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06.10.08Leser-Kommentare

Die Klickwährung: Geblockt oder abgezockt?

Wehe dem, der noch ohne Popup-Blocker durch das Internet surft: Er wird mit Werbung zugeblinkt und vollgemüllt. Wer hingegen ohne Reklame surft, wird trotzdem als "Klick" gezählt. Damit gerät die Währung ins Wanken.

Popup-Werbehölle (Wikipedia)Wie ist das eigentlich? Wie Hunderttausende anderer Internetnutzer auch, verwende ich längst einen AdBlocker, scharf gemacht dank einer wohlsortierten und stets aktualisierten Liste mit besonders nervtötenden Anbietern, die dann - von mir unbemerkt - beim Laden schon einen Tritt in den Mors erhalten. So kann ich halbwegs sicher sein, bei meinen Ausflügen ins Netz nicht auf das zu stoßen, was mir grundlegend die Laune verdirbt, was immer nur penetrant nach Aufmerksamkeit geiert und zu diesem Zweck dämlich herumblinkt und wie ein Flummiball über den Monitor springt - und mir dabei doch stets nur die freie Aussicht aufs Internet verstellt.

So dysfunktional nämlich ist unverlangte Werbung - und zwar in jeder Form: Sie vergrault diejenigen, die sie vorgibt, 'gewinnen' zu wollen. Aus meiner Perspektive habe ich mich mit meinem Adblocker nur aus berechtigtem Eigeninteresse gegen Unmassen von Info-Müll gewehrt.

Jetzt rechnen meines Wissens die Online-Verleger ihren Anzeigenkunden gegenüber 'Page Impressions' oder - vulgo - 'Klicks' ab, die ein Besucher mit der Maus bei seinem 'Visit' erzeugt, ob nun mit oder ohne Adblocker. Ich rufe also beispielsweise die 'Süddeutsche Zeitung' auf, und bekäme ohne Adblocker jetzt die ganze Palette rauf und runter ins Zwischenhirn geschoben: Ich würde zum Beispiel von irgendeinem bierdeckelgroßen stussigen Blinkyblinky 'penetriert', das mir Weine oder Outdoor-Bekleidung offeriert, oder ich soll einem halben Kilometer einzeln verklickter Bikini-Schönheiten hinterhersteigen, während in München (resp. Stuttgart) dessentwegen der Rubel rollt.

Wer aber sieht eigentlich, dass ich neuerdings ja gar nichts mehr sehe? Die Vanity Fair, die vor zwei Monaten auf meinem Bildschirm noch einem St. Pauli bei Nacht glich, die erscheint mir inzwischen wie eine verkehrsberuhigte und werbefreie Zone:

Meine Frage, lieber Verlegerschaft, die lautet also, ob die Zähler auf euren Homepages denn schon die 'dummen Besucher', also diejenigen ohne Adblocker, von den 'intelligenten Besuchern' mit Adblocker unterscheiden können - und ob Sie diejenige minderwertigere Ware, die Sie zunehmend ihren Anzeigenkunden wegen technischer Abwehrmaßnahmen schlauerer Konsumenten anbieten müssen, ob Sie die bei Ihrer Preisgestaltung schon herausgerechnet haben? Weil das erwünschte 'Premium Segment' der Zielgruppen sich doch längst vom nervtötenden Online-Marketing-Ballyhoo wasserdicht abgeschottet hat. Anders ausgedrückt: Ein Klick ist ja gar nicht mehr wie der andere ...

Grundsätzlicher lautet das Problem daher nochmals anders: Was tritt denn künftig an die Stelle dieser ebenso inflationären wie einfallslosen und überholten 'Klickwährung', die zunehmend dem Zimbabwe-Dollar gleicht? Wie lässt sich wirkliche Aufmerksamkeit registrieren, die tatsächliche Verweildauer eines Menschen auf einer Homepage, seine Leseintensität (wird der Scrollbalken bewegt, dann liest er ja wohl) - und so vieles mehr? Die altmodische Generierung von Klickraten aber - meist im Promillebereich - die ist doch wohl der letzte Schwachsinn und, mit ein wenig Nachdenken, sogar aus den Augen des Auftraggebers oder Anzeigenkunden zunehmend unproduktiv ...

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • XiongShui

    06.10.08 (13:34:44)

    Da wird sich bald was ändern. Wenn nämlich die Messung nach Relevanz erfolgt, dürfte es bald vorbei sein, sowohl mit diesem unsäglichen Rumgehopse auf dem Bildschirm, wie auch mit den endlosen Klickstrecken. Denn dann müssen sich die Werber "Relevantes" einfallen lassen, um Kunden zu locken. Hohle Phrasen sind dann Ladenhüter...

  • Klaus Jarchow

    06.10.08 (13:43:26)

    Jaja - alles richtig: Bei einem Werber aber, dem Relevantes einfällt, fällt mir wiederum der Alligator ein, der morgens gerne Müsli futtert.

  • Steffen

    06.10.08 (15:20:17)

    Adblocker sind vergleichbar mit einem Aufkleber "bitte keine Werbung" auf dem Briefkasten. Nichts Schlimmes für die Werbewirtschaft.

  • hape

    06.10.08 (15:47:22)

    Für die Werbenden wird durch Adblocker die Bezahlung pro Klick auf die Anzeige interessanter, wenn die Pageviewzahlen nicht mehr aussagekräftig sind. Da Seiten, die Werbeflächen anbieten, damit auch noch das Risiko übernehmen müssen, ob Werbetreibende in der Lage sind, Werbung so zu gestalten, dass sie angeklickt wird, verschieben Adblocker die Machtverhältnisse zugunsten der Werbetreibenden, die durch ihre nervtötende Werbung ja gerade dazu animiert haben, diese Dinger zu benutzen.

  • Martin

    06.10.08 (16:05:33)

    Laut der letzten Expertenstudie über die Zukunft des Internets hat der TKP und Display Advertising weiterhin Bestand. Wenn also die Generierung von Klickraten 'Schwachsinn' ist, warum findet man eigentlich keine vergleichbare Währung im Internet, wie damals die den Wert einer Printanzeige auf den Prüftsand stellt...

  • XiongShui

    06.10.08 (16:45:28)

    @Klaus Jarchow: ;-))

  • martin

    06.10.08 (17:54:01)

    Wehe dem, der noch Popup-Blocker durch das Internet surft: Ohne das OHNE fehlt da doch irgendwas..

  • Klaus Jarchow

    06.10.08 (19:00:55)

    Tscha - unser Vorwort-Fontane: Ich hab's korrigiert ...

  • mds

    06.10.08 (20:29:42)

    Meine Frage, lieber Verlegerschaft, die lautet also, ob die Zähler auf euren Homepages denn schon die ‘dummen Besucher’, also diejenigen ohne Adblocker, von den ‘intelligenten Besuchern’ mit Adblocker unterscheiden können - und ob Sie diejenige minderwertigere Ware, die Sie zunehmend ihren Anzeigenkunden wegen technischer Abwehrmaßnahmen schlauerer Konsumenten anbieten müssen, ob Sie die bei Ihrer Preisgestaltung schon herausgerechnet haben? Wieso fragst Du nicht Deine eigene Verlegerschaft?

  • Klaus Jarchow

    06.10.08 (20:55:47)

    @ mds: Fühlst du dich hier durch Werbung hier irgendwie genervt? So blinky-blinky- und überseh-mich-ja-nicht-mäßig? Dann erklär mir mal, wieso? Das kann man dann ja wohl verlangen. Oder volkssprachlich formuliert: Bloß rumpupen kann jeder A... .

  • Klaus Jarchow

    06.10.08 (20:56:41)

    Ach so - 'Akademiker' natürlich ...

  • Roy

    06.10.08 (23:21:49)

    Letztlich führen Pop-ups unter den Nutzern exakt zum Gegenteiligen Effekt. Wer hat sie nicht schon tausendmal gesehen, die 1&1 Pop-ups? Ich selbst assoziiere inzwiscen auch das jeweils werbende Unternehmen mit dem gleichen Würgen des Pop-ups. Die einzig wahre Bezahlung, ganz gleich ob für Werbetreibenden oder Publisher, ist der Lead. Denn so wird Werbung auch in Maßen und auch nur dort, wo sie überhaupt werbewirksam sein kann, eingeblendet! Das hilft beiden Parteien. Aber wie XiongShui schon ganz richtig bemerkt, dies wird künftig nur über inhaltliche Relevanz geschehen. In einem Gespräch, dass ich mit einem großen deutschen Werbevermarkter führte, schien diese Vorstellung allerdings absolut außerhalb jedes Denkens.

  • Kristof

    07.10.08 (07:45:26)

    Nun ja, der Trend ist noch schwer vorherzusagen. Die Werbung wird mehr integriert und ist so nicht mehr wie bisher zu blocken. Das heisst, mehr Werbung durch die "Verlage" und Online-Portale auf deren Servern selbst, unter deren Domain und auch besser getarnt. Wenn die Anzeigen nicht mehr von "*.adtech.de/*" kommt, und die Blinebilder nicht mehr "*_teaser*.gif" heissen, dann wird's schwer. Die Messungen werden feiner, Ajax und ähnliche Techniken machen es möglich, auch einfache Interaktionen wie Mouseover oder Sichtbarkeit von Bannern zu prüfen, sowie Dinge wie Verweildauer und Eingabeaktivitäten leicht zu tracken. Eine Seite ist nach dem Laden nicht mehr völlig unter der Kontrolle des Nutzers, sonders ggf. unter ständiger Beobachtung.

  • Kristof

    07.10.08 (07:58:38)

    noch schwer nicht schwer

  • mds

    07.10.08 (11:28:01)

    @Klaus Jarchow: Fühlst du dich hier durch Werbung hier irgendwie genervt? Nein, ich lasse mir keine Werbung anzeigen. Aber darum ging es in meinem Kommentar sowieso nicht, sondern um Deine Frage zur Unterscheidung bezüglich Adblocker sowie zur Preisgestaltung – beide Fragen müsste sich unter anderem Blogwerk-intern klären lassen.

  • David Bauer

    07.10.08 (13:13:21)

    Irgendwie geht das für mich nicht ganz auf: Selber auf einer werbefinanzierten Plattform schreiben und damit Geld verdienen und gleichzeitig alle, die ohne AdBlocker surfen als "dumme Besucher" bezeichnen. Zu Ende gedacht heisst das nämlich: Wenn alle Medienlese-Besucher "intelligente Besucher", also mit AdBlocker, wären und die Werbekunden das wissen, dann gibt's hier bald keine Werbung und damit bald kein Geld mehr. Gerade wer selber an Onlinewerbung mitverdient sollte doch einsehen, dass dies "part of the deal" ist. Nämlich: Inhalte gegen Werbeaufmerksamkeit.

  • Klaus Jarchow

    07.10.08 (15:55:34)

    @ David Bauer: Ah ja, demnach dürfte ein Journalist in einer Zeitung auch nicht mehr über die Zeitungskrise oder über den dahinschwindenden Printanzeigenmarkt schreiben. Mir geht es ja auch nicht um Werbung generell, sondern - wie erwähnt - um jene Werbung, die mich daran hindert, das zu tun, was ich tun will, nämlich im Internet zu surfen. Um diese penetrante Staubsaugervertreterwerbung also, die den Fuß in die Tür stellt. Ich fordere dagegen eine Produktinformation, die sich auf 'intelligente Nutzer' einstellt und die diese respektiert. Und nicht eine Werbung, die bloß jene übertölpeln und zudröhnen will, die sich noch nie Gedanken gemacht haben, wie und ob man all den Blinkyblinky-Kram nicht auch abstellen könnte. Die Blauäugigen gibt es nämlich auch im Netz - vielleicht aber hätte ich sie nicht 'dumm', sondern 'unbedarft' nennen sollen.

  • David Bauer

    07.10.08 (16:35:47)

    Der Vergleich hinkt. Analog zu Ihrer Aussage müsste ein Journalist seine Leser als "dumm" bezeichnen (und es wird nicht besser, wenn er sie stattdessen "unbedarft" nennt), wenn diese auch die Anzeige neben seinem Text beachten. Man kann nicht verlangen, dass Online-Inhalte gratis verfügbar sein sollen und gleichzeitig gegen Online-Werbung schimpfen. There's no such thing as a free lunch. Einer zahlt immer. Entweder der Konsument bezahlt bar oder mit seiner Aufmerksamkeit. Wenn er, und dafür plädieren Sie ja in Ihrem Text, mit keiner der beiden Währungen bezahlt, gibt's irgendwann auch keine Inhalte mehr. Oder vielleicht noch mehr Vermischung von Werbung und Inhalt, um AdBlocker zu umgehen. Das ist wohl kaum wünschenswert.

  • Klaus Jarchow

    07.10.08 (18:36:25)

    @ David Bauer: Analog wäre es nur, wenn die Werbung auch im Print mit dem dicken Zaunpfahl winkt und sich nervtötend direkt über jenem Artikel breit machen würde, den ich gerade lesen will. Kein Mensch hat hier Werbefreiheit verlangt, es ging um ein 'So nicht!', um einen künftig anderen Modus der Verkaufe und um andere Formen als diese ignoranten Direct-Marketing-Methoden, und damit um Werber, deren Menschenbild ihnen NICHT verrutscht ist, die ihr Handwerk EBEN NICHT auf Kaffeefahrten gelernt zu haben scheinen, die sich im Onlinebereich NICHT alles erlaubt wähnen und ihre Kunden NICHT für Reiz-Reflex-Tierchen halten, die nach Pawlows Lehre funktionieren. Ich zum Beispiel, ich bin durchaus schon auf eine dezente Werbung angesprungen und habe auch mein Portemonnaie gezückt, dann, wenn diese Werbung mich nicht überrumpeln wollte, sondern bspw. argumentierte. Im Netz herrscht aber leider ein anderer Stil, wohl weil's hier umsonst ist, denkt der Werber wäre auch jede Mühe seinerseits umsonst: Jede Form von Online-Werbung ging mir in der Folge bisher am Mors vorbei, ich habe sie nur dann geklickt, wenn mir mal die Maus ausgerutscht ist. Kurzum: Im Text ging es also keineswegs um die von Ihnen behaupteten Prinzipien, sondern wortwörtlich ging es um das hier: "Was tritt denn künftig an die Stelle dieser ebenso inflationären wie einfallslosen und überholten ‘Klickwährung’, die zunehmend dem Zimbabwe-Dollar gleicht? Wie lässt sich wirkliche Aufmerksamkeit registrieren, die tatsächliche Verweildauer eines Menschen auf einer Homepage, seine Leseintensität ... - und so vieles mehr?" Es ging also um 'neue Werbung' im Online-Bereich, nicht um 'keine Werbung'. Und last not least noch eins: Ich schreibe nicht nur hier, sondern ich fahre zwei weitere Blogs ganz ohne Werbung - und es gibt trotzdem Inhalte und Kontinuität. Was nun? Es muss sich keineswegs alles rechnen ...

  • Bernhard

    12.10.08 (22:46:46)

    Es muss sich keineswegs alles rechnen ? Passt irgendwie zu der Beschimpfung des Users als dumm. Oder unbedarft. Oder es zeigt vermutlich schlicht und ergreifend, dass der Autor relativ wenig vom aktuellen Onlinewerbemarkt versteht. Muss er ja auch nicht zwingend, denn er ist ja Journalist. Natürlich möchte jeder die absolut geniale auf einem persönlich fokussierte Werbung die möglichst dezent aber doch irgendwie gut sichtbar in die Seite integriert ist sehen. Das ist schön gedacht, als Wunsch. Wunschdenken. Wenn man sich Statistiken anschaut, und v.a. den Markt eingehend analysiert stellt man drei Dinge fest: a) Klick-Werbung funktioniert nach wie vor. Sowohl für den Werbetreibenden als auch für die Website (genügend Traffic vorausgesetzt). -> Wennn dem nicht so wäre würden gerade die DM-Kunden/Werber schnell etwas anderes wählen b) Reklamationen von Usern wegen zu dominanter, blinkender etc.-Werbung sind im tiefsten Promillebereich. -> Wenn's anders wäre, wäre die Werbeform DHTML, bzw. wären Floating Ads tod. Und zwar schnell. b) User klicken nach wie vor auf Pop-Ups (tut mir leid) -> Auch hier wieder, wenn dem nicht so wäre, würde es sie nicht mehr geben.

  • Peter Sennhauser

    13.10.08 (00:45:13)

    Eine ganz grundsätzliche Sache ist die, dass Leute mit Adblockern keineswegs dennoch als Klick gezählt werden. Die Ads müssen nämlich ausgeliefert werden. Es ist also durchaus etwas dran an der Aussage, dass die bedarften Surfer (im Gegensatz zu den un-) als Schmarotzer beispielsweise hier Inhalte Konsumieren, die andere bezahlen - und sei's auch nur damit, dass jene Werbung über sich ergehen lassen. Aus verlegerischer Sicht zusätzlich sehr mühsam ist an den Blockern, dass in etlichen Listen mit Servern auch die Zählserver vieler Organisationen, beispielsweise Beglaubigungsinstitute, enthalten sind. Das ist eine der Erklärungen für die bei jedem Dienst wieder anderen Resultate der Zugriffsstatistiken. Und sollten die Zählserver etwa der VG Wort auch noch reinrutschen, dann werden die Autoren ganz direkt der Klicks beraubt, die ihnen einen verdienten Zustupf aus dem Copyrighttopf einbringen würden. Wer Werbung blockt, beraubt uns also nicht nur unseres Gehalts, sondern auch unserer statistischen Bedeutung in der Presselandschaft. Man könnte sagen: Schwarzfahren geblockt surfen ist unfair. Und es ist ganz einfach so, dass Werbeblocker derzeit noch nicht in relevantem Masse angewandt werden - sonst wären sie längst durch Gegenmassnahmen unscharf gemacht worden. Und zwar nicht von der Werbewirtschaft, sondern von den Webunternehmern wie uns. Versteckenspielen wäre wohl kein riesiges technisches Problem, aber bisher wars noch nicht nötig, und wir sind, ganz ehrlich, dankbar dafür. Denn nach dem technischen Versteckspielen käme das inhaltliche Versteckspielen mit Osterei-Werbung. Und darauf habe ich nun grad mal gar keine Lust. Man könnte, Klaus, auch einfach sagen: Die paar Schmarotzer, die ihren Obolus nicht entrichten wollen und uns die paar Klicks, mit denen sie uns bezahlen würden, missgönnen, können wir derzeit noch verkraften. Und wenn wir es nicht mehr können, dann würden wir - wohl im Einklang mit der gesamten Webindustrie - wieder zu Bezahlinhalten übergehen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das passiert. Genauso wenig, wie eine Mehrheit der Pendler in der Schweiz angewidert auf die von PR und Werbung strotzenden Gratiszeitungen verzichtet oder mit einer Kartonschablone einzelne Artikel unter Ausblendung der Werbung liest und dabei glaubt, besonders clever zu sein. Wer den Mitarbeitern von Blogwerk helfen will, hochwertige Inhalte bereit zu stellen, sagt seinem Adblocker, er soll die doch eher erträgliche Präsenz unserer Werbekunden geflissentlich zulassen.

  • Klaus Jarchow

    13.10.08 (07:22:16)

    'To klick or not to klick' - ich denke die Werbewirtschaft hat sich zu einfallslos in eine einzige Alternative verrannt. Wer sagt denn, dass Werbung immer aus den gleichen nervtötenden Blinkyblinkies bestehen muss? Warum nicht 'Kooperation mit den Inhalten' bspw. 'embedded articles' oder 'embedded authors', wo dann nur derjenige bestimmte beliebte Texte von beliebten Schreibern lesen kann, der als Leser ein bestimmtes werbliches Umfeld 'mitakzeptiert': Wo - um ein aktuelles Beispiel zu nehmen - der Marcel RR online, wie er über den Deutschen Fernsehscheiß referiert, bspw. nur als der Mann des C.H.Beck-Verlages auftaucht: Kein Text von RR ohne die mitlaufende Slideshow der neuesten Verlagsprodukte. Mit C.H. Beck - ein gewiss höchst 'anständiger' Verlag - bräche ihm dabei kein Zacken aus der Krone - und C.H. Beck stünde mitten in der Sonne der 'Awareness'. Dämliche Produkte dagegen bekämen nur noch dämliche Leute - wie Verena Pooth, Michel Glos oder so jemanden. Und die Homepage partizipiert mit, weil sie ihren Kunden wahlweise MRR oder VP bieten kann. Oder beides. Klingt doch gerecht - und die Werbegelder wären wieder an das gekoppelt, was die Aufmerksamkeit ausmacht, an die Inhalte nämlich ...

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