<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

25.02.11

diaspora: Facebook-Alternative mit Facebook-Integration

Die erste Aufregung rund um das dezentrale Social Network diaspora hat sich gelegt. Unterdessen erweitert der Dienst sukzessive seine Funktionspalette.

 

Rund anderthalb Monate nach dem Alpha-Launch des dezentralen Social Networks diaspora hat sich die anfängliche Aufregung um das als Facebook-Alternative titulierte Projekt gelegt. In der schnelllebigen Internet- und Startupwelt kann es leicht geschehen, dass man einen Dienst aus den Augen verliert, sofern dieser nicht regelmäßig in der Berichterstattung auftaucht. Entsprechend lange ist es her, dass ich mich das letzte Mal bei diaspora angemeldet habe - vermutlich geht es einigen von euch ähnlich.

Neugierig war ich daher, als ich heute früh mal wieder joindiaspora.com ansteuerte - den offiziellen Hub des New Yorker Startups (jeder kann einen eigenen diaspora-Server aufsetzen) - und mich dort mit meinen Benutzerdaten authentifizierte (natürlich hatte ich mein Passwort vergessen und musste zuerst ein neues erstellen). Innerlich stellte ich mich schon darauf ein, dass sich die Oberfläche seit dem Alpha-Launch im November kaum weiterentwickelt haben würde.

Umso positiver überrascht war ich, in meinem diaspora-Stream nicht nur eine gewisse Aktivität vorzufinden, sondern auch viele kleine Justierungen, Erweiterungen und Funktionsergänzungen, die in der initialen, sehr spartanischen Fassung offensichtlich fehlten. Hier sind einige meiner Beobachtungen:

  • Facebook-Integration: Genau, die Facebook-Alternative diaspora kann nun mit dem persönlichen Konto bei Facebook verbunden werden. Zumindest solange jeder Facebook und kaum jemand diaspora verwendet, ist dies auch sinnvoll. Die Integration erlaubt das direkte Versenden von diaspora-Invites an ausgewählte Facebook-Freunde sowie das Publizieren von bei diaspora veröffentlichten Status-Updates bei Facebook.
  • Der Aktivitätenstream zeigt jetzt entweder Status-Updates in chronologischer Reihenfolge (mit den neuesten Updates ganz oben) oder sortiert nach Aktivität/Relevanz an.
  • Status-Updates und Fotos können nicht mehr länger nur für alle oder einzelne Aspects (so nennen sich bei diaspora die Kategorien, in denen Kontakte platziert werden) freigegeben, sondern auch granuliert für mehrere spezifische Aspects veröffentlicht werden.
  • Eigene Status-Updates und Fotos, die in einem Aspect publiziert wurden, lassen sich nachträglich auch für andere Aspects freischalten.
  • Im Einstellungsbereich lassen sich die bei diaspora publizierten Inhalte als XML-Datei sowie alle hochgeladenen Fotos herunterladen.
  • Nutzer können aus einer von über 30 Sprachen wählen.
  • Insgesamt wirkt die Oberfläche und Handhabung der Site deutlich komfortabler und besser optimiert.

Keine der Änderungen ist weitreichend genug, um Anwender ihre Facebook-Aktivitäten auf einen Schlag aufgeben zu lassen. Dennoch hilft jede noch so kleine Verbesserung, diaspora als ernstzunehmendes Social Network zu etablieren. Dies wiederum ist Voraussetzung für alle anderen Ambitionen, welche die für diaspora verantwortlichen New Yorker IT-Studenten mit dem Dienst hegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer