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20.01.10Leser-Kommentare

Die deutsche Google-Paranoia

Die deutschen Presseverlage schießen aus allen Rohren auf Google. Die Bevölkerung scheint desinteressiert.

Wie oft wurden in den letzten Jahren Horrorszenarien über die "Datenkrake" Google veröffentlicht? Mit vorhersehbarer Regelmäßigkeit schießt die deutsche Presse gegen Google. Nicht selten kommen dabei Artikel voller Halbwahrheiten und Fehler heraus wie jüngst in der Brand Eins geschehen.

Jetzt lassen die Presseverlage auch Taten folgen.

Beschwerde beim Bundeskartellamt

Wie wir bereits bei Linkwertig verlinkt hatten, haben die Presseverlage diese Woche eine Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht:

Dem Vernehmen nach kritisieren die Verlegerverbände, dass Google für die Anzeige der Suchtreffer, der sogenannten "Snippets", den Verlagen nichts bezahlt.

Es geht also um etwas, das spätestens seit dem Paperboy-Urteil des BGH (pdf) rechtlich einwandfrei ist.

Desweiteren fordern die Presseverlage die Offenlegung des Rankingalgorithmus. So richtig sicher scheint man sich da aber nicht zu sein:

Dies sei eine Information, keine Beschwerde, hieß es auf dpa-Anfrage bei den Verlegern.

Diese Forderung ist natürlich Unsinn.

Was berechtigt die Presseverlage, über das Geschäftsgeheimnis von Google aufgeklärt zu werden?

Damit sie besser SEO betreiben können?

Die Offenlegung des Rankingalgorithmus würde Missbrauch Tür und Tor öffnen. Es gehört zum normalen Geschäftsbetrieb einer Suchmaschine, dieses Innenleben den von ihr indizierten Anbietern gerade nicht offenzulegen.

Die Logik der Presseverlage

Mike Masnick fasst das aktuelle Geschehen gut zusammen:

  • Die hiesigen Verlage hatten alle Vorteile im Markt, die man braucht.
  • Sie waren hier lange Zeit vor Google.
  • Sie hatten starke Marken und Kundenloyalität lange vor Google.
  • Sie haben diese Möglichkeiten nicht in Geld verwandeln können.

Nach Masnick ist das ein kolossales Versagen der Verlage. Aber das ist noch nicht alles: Jetzt sendet Google ihnen Traffic, aber sie schaffen es nicht, diesen zu monetarisieren. Und dafür machen die Presseverlage Google verantwortlich.

Wem das an Absurdität noch nicht reicht, dem sei gesagt, dass die Verlage sich auf Google News, das keinerlei Einnahmen generiert, weiter einschießen:

Man steht da und ist ratlos. Wo sehen die Verleger die Einnahmen, die mit Google News gemacht werden? Weiterhin ist der Dienst anzeigenfrei. Dabei ist die ganze Schizophrenie der Branche darin ablesbar, dass einerseits behauptet wird, den Lesern genügten die kleinen Ausschnitte – sie kämen also gar nicht mehr auf die Homepages der Medienhäuser -, andererseits aber gewährt keines der Unternehmen dem Einhalt, in dem es sich aus News auslisten lässt.

Denn sie wissen nicht, worüber sie schreiben

Parallel dazu gehen die hanebüchenen Artikel gegen Google weiter. In der ZEIT darf Susanne Gaschke ihr Expertenwissen zeigen :

Der Internetgigant kennt bald jeden unserer Schritte. Es ist Zeit, dass die demokratische Gesellschaft sich wehrt.

Susanne Gaschke ist nicht in der Lage, zwischen Opt-In und Zwangs-Datenerhebung zu unterscheiden. Opt-In ist hier natürlich die Nutzung von Google-Produkten. Niemand ist dazu gezwungen, jeder Google-Kunde ist ein freiwilliger Kunde. Natürlich sammelt Google Daten und macht sie verfügbar. Aber nur solche, die bereits öffentlich sind.

Auch wenn Google etwa den Suchmaschinen-Markt dominieren mag, so hält es kein Monopol. Sowohl bei der Websuche als auch bei jedem anderen Google-Produkt existieren nicht nur konkurrierende Produkte, sie sind sogar nur einen Klick entfernt. Und die arbeiten vielleicht an ähnlichem :

Susanne Gaschke gehört zu den Journalisten, die trotz akademischem Hintergrund das Internet nicht verstanden haben. Es ist so wie wenn man unliebsame Bücher aus der Bibliothek entfernen will und dafür die Karteikästen entfernt, die Bücher aber belässt. Susanne Gaschke, glauben Sie denn, dass Bing und Yahoo nicht an ähnlichen Techniken arbeiten bzw. diese schon haben?

Dagegen muss sich die demokratische Gesellschaft wehren? Vielleicht.

Muss sie sich aber nicht viel eher gegen Zwangsdatenerhebungen wie die Vorratsdatenspeicherung wehren, die potentiell Bürgerrechte untergräbt?

Fazit

Angesichts der immer wieder in deutschen Medien erscheinenden Horrorszenarien über Google ist eins bemerkenswert: Der Marktanteil von Google beträgt weiterhin um die 90 Prozent in Deutschland.

