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18.02.10Leser-Kommentare

Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland (Teil 3 von 3)

Was wird in den nächsten Jahrzehnten passieren? Warum ist Deutschland gesellschaftlich auf das Kommende nicht vorbereitet?

Ein langer Weg.

Seit den ersten beiden Teilen (Teil 1, Teil 2) dieser Artikelserie ist einige Zeit vergangen. Das Netzsperrengesetz will die Regierung zwar nicht mehr so recht, unterschrieben ist jetzt aber und umgesetzt werden muss es demnach auch erstmal. Die deutsche Blogwelt hatte sich gefeiert ob des Erfolgs, aber nicht gemerkt, dass sie selbst kaum Einfluss auf den holprigen Verlauf hatte.

Die Situation hat sich inzwischen kaum verändert. Im Gegenteil, es ist noch ein bisschen schlechter geworden: Die Presseverlage haben mit dem Leistungsschutzrecht ihre Lobby-Maschinerie in Fahrt gebracht. In den Feuilletons tut man sich wie eh und je schwer mit dem Internet oder schreibt über die Auswirkungen des Internets auf das Gehirn - was dem Netz gleichzeitig mehr Macht zugesteht, als es aktuell hat und die aktuelle Situation und die stattfindenden Veränderungen auf eine eigenartige Weise gleichzeitig ausgeblendet.

Was passiert

Die letzten zehn Jahre waren der Anfang des Internets im Mainstream und sahen die ersten genuinen Webangebote. In den meisten westlichen Ländern ist das Web mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das hat viele Vorteile. Gleichzeitig bedeutet diese Verbreitung aber auch, dass die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verschiebungen sich in den betroffenen Branchen immer stärker bemerkbar machen. Die Entertainment- und die Nachrichtenbranche waren nur die ersten.

Das hat neben den Strukturveränderungen in den Branchen selbst auch Auswirkungen auf politischer Ebene, die von Lobbyisten angestoßen werden. Die bedrohten Unternehmen sind oft unfähig, ihre Geschäftsgrundlage maßgeblich zu verändern (die Plattenindustrie müsste sich etwa komplett neu erfinden). Also versuchen sie, die Rahmenbedingungen zu ihren Gunsten zu formen.

Zu gute kommen ihnen dabei Politiker, denen nach wie vor das fachliche Wissen oder die beratenden Experten fehlen. Erschwerend kommt, leider vor allem in Deutschland, eine diffuse Angst vor der Veränderung, der neuen Welt, die durch das Internet entsteht, hinzu.

Diese Versuche nehmen in Umfang und Skrupellosigkeit drastisch zu. Three Strikes und Netzsperren in Frankreich. ACTA auf internationaler Ebene. In Deutschland ist nach dem Netzsperrengesetz, das nun unterschrieben ist und damit wohl erstmal in Kraft treten muss, der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag die nächste größere Bedrohung.

Wie viel davon ist der Bevölkerung bewusst? Wie viel davon wird in den traditionellen Medien behandelt? Wie viele Blogs beschäftigen sich kompetent damit?

Welch geringe publizistische Macht direkt aus den deutschen Blogs kommt, hat die Zensursula-Debatte gezeigt. Erst nach einer massiv erfolgreichen Petition sind die traditionellen Medien zögerlich auf das Thema angesprungen. Erst dann erreichte das Thema ein gewisses Momentum. Und ein handwerklich unfassbar schlechtes Gesetz wurde trotzdem verabschiedet.

Wie soll eine publizistische Landschaft, die ein solches Gesetz nicht von vornherein verhindern kann, Netzneutralität sicherstellen und unsinnige Leistungsschutzrechte verhindern können?

Was passieren wird

Das Internet in seiner freien Form, mit Netzneutralität und so wenig oder viel Eingriff von staatlicher Seite wie in das Postgeheimnis in demokratischen Ländern, wird global langfristig bestehen bleiben oder nach temporären, lokalen Einschränkungen wieder hergestellt werden. Davon kann man mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ausgehen. Mit langfristig sind ungefähr die nächsten 50 Jahre gemeint.

Es wird in einzelnen Ländern erfolgreichere Bestrebungen, das Internet nach den Vorstellungen großer Konzerne zu formen, geben als in anderen. Aber die Globalität des Netzes hat einen interessanten Nebeneffekt: Die Länder, die eine gewisse Offenheit wahren, sind im Wettbewerbsvorteil. In China wird unter den aktuellen Bedingungen nie ein Unternehmen wie Google das Licht der Welt erblicken. Das wird auch den dortigen Unternehmensgründern und anschließend breiteren gesellschaftlichen Schichten irgendwann bewusst werden, und schließlich wird die Politik immer stärker unter Zugzwang kommen, je wichtiger das Web weltweit wird.

