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16.05.13Leser-Kommentare

Die MP3-Sammlung fällt in Ungnade: Wieso Musikmiete die Zukunft gehört

Wenn ein ehemals leidenschaftlicher MP3-Sammler plötzlich gar nicht mehr weiß, was er mit einer lokalen Musikdatei anfangen soll, dann zeigt dies, wo die Zukunft des digitalen Musikkonsums liegt: in der Miete.

Mp3Befragt man Leute zu ihren Präferenzen beim digitalen Musikkonsum, lassen sich die Antworten zwei grundsätzlichen Lagern zuordnen: Das eine Lager verwendet in erster Linie Streamingdienste, entweder "On Demand" wie Spotify & Co oder in Form personalisierter Radios à la Pandora und Aupeo , das andere bevorzugt den "Besitz" der angehörten Musiktitel in Form von lokalen oder in die Clouds von Amazons Cloud Player, Google Play Music und Dropbox abgelegter, käuflich erworbener oder anderweitig heruntergeladener Dateien. Wenn es darum geht, welche Gruppe weniger Verständnis für die Gepflogenheiten der anderen hat, so sind es in der Regel die Verfechter des digitalen Musikbesitzes, die sich kritisch über das On-Demand-Konzept äußern, bei dem Lieblingsalben und -songs nur so lange gehört werden können, wie man die monatliche Abogebühr zahlt oder wie der Anbieter seine Dienste werbefinanziert bereitstellt. Der Gedanke, dass der Zugang zur kompletten, durch sorgfältiges Kuratieren und Selektieren angelegten Tonsammlung von heute auf morgen vom Streamingservice blockiert werden kann, behagt den Anhängern des Musikbesitzes gar nicht.

Doch mit zunehmender Gewöhnung an die "Miete" von Musik - nichts anderes ist On-Demand-Streaming eigentlich - entsteht auf Seiten des Streamingnutzers eine zunehmende Aversion gegen den Besitz lokaler MP3-Dateien, welcher in der Prä-Streaming-Ära auch für sie die typische Form des digitalen Musikhörens darstellte. Ich selbst konnte gestern erleben, was es heißt, so sehr die Musikmiete verinnerlicht zu haben, dass einem ein unerwartet auftauchendes MP3-File plötzlich Kopfschmerzen bereitet. Ein Freund ließ mir nämlich ungefragt einen seiner Aussage nach sehr guten Titel aus dem morgen erscheinenden Album von Daft Punk (Random Access Memories) zukommen. Ich fragte ihn nicht, wo er die MP3-Datei her hatte, kam aber seiner Empfehlung nach und hörte mir den Track an. In der Tat gefiel er mir. Doch nachdem ich ihm von Anfang bis Ende gelauscht hatte, stellte ich mir die Frage, was ich nun damit machen würde. Da mir der Song zusagte, würde ich ihn gerne mehrfach hören. Doch läuft mein gesamter Musikkonsum mittlerweile über Spotify, SoundCloud und gelegentlich Musicplayr, und der Zugriff auf diese Dienste erfolgt über verschiedene Geräte (Notebook, Smartphone, Tablet). Zwar lässt sich auch lokale Musik bei Spotify importieren, aber für einen einzigen Titel die dafür notwendigen Prozesse anzukurbeln, war mir zu umständlich. Da ich als ordnungsliebender Mensch und Minimalist den Song aber auch nicht einfach so im lokalen Downloadordner liegen lassen wollte, entschloss ich mich, ihn zu löschen und darauf zu warten, bis das Daft Punk-Album bei Spotify auftauchen würde.

In der Tat: Weil das MP3 eines mir zusagenden Songs nicht in meine Musikkonsumstruktur passte, entfernte ich es von meiner Festplatte und warte lieber geduldig darauf, bis es "On Demand" im Netz verfügbar ist.

Für mich war dieser Moment ein Schlüsselerlebnis: Ich, einst ein leidenschaftlicher MP3-Sammler, bin vollständig im Zeitalter der Musikmiete angekommen. Meine Wertschätzung für den einstmals klaren Vorteil lokaler Musik, nämlich die volle Kontrolle über ein Stück zu besitzen, hat sich komplett aufgelöst. Stattdessen habe ich nun vor allem einen Anspruch: die Möglichkeit zum geräteunabhängigen, aufwandslosen On-Demand-Zugriff auf Musik. Immer und überall. Dieses Bedürfnis ist für mich derartig vordergründig, dass ich auf das Anhören eines Musikstücks lieber verzichte, als in diesem Punkt Abstriche zu machen.

Viele werden mein Räsonieren nicht verstehen können, und das ist völlig in Ordnung. Jeder hat andere Ansprüche an Musik und an die Rahmenbedingungen, in denen sie konsumiert wird. Für die meisten Audiophilen ist lokale Musik nach wie vor attraktiver, weil sie dann ihre bestmögliche Tonqualität bekommen.

Mir ist es wichtig, anzumerken, dass wie überall ein Gewöhnungseffekt eintritt, und dass dieser irgendwann auch dazu führt, dass das einstmals Selbstverständliche, wie für mich die lokale MP3-Sammlung, sukzessive zur Seltenheit und schließlich sogar zum Abnormalen wird.

Insofern kann ich nachvollziehen und begrüßen, dass Google auf der gestrigen Entwicklerkonferenz I/O die Erweiterung seines bisher wenig beeindruckenden Cloudmusikdienstes um eine (vorerst nur in den USA verfügbare) On-Demand-Streamingkomponente vorgestellt hat, auch wenn offen bleibt, wie erfolgreich das Unternehmen damit in Markt mitmischen können wird. Für mich steht in jedem Fall fest: Musikmiete, nicht Musikbesitz, ist die Zukunft. /mw

Kommentare

  • Christian

    16.05.13 (09:02:40)

    Sie sprechen mir hier aus der Seele, denn auch ich habe erst kürzlich (nicht zuletzt durch die beschränkte Kapazität der interner SSD) einen Abgleich eines Streamingangebots mit der aktuellen MP3 Sammlung gemacht und somit mehrere GB Speicherplatz gewonnen. Aber auch in diesem Bereich, bzw. im Bereich von Streamingangeboten i. A., wird noch abzuwarten seien, inwiefern hier durch Volumenbeschränkungen ggf. wieder "Trendwenden" sichtbar werden, wenn sich herausstellt.

  • retrographia

    16.05.13 (09:23:19)

    Ja, ich kann die Aversion bzgl. einer gut kuratierten Sammlung verstehen, da man Arbeit in die Pflege investieren muss und das ständige hin- und herkopieren auch nervt. Aaaaaber, meiner Meinung nach ist das Mieten von Musik nur ein weiterer Schritt weg von der Vielfalt und hin zu konsumorientierter Massenware. Ich habe schon vor Jahren aufgehört Sender wie NDR2 oder ffn zu hören. Denn dort hat sich die Playlist dem (Nicht-) Anspruch der Hörer sukzessive angepasst. Ausgefallenes und Neuartiges gibt es dort definitiv nicht mehr zu hören. Sprich: Einheitsbrei, Melodiefolgen und Rhythmen, die zum Erfolg verdammt sind, da der Hörer sie schon tausendfach gehört hat und beim tausendundersten Hören sicher auch keine Komplikationen entstehen. Da muss man schon die Nightlounge auf NDR-Info einschalten... Nach Musik weit ab des Mainstream hingegen sucht man bei Spotify beispielsweise vergeblich. Meine Sammlung enthält Stücke, die käuflich gar nicht (mehr) erhältlich sind, nie erhältlich waren geschweige denn zum Streaming angeboten werden. Und bei denen jede Kosten-/Nutzenanalyse dagegen sprechen würde, sie je anzubieten. Aber ich kann und will auf diese Musik nicht verzichten. Kurzum, ich entscheide mich für Kuratieren une eintauchen statt Konsumieren.

  • jo

    16.05.13 (10:06:10)

    willkommen im mainstream. leider haben die bekannten streamingdienste alle noch lücken in ihrem portfolio. gerade kleine unbekannte musiker sind teilweise nicht vertreten. vermarkten ihre musik selbst. ich bleibe meiner lokalen mühsam aufgwbauten mp3 musiksammlung treu und nutze das streamingangebot zur ergänzung.