Es scheint, dass sich die Menschen von der Hysterie der Mainstream-Medien kaum beeinflussen lassen, was dieses Thema angeht.

Lesenswerte Artikel zum Thema:

(Foto: t3rmin4t0r; CC-Lizenz)

Kommentare

  • Florian Steglich

    20.01.10 (21:04:04)

    Der Marktanteil von Google beträgt weiterhin um die 90 Prozent in Deutschland. Es scheint, dass sich die Menschen von der Hysterie der Mainstream-Medien kaum beeinflussen lassen, was dieses Thema angeht. Nun ja - der Marktanteil bei der Suche, aber nicht bei E-Mail und anderem. Und das sind die Angebote, bei denen die Angst vor Datenmissbrauch deutlich größer ist als bei der altbekannten Suchmaschine; da fruchten, vermute ich, auch solche Artikel.

  • eric

    20.01.10 (21:19:37)

    Sehr viele richtige Gedanken. Aber eines möchte ich gerne anmerken: Natürlich verdient Google mit Google News Geld. Such mal nach "handy" in der natürlichen Suche - da findest du eine Menge Anzeigen und auch ein Google-News Snippet. Ach ja, und noch was: Natürlich sammelt Google nur die Daten, die öffentlich verfügbar sind, wenn man nicht angemeldet sind. Aber diese können sehr schon auf einzelne Personen herunter gebrochen werden. Du kennst doch diesen Fall mit den AOL-Daten vor zwei oder drei Jahren. Und ein Stalker ist vielleicht auch immer nur dann in deiner Nähe, wenn du aus dem Haus gehst. Aber trotzdem kann er ganz schön stören... Und ich finde auch die Zitate irgendwie zu scherenschnittartig. Irgendwie scheint mir, dass hierzulande nicht nur die Verleger sich irgendwie arg auf Google eingeschossen haben. Hier fallen von der anderen Seiten immer allzu schnell solche Sätze wie "Susanne Gaschke gehört zu den Journalisten, die trotz akademischem Hintergrund das Internet nicht verstanden haben." Zu sagen, dass jemand anderes "das Internet nicht verstanden hat" entbindet einen nicht davon, sich selbst zu erklären. Und einfach nur von "Paranoia" zu sprechen, ist mir zu kurz gegriffen. In den USA ist man mit Datenschutz, Privatfernsehen und Netzwerkerei viel weiter als hier - weil es hier so etwas wie "Bremser" gibt. Dazu gehören derzeit die Verlage. Aber weißt du was? Ich kann mit mehr Datenschutz (egal, ob gegenüber Staat oder gegenüber Unternehmen) sehr gut leben... Bremser geben einem manchmal auch die Zeit, nachzudenken. Und das, finde ich, ist immer mal 'ne gute Idee. eric

  • wolfgang

    20.01.10 (21:40:21)

    Vorweg: Ich bin ein Google Fan. Ich bin geradezu süchtig nach Analytics - die Verknüpfung mit Adwords ist genial. Alles was Google macht, uneingeschränkt toll zu finden, halte ich dennoch für naiv. Google ist eine Datenkrake. Punkt. Google weiß mehr über seine Kunden als jemals eine Firma zuvor, und man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu ahnen, dass bei Google wöchentlich nette Menschen diverser amerikanischer Geheimdienste vorbeikommen, um ihre Festplatten abzuholen. Und mit Verlaub, Opt In ist natürlich anders gedacht, als dass der Nutzer sich ja einfach für einen anderen Dienstleister entscheiden kann - dieses Argument ist wirklich schwach. Nichtsdestotrotz ist der Verhalten der Verlage hier natürlich mehr als ungeschickt. Einerseits den von Google generierten Traffic schon toll zu finden, andererseits aber auch irgendwie nicht und sich gleichzeitig nicht zu trauen Google auszusperren, wirkt natürlich - äh - planlos. Aber: Es ist halt nicht so leicht, riesige Firmen mit tausenden von Angestellten bei komplett veränderter Marktlage innerhalb von ein, zwei Jahren auf neuen Kurs zu bringen. Wirklich interessant finde ich ja den Vorwurf der Verlage, dass Google selbst Suchergebnisse zu Gunsten eigener Produkte und denen von Kooperationspartnern manipuliert. Angeblich liegt hierzu auch "umfangreiches Datenmaterial" vor, das allerdings nicht veröffentlicht wurde. Weiß jemand mehr?

  • franz bohr

    21.01.10 (00:31:48)

    wie immer treffend und nüchtern + sachlich dieser artikel auf netzwertig! danke. ich bin normalerweiser auch begeisterter brand eins leser. umso erstaunter war ich über den wirklich dummen und ärgerlichen artikel in der brand eins zum thema google. danke dass ihr dass hier nochmal erwähnt habt.

  • Gretchen

    21.01.10 (01:23:39)

    wo ist das opt-in für google analytics aus sicht der websitenbesucher?

