeutung.

Er verdeutlicht, dass man bei der ARD die veränderten Nutzungsmuster der Gebührenzahler berücksichtigt und erkannt hat, dass eine Diskriminierung von spezifischen Empfangsgeräten, die für eine zunehmende Zahl von Bürgern zu den primären Medienkonsumgeräten gehören, nicht zu rechtfertigen ist.

[photos title="Die Tagesschau-App für das iPad in Bildern"]

Die Tagesschau-App bietet unter anderem verschiedene Varianten der ausgestrahlten Sendungen, eine stetig aktualisierte Zusammenstellung aktueller Nachrichtenbeiträge, eine Kurzversion der Tagesschau (100 Sekunden), einen Wetterbericht sowie werktags zwischen 9 und 20:15 Uhr einen Livestream des Infokanals EinsExtra. Die App lässt sich mit Facebook verbinden, für das Empfehlen bestimmter Inhalte über Twitter setzt die Applikation (zumindest auf dem iPad) auf eine zuvor bereits installierte Twitter-App.

Positiv zu werten ist auch die Bereitstellung einer API, mit der Entwickler (auf Anfrage) eigene Applikationen mit den Inhalten der Tagesschau programmieren können.

via Rivva

Kommentare

  • rokr

    21.12.10 (10:22:54)

    "Diskriminierung von spezifischen Empfangsgeräten". Diese Argumentation finde ich falsch. Wo waren die spezifischen Angebote (Apps) für Palm Handhelds und Windows Mobile in den letzten Jahren? Sie haben nicht existiert. Wurden deren Besitzer diskriminiert? Nein. Zweifellos hat sich der Tablet/Smartphone Markt in den letzten drei Jahren in Richtung iOS gewandelt, für die Masse der Gebührenzahler dürfte eine Iphone App jedoch eine Randerscheinung sein und bleiben. Ich vermute jedoch, dass sich ein für Smartphones (Plattform übergreifendes) optimiertes Web-Angebot nicht so gut "verkaufen" lässt, wie eine App. Im iOS würde beides funktionieren.

  • Martin Weigert

    21.12.10 (10:26:50)

    Hast du überlesen, dass es die Apps auch für Android und BlackBerry gibt? Damit dürften 90 Prozent des derzeitigen Smartphone-Marktes abgedeckt sein, der wiederum stetig wächst. Ich finde aber auch, dass ein Smartphone-optimiertes Browserangebot langfristig eine bessere Alternative ist. Ich denke auch nicht, dass wir sehr lange darauf warten müssen.

  • rokr

    21.12.10 (10:30:35)

    Hast du überlesen, dass es die Apps auch für Android und BlackBerry gibt? In der Tat, sorry. Dadurch relativiert sich die Nachricht etwas. An der grundsätzlichen Kritik plattformspezifischer Apps ändert das nichts.

  • Jürgen Messing

    21.12.10 (16:02:05)

    Die App ist gut. Kann ich nur empfehlen.

  • Oliver Springer

    21.12.10 (17:54:11)

    90 Prozent? Wir sind doch nicht in den USA! In Deutschland ist das am weitesten verbreitete Smartphone-Betriebssystem Symbian OS. Und das wird nicht unterstützt. Lässt man für einen Moment außer Betracht, dass die App sicher auch neue Nutzer öffentlich-rechtlicher Medieninhalte hinzukommen sollen, ist das ein noch dickeres Ding. Die Konsumenten von ARD-Medieninhalten dürften die berücksichtigten Betriebssysteme in noch geringerem Durchschnitt als der durchschnittliche Smartphone-Besitzer.

  • Peter

    21.12.10 (22:59:00)

    Bei aller Freude über ein möglicherweise gutes Angebot, da es mit Zwangsgeld finanziert ist, sehe ich auch darin eine Bevormundung. Nirgendwo steht, ich könnte den Rundfunkbeitrag kürzen, wenn die Inhalte schlechter werden. Und deshalb werden sie auch schlechter werden. Solange man Geringverdienern eine Finanzierungsverantwortung für Millionäre wie Gottschalk, Silbereisen und Schmidt und die Intendanten und ihre Direktoren mit deutlich sechsstelligem Jahressalär aufbürdet, kann ich nichts gut finden, was von ARD und ZDF kommt. Ich werde die App nicht nutzen, weil es wieder ein Argument sein wird, an der Zwangsbeitragsschraube zu drehen.