  • Stevland

    16.05.13 (10:27:03)

    Geht mir ähnlich. Habe vor zwei Jahren einen Großteil meiner Vinylsammlung verkauft. Das wäre vor 10 Jahren undenkbar gewesen. Aber nach mehreren Umzügen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass alles nur Staub fängt und ich es wenn dann eh digital höre. Die digitale Sammlung wurde und wird seit Jahren gepflegt. Allerdings habe ich früher gigabyteweise gespeichert was das Zeug hält, heute wird da sehr gezielt gekauft. Nur die Sachen, die ich auch länger höre. Alles andere findet bei spotify statt. Spotify ist großartig, allerdings gibt es auch viele Künstler bzw. Stücke die es einfach nicht gibt. Und mobil nutze ich es aufgrund von Datenvolumen nur mit runtergeladenen playlists. Das beste an Spotify sind für mich eindeutig die playlisten die man teilen kann. Ich möchte alle Lieder hören die in einer bestimmten Serie vorkommen? Irgendjemand hat die playliste zusammengestellt. Perfekt. Aber ja, die eigene Sammlung wird es wahrscheinlich nie ersetzen, zu viele Unsicherheitsfaktoren. Aber die Sammlung liegt inzwischen zu Hause auf der backupplatte und müllt nicht mehr den Rechner zu.

  • Phil

    16.05.13 (10:47:34)

    Für Leute die überwiegend "Mainstream"* Musik hören mag das zutreffend sein. Ich schaue mir immer mal wieder die Streaming Dienste an und abseits des Mainstreams fehlt da halt einiges oder ist unvollständig. Das geht von gar nicht verfügbar, über ein paar einzelne Titel oder nur ein Album. Wenn ich Soundcloud, Bandcamp, Myspace (ein paar Exoten benutzen das immer noch), Facebook mit irgendwelchen Erweiterungen,... dazu nehme, kann ich zumindest alles Probe hören. Aber vollständig ist auch das nicht. Da investiere ich die 10€ im Monat lieber in eine Vinyl Scheibe, inkl. mp3 Download. *Ist hier nicht abwertend gemeint

  • mo

    16.05.13 (10:47:39)

    Das schoene bei dem von G vorgestelltem Dienst, ist der zeitgleiche Zugriff auf die vom Nutzer hochgeladenen MP3s. Keiner der Streaming Dienste bietet Zugriff auf Musik aller Labels und da ist es schoen, diese Bibliothek zumindest fuer sich selbst erweitern zu koennen. Auf jeden Fall einen Daumen hoch fuer All Access und hoffen wir mal, dass es nicht wieder ein halbes Jahr dauert, bis das auch in DE nutzbar ist.

  • wim

    16.05.13 (10:52:29)

    Ich würde meinen, zur Zeit bedienen Streaming-Dienste den Bedarf der für Sie relevanten (Mainstream-)Hörergruppe. Wie weit sich die beschriebene Haltung zur Musikmiete auch in Randbereichen des Angebots und in anderen Altersgruppen durchsetzt wird abzuwarten bleiben. Ich frage mich, ob es wirtschaftlich vorteilhafter ist, Musik zu mieten und immer wieder zu bezahlen, als Musikdaten dauerhaft zu erwerben.

  • Martin Weigert

    16.05.13 (11:14:13)

    Zum Thema Mainstream: Ich bevorzuge eigentlich elektronische Musik abseits vom Mainstream, und fahre auch da ganz gut mit Streamingdiensten - sofern ich eben Spotify, SoundCloud und Musicplayr in Kombination verwende (Musicplayr ist eigentlich nur ein alternatives Interface und Playlistentool für SoundCloud und YouTube). Ein Dienst allein würde bisher nicht ausreichen, das stimmt.

  • Christian K.

    16.05.13 (11:58:33)

    "Stattdessen habe ich nun vor allem einen Anspruch: die Möglichkeit zum geräteunabhängigen, aufwandslosen On-Demand-Zugriff auf Musik." Genau das ist doch nicht möglich mit den Streamingdiensten. Jedenfalls nicht nach aktuellem Stand der Technik bzw. den aktuellen Angeboten. Es sei denn, man ist damit zufrieden es nur dort konsumieren zu können, wo man auch eine entsprechende Verbindung zur Verfügung hat. So lange es Trafficgrenzen bei Mobilverträgen gibt, ist das doch völlig sinnlos. Man kann sich nicht einfach in einen Park in die Sonne legen und seiner Musik lauschen. Jedenfalls nicht lange, da der Inklusivtraffic des Mobilvertrages dann sehr schnell aufgebraucht ist. Das Fass mit der Telekom, Spotify und der Netzneutralität lasse ich jetzt mal außen vor. Man ist nicht mehr frei in der Wahl des Dienstes, den man nutzen möchte. Der eine Dienst verbraucht Traffic, der anderen hat dafür die Songs, die mir gefallen. Das ist alle (noch) sehr unzufriedenstellend.