  • der WebArchitekt

    21.01.10 (08:57:48)

    Ich würde mir wünschen, dass Google dem Streit aus dem Weg geht und konsequenterweise die komplette "Truppe" aus dem Index wirft. Auf die "Hysterie" wäre ich mal gespannt und es würde mich zu tiefst freuen. Das Problem ist doch, dass die angeführten Punkte mehr als scheinheilig sind und aufzeigen, wie viel Ahnungslosigkeit auf der anderen Seite des Tisches doch scheinbar herrscht. Das Problem könnte auch durch den Eintrag, in der robots.txt gelöst werden: User-agent: * Disallow: / Aber am schönsten finde ich nach wie vor die Analogie, der in einem Heise-Kommentar niedergeschrieben worden ist: http://www.heise.de/newsticker/foren/S-FT-Bierbrauer-CocaCola-soll-Rezeptur-offenlegen-FT/forum-172730/msg-17951925/read/ Kurzum, die Bevölkerung hat ziemlich schnell gemerkt, dass es total Quatsch ist, was man da versucht. Um es mit einer Analogie auszudrücken: Über Google lacht die Sonne, über den BDZV das ganze Internet...

  • Fragezeichner

    21.01.10 (10:01:09)

    Nicht alles bei Google ist Opt-In: mit der DoubleClick-Aquisition kann Google auch das Surf-Verhalten auf allen Partner-Seiten auf die IP-Adresse runterbrechen (da gibt's nicht mal Opt-Out, das müsste man schon über Anonymisierungsserver gehen). Auch Web-Seiten mit Google Analytics erheben Daten über den Besucher. Ich habe übrigens versucht, mal eine Woche lang Bing statt Google zu benutzen (um die Daten ein bisschen zu verteilen). Bei mehr als jeder zweiten Suche muss aber dann nach-googlen. Google ist einfach zu gut.

  • Cookie

    21.01.10 (10:04:54)

    Besser kann mans nicht schreiben! Daumen hoch!!! Ich hasse es, das Verlage - aber auch immer mehr "unwissende" Politiker die Themen "Demokratie" und "Datenschutz" missbrauchen, um gegen Google vorzugehen! Es gibt sicherlich berechtigte Bedenken bzgl. Datenschutz. Aber wenn Verlage versuchen den "einfältigen" Bürger "schützen" zu müssen, in Wahrheit jedoch die eigene Inkompetenz durch miese PR und Gerichtsverfahren versuchen auszubügeln, dann krieg ich das große Kotzen! Sorry für die Kraftausdrücke...

  • martin

    21.01.10 (10:22:42)

    Großartiger Artikel. Er greift viele Probleme der Verlagsbranche auf. Die Innensicht ist jedoch in vielen Fällen sehr viel komplizierter, als nur zu behaupten, "die Verlage" hätten online nicht verstanden. Das ist im Prinzip leider sogar richtig. Allerdings, und das wird in Artikeln dieser Art oft nicht gesehen, fehlt es "den Verlagen" in den meisten Fällen nicht an Ideen oder Verstand, wie man mit dem "neuen Medium" umgehen soll, sondern ganz schlicht und einfach an einer sorgfältig geplanten und mit dem Willen zur Umsetzung aufgesetzten Strategie. Die Internet-Fahne weht in vielen Häusern in Deutschland oft sehr schnell in eine ganz andere Richtung als noch im Vormonat. Dabei werden horrende Summen verbrannt für nichts und wieder nichts. Die Verlage verstecken sich da gern hinter dem angeblichen Erkenntnisgewinn durch diesen "Test". Natürlich ist gerade dies betriebswirtschaftlich völliger Unsinn. Jedoch haben viele auch nicht verstanden, daß man Internetprojekte nicht einfach wie bedrucktes Papier wegwerfen kann und einfach nochmal von vorn anfängt. Irgendwann wird sich dann rundum gewundert, warum man nach dem fünften innerhalb kürzester Zeit geschrotteten Projekt noch immer keine Historie und Trust aufgebaut hat. Die Onliner sind wie die Mäuse in der Milch. Allerdings kippen die Verlage jedesmal, wenn die Brühe gerade anfängt, dickflüssig zu werden, neue Milch oben drauf oder setzen die Mäuse in ein neues Faß. Will sagen: Die Verlage müssen ihre betriebswirtschaftliche Beurteilungsformel von Internetprojekten bzw. der dahinter - wie dargestellt - leider oft nicht vorhandenen Strategie überdenken und sich fokussieren: Was will ich wirklich im Netz erreichen? Was mache ich, wenn Google mir täglich 10.000 Leute rüberschiebt, mit denen überhaupt? Habe ich ein Angebotsmodell, welches ganz klassisch zu den potenziellen Kunden paßt? Denn oft wird von der GF gefordert, in der SuMa ganz vorne zu stehen und dann den Besuchern aus SEO die Verlagsprodukte zu verkaufen. Illusion, versteht sich von selbst. Werbemarkt? -Bitte nicht, die zahlen ja alle nichts mehr für unseren "hochqualifizierten" Traffic. So kann das nichts werden! Vorschlag: Nicht so viel nach USA verreisen und sich von scheinbar riesigem Marktvolumen verrückt machen lassen, sondern lieber mal ganz down to earth betriebswirtschaftliche Hausaufgaben machen.