Die Frage ist nur, wann die Erkenntnis an welchen Stellen der Gesellschaft ankommt und was sie bewirken wird.

Was werden wir sehen? Innerhalb der nächsten 20 bis 40 Jahre werden viele Länder versuchen, das Internet massivst einzugrenzen. Je bedeutender das Internet als Wirtschaftsgrundlage wird, desto verzweifelter und drastischer werden betroffene, anpassungsunfähige Unternehmen reagieren und auf die Politik einwirken.

Wie bereits jetzt etwa in Frankreich werden in diesen Ländern erstaunlich offensichtlich für jeden Beobachter die Partikularinteressen wirtschaftlicher Akteure über Bürgerrechte gestellt. Wie lang das wohl andauern wird? Zehn Monate? Zehn Jahre?

Deutschland

Die Uhr tickt. Deutschland ist in seiner gesellschaftlichen Zusammensetzung trotz der guten Standortvoraussetzungen als eine der führenden Industrienationen prädestiniert, relativ zur aktuellen internationalen Position in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stärker abzufallen als andere Länder.

Quer durch das Land herrscht eine erstaunliche Skepsis gegenüber neuen Entwicklungen, die stärker ausgeprägt scheint als in den meisten anderen Ländern. Selbst Blogger scheinen sich immer wieder dafür entschuldigen zu wollen, "so viel Zeit im Internet zu verbringen". Die Debatten, die 2009 und nun 2010 in Deutschland geführt werden, muten oft eigenartig deplatziert an.

Die von Schirrmacher angestoßene Debatte über das Internet in der FAZ ist so abstrakt und frei vom Betrachten tatsächlich stattfindender Vorgänge rund um das Web, dass man statt sich mit konkreten Fragen auseinandersetzen zu müssen - und sich etwa mit dem Niveau der Debatte in anderen Ländern wie den USA messen zu müssen -, einfach eigenartig entrückte Artikel veröffentlichen kann, wie etwa die Frage, was Kant über das Internet gedacht hätte. Vielleicht bezeichnend für das deutsche Feuilleton: Namedropping in Verbindung mit minimalem Erkenntnisgewinn.

Die erste ernstzunehmende gesellschaftliche Debatte über das Web in Deutschland, die nicht ausschließlich im Internet selbst ausgetragen wird, findet erst jetzt, 2009/2010 statt. Aber sie ist geprägt von entrückter Abstraktion und einer diffusen Angst vor den neuen Technologien.

Der Weg für die deutsche Gesellschaft in das Internetzeitalter ist lang. Zu lang vielleicht, um ohne größere Blessuren diesen Wandel zu überstehen. Denn gleichzeitig finden Bestrebungen statt, das Internet nach wirtschaftlichen Partikularinteressen zu formen. Und das notwendigerweise zu Lasten der Gesellschaft und der Bürgerrechte im Internet.

In Deutschland fehlt es an Intellektuellen, die fundiert und mit notwendiger Reichweite über enorm wichtige Themen wie Netzneutralität oder die tatsächliche Veränderung der Gesellschaft durch das Internet schreiben können, ohne dass der geneigte Leser hinter den Wörtern die Angst vor Skynet zu erkennen meint. Natürlich ist das ein Strukturproblem, das viele westliche Länder kennen: Die Geschäftsgrundlage der Presse selbst ist durch die Veränderung unter Beschuss, was leider dazu führt, dass man sich dort nur selten mit internetrelevanten Themen neutral beschäftigt. Und noch seltener mit der angemessenen Priorität, die dem kommenden führenden Wirtschaftszweig des 21. Jahrhunderts, der nebenbei die gesamte Gesellschaft umkrempelt, zustände.

In Deutschland haben wir aber noch ein anderes Problem, das etwa Frankreich nicht hat: Wie bereits in Teil 2 dieser Serie angesprochen, existiert hier eine Blogwelt, der es an Reichweite und Professionalität fehlt, um maßgeblich gesellschaftlichen Einfluss nehmen zu können. Das macht sich zunehmend in den für das Web wichtiger werdenden Debatten bemerkbar und es wird sich in der Gesetzgebung der nächsten Jahre noch sehr stark widerspiegeln.