  • Martin Weigert

    16.05.13 (12:00:44)

    Klar gibt es noch Verbesserungsbedarf. Aber die Offline-Caching-Funktion sorgt dennoch dafür, dass man seine aktuelle Lieblingsmusik offline hören kann.

  • Herr Schmitz

    16.05.13 (12:11:20)

    Ich mach es mal kurz: kommt auf das Konsumverhalten an. ;)

  • DirtyGerry

    16.05.13 (14:25:04)

    Mich stört extrem, dass hier wieder der "digitalen Enteignung" das Wort geredet wird. DRM hat sich aus gutem Grund nicht durchgesetzt, Plan B ist das Streaming. Die Abhängigkeiten werden nur noch größer, und das nicht nur vom Streaming-Dienst, sondern von seinem Internet- und seinem Mobilfunk-Provider (Stichwort: Drosselkom). Ich bevorzuge daher Lösungen wie iTunes Match oder Google Music, über die ich alle Titel meiner lokalen Sammlung ebenfalls jederzeit verfügbar habe. So wie der Kommentar von Christian K oben richtig feststellt, ist das Versprechen vom universellen Musikgenuss noch - und wie ich glaube niemals - erfüllbar. Die größte Flexibilität bieten mir Dateien, die heutzutage auf jedem Gerät abspielbar sind. Ich hab's nicht probiert, aber Streaming im ICE ist sicher nicht so der Hit. Dass beim Mainstream Musikangebot auch nicht weiter auffällt, dass jeder Stream vom Sound her hinter einer sauber mit hoher Bitrate encodierten MP3 (von anderen, lossless Formaten ganz zu schweigen) abstinkt, gehört wohl auch dazu. Ist ähnlich wie bei VOD, ein Filmfreak wird nicht auf die Qualität einer Blu-Ray inklusive Extras und DTS-HD etc. verzichten, die Masse begnügt sich irgendwann mit der Qualität eines VOD-Streams auf dem Billig-LCD vom Mediamarkt. Natürlich zum selben Preis wie die Blu-Ray. Nein, teurer, denn natürlich muss so viel Bandbreite dann ja auch noch extra bezahlt werden.

  • Martin Weigert

    16.05.13 (14:34:13)

    Wie oben erwähnt: Offline-Caching überbrückt zumindest für mich problemlos Phasen ohne Connectivity. Meist höre ich nämlich Zeug mehrfach. Perioden des Entdeckens und aktiven Suchens muss man dann eben eine Stunde verschieben. Nicht perfekt, aber auch nicht anders als beim MP3-Download oder CD-Kauf, wo man auch immer nur gewisse Gelegenheiten hat, um frische Musik zu tanken. Der Begriff "Digitale Enteignung" führt zu der meines Erachtens nach nicht ganz korrekten Assoziation, als handele es sich tatsächlich um den Besitz von Musik (in Wirklichkeit hat man lediglich das Recht erworben, sie nutzen - auch bei der CD), und als sei das Anhäufen von nicht mehr überblickbaren Mengen an Musik (oder anderen Besitztümern) per se etwas Positives. Ich wette, 95 Prozent deiner Musiksammlung hast du schon seit 5 oder mehr Jahren nicht mehr angehört. Der praktische Wert dieses "Besitzes" hält sich also in Grenzen. Aber hier kommt schon wieder der Minimalist in mir hervor... ;)

  • DirtyGerry

    16.05.13 (15:25:14)

    Mir ist bekannt, dass man nur Nutzungsrechte, dieser Umstand ist allerdings ja auch nicht unumstritten und eine ganz andere Diskussion. Gilt ja übrigens nur für den Download von Dateien. Mit dem Kauf einer CD erwerbe ich ja ein „körperliches Werkexemplar“. Etwa 50% meiner Sammlung bestehen aus gerippten CDs. Aber da gerade bei Musikdownloads (anders als bei Software, die Updates benötigt und oftmals Online-Komponenten enthält) ohne DRM wohl niemand erfolgreich die Lizenz wieder entziehen und die Weiternutzung untersagen kann, bzw. die illegale Weiternutzung verfolgen kann, ist der Unterschied hier nur ein juristischer. Und ja, einen Großteil meiner Sammlung habe ich schon lange nicht mehr gehört. Dennoch grabe ich immer wieder alte Titel aus bzw. gibt es doch ein paar Titel, oder vielmehr Alben, die ich schon seit langem immer wieder höre, gute Klassiker halt. Gerade bei Letzteren habe ich die Sicherheit, dass genau diese Alben bzw. Titel darauf immer für mich verfügbar sein wird und ich nicht Gefahr laufe, z.B. in 10 Jahren auf einmal "Beggars Banquet" von den Rolling Stones nicht mehr hören zu können, weil sich die Erben der Stones mit meinem Streaming-Dienst nicht über Lizenzgebühren etc. einigen können ;-). Zudem sind meine DRM-losen Dateien immer zum selben (bereits bezahlten) Preis verfügbar. Wenn Dein Streaming-Dienst beschließt, die Preis zu verdoppeln, kannst du vielleicht ausweichen, vielleicht auch nicht, etwa weil der Alternativanbieter keinen Vertrag mit der Drosselkom hat. Das ist es ja, was mich hieran stört. Einen echten Wettbewerb gibt es nicht, wie man gerade auch an den Angeboten sieht, ein paar große Verwerter vergeben Lizenzen, ansonsten droht die Uhrheberrechtskeule. Das Anhäufen von Musik finde ich tatsächlich per se als etwas Postitives. Gilt übrigens für so ziemlich alle Kulturgüter, Filme, Bücher, Kunst etc. Auch hier unterscheiden wir uns wohl grundlegend. Ich gehöre zu den MP3-Dinosauriern, meine 17jährige Tochter nutzt Spotify. Den 50Euro iTunes Gutschein zum Geburtstag hat sie nicht für Musik ausgegeben...

  • Oliver Springer

    16.05.13 (16:48:20)

    Ich bin aufs Streaming umgestiegen, weil ich auf diese Weise mehr Abwechslung habe. Früher habe ich viel Geld für Platten und dann für CDs ausgegeben. Aber wenn ich einen Künstler entdecke, will ich nicht gleich zehn Alben kaufen, um alle Stücke hören zu können. Streaming ist so viel billiger, wenn man eine gewisse Auswahl haben möchte. Neulich habe ich mir nach langer Zeit allerdings wieder mal Musik gekauft, weil ich die MP3s als Wecktöne für mein Smartphone nutzen wollte - und weil ich in diesem speziellen Fall durch den Kauf meine Anerkennung ausdrücken wollte. Es ist auf jeden Fall wünschenswert, wenn sich gekaufte Titel aus der eigenen Sammlung mit dem Streamingangebot auch "ohne Bruch" über einen Player anhören lassen. Gerade wenn Streaming das Kaufen von Musik im Großen und Ganzen ersetzen soll, ist es wichtig, Titel aus anderen Quellen ergänzend nutzen zu können. Der Kauf wird in Zukunft die Ausnahme darstellen, davon bin ich überzeugt.

  • Heiko

    16.05.13 (18:26:38)

    Sehr schöne Gedanken. Ähnliches Gedanken kamen mir vor kurzem, als ich einen Artikel über einen Dienst geschrieben habe, der beliebige Lieder zu einem kreativen T-Shirt-Motiv umwandelt. Dazu muss meine eine lokalte MP3-Datei hochladen. http://egoo.de/sounds-like-cotton-bringt-musik-auf-dein-t-shirt.html Persönlich habe auch schon mehrfach darüber nachgedacht die komplette, über die Jahre gesammelte, Musik vom Rechner zu löschen. Beim Überfliegen der MP3-Dateien waren kaum noch Songs dabei die ich nicht auch auf Spotify finde. Aber so richtig könnte ich mich noch nicht durchringen die Löschung wirklich vorzunehmen. Trifft mich da vielleicht die berühmt berüchtigte "German Angst"?

  • Günther Oldschool

    18.05.13 (19:34:03)

    So ein BULLSHIT Wer Musik mit weniger als 320 kBits hört, kann es auch bleiben lasssen. Wer es nicht schafft, sein Lieblings-Album auf sein aktuelles Abpsielgerät zu bekommen, hat ebenfalls versagt.