  • cj

    21.01.10 (10:41:49)

    Hi, ob jetzt jeder Kunde von Google das auch freiwillig ist, lass ich mal im Raum stehen. Nur eins fällt mir mal wieder auf, genau wie bei der Netzsperren Diskussion: Es gibt oft nur Schwarz und Weiß. Fakt ist, dass viele gar nicht wissen was Google alles macht, oder die Konsequenzen gar nicht verstehen (wollen). Ich habe gestern folgenden Artikel gelesen und fand ihn diesbezüglich sehr gut: http://carta.info/21775/google-bashing/

  • Björn

    21.01.10 (12:20:51)

    Natürlich sammelt Google nicht nur Daten, die bereits öffentlich verfügbar sind. Meine Suchhistorie ist beispielsweise nicht öffentlich verfügbar, ebensowenig mein Surfverhalten. Durch Google Analytics, Maps, YouTube und Adsense ist Google in fast jede Webseite eingebunden und kann demnach auch fast mein komplettes Surfverhalten erfassen. Allenfalls durch komplettes blocken von Google kann man das vielleicht noch etwas mildern, aber auch nicht zuverlässig, da man ja nicht weiss, welche weiteren Domains Google noch verwendet (habe z.B. heute irgendwo gelesen, dass das ebenfalls ubiquitäre DoubleClick auch zu Google gehört?). Auf jeden Fall kann man hier doch nicht mehr von Opt-In sprechen, und eigentlich auch nicht mehr wirklich von Opt-Out. Insofern finde ich die Arroganz dieses Artikels etwas peinlich, da der Author ja offenbar selbst die Fakten nicht so genau kennt. Es gäbe noch mehr anzumerken, aber vielleicht reicht es ja für den Anfang - jeder muss seinen individuellen Paranoia-Level dann selber festlegen. Dass die Verlage auch nicht in allem Recht haben steht ausser Frage.

  • Daniel Niklaus

    21.01.10 (12:55:37)

    @Gretchen, @Fragezeichner Auf die Frage nach der Freiwilligkeit von Analytics und DoubleClick werdet ihr kaum eine Antwort erhalten. Das setzt ein technisches Verständnis voraus oder eine differenzierte Sichtweise. Auch folgende Tatsache wird gerne übersehen. Hat ein Sender ein Gmail-Konto, weiss Google, was jemand bei einer Antwort schreibt. Dazu muss man wissen, Gmail-Mails können unter jeder beliebigen Domain versendet werden. Wer also auf meine Mail @netlive.ch antwortet, landet automatisch bei Google. Ohne den Verlagen zuzustimmen, die Diskussion über Google und deren Datenmacht muss geführt werden. Sachlich, nüchtern, kompetent. Freue mich, wenn Andreas noch seine Meinung dazu abgibt.

  • Wolf

    21.01.10 (14:15:38)

    Hier mal meine Notizen, um mir das grundlegende Dilemma (ist es eins?) zu veranschaulichen - ich bitte um Korrekturen: Eine Informationsgesellschaft kann nicht ohne Daten sammelnde, ordnende und aufbereitende Instanzen wie z.B. Google existieren. Diese können Datensicherheit und verantwortlichen Umgang mit Daten zwar versprechen, aber nicht öffentlichkeitswirksam belegen, denn das würde Zugriff auf die technische Infrastruktur voraussetzen und damit dem Gedanken der Datensicherheit zuwiderlaufen - vom berechtigten Schutz von Geschäftsgeheimnissen ganz abgesehen. Das würde umso mehr für den Staat als etwaigen Garant von Datenschutz gelten. Politik muss möglichst wenig mit Daten hantieren müssen - die politische Kontrolle von privaten Dateninfrastrukturen scheidet damit aus. Was bleibt, ist Vertrauen. Das klingt vielleicht "softer", als es auf den zweiten Blick sein mag. Soziologisch kann Vertrauen als Wirkmedium gleichrangig zu Macht, Geld oder Wissen verstanden werden. Es hatte bisher nur nie die gleiche Durchschlagskraft, weil es vorrangig auf der Ebene des Zwischenmenschlichen als zwischen den großen sozialen Systemen beobachtet wurde (Man bezahlt, wem man vertraut, relevant war die Zahlung, oder man wählt, wem man vertraut, relevant war die Wahl). Ok, ich glaube, jetzt schweife ich zu sehr ab.

  • Petar

    21.01.10 (14:50:08)

    "Die Offenlegung des Rankingalgorithmus würde Missbrauch Tür und Tor öffnen." Naja security through obscurity war noch nie sehr gutes konzept. Von daher wäre es super wenn Google seine open source scheinheiligkeit ablegt und auch seinen suchalgorithmus open source macht *träum*

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (15:37:47)

    Stimmt, da ist was dran. Das dürfte viele von der Benutzung von GMail abhalten.

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (15:57:38)

    "Natürlich verdient Google mit Google News Geld. Such mal nach “handy” in der natürlichen Suche – da findest du eine Menge Anzeigen und auch ein Google-News Snippet." Naja, das ist die Sichtweise der Verlage. Das ist in meinen Augen schon eine reichlich verdrehte Logik. Tatsache ist doch, dass nicht jeder in die Google News reinkommnt. Wer drin ist, bekommt direkt von dort eine Menge Traffic rübergeschaufelt. Jetzt zeigt Google Ergebnisse von den Google News auch noch über den regulären Ergebnissen in der normalen Suche. Ergebnisse, die normal gerankt tiefer lägen. Jetzt sind sie aber in einer Spitzenposition für die andere viel Geld für SEO ausgeben. Die in Google News gelisteten werden also mehrfach belohnt. Sie bekommen auch noch Topergebnisse in der Google-Suche geschenkt, die sie nach dem regulären Ranking gar nicht verdient hätten. Dass die Verlagsvertreter daraus wiederum konstruieren, dass Google mit Google News doch Geld verdient, unterstellt, dass man die reguläre Suche benutzt, um diese Ergebnisse dort zu finden. Das kann man so sehen, ist aber in meinen Augen sehr weit hergeholt. Und ehrlich gesagt zeigt es, dass es völlig egal ist, was Google macht. Die Verlagsvertreter drehen die Sachverhalte immer so, als würden sie von Google ausgenutzt.

