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30.05.08

Die Cloud kommt: Dropbox zeigt, wie (Beta-Invites)

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Was viele passionierte Internetnutzer bereits regelmäßig tun, wird in baldiger Zukunft auch die große Masse der User betreffen: Man speichert Daten im Web, in der "Cloud", statt auf der heimischen Festplatte. Eine Vielzahl von Anbietern hat in letzter Zeit dieses spannende Feld betreten. Dropbox ist einer der Besten.

Das Internet wird zur Cloud. Immer mehr Anwendungen laufen im Browser ab, immer mehr Daten (Musik, Videos, Fotos, Dokumente etc.) landen auf den Festplatten riesiger Serverfarmen irgendwo auf der Welt statt auf der heimischen Festplatte. Die Vorteile: einfaches Teilen der Dateien mit anderen, sicheres Backup sowie ständige Verfügbarkeit von jedem mit dem Internet verbundenen Rechner. Langfristig werden User den Großteil ihrer heute noch lokal gespeicherten Informationen im Web ablegen und auf diese jederzeit von jedem Gerät aus Zugriff haben – egal ob es das Arbeitsnotebook, der heimische Rechner, das Smartphone oder die ans Netz angeschlossene Spielkonsole ist.

Noch ist es ein langer Weg bis zur Erfüllung dieser Vision, aber in letzter Zeit sind zahlreiche Anbieter mit unterschiedlichen Lösungen an den Start gegangen, die einen guten Anfang machen. Neben Windows Live Foldershare , Windows Live Skydrive und dem seit Jahren erwarteten, bisher nicht gelaunchten GDrive von Google buhlen eine ganze Reihe junger, unabhängiger Startups um die Gunst der Nutzer.

Bei zweinull.cc hatte ich in den letzten Monaten einige besonders interessante Dienste für das Hosting und Sharing in der Cloud vorgestellt. Da wäre unter anderem Drop.io, das supereinfachen, in Sekunden angelegten Online-Speicherplatz mit Rechteverwaltung und verschiedenen Möglichkeiten des Datenimports offeriert. Sehr spannend ist auch das Angebot des schweizer Unternehmens Wuala , dessen Service über eine Desktop-Software beliebige Dateien verschlüsselt, in Einzelteile zerlegt und auf den Computern anderer Nutzer ablegt.

Von allen Anbietern im weiten Anwendungsfeld des Cloud-Hostings und -Sharings hat mich jedoch ein Dienst am meisten beeindruckt: Dropbox, das ich Mitte März vorstellte. Schon damals äußerte ich mich positiv über den US-Service und hatte große Hoffnung in die von Dropbox versprochene Einfachheit des Ablegens und Synchronisierens von Dateien über das Netz. Nachdem sich Dropbox bei mir nun mehr als zwei Monate im regelmäßigen Einsatz befindet, kann ich zufrieden feststellen, dass ich nicht enttäuscht wurde! Ich behaupte sogar, dass dies der Service ist, der in letzter Zeit meinen Onlinealltag am nennenswertesten vereinfacht hat.

In meinem März-Review beschrieb ich ausführlich, wie Dropbox funktioniert, daher hier nur in Kürze: Nach der Installation einer kleinen Software wird Dropbox als eigenes Verzeichnis direkt in das Betriebssystem (Windows Vista/XP, Mac OS X Tiger/Leopard) integriert. Per Drag'n'Drop oder Copy & Paste lassen sich Dateien in den fünf Gigabyte großen Onlinespeicher (Leser berichten, neue Beta-Nutzer erhalten nur zwei Gigabyte – ich habe jedoch fünf) ziehen. Mehrere Computer lassen sich auf diese Weise an ein Dropbox-Konto anschließen, einzelne Verzeichnisse mit anderen teilen. Dateien werden zwischen den angeschlossenen Rechnern automatisch synchronisiert. Sämtliche Daten sind auch über ein Webinterface erreichbar.

Bei mir kommt Dropbox hauptsächlich für den Transfer von Daten zwischen meinem Rechner zu Hause, meinem an den Fernseher angeschlossenen "Media-PC" und meinem Job-Laptop zum Einsatz. Möchte ich beispielsweise ein paar meiner Lieblingsalben während der Arbeit hören, schiebe ich diese auf dem heimischen PC in meinen Dropbox-Ordner, um sie am Tag darauf im Büro aus meinem Dropbox-Verzeichnis auf die Festplatte meines dortigen Computers zu ziehen. Einfacher geht es nicht.

Die einzige nennenswerte Schwäche des Dienstes ist die nicht immer optimale Geschwindigkeit, mit der Daten bei Dropbox gespeichert oder von dort heruntergeladen werden. Abhängig von der Tageszeit dauert es manchmal etwas, bis ein Upload oder die Synchronisierung (d.h. der Download von über andere Rechner hochgeladener Dateien) abgeschlossen ist. Darauf muss man sich ganz einfach mental einstellen, und so lange man vom Transfer ganzer Spielfilme oder anderer "Monsterdateien" Abstand hält, wird die Geduld nicht allzu sehr auf die Probe gestellt.

Dropbox befindet sich derzeit in der geschlossenen Beta-Phase und ist sehr restriktiv mit der Vergabe von Einladungen. Wir haben 19 Invites für euch! Hinterlasst bei Interesse einfach einen Kommentar und eine gültige E-Mail-Adresse!

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