Auch Deutschland wird im 21. Jahrhundert ankommen. Die Frage ist nur, wann - und wie groß die Kollateralschäden sein werden, die bis dahin entstehen. Aktuell deuten alle Zeichen darauf hin, dass Deutschland in den nächsten Jahren global weiter zurückfallen wird. In dieser Zeit wird der Abstand zu Ländern immer größer werden, die die Veränderungen durch das Internet weniger stark zu behindern versuchen, sie vielleicht sogar begrüßen.

Was getan werden kann

Fangen wir mit den Piraten an. Die Piratenpartei ist nicht auf die kommende gesellschaftliche Debatte rund um Netzneutralität und andere Internetthemen wie eine Modernisierung des Urheberrechts vorbereitet. Ihr fehlt es an Personen, die in öffentlichen Diskussionen und auf Podien erfolgreich Überzeugungsarbeit leisten können. Schlimmer noch: Statt sich das einzugestehen und der größeren Sache wegen hier und da aus Personalmangel auf Präsenz zu verzichten, werden immer wieder schlecht vorbereitete Mitglieder auf Podien gesetzt. Etwas schlimmeres kann den Piraten und ihrer Sache nicht passieren.

Ich weiß nicht mehr, wie viele Diskussionen und Podien ich bislang erlebt habe, bei denen Piratenmitglieder teilnahmen, die entweder offensichtlich auf das Thema nicht vorbereitet waren oder ihre Gedanken nicht publikumsgerecht kommunizieren konnten. Die Piratenpartei muss die öffentlichen Auftritte ernster nehmen und ihre Mitglieder besser vorbereiten.

Mediale Präsenz um der Präsenz willen, und notfalls das weitere Schüren von Ressentiments dafür in Kauf zu nehmen, kann nicht das Ziel dieser Partei sein. Die Piratenpartei fordert in vielen Bereichen Dinge, die tendenziell von den meisten Institutionen und der Mehrheit der von den Medien nicht aufgeklärten Bevölkerung abgelehnt werden. Selbst ein Unentschieden bedeutet hier immer, zu verlieren.

Die "Internetcommunity"als Ganzes wiederum hat ein strukturelles Problem: Sie existiert nicht. Daran ändert auch ihre häufige Nennung in Blogs und Medien nichts. Die Bewegung, das freie Internet zu erhalten, in dem die gleichen (Bürger-)Rechte wie in Offlinemedien und bei Offline-Kommunikation erhalten bleiben sollen, ist naturgemäß sehr heterogen.

Internetnutzer sind in ihrer Gesamtheit ein Querschnitt durch die Bevölkerung, und ebenso stellen sich die Aktivisten dar. Das macht eine Organisation schwer bis unmöglich. Das kann man nicht ändern, aber man sollte sich dessen bewusst sein. Es macht es natürlich schwerer, sich in Debatten mit Branchenvereinigungen wie den Bundesverband der deutschen Musikindustrie zu behaupten. Aber so ist es nun einmal. Sinnvoll wäre es, wenn die Piratenpartei zum Beispiel auch mit Aktivisten außerhalb der Partei zusammenarbeiten würde (ich weiß nicht, inwieweit das bereits stattfindet; Informationen bitte in die Kommentare, danke!).

Grundsätzlich muss man allen Aktivisten empfehlen, die Leute da abzuholen, wo sie sind. So absurd es dem einen oder anderen vorkommen mag: 1.000 echte Briefe auf Papier an Bundestagsabgeordnete bewirken mehr als 100.000 Emails oder Petitionsunterschriften. Telefonate oder persönliche Treffen sind noch besser.

Wie können Bürgerrechtler und Aktivisten breitere Bevölkerungsschichten und Entscheidungsträger erreichen? Das ist die Frage, die man sich stellen muss. Die Antwort lautet in Deutschland auch weiterhin: nicht im Internet. Hier fehlen die Plattformen mit der notwendigen Reichweite, die ein ernstes Interesse an diesen Themen haben.

Grundsätzlich muss mehr Dialog stattfinden. Ein Weg ist sicherlich, dass mehr ernstzunehmende Blogs wie netzpolitik.org betrieben werden müssen, die auch Reichweiten jenseits der begrenzten Möglichkeiten der nach wie vor weitverbreiteten persönlichen Blogs aufbauen können.

Gründer haben keine Zeit. Aber grundsätzlich verwundert es mich sehr, dass so wenige deutsche Web-Startups versuchen, gesellschaftlich daran mitzuwirken, dass ihre wirtschaftliche Grundlage sicherer wird.

Das Internet und seine systemimmanenten Eigenschaften müssen verstanden und dann kommuniziert werden. Es ist bemerkenswert, wie wenig Expertise oft vermeintliche deutsche Experten an den Tag legen. Es gibt unzählige, sehr gute Bücher zu diesen Themenfeldern aus dem US-Bereich. Wer sie nicht gelesen hat, ist kein Experte. Polemik ersetzt kein Fachwissen.

Man muss nüchtern(!) an Konzepte wie das Urheberrecht herangehen und schauen, was gesellschaftlich wünschenswert ist und was überhaupt in einer Welt mit dem Internet sinnvoll umsetzbar ist. Das Fehlen an Selbstreflektion bei der Hegemann-Debatte war ein weiteres Mal bezeichnend für die deutsche "Intelligenzia". Das Internet zerstört nicht unsere Gehirne. Es zerstört jetzt erstmal vielerorts die industriellen Wertschöpfungsketten und das Urheberrecht, das auch vor dem Web schon veraltet war.

Es erschafft außerdem neue Möglichkeiten. Über diese muss man aber sprechen. Sie analysieren und diskutieren. Das alles findet entweder gar nicht oder auf einem erschreckend niedrigen Niveau statt. Wird sich das in absehbarer Zeit ändern? Wir werden sehen. Konstruktive Debatten sind aber notwendig und in Deutschland überfällig.

Warum ist das Internet wichtig und warum wird es immer wichtiger?

Machen wir noch einmal einen Schritt zurück und sprechen wir über die grundlegende Bedeutung des Internets.

Das Internet ist kein Medium neben anderen. Es läuft nicht parallel. Es ist das Medium. Es wird langfristig alle anderen Übertragungsformen von Medien und Kommunikation ersetzen.

Es ist das erste Medium, das das Wort Medium verdient hat, weil es zum ersten Mal Inhalte unabhängig von physischen Beschränkungen verteilt. Die dadurch entstehenden Möglichkeiten führen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft.

Es ist die Infrastruktur, auf der alle Medien- und Kommunikationsformen der Zukunft laufen werden. Deshalb ist eine möglichst geringe Manipulationsgefahr durch den Staat sicherzustellen.

Die Unabhängigkeit des Internets, innerhalb der rechtsstaatlichen Grenzen, ist wichtiger als die der Printpresse, des TV oder des Telefons. Weil das Internet all diese Distributions- und Verbindungsformen ersetzen wird.

Darin liegt nicht nur Potential, sondern auch Gefahr. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte wird das Internet in weiten Teilen nicht nur zum wichtigsten Transportmittel für Medien und Kommunikation jeglicher Art, sondern auch zum einzigen. Damit entsteht ein "Single Point of Failure", wenn der freie Zugang zum Internet selbst zum Beispiel in Gefahr gerät.

Fazit

sunrise

Die nächsten Jahre werden sehr wichtige Jahre. Das Internet hat einen Punkt erreicht, an dem die neuen Welten spürbar auf die alten prallen und dabei eine Industrie nach der anderen erschüttert wird.

Eine Gesellschaft, die schutzlos Lobby-Interessen ausgeliefert ist, könnte insgesamt die nächsten Jahre sehr stark zurückfallen. Denn die Veränderung durch das Web wird nicht langsamer, sondern schneller. Warum? Weil zum Beispiel Angebote wie das über 400 Millionen aktive Mitglieder starke Facebook grundlegende Funktionen besser anbieten können als etwa die gute, alte Email, und langsam aber sicher eine ähnliche Penetration erreichen. Alles, was aufgehalten werden soll, wird für Endnutzer immer einfacher. Die Gesellschaft, die zurückfällt, weil sie sich aus dieser Entwicklung ausklinkt, wird immer schneller zurückfallen.

Man kann das mit einer Gesellschaft vergleichen, die sich dem Ausbau eines eigenen Eisenbahnnetzes verweigert, weil sie die heimischen Kutscher schützen will. Nicht alles, was für einzelne Gruppen gut ist, ist für die gesamte Gesellschaft wünschenswert.

Wenn die unter uns, die den Gewinn durch das Internet in seiner heutigen Form erkennen, nicht jetzt handeln und sich einsetzen, wo sie können, könnte es bald zu spät sein. In den nächsten Jahren werden die (gesetzlichen) Weichen für das Internet in Deutschland für die nahe Zukunft gestellt.