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (16:07:59)

    "Wirklich interessant finde ich ja den Vorwurf der Verlage, dass Google selbst Suchergebnisse zu Gunsten eigener Produkte und denen von Kooperationspartnern manipuliert. Angeblich liegt hierzu auch “umfangreiches Datenmaterial” vor, das allerdings nicht veröffentlicht wurde. Weiß jemand mehr?" Ich bezweifle den Vorwurf sehr, weil es Googles Produktverständnis widerspricht. Meiner Meinung nach höchstwahrscheinlich eine Nebelkerze, weil den Verlagen handfeste Vorwürfe fehlen.

  • David

    21.01.10 (16:08:54)

    Es geht zu wie auf dem Schulhof. Die deutschen Verlage heulen rum und die Netz-Fanboys lästern über die Loser. Auch dieser Artikel ist keine substantielle Auseinandersetzung mit Google sondern ein bloßes "Haha", welches die Paranoiker in ihrer endlosen Ahnungslosigkeit natürlich provozieren. Ein substantiellen Blick auf Google, der weder plump der Google-Hurra noch Google-Bäh verfällt, findet sich dagegen hier.

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (16:10:04)

    Guter Einwurf. Das gilt allerdings für alle Anbieter von Websitestatistikauswertungen. Es gibt auch kein opt-out für ivw etc. z.B. Das ist nicht googlespezifisch.

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (16:12:14)

    zu DoubleClick und Google Analytics: Stimmt. Wie in meinem obigen Kommentar zu Gretchen schon gesagt: Das ist aber nicht googlespezifisch.

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (16:15:13)

    "Denn oft wird von der GF gefordert, in der SuMa ganz vorne zu stehen und dann den Besuchern aus SEO die Verlagsprodukte zu verkaufen." Lustig. Und wenn sie durch die Google-News-Einbindung in die Suche ganz vorn landen, ist es auch nicht richtig.

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (16:16:45)

    Daniel, ich bin enttäuscht. Keine Anekdote, wie Du das alles schon Mitte der Neunziger erlebt hast?

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (16:21:11)

    Das ist eine sehr gute Zusammenfassung. Danke!

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (16:29:20)

    Hm, aus der Sicht habe ich es noch nicht gesehen. Ich glaube aber nicht, dass das hier mit security through obscurity gleichsetzbar ist. Das Wechselspiel der Akteure ist ein anderes. Ein offenliegender Suchalgorithmus wäre wahrscheinlich ein nutzloser. In etwa so wie eine Notenbank bei ihrer Geldpolitik nicht immer alle Karten auf den Tisch legen kann. (Ok, schlechtes Beispiel. Mir fällt aber gerade kein besseres ein.) Das ist natürlich nicht der einzige Grund, warum Google den nicht offenlegt. Google ist kein Wohlfahrtsverein.

  • Marcel Weiss

    21.01.10 (16:30:38)

    ..deshalb ist der Artikel auch am Ende des Textes unter den verlinkten Lektüreempfehlungen.

  • Björn

    21.01.10 (16:36:15)

    Nun ja, es gibt durchaus auch die Möglichkeit, dass jeder seine eigenen Daten bei sich selber speichert. Suchmaschinen könnten anstatt zentral auch verteilt und anonymisiert laufen, bzw. die eigenen Informationen können auch lokale Programme auswerten. Es steckt auch viel Bequemlichkeit dahinter - und mit dem verteilten System lässt sich nicht so gut Geld verdienen wie mit dem zentralen, deshalb wird auch nicht so viel in diese Lösungsansätze investiert. Zudem sind die zentralen Systeme derzeit noch schneller - zum anonmyisieren muss man eben die Pakete über mehrere Stationen umleiten, was zwangsläufig etwas Zeit kostet. Ausserdem verhindert in Deutschland auch der Gesetzgeber die Anonymisierung oder ermutigt zumindest nicht dazu. Zumindest der Internet-Provider kriegt mit, wo Du hinsurfst, und muss die Daten ja auch speichern ("Vorratsdatenhaltung"). Vertrauen - woher soll das kommen, wenn die allerwenigsten Menschen überhaupt nur eine Vorstellung davon haben, welche Art von Persönlichkeitsprofil überhaupt erstellt werden kann, und wer von den Daten profitiert? Google weiss dass Du fett bist und blendet daher bei Deinem nächsten Blog-Besuch die Werbung für Diätpillen ein. Vorerst weiss es zum Glück nur Google, und noch nicht der Diätpillenhersteller oder das Blog. Wobei mir dabei gerade eine interessante Idee kommt: man könnte ja noch ein Script in die Seite einbinden, welches abfragt, welche Werbung Google einblendet. So könnte man ein bisschen mehr über seine Besucher erfahren...

