<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

11.09.14Kommentieren

Deutschlands Kickstarter-Pendant Startnext: Nach vier Jahren eine etablierte Größe im Crowdfunding-Sektor

Die in Dresden beheimatete Crowdfunding-Plattform Startnext feierte gestern ihren vierten Geburtstag. Mittlerweile ist das profitable Unternehmen eine etablierte Größe. Rund 60 Prozent der Kampagnen verlaufen erfolgreich.

StartnextManche Startups stehen ständig im medialen Rampenlicht, ohne wirklich viel zu bewegen. Andere jungen Firmen gehören eher zur stillen Sorte, obwohl ihr Treiben weitreichende Auswirkungen hat. Die Dresdner Crowdfunding-Plattform Startnext fällt in letztgenannte Kategorie. Größere Aufmerksamkeit erhält sie meist nur dann, wenn über sie ein medienwirksames Finanzierungsprojekt durchgeführt wird. Und so wird leicht übersehen, dass nicht nur viele der bei Startnext über die Bühne gehenden Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich verlaufen, sondern dass auch die Plattform selbst auf eine gelungene Geschichte zurückblicken kann. Ganze vier Jahre hat das von Denis Bartelt und Tino Kreßner gegründete Startup nun bereits auf dem Buckel. Gestern feierte das mit Büros in Dresden und Berlin vertretene Unternehmen seinen Geburtstag. Die Macher sind sehr zufrieden mit der bisherigen Entwicklung.

Knapp 4.000 Kreativprojekte von Initiatoren aus Deutschland und Österreich sind mittlerweile über Startnext abgewickelt worden. “Mehr als die Hälfte konnte die gesetzten Finanzierungsziele erreichen oder übertreffen”, betont Geschäftsführerin Anna Theil nicht ohne Stolz. Heute liege die Erfolgsquote bei etwa 60 Prozent. Das sei deutlich über dem, was die internationalen Konkurrenten wie Kickstarter und Indigogogo erreichen. 300 bis 400 Kampagnen seien gleichzeitig bei Startnext aktiv.

startnext450

Der leicht idealistische Hauch, der Startnext umgibt, darf nicht zu dem Trugschluss führen, dass die Sachsen das Projekt nur aus Sympathien für Kunst und Kreativprojekte betreiben - auch wenn das natürlich eine Rolle spielt. Startnext, das bisher ausschließlich aus den Mitteln der Macher gestemmt wurde, ist ein gewinnorientiertes Startup-Unternehmen und arbeitet laut COO Theil profitabel.

Das Modell von Startnext beinhaltet zwei Erlösquellen: Zum einen können Projektunterstützer freiwillig eine prozentuale Provision festlegen, die an die Plattform fließt. Zum anderen bietet das Unternehmen kostenpflichtige Premium-Services an, bei denen Projektstarter bei den Vorbereitungen und der Durchführung ihrer Kampagne beraten und an die Hand genommen werden.

Dieser Monetarisierungsmix funktioniere gut, erklärt Theil, die den Aspekt der Freiwilligkeit bei den Provisionen für sehr wichtig hält. Insgesamt zehn Mitarbeitende stehen mittlerweile auf der Lohnliste.

Verstärkt profitiert der Dienst von der Sogwirkung, die auf ihm eingestellte Kampagnen verursachen. “Journalisten nutzen Startnext immer häufiger als Suchmaschine für neue Ideen und Geschichten”.

Vorläufig behält das junge Unternehmen seinen Fokus auf Kreativprojekten von Intiatoren aus Deutschland und Österreich bei. Dennoch soll das bereits existierende englischsprachige Angebot ausgebaut werden, damit hiesige Kampagnenstarter noch besser eine internationale Community an Unterstützern aufbauen können. Denn darum gehe es laut Theil genauso wie um das Werben um Gelder.

“Ich glaube, dass Crowdfunding zu einem normalen Finanzierungs- und Marketingwerkzeug werden wird, um Ideen zu verwirklichen. Wir wollen unser Netzwerk, und dabei vor allem unseren Kooperationen mit Organisationen im Kreativbereich, mit Förderinstituten, Städten und Universitäten ausbauen”, beschreibt Theil die weitere Roadmap. Auf die Frage, für wen Crowdfunding in Frage kommt, hat sie eine prägnante Antwort: Eine Projekt muss eine von Unterstützern als attraktiv befundene Gegenleistung bieten. Sonst fühlt sich niemand animiert, Geld bereitzustellen.

Nach vier Jahren im Geschäft hat sich Startnext im deutschsprachigen Markt etabliert und aus bisherigen Fehlern gelernt. Einer der größten, den die Dresdner gemacht haben, ist nach Ansicht von Anna Theil die anfängliche Begrenzung auf eine Bezahlmethode gewesen. Heute bietet Startnext für Unterstützer fünf verschiedene Alternativen, Geld einzuzahlen, und damit die größte Vielfalt an Bezahlmethoden aller Crowdfundingportale. /mw

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer