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24.09.07Leser-Kommentare

Die drei dümmsten Startup-Ideen der Woche

Wie neulich mal schon ausgeführt, sind wir wohl eindeutig wieder in einer Bubble. Das sieht man am klarsten an den wirklich schlechten Ideen, die die ganze Zeit auftauchen und auch noch Venture Capital erhalten.

Als kleiner Auszug aus der vergangenen Wochen hier drei Startup-Ideen, die ich wirklich, wirklich schlecht finde:

1. Die Firma BuddyMedia will mit Acebucks eine virtuelle Währung für Facebook herausbringen. Dafür hat die Firma gerade $1.5 Mio. an Venture Capital erhalten. Bubble 1.0-Veteranen erinnern sich sicher an die virtuellen Währungen Beenz, Flooz und wie sie alle hiessen. Hatten eine durchschnittliche Überlebensdauer von etwa einem Jahr.

Nichts gegen virtuelles Geld, das funktioniert ja bei Second Life durchaus. Nur kontrolliert da der Plattformbetreiber die Währung und nicht eine Drittfirma, die sich zur Notenbank berufen fühlt.

2. PuddingMedia ist eine Firma, die gratis Telefonanrufe vom PC aus anbieten will. Hmm. Gab's das nicht schon irgendwo?

Als Entschädigung für diese Leistung müssen die User allerdings Werbung in Kauf nehmen. Und damit PuddingMedia die Werbung auch richtig userspezifisch auswählen kann, hört die Firma die Telefonate mit und schickt dann Werbung rein, die zum diskutierten Thema passen.

Also ein bisschen wie ein Geheimdienst, nur kommerziell. Dann mal viel Spass mit den Datenschutzgesetzen, kann man da nur wünschen.

3. Nicht direkt dumm, aber ein ausgesprochener "Long Shot" ist Blyk, ein neuer Mobiltelefonanbieter in Grossbritannien, der kostenlose, werbefinanzierte Mobiltelefone für die Zielgruppe der 16 bis 24-jährigen anbieten will. Alles was man als Spät-Teenie braucht, um Blyk benutzen zu können, ist ein ungelocktes Mobiltelefon, denn die Firma verkauft keine Geräte, sondern verteilt nur SIM-Karten. Und da fangen die Probleme schon mal an, denn die meisten jungen User haben wohl subventionierte Billighandies, die auf einen anderen Anbieter gelockt sind.

Ausserdem: Die User kriegen als Gegenwert für das Ertragen von Werbung (bis zu sechs MMS pro Tag) 217 SMS und 43 Minuten Sprechzeit gratis. Nicht etwa pro Tag, sondern pro Monat. Die meisten Angehörigen der Zielgruppe werden vermutlich knapp fünf Stunden brauchen, um das zu vertelefonieren, und dann müssen sie der Firma doch wieder Gebühren abliefern, und zwar etwa in der gleichen Höhe wie bei der Konkurrenz. Sorry, aber meistens merken die Leute sehr schnell, wenn sie veralbert werden...

Kommentare

  • mds

    24.09.07 (16:24:19)

    2. PuddingMedia ist eine Firma, die gratis Telefonanrufe vom PC aus anbieten will. Hmm. Gab’s das nicht schon irgendwo? Als Entschädigung für diese Leistung müssen die User allerdings Werbung in Kauf nehmen. Und damit PuddingMedia die Werbung auch richtig userspezifisch auswählen kann, hört die Firma die Telefonate mit und schickt dann Werbung rein, die zum diskutierten Thema passen. Also ein bisschen wie ein Geheimdienst, nur kommerziell. Dann mal viel Spass mit den Datenschutzgesetzen, kann man da nur wünschen. Worin liegt der Unterschied zu Gmail, ausser dass hier Gespräche belauscht und nicht E-Mails ausgewertet werden?

  • arne

    24.09.07 (18:38:56)

    hm... also ich weiß ja nicht wie die jugend von heute drauf ist, aber als jugendlicher hätte ich mich über "217 SMS und 43 Minuten" im Monat für lau doch sehr gefreut. Heutzutage verbrauche ich ca. 150 Frei-Sms und 50 Freiminuten meines Tarifes. Ergo würde sich das heutzutage für mich auch lohne. Schlecht is des also nich...

  • admin

    24.09.07 (19:12:18)

    Der Typ von Blyk, so ein Norweger, war letztes Jahr beim DLD. Hat gesagt, sie hätten sehr viel Usability mit ihrer Zielgruppe gemacht. Sechs MMS pro Tag erscheint mir allerdings auch sehr viel.

  • mds

    02.10.07 (14:21:59)

    Andreas, liest Du hier überhaupt mit?

  • Andreas Goeldi

    02.10.07 (15:51:51)

    Ja, klar lese ich mit. Aber gab's jetzt spezifisch was zu beantworten? Ich dachte, Deine Frage waere eher rhetorisch gewesen. Aber die Aehnlichkeit der beiden Methoden ist natuerlich offensichtlich, auch wenn die meisten Leute deutlich empfindlicher bei Telefonaten sind als bei eMails.

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