  • tim

    21.05.13 (11:03:56)

    Ich kann die Argumentation nicht ganz nachvollziehen. 1. sehe ich keine "Lager" und auch keine "Verfechter" beim Musikhören. 2. fehlt mir eine Antwort auf die Frage wie ich meine Musiksammlung von einem Anbieter zu einem Anderen bekomme. Wenn mir nächstes Jahr ein anderer Anbieter besser gefällt kann ich nicht wechseln. Wahrscheinlich müsste ich für alle Stücke nochmals zahlen 3. Wenn ein Anbieter nicht alle Musikstücke anbietet muss ich mehrere nutzen. Das führt zu einer unnötigen Fragmentierung.

  • Wayner

    21.05.13 (19:27:47)

    Ich streame seit etwa 10 Jahren schon über Shoutcast und Icecast und kann diesen Hype nicht verstehen. Auf eine 16GB Speicherkarte fürs Smartphone passt Musik für die nächsten Monate, soviel höre ich sowieso nicht. Alle paar Wochen ziehe ich die neuesten DJ-Sets auf mein Smartphone und dann ist für die nächsten Straßenbahnfahrten zur Arbeit wieder Unterhaltung da. Bei den heutigen Speicherkapazitäten halte ich Onlinespeicher für Überflüssig. Sie funktionieren nur bei vorhandener (ausreichend schneller) Onlineverbindung, was unterwegs nicht immer gegeben ist (ländliche Gegend, Tunnel, Zugfahrten, geschlossene Gebäude, Flugzeug etc.) Hat man den Onlinespeicher nicht unter eigener Kontrolle besteht immer die Gefahr dass der Hoster pleite geht.

  • Mipster

    22.05.13 (20:32:20)

    ... und schon ist es passiert. Anbieter pleite - alle Dateien weg. http://www.heise.de/newsticker/meldung/DRM-Filmportal-Acetrax-macht-dicht-Kaeufer-verlieren-ihre-Filme-1867417.html

  • Wayne

    08.09.13 (15:59:28)

    Wer die Cloud und diese Steamingdienste toll finded der tut mir leid. Aber die Menschen geben immer gerne ihre rechte ab, ob für die vorgegaukelte Sicherheit vor den angeblichen Terroristen im Überwachungsstaat oder für den angeblichen kompfort in der digitalen Welt. Von der Cloud profitieren nur die Anbieter und nicht die Kunden. Ich würde im leben meine Musik nicht Mieten, ich will die BESITZEN, das diese Digital ist und nicht mehr auf CD oder ä. ist für mich OK. Ich brauch auch nicht alles überall also kann von ständigem kopieren incht die reden sein. Man kopiert sich mal nen ppar alben irgendwo drauf und gut ist. Aber sie haben es geschafft ihr krankes System als was cooles zu verkaufen. Jetzt leben wir in einer im digitalen Gefängnis wo man keine Rechte mehr an den Sachen hat für die man Geld bezahlen soll. Da löscht Amazon doch mal eben achso passend von sämtlichen Käufern das erworbene Buch 1984 heimlich von den Kindles runter. Gekauft = Meinz - DENKSTE. Gekauft gehört dir aber trotzdem nicht, sämtliche rechte sind immer-noch beim Vermarkter und man erkauft sich das "privileg" des "zugriffs" wie lächerlich ist das? Und millionenweise fallen sie drauf rein laden ihre ganzen Daten unverschlüsselt in die Clouds von Anbietern die von der NSA bezahlt werden für "spezielle dienste". Da laufen sie mit ihre geile Jail äh I-Phones die immer von der regierung abgehört werden können und man nicht mal mehr den Akku rausnehmen darf wegen angeblichen "Designgründen" klar das hat nur 2 Grunde: 1 24h Überwachung 2. Akku kaputt muss neues Handy gekauft werden. Spiele darf man ja bald auch nicht mehr besitzen, Bei Steam ist auch schon nix mehr mit gebraucht speile verkaufen und die neue xbox ist da ja noch übler. Kaufen und in der Hand halten oder wenigstens einen one time Digital download und dann BESITZEN das war gestern. Heute leben wir im Digitalen Knast, Besitz wird abgeschafft. Aber klar schon weiter Propaganda machen weil es so cool ist. Jetzt wollen sie auch noch das man sich für Musik von irgend nem Anbieter anhängig macht, es ist widerlich. Wer unbedingt ne Clould braucht der kann sich auch zu hause nen kleine mini Server hinstellen und von da aus in der ganze Welt streamen, das kostet nix und macht zudem noch Spass. Ich werde weiter an meine "DRM freien" Musiksammlung festhalten und mich vor der dummen Masse ekeln. Happy clouding.

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