  • Marco

    21.12.10 (23:30:07)

    Blackberry Nutzer und zufrieden mit der App ;)

  • Martin Weigert

    22.12.10 (01:05:51)

    Ok ich korrigiere mich: "Damit dürften 90 Prozent des derzeitigen modernen, ernstzunehmenden Smartphone-Marktes abgedeckt sein, der wiederum stetig wächst."

  • vital

    22.12.10 (02:10:23)

    Alle Achtung, dass sich das ARD nicht von den Kritiken vieler Medienkonzerne nicht hat beeinflussen lassen und die Apps anbietet...und dies auch noch kostenlos. Federführend scheint mir hierbei die Chefintendantin des WDR (Frau Piel) gewesen zu sein, die dieses schon seit ihrem Amtsantritt vor 2 Jahren initiiert. Wenn das so weitergeht, werde ich keine Kritik mehr an den GEZ-Gebühren äußern.

  • Peter

    22.12.10 (03:40:46)

    @vital Die App ist nicht "kostenlos" wie überhaupt nichts kostenlos ist, was die Öffentlich-Rechtlichen machen, sondern in der Regel immer extrem teuer. Es gibt auch keine GEZ-Gebühren, sondern nur ein Zwangsgeld (im Lügsprech bald offiziell "Rundfunkbeitrag"), das ist so fett (bald mindestens rund 18 € im Monat für jeden Haushalt, 18 € im Monat für die Zweitwohnung, 6 € im Monat für Betriebsstätten bis (!) 8 Arbeitnehmer, dann 18 € im Monat usw..., 6 € im Monat für gewerblich genutzte Autos..) - das fallen die Kosten für die Eintreibeorganisation GEZ locker ab. Die Kritik kommt auch nicht von Medienkonzernen, denn da gäbe es ganz andere Veröffentlichungen über die Geldverschwendung und Pöstchenwirtschaft bei den Öffentlich-Rechtlichen, sondern von den ganz einfachen Leuten, die unter anderem die über 300 000 € Jahressalär der Intendantin Piel aufbringen müssen. Eine "Chefintendantin" gibt es auch nicht und "federführend" musst da auch niemand sein, sondern es wird einfach ein wenig Geld von den 7,6 Mrd.€ Zwangsgeld-Einnahmen pro Jahr abgezweigt und eine Firma beauftragt, die Apps zu programmieren und zu pflegen. Ich vermute, "vital" ist ein eifriger Konsument der unglaublich anspruchsvollen Unterhaltungsangebote des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens (Lena, meine Liebe; Musikantenstadl etc.) oder arbeitet sogar dort. Anders kann ich mir solche Formulierungen wie "Alle Achtung" und "dies auch noch kostenlos" und "wenn das so weiter geht" nicht erklären. Der Ton hat was von Anbiedern.

  • Martin Weigert

    22.12.10 (04:56:12)

    Ebenso könnte man vermuten, du arbeitest bei einem der Privatsender. Damit ist die Balance ja dann wieder hergestellt.

  • Peter

    22.12.10 (10:38:43)