  • Wolf

    21.01.10 (17:53:55)

    Naja, es steckt auch viel Bequemlichkeit dahinter, dass wir heute mit Kraftfahrzeugen statt mit Pferdefuhrwerken herumfahren. Wäre ja auch sicherer und so. Mit anderen Worten: Wenn man Suchmaschinen allein mit Blick auf größtmögliche Datensicherheit konstruieren würde, wären die von Dir vorgestellten Modelle sicher erste Wahl. Allein: Das passiert ja gerade nicht - soweit ich sehe -, woraufhin man vermuten könnte, dass danach kein Bedarf besteht - sondern nach Bequemlichkeit. Und das Vertrauen sehe ich ja gerade in der Tatsache, DASS die allerwenigsten Menschen überhaupt nur eine Vorstellung davon haben, welche Art von Persönlichkeitsprofil überhaupt erstellt werden kann, Google aber dennoch nutzen. Welchen Grund hätten sie sonst? Eine typische Antwort ist Ignoranz aus Usersicht. Halte ich aber nicht für tragfähig. Und Vertrauen ist für Unternehmen wie Google eminent wichtiger als z.B. für einen Autohersteller, denn "the competition ist just one click away". Man kann seinen persönlichen Suchmaschinendienstleiter buchstäblich binnen Sekunden wechseln. Wollte man hingegen urplötzlich ein Auto eines anderen Herstellers fahren (weil man dem derzeitigen nicht mehr traut), wäre der Aufwand schon beträchtlich. Davon abgesehen möchte ich dem Vertrauensaspekt aber gar nicht soviel Bedeutung beigemessen wissen - war nur eine Idee.

  • Goo

    21.01.10 (18:10:53)

    Ich habe auch das Gefühl, dass es bei Google eine Art OpenSource Scheinheiligkeit gibt. (Abgesehen davon trägt Google aber auch ungeheuer viel nützliches als OpenSource in das Internet: GoogleWave, SPDY, Android, Chromium...) Andererseits steckt hinter Google mittlerweile vielmehr als "nur" ein Suchalgorithmus. Und zwar eine Menge Technik-, Server- und Datenbank-Knowhow... Ich bin mir garnicht so sicher ob Google mit der Veröffentlichung seines Algorithmus heute oder in ein paar Jahren ein so großes Problem hätte. Träumen ist also meiner Ansicht nach erlaubt :-)

  • Björn

    21.01.10 (19:42:25)

    Ignoranz aus Usersicht: Du hast wohl keine Freunde oder Familie, denen ab und zu mit dem Computer hilfst. Die wenigsten Menschen kennen überhaupt den Unterschied zwischen Betriebssystem, Browser, Internet und Google. Ich denke mal die meisten nutzen es eben, weil alle anderen es auch benutzen. Die Masse kann nicht irren? Bequemlichkeit: erwähnenswert ist vielleicht auch, dass die Online-Provider ja auch auf das zentralisierte Modell hinsteuern, indem Sie den Uplink fast immer stark beschränken. Daher ist es für die wenigsten Menschen praktikabel, ihre eigenen Server zu betreiben (oder z.B. Content von ihrem Computer zuhause auszuliefern). Ich glaube nicht das dies nur am technisch machbaren liegt. Dies ist schon sehr lange so und hat natürlich die Internetkultur auch geprägt. Dass man Google nicht so einfach entkommt wurde ja in den anderen Kommentaren schon mehrfach erklärt.

  • Wolf

    21.01.10 (21:05:10)

    Die Masse irrt ständig, aber sie ist nun einmal sozial ungleich anschlussfähiger als die Avantgarde. Faktisch wird sich das Ganze wohl irgendwo zwischen "Ignoranz aus Usersicht" und "die Masse irrt nie" abspielen - wo genau, wissen wir beide nicht. Aber selbst wenn die Leute Google nur nutzen, weil andere es tun, wäre das eine auf Vertrauen begründete Entscheidung - die Kunst, die Google bislang beherrscht, ist, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen. Mir ging es aber auch nicht so sehr um die Frage, warum jemand anfängt, Google zu nutzen, sondern darum, warum er nicht aufhört. Einen eigenen Server zu betreiben ist doch sicher ungleich schwerer, als bspw. Bilder bei Flickr hochzuladen. Ganz zu schweigen von Social Networking - geht sicher alles irgendwie dezentral (buddypress ist sowas in der Art, oder?) und wäre auch fantastisch, setzt sich aber offenbar nicht durch.

  • Daniel Niklaus

    21.01.10 (21:32:30)

    Ich glaube kaum, dass wir je eine Firma oder eine Regierung hatten, die über so viele Informationen wie Google verfügt. Auch nicht in den 90er. Damit müssen wir erst noch lernen umzugehen. Darum als Pingback ein Artikel mit technischem Hintergrundwissen.

  • Christian2010

    21.01.10 (22:14:41)

    Sehr guter Artikel, spricht mir praktisch aus der Seele. Ich kann dieses ganze Gequatsche und Gejammere über Google nicht mehr hören. Über 90% der Suchanfragen gehen über Google raus und die muss ja auch jemand abschicken. Außerdem: wer nicht will, muss ja nicht. Der nutzt eben Bing, Yahoo oder den anderen Schrott. Oder man zieht gleich den Stecker und kündigt dem DSL-Anbieter.

  • Björn

    21.01.10 (22:24:38)

    Eigener Server: wären die Zugangsbedingungen besser, gäbe es womöglich Software, die es sehr einfach macht. Z.B. edonkey oder Bittorrent laufen zu lassen schafft praktisch auch jeder. Gibt es nicht auch von Microsoft wieder eine neue Software, um im Heimnetz zu sharen? Was, wenn man wirklich permanent mit seinen Freunden in einem VPN wäre? Vielleicht entwickeln sich ja auch noch solche Dinge, die Provider können vielleicht nicht ewig bremsen. Gleichzeitig werden Computer wieder Stromsparender, so dass always on evtl. leichter zu rechtfertigen ist. Ist zwar auch Cloudsoftware, aber z.B. Bilder über Dropbox ins online zu stellen ist einfacher als Flickr: in den Ordner ziehen, fertig - warum sollte sowas nicht auch ein personal home server können? Wie auch immer, wir schweifen ab - Vertrauen, meinetwegen. Aber offensichtlich vertraut nicht jeder, sonst hätte dieser Artikel über Google-Paranoia nicht geschrieben werden müssen. Vielleicht kommt ja eines Tages auch mal ein Super-Privacy GAU der den Leuten die Augen öffnet. Vielleicht auch nicht.

  • Wolf

    21.01.10 (22:40:53)

    Opera hat ja mit Unite eine Funktionalität, die dem wohl nahekommt, wenn ich sie richtig verstehe.

  • PHPGangsta

    21.01.10 (22:48:45)

    Das sehe ich ähnlich. Google ist in Bezug auf die Suchmaschine bei mir auch noch Nummer eins, aber einen Email-Account bei denen möchte ich garnicht haben, ähnlich wie viele andere Dienste dort. Aber einige sind nunmal konkurrenzlos gut, und ich nutze sie. Wenn auch manchmal mit Bauchschmerzen und nur solange bis es eine gute Alternative gibt.

  • Martin

    22.01.10 (10:02:48)

    Stichwort Gejammere: Mal auf "brick'n'mortar" gespiegelt ist es doch so, daß mich jeder sehen kann, wenn ich in einer Fußgängerzone bummeln gehe. Jeder kann mir nachgehen, aufschreiben, wo ich war, sich notieren, ob ich bei Kaufhof oder Beate Uhse mit Tüte rausgekommen bin, ob ich Cappuccino mit Milch oder Sahne mag und ob ich den mit der unbekannten Frau getrunken habe. -Es wird klar, worauf ich hinaus will. Wenn jemand unerkannt sein will, verkleidet er sich mit Hut und Sonnenbrille wie die Promis, oder kauft zuhause im Ottokatalog die Unterwäsche oder den Massagestab, nicht? Aber im Internet wird sich drüber aufgeregt, überall Spuren zu hinterlassen, gläsern gemacht zu werden. Was soll diese ganze Panik? Vor allem wird sie von denen geschürt, die selbst mit der Payback-Karte einkaufen gehen. Es geht doch wie bei allem um das richtige Maß. Was ist schlimm daran, wenn ein Unternehmen etwas über mich weiß? Und ich vor allem weiß, daß das Unternehmen was über mich weiß. Wichtig ist doch, daß es klare Richtlinien und Gesetzgebung gibt, wie Unternehmen dieses Wissen einsetzen dürfen und wie ich als mündiger (!) Konsument das steuern können muß. Es ist fast ein bißchen wie mit Norbert Blüms Rentenlüge: Eine ganze Gesellschaft tut so, als wäre es die Pflicht der Öffentlichkeit und der Politik, sie von vorn bis hinten über jeden Mist proaktiv zu informieren. Wenn keine Info geschickt wird, wird schon nichts sein - so in etwa. Selber denken könnte ja anstrengend sein. Wo ist die Neugierde und er kritische Umgang beim täglichen Konsum dieser Dienste und Medien bei den 90%, die Google seinen Marktanteil verschafft haben? Oder ist es vielleicht sogar so, daß Google einfach nur einen sauguten Job macht und schlicht DAS Produktportfolio hat? There is no such thing as a free lunch...

  • Martin

    22.01.10 (10:11:03)

    Ja Marcel, genau so sieht es in der Realität aus. Und das gepaart mit vollständiger Beratungsresistenz führt dann zu solch lächerlichen Forderungen der Verleger, auf dem widersinnigsten Holzweg ein Stück vom Kuchen abhaben zu wollen, wenn man es schon sonst nicht schafft, mit dem Netz Geld zu verdienen.

  • Björn

    22.01.10 (10:23:22)

    Wenn mir auf der Strasse jemand nachlaufen würde und alles protokollieren würde, was ich mache, würde ich zur Polizei gehen. Was an den Daten schlimm ist? Nix - bis Du eine neue Versicherung brauchst, oder einen neuen Job, oder einen Kredit. Aber warten wir es ab.