    @Martin Weigert Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) hat die "Haushaltsabgabe" bekanntlich begrüßt. Das entspricht auch seiner Interessenlage. Bis jetzt noch kann man 2/3 der sogenannten Rundfunkgebühren sparen, wenn man keinen Fernseher "zum Empfang bereit" hält. Die "Gebühren" bis zum Tod aus längst versteuertem Einkommen sind ja der Hauptkostenfaktor eines TV-Gerätes und nicht der Anschaffungspreis. Und wenn man nichts mehr sparen kann, kann man sich den Fernseher auch hinstellen. Geschaut wird dann eben auch das trashige Programm der Privaten. Das neue Zwangsgeld ist eine Verkaufsförderung für Fernseher bzw. hindert die Leute zumindest daran, die Geräte zu entsorgen. Die Nation kann also noch besser vorm TV verfetten und verblöden, träge und passiv. Man könnte also vieles vermuten, aber ganz sicher nicht, dass ich bei einem Privatsender arbeite. Die Öffentlich-Rechtlichen sind längst ein Großkonzern, der nur noch für sich selbst da ist. 9 Milliarden Jahresumsatz, 24 000 Angestellte - und der größte Teil der Einnahmen für den eigenen Apparat, Sportübertragungen, Unterhaltungs-TV und Dudelfunk. Auch in der Tagesschau-App wird man niemals eine Nachricht lesen über Geldverschwendung oder die schmutzigen Methoden der GEZ-Freiberufler. Aber sie werden noch hunderte Apps "kostenlos" auf den Markt werfen, denn auch die sind ein Beitrag, nach 3 Jahren erneut höheren "Finanzbedarf" anzumelden. Wenn alle freien Medien wirtschaftlich am Ende sind und daher kaum noch etwas bewirken können, der Monatsbeitrag für das einzig verbliebene "Qualitätsangebot" der ÖR dann 150 € und mehr beträgt, brutal eingetrieben auch von Armen, dann werden vielleicht einige eifrige App-Nutzer und Blogbetreiber munter. Dann wird es aber zu spät sein. Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.

  • Torsten Müller

    22.12.10 (14:25:58)

    Fakt: Das Budget von ARD und ZDF ist mit 9 Milliarden fast doppelt so hoch wie das der BBC. Und die hat heute noch relativ große Programmangebote in den Gebieten, die mal ein ganzes Weltreich waren. Wir im kleinen Deutschland nutzen das Geld stattdessen, um SAT1 Konkurrenz bei den Fussballrechten zu machen (was effektiv nur den Preis hochtreibt, den sich unsere spielenden Millionäre dann als Weihnachtsgeld einstreichen). Und jetzt wird eine App programmiert, und damit der ursprüngliche Programmauftrag wieder mal ausgeweitet. Und nächstes Jahr wieder ein Mehrbedarf angemeldet. Ja, ich mag ARD und ZDF. Wenn der Fernseher läuft, dann fast nur die. Ich sehe durchaus die Vorteile der Gebührenfinanzierung. Aber die Kritiklosigkeit, mit der (auch hier) mit der Geldvernichtung durch die Sender begegnet wird frustriert mich. Früher haben Sie, Herr Weigert, sich stets mit beiden Seiten der Medaille auseinandergesetzt. Das findet schon seit längerem nicht mehr statt. Schade. P.S. 9 Milliarden Etat im Jahr, anders ausgedrückt: das sind 1.200 Euro im Jahr für jeden einzelnen Hartz-4 Empfänger. Ich meine mich zu erinnern, das letzte Woche eine Erhöhung um 5 Euro (pro Monat) gescheitert ist... ich weiss, das hat nichts miteinander zu tun, aber die Dimensionen muss man sich mal vor Augen halten. Überall wird gespart, und hier wird das Geld rausgekippt.

  • Martin Weigert

    22.12.10 (14:42:23)

    Hach ja, früher, als einfach noch alles besser war... Glaubst du wirklich, dass die Apps so unheimlich teuer waren, dass man hier von "Geld rausgekippt" sprechen kann? Oder besser: Weißt du es? In meinen Augen eine völlig überzogene Kritik, die schon deshalb hinkt, weil die ÖR es nun ganz einfach nicht jedem immer recht machen können. Da gibt's nun einmal Musikantenstadl, Fußball und allerlei andere Dinge, die immer nur für eine gewisse Zielgruppe relevant sind. So auch die Apps, die aber garantiert weniger gekostet haben als manch eine in meinen Augen sinnlose Samstagabend-Unterhaltungsshow.

  • Maja79

    22.12.10 (15:00:37)

    Ob nun iPhone hin oder her: das App ist kostenlos und dürfte in dem Markt nun für Aufruhr sorgen. Diesbezüglich wundert es mich gar nicht, dass die Bild-Zeitung im Namen von Springer plötzlich mit einer "Soldaten in Afghanistan sehen kein ARD" Kampagne ankommt, um etwas am Image zu kratzen. Wohlgemerkt sendet ARD bereits seit Juni dort nicht mehr. Klar, andere Smartphones werden benachteiligt, aber dies geschieht schon seit Apple mit Ihrem grandiosen Marketingkonzept die Märkte aufmischt und ihr Produkt in den Mittelpunkt zentriert.

  • Torsten Müller

    22.12.10 (17:40:35)

    Schade, dass Du Dich nicht auf eine kritische Diskussion zu den ÖR einlässt. Hier geht es nicht um den Programmgeschmack, sondern um eine Ausweitung des Angebots. Du selbst schreibst: >dass eine Diskriminierung von spezifischen >Empfangsgeräten, die für eine zunehmende Zahl von >Bürgern zu den primären Medienkonsumgeräten gehören, >nicht zu rechtfertigen ist. Für 22 Millionen Deutsche gehört das Lesen einer Tageszeitung zum täglichen Medienkonsum. Trotzdem kommt keiner auf die Idee zu fordern, dass ARD und ZDF jetzt von Gebührengeld eine kostenlose Zeitung veröffentlichen sollen. Ok, Zeitung ist nicht Rundfunk, und Internet schon ein wenig. Das Internetangebot von ARD und ZDF - ist das Rundfunk? So eine Art erweiterter Videotext? Ja wohl eher eine Zeitung, oder nicht? Und da liegt das Problem: ARD und ZDF erweitern ständig ihr Angebot, wollen dann noch eine Milliarde hier und eine da, und das einzige was unsere kritischen Blogger interessiert ist die coole neue App. Ist das der kritische Journalismus 2.0 ?

  • Peter

    22.12.10 (17:54:16)

    @Martin Weigert (#10) Die ÖR können es sofort jedem recht machen, in dem sie ihre Programme verschlüsseln und nur die Leute sehen lassen, die auch bezahlt haben, aber endlich den Willen derer respektieren, die sie nicht haben und nicht finanzieren wollen. Davor haben die ÖR aber eine ganz schreckliche Angst, weil es sie auf den Boden der Realitäten ihrer Akzeptanz und ihres gesellschaftlichen Nutzens zurückführen würde und sie zwingen würde, mit dem Geld sparsam umzugehen. Es ist mir vollkommen unverständlich, wie man widerstandslos die Enteignung von sauer verdientem, bereits besteuerten und durch Sozialabgaben reduziertem Einkommen hinnehmen kann. So reagieren nur Leute, die noch zuviel haben. Die Online-Aktivitäten der ÖR kosten den unfreiwilligen Zwangsgeldzahler über 600 Millionen Euro im Jahr. Dafür könnte man vermutlich fünf Zeitungsverlage und zwanzig gut eingeführte Webangebote mit einemmal kaufen, für immer, nicht nur für ein Jahr! Wenn das keine unkontrollierte Marktmacht ist, frage ich mich, wieviel es denn noch sein muss, bis der geschröpfte Geringverdiener endlich munter wird. Überzogene Kritik? Für Dudelfunk und Unterhaltungs-TV wird mit Abstand das meiste Geld zum Fenster hinaus geworfen: Grundversorgung mit Verblödung auf zig Kanälen! Alle weiteren Aktivitäten dienen der Unterstützung dieses Anliegens. Die ÖR prozessieren gegen Leute, die sie kritisieren oder sich weigern bis in die höchste Instanz der BRD, das Geld dafür haben sie ja - von uns gewaltsam eingetrieben. Das ekelhafte Auftreten der GEZ passt zum Zwangssystem. Wenn sich Überlebtes an seine Existenz klammert, wird es immer häßlich. Gemessen an diesem Verfahren (Geldstrafe für Fernsehverweigerer - nach Enteignung kommt dann nur noch Freiheitsentzug) ist es eigentlich vollkommen egal, an welcher von tausend neuen Aktivitäten der ÖR sich die Kritik entzündet. Der ganze Apparat entwickelt sich zum Staat im Staate. Wie sagte doch der noch-ARD-Vorsitzende Boudgoust: "Öffentlich-rechtliche Programme sind per se frei empfangbar." - Und die Tasche des Bürgers ist für die Öffentlich-Rechtlichen per se immer offen, um immer mehr Geld heraus zu nehmen. Hat das noch irgendwas mit Vernunft oder Gerechtigkeit oder Freiheit zu tun? Hier wird einfach nur auf die Trägheit des deutschen Staatsbürgers gesetzt, dem man Stück für Stück seine Rechte beschneidet. Wir haben zugleich nicht genug Geld für Bildung, Soziales, Infrastruktur, schnelles Internet für alle, aber Milliarden für Schwachsinn und vollkommen verfettete Apparate. Auch das ist eine Methode, künftig weniger erfolgreich zu sein.

  • Oliver Springer

    23.12.10 (22:15:21)

    @Martin: Dann bin ich auch noch mal mit einer alternativen Formulierung dabei: Damit kann also nicht einmal die Hälfte der Smartphone-Besitzer in Deutschland die App der Tagesschau nutzen. Ich habe mir die App gestern auf einem Samsung Galaxy S angeschaut. Ja, das wäre so auf meinem Nokia C6-00 nicht möglich, mir gefällt die App ausgesprochen gut. Nur: Ganz so cool müsste sie als öffentlich-rechtliches Informationsangebot gar nicht sein. Etwas auf dem technischen Niveau der n-tv App für Symbian würde mir ja schon reichen.

  • Oliver Springer

    23.12.10 (22:29:30)

    Privatsender bieten durchaus ein Programm, das nicht trashig ist. Selbst wenn wir Pay-TV-Sender wie National Geographic, Kinowelt.tv oder den von mir sehr geschätzten Serienkanal FOX (da läufen Serien wie etwa "The Wire", "Mad Men" und "Entourage") mal außen vor lassen und uns aufs Free-TV beschränken. Wenn von "den Privaten" die Rede ist, dann geht es meist um fünf oder sechs Sender aus einer großen Fülle privater TV-Angebote. Wie viele Zuschauer diese Sender finden - teilweise ist das ja nicht mal messbar - kann ja nicht der Maßstab für die Qualität "der Privaten" sein. Und selbst diese Sender bieten mehr als als nur den vermeintlichen Trash, selbst wenn weite Sendestrecken vielleicht damit gefüllt werden.

  • Peter

    23.12.10 (23:12:03)

    @Oliver Springer ( #8. Anwort 1) Wenn das so ist, wäre ja auch noch das letzte Argument für die Zwangsbezahlung der Öffentlich-Rechtlichen vom Tisch. Dann ist endgültig bewiesen, dass der Markt längst bietet, was jene als einzige zu können vorgeben. So bleibt dann nur der Ablaßhandel: "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Qualität ins Öffentlich-Rechtliche springt!" Wie im Feudalismus und im Mittelalter fühle ich mich die ÖR betreffend schon lange.

  • Martin Weigert

    24.12.10 (00:34:15)

    Was für mich das Fehlen einer Symbian-App rechtfertigt: a) Symbian ist von allen Plattformen die, bei der die Entwicklung einer App am technisch anspruchsvollsten ist und länger dauert (Stichwort begrenzte Ressourcen der ÖR) (siehe http://www.mobilebusinessbriefing.com/apps/article/for-symbian-developer-dissatisfaction-could-prove-costly) b) Symbian ist ein OS, bei dem es ein Risiko gibt, dass dies in absehbarer Zeit verschwindne bzw. nicht mehr weiterentwickelt wird Man kann ja nicht ausschließen, dass nicht noch eine Symbian-App nachgeschoben wird. Aber dass diese nicht höchste Priorität hatte, kann ich gut nachvollziehen (zumal es ja für Symbian-Nutzer dennoch das mobile Portal gibt). Ich denke, wer sich ein Nokia-Smartphone mit einem OS kauft, das allgemein als veraltet gilt, muss ganz einfach in Kauf nehmen, dass die Entwicklung von Apps dafür i.d.R. geringere Prio hat als die für iOS und Android.

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