  • Martin

    22.01.10 (11:37:02)

    Ich widerspreche Dir: Du würdest dir zunächst einmal nichts dabei denken. Würdest es vielleicht gar nicht merken. Erst, wenn Du dich davon bedroht fühlst, würdest du zur Pozelei gehen, oder etwa nicht? Und gehen wir nur mal bitte vom Normalfall aus: Die haben die Daten. So what? Erst, wenn Du ganz klar daraus Nachteile erfährst, liegt ein echter Eingriff in Deine freie Entfaltung vor. Und da sind wir eben bei genau dem, was ich auch schrieb: Die Nutzung muß geregelt sein, nicht die Datenvorhaltung ist zu verbieten. Außerdem reden wir im Fall Google von einem Wirtschaftsunternehmen, welches im schlimmsten Fall versucht, mit Dir Geld zu verdienen. Was aber in Deutschland allein im Gesundheits- und Versicherungswesen läuft, was da für ein Diskriminierungspotenzial liegt... dagegen erscheint es mir wie Peanuts, wenn ein Wirtschaftsunternehmen weiß, wer mir welche E-Mails schreibt und auf welchen Webseiten ich mich rumtreibe.

  • Björn

    22.01.10 (12:17:52)

    Wenn es euch nichts ausmacht, ist ja auch nichts dagegen einzuwenden. Viele Menschen holen sich ja auch freiwillig Payback- und Bonuskarten. Auch wenn es einem nichts ausmacht, nicht zu wissen was überhaupt mit einem geschieht, ist es vermutlich OK. Wenn man z.B. keinen Kredit von der Bank bekommt, oder der Vertreter der Krankenversicherung nie zurückruft, kann man es ja einfach hinnehmen. Warum auch nicht - ist halt Schicksal. Fair währe vielleicht, wenn man selbst auch daran teilhaben würde, wenn andere Unternehmen mit den Daten über einen selbst Geld verdienen. Ein Service der Art "wir geben ihnen 50EUR, dafür kriegen wir all ihre Daten" wäre doch mal eine saubere Sache. Was die Verfolgung betrifft: wär ja mal ein netter Versuch. Also ich würde mich belästigt fühlen. Aber rein zum Spass, geh doch mal in die Fussgängerzone, verfolge eine Person einen ganzen Tag, und schreibe dann in ein Blog was die Person den ganzen Tag gemacht hat. OK, RTL macht sowas auch ständig, aber da haben die Menschen halt noch den Autoritätsrespekt vor dem Fernsehen.

  • Daniel Niklaus

    22.01.10 (12:38:23)

    Es gibt zwar schon einen Pingback, aber ich hoffe, Marcel du verzeihst mir. Damit ihr besser versteht, was Google wirklich von euch weiss und wie wenig "freiwillig" ihr diese Informationen gebt, hier etwas technisches Hintergrundwissen.

  • Susanne

    22.01.10 (12:42:18)

    "man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu ahnen, dass bei Google wöchentlich nette Menschen diverser amerikanischer Geheimdienste vorbeikommen, um ihre Festplatten abzuholen." Nicht nur der amerikanische Geheimdienst. Sergej Brin und LArry Page haben beide einen amerikanischen und einen israelischen Pass. Übrigens ist auch der amerikanische Markt der Teleonfabrechnungen — also auch der Nachweis, wer dann mit wem telefoniert hat — fest in israelischer Hand. Man muss sich nur mal vorstellen, in den USA kommt eine wirklich faschistische Regierung an die Macht. Da könnt ihr euren Hintern drauf verwetten, dass die morgen weiß, wer alles in Deutschland jemals gegen den Afghanistankrieg war, um nur mal ein einziges Beispiel zu nennen. Ich finde im übrigen die Naivität des Autors rührend, Erinnert mich an den Fünfjährigen, der sagt, warum soll ich von dem netten Onkel in dem Auto da drüben kein Bonbon nehmen? Meine Eltern sind doch bloß neidisch, weil sie selber nicht verstehen, dass Bonbons gut sind.

  • Martin

    22.01.10 (14:55:18)

    Nett und interessant. Und die Funktionen des neuen Picasa machen in der Tat stutzig. Aber nochmal: Irgendwie ist das alles schon sehr, sehr geil, was die da für Programme gebaut haben. So viel Innovation hat keine herkömmliche Softwareschmiede je an den Tag gelegt. Das ist all das an Funktion, was man sich so zusammenträumt. (Vielleicht.) Und bei allem sammelt Google meine Daten. Mich muß jetzt nur noch ein Paranoiker davon überzeugen, daß Google in der Lage ist, aus Abermilliarden Zufallsdaten auch Informationen, Wissen, Weisheit zu machen.

  • ym

    23.01.10 (07:26:18)

    Die empirische Studie von Prof. Richard Albrecht (2007) sollte m.E. schon bevor sowas wie hier veröffentlicht wird zur Kenntnis genommen werden, damit man weiß, daß und wie google.de über Linkunterdrückung nachzensiert ... ym

  • Weirdo Wisp

    15.02.10 (11:29:20)

    Opt-In ist aber nur für einen Teil der Google-Produkte möglich. Analytics ist da nur der meistbeachtete Dienst. Es wird immer vergessen, dass auch eingebundene Werbeanzeigen, Videos (YouTube), Karten (Maps), usw. von Google kommen und Google so auch IP-Adresse, Browserinformationen und Cookies bekommt.

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