Das Internet wird die Menschheit verändern. Daran gibt es wenig zu rütteln. Die Frage ist nur, wo dabei einzelne nationale Gesellschaften wie Deutschland stehen werden.

Dritter Teil einer dreiteiligen Artikelserie:

Bildnachweise in der Reihenfolge des Erscheinens:

Kommentare

  • thorsten

    19.02.10 (01:11:26)

    Das Internet veränder zwar viel, allerdings nicht auf der Ebene die Herr Weiss als einziges sieht. Es gibt im Internet nur eine einzige Firma die richtig Geld macht und das ist Google. Google ist aber in allen anderen Ländern außer USA auch nicht und daher kein Argument gegen Deutschland. Da die deutsch Wirtschaft nach wie vor relativ wenig von B-to-C lebt benutzt andere Kanäle, bzw. spielt sich da die Veränderung in verschlüsselter Direktkommunikation ab. Das Internet ist da ein reines Hilfsmittel, wie es das Telefon schon immer war. Das soll aber keinesfalls die Bedeutung herunterspielen. Sozial mag das, womit sich dieser Blog beschäftigt, relevant sein, aber wirtschaftlich ist er für Deutschland relativ unerheblich.

  • specialK

    19.02.10 (03:08:26)

    Ich denke die Zeiträume, die hier angegeben werden, also 1 bis 5 Jahrzehnte, sind viel zu lang veranschlagt. Ich glaube das oben beschriebene Szenario wird sich innerhalb der nächsten 5 bis 10 Jahre abspielen. Den Vorhersagen stimme ich insgesamt zu. Allerdings bin ich der Ansicht, daß das Internet in 10 Jahren nicht der entscheidende Faktor in der Frage sein wird, ob Deutschland zum Entwicklungsland degeneriert oder nicht; meiner Meinung nach werden die Fortschritte in der Fertigungs-, Transport-, und Dienstleistungsautomation den wesentlichen Einfluß bilden: Wir werden IMAO in 10 Jahren soweit sein, daß wir nahezu ohne menschliche Arbeit Güter/Dienstleistungen produzieren werden können. Dies wird zu sehr hoher Arbeitslosigkeit führen, welche zu unserem jetztigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem nicht kompatibel ist. Die Länder, die sich diesem Problem zuerst stellen, werden erfolgreich sein. Die oben genannte deutsche Technologiefeindlichkeit könnte uns daher tatsächlich eine zugügige Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen versagen.

  • musikdieb

    19.02.10 (09:00:13)

    Gründer haben keine Zeit. Aber grundsätzlich verwundert es mich sehr, dass so wenige deutsche Web-Startups versuchen, gesellschaftlich daran mitzuwirken, dass ihre wirtschaftliche Grundlage sicherer wird. Welche Startups? Wie in China hätte auch in Deutschland ein Unternehmen wie Google niemals groß werden können. Alles was sich hier "Startup" schimpft, sind Idioten, die eine mittelmäßige Idee so in Businesspläne verpacken konnten, dass sie ein paar Investoren finden konnten. Wirklich gute Ideen gehen hierzulande unter. Diejenigen, die es finanzieren könnten, haben viel zu viel Angst vor Leuten, die gute Ideen haben.

  • taubenvergifter

    19.02.10 (09:23:40)

    Mal wieder ein netter Artikel, der das Web in arg (und m.E. zu) positives Licht rückt. Das Internet sorgt vor allem dafür, dass weite Teile der Welt weiter abgehängt werden. Wir philosophieren über die schöne neue Webwelt und wie toll es ist, dass nun das Wissen der Welt jedem Menschen zur Verfügung steht und übersehen dabei selbstgerecht und ignorant mal wieder, dass Millionen Menschen noch nie im Leben einen Telefonhörer in der Hand hielten. Knowledge-Gap mal durch Technik.

  • erz

    19.02.10 (09:53:21)

    Die "ernstzunehmenden" Blogs sind in einem Teufelskreis gefangen: Sobald sie die einseitige Lobhudelei der Netzapologeten in Frage stellen, werden sie von den Alphatieren der Blogosphäre ausgegrenzt, wenn sie sich dem Blogmainstream anschließen, fallen sie deren selbstzentriertem Mindset anheim. Ich kenne einige Blogs, die gesellschaftlich relevante Themen pointiert aufbereiten. Und in der Blogosphäre untergehen. Wenn nicht gerade ein Projekt wie Carta von alten Seilschaften, Know-How und Knete bis über die Relevanzschwelle der Blogosphäre gehievt wird, sind es immer nur die "ja, ich, hier, EigenPR ist ganz wichtig, follow me on twitter"-Schreier, die sich gegenseitig nach oben pushen. Was ist wohl die Außenwirkung der Blogosphäre, wenn das Gros der "wichtigen" Blogs von social-media-Geschwafel voll ist? Auf der anderen Seite können wir froh sein, dass es Netzpolitik gibt, deren Einfluss und Außenwirkung nicht zu leugnen ist. Auch Offline verkauft sich Boulevard besser als sperrige Themen!

  • andy lenz

    19.02.10 (09:53:34)

    Ähnlich wie specialK denke ich die Zeiträume sind viel zu lang veranschlagt. Wir sind mitten drin in einem internetbedingten Wandel. Ich bin da allerdings sehr viel weniger skeptisch als Marcel... Mit flächendeckender Netzabdeckung, wachsendem Bewustsein für Open Source und Openness sowie immer besser zugänglichem Wissen (Open Data & Wikipedia) ist mit dem Netz und seinen Facetten eine unzerstörbare hochgradig demokratische Infrastruktur entstanden, die wir auch hier in diesem Post nutzen. Trotz Hürden wird das Netz, ähnlich wie Wasser, einen Weg finden. Gesunde skepsis ist angebracht, aber eine Überschrift wie "Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland" ist völlig daneben und wenig Zielführend. In meinen Augen sollten man den laufen extrem starken netzbedingten Verännderungsprozeß positiv beleuchten und als Chance begreifen. Chanchengleich, sozialere Entscheidungsprozesse, transparentere Demokratie, kürzere Wege und besser Partizipationsmöglichkeiten - alles auf Netz-Basis. Nutzen wir doch diese Möglichkeiten und unseren Wirkungskreis um hierfür zu sensibilisieren.

  • Ulrike Langer

    19.02.10 (10:22:30)

    "Wie soll eine publizistische Landschaft, die ein solches Gesetz nicht von vornherein verhindern kann, Netzneutralität sicherstellen und unsinnige Leistungsschutzrechte verhindern können?" Diese Frage ist unsinnig. Sie setzt voraus, dass die "publizistische Landschaft" ein Interesse daran habe, ein "unsinniges Leistungsschutzrecht" zu verhindern. Tatsächlich sind es aber doch die Verlage, die genau dafür lobbyieren und ihre Redaktionen für PR-Beiträge in eigener Sache einspannen. Kritische Distanz? Zur Ausgewogenheit verpflichtet? Alles hinfällig, sobald es um die eigenen wirtschaftlichen Interessen geht.

  • Jerry

    19.02.10 (10:30:15)

    Nur so ein Gedanke am Rand, aber wer behauptet, daß in zwei oder drei Jahrzehnten nicht schon eine neue Technologie existiert, die ihrerseits dabei ist, das Internet abzulösen? In technologischer Hinsicht ist die Welt so schnellebig geworden, daß schon solche Zeiträume vollkommen unvorhersagbar sind. Das Internet ist ein Schritt auf einer ziellosen Leiter, aber ich kann nicht glauben, daß es der letzte ist. Wenn unsereins bei der jetzigen Technologie global nicht ganz mithält (eine Aussage, an der ich auch meine Zweifel habe), klappt es vielleicht bei der nächsten.

  • Siegfried

    19.02.10 (11:07:47)

    Sehr gut! Trifft den Kern der Sache sehr gut. Die in Deutschland besonders verbreitete Angst vor Veränderungen dürfte in der Tat ein wesentlicher Grund dafür sein, dass hier besonders schnell und deutsch-gründlich eingegrenzt und zensiert wird. Ein anderer Punkt wurde im Artikel auch schon angerissen und im Kommentar #1 aufgegriffen: Zur Zeit werden durch das Internet Geschäftsmodelle in Frage gestellt und/oder zerstört. Was fehlt, sind neue Geschäftsmodelle. Einerseits ist es gut, dass man die alten Kutschen endlich mal in Frage stellt, aber noch weiss Niemand, wie die alternative Eisenbahn denn funktionieren soll (wie z.B. die vielen Kutscher davon leben können sollen). Die Zukunft ist hier noch das große unbekannte Land, vor dem man sich fürchtet. Das ist verständlich, aber das hilft nicht weiter. Und es ist ja nicht so, dass das Internet nur Vorteile hätte. So, wie die Autos heute die Kutschen weitgehend verdrängt haben, und wir heute einerseits den Vorteil der größeren Mobilität sehen, aber andererseits auch die Umweltprobleme, so wird es mit dem Internet ähnlich sein. Alles hat seine 2 Seiten. Noch 2 Ergänzungen: In dem Artikel klingt das so, als ob die kleinen nicht-relevanten Blogs ein Überbleibsel aus den Kindertagen des Internet wären, und dass diese ersetzt werden sollten durch große, einflussreiche, relevante Blogs. Sollte das so gemeint sein, muss ich widersprechen. Diese kleinen Blogs sind die Basis. Erst auf dieser Grundlage können relevante Blogs a) glaubwürdig und b) effizient Reichweite und Relevanz erreichen. Das soll nicht heissen, dass solche großen relevanten Blogs nicht notwendig wären. Aber ich hoffe sehr, dass die kleinen nicht-relevanten Blogs erhalten bleiben. Das schafft Breite, Vielfalt und Authentizität. Das Internet wird die klassischen Medien nicht ersetzen, jedenfalls nicht ganz. Aber vermutlich weitgehend an den Rand drängen. Alternativen gibt es immer. Ich kann heute schon ohne Probleme mal eben so einen Kommentar in einem Blog verfassen, aber ich kann auch, wenn ich will, einen handgeschriebenen Brief auf handgeschöpftem Büttenpapier schreiben, und, wenn ich will, diesen sogar mit Siegelwachs zumachen. Die Möglichkeit dazu habe ich auch heute noch, trotz Internet.

  • William

    19.02.10 (11:20:50)

    Sie haben wohl noch nie etwas von PayPal, Amazon oder den hunderten von anderen Firmen in den USA gehört, die Software Dientsleistungen im Internet erbringen, und dabei insgesamt Milliarden exportieren. Mir fehlt eine genaue Zahl für Intenet Software, aber für die USA betrug der Gesamtexportwert für alle Computer- und Informationsdientsleistungen im Jahre 2008 12,6 Milliarden Dollar. Dabei sind nicht einmal alle die Dientsleistungen enhalten, die indirekt durch das Internet ermöglicht werden, wie der Handel in elektronischen Medien. Eine Graphik, die dies sehr schön veranschaulicht können Sie bei der New York Times finden. Die Zukunft für westliche Industriegesellschaften liegt im Export von Dienstleistungen, und nicht der Herstellung von Produkten, die zunehmend in sich entwickelnden Länder mit niedrigerem Lohnniveau abwandern wird.

  • William

    19.02.10 (11:34:40)

    Eine Initiative, die Sie viellecht nicht kennen: One Laptop Per Child - Ein Versuch die Möglichkeiten des Internets auch den Ärmsten der Armen zugänglich zu machen. Das wäre vor zwanzig Jahren undenkbar gewesen.

  • Christian

    19.02.10 (12:09:20)

    Gut geschrieben, stimme dem Artikel voll zu. Letztendlich ist es die jeweilige Mentalität, die darüber entscheidet, wie schnell eine Gesellschaft mit (technologischen) Veränderungen umgeht. In den USA ist "Neues" eben cool. Wir Deutschen, so habe ich manchmal das Gefühl, sind vielleicht eher besser im Perfektionieren bestehender Technologien (siehe Autobau). Das dabei die Gefahr besteht, unseren Vorsprung, den wir mit unseren Ingenieuren im Maschinenbau, Autobau etc. haben, im Internetzeitalter zu verlieren, sehe ich auch.

  • dirk

    19.02.10 (12:21:56)

    ich bin nicht der meinung das das internet die klassichen medien verdrängen wird, es wird weiter nebenher existieren als sinnvolle und nützliche ergänzung. ein problem oder besser das problem mit dem internet ist das es zeitaufwendig ist und seien wir mal ehrlich wer hat heute schon zeit.

  • Das Wort

    19.02.10 (12:44:40)

    Sehr gut geschriebener Artikel. Ich rechne innerhalb der kommenden 20-30 Jahren das etwas mehr als 50% aller Unternehmen aller Branchen Pleite gehen, vor allem Unternehmen die keine klare oder oft überhaupt keine Internetstrategie entwickelt hat. Wer heute das Internet ignoriert oder nur halbherzig darin investiert, wird morgen auf der Strasse stehen und seine Tore schliessen müssen. Man muss sich mal vorstellen das Unternehmen ala Amazon (=Einzelhandel) - eben nur ein Unternehmen ist, das bereits weltweit in vielen Ländern sehr sehr viele Produkte verkauft, wo früher 1000 GEschäfte mit 10.000 Beschäftigte benötigt wurden um lokalen Handel anzubieten, macht dies heute ein einzelnes Unternehmen mit lediglich 10% der Belegschaft. Wer immer noch nicht aufgewacht ist, sollte mal kurz nachdenken wohin wir seit Jahren mit grossen Schritten laufen... ;-)

  • Mischa Rosenzweig

    19.02.10 (12:49:40)

    Zwei Themen fehlen: - Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein - So manch einer hat das Internet einfach nicht verstanden Ansonsten ist in diesem Artikel alles drin, was in beinahe jedem Artikel von Marcel Weiss enthalten ist. - (böse) alte Strukturen kämpfen mit brutalen und oft unfairen Mitteln gegen das Neue, weil sie es einfach nicht schaffen (ich vermute, weil sei das Internet einfach nicht verstanden haben) ihre alten Konzepte an die neue Umwelt anzupassen - Die Deutschen wollen das Internet eigentlich garnicht. Sie sehen darin etwas Böses. Deswegen wollen sie es so weit wie möglich reguliert und in seine Schranken gewiesen sehen. Als Folge dieser internetfeindlichen Einstellung der Deutschen, wird das Land und seine Wirtschaft, Marcels Vermutung nach, schon bald auf das Niveau einer Bananenrepublik zurück fallen. Nun ja, ich weiß ja nicht wie innovativ/konservativ die Bevölkerung von Chemnitz ist. Aber ich vermute, dass deine Beobachtungen, dass die Menschen eigentlich totale Angst vor dem Internet haben, hier ihren Ursprung hat. Hier in Westdeutschland, mache ich ganz andere Beobachtungen. Selbst der letzte "Dödel", der noch vor zwei Jahren keinen Mehrwert im Internet sah, sieht sich heute im Internet leben. Deine Beobachtungen zur Akzeptanz des Internets in D. sind völlig übertrieben. Teilweise auch paranoid. Und wie unseriös ist es eigentlich, Prognosen zu technologischen Themen zu wagen, die einen Zeithorizont von 50 Jahren haben? Das hat doch nicht einmal Nostradamus geschafft. Auch sollte man Prognosen stets begründen, schreiben, von welchen Variablen und Konstanten man ausgeht. FAZIT Schwach.

  • dirk

    19.02.10 (12:58:36)

    @13 ich hab in der nähe von chemnitz studiert und auch einige zeit in den alten bundesländeren verbracht, ich hab also auch den vergleich. die unkenntnis über onlineangebot und onlinekommunikation kannst du nicht geographisch festmachen. subjektiv würde ich es sogarumgekehrt sagen, in den alten bundesländern ist das internet noch nicht angekommen. objektiv weiß ich das es eigentlich noch nirgens richtig da ist.

  • Wolfgang Lehner

    19.02.10 (13:20:28)

    Und ergänzt sei auch, dass erst das Mobiltelefon in Afrika die Möglichkeit schuf, dass es für jeden, der es bezahlen kann, ein Telefon bereit steht. Vorher waren ganze Staaten nicht in der Lage, ein Festnetz in jedes Dorf zu finanzieren. Wenn dann in der nächsten Phase das Internet auf die Handys kommt, hat auch Afrika einen sehr einfachen Zugang zum "Weltwissen" - Bezahlbarkeit vorausgesetzt. Meiner Meinung nach ist die verbindende Wirkung des Internets weit stärker, als die Trennende. Oder spenden Sie regelmäßig Bücher für die bildungsfernen Menschen?

  • Wolf

    19.02.10 (14:47:08)

    "Ich rechne innerhalb der kommenden 20-30 Jahren das etwas mehr als 50% aller Unternehmen aller Branchen Pleite gehen" magst Du diese kühne These auch unterfüttern, oder hast Du sie - so wie Deine Rechtschreibung - mal eben so im Vorbeigehen aus dem Ärmel geschüttelt? "Wer immer noch nicht aufgewacht ist, sollte mal kurz nachdenken" Habe nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass 81% aller Unternehmen aller Branchen auf eine Internetstrategie getrost pfeifen können.

  • nanuk

    19.02.10 (17:54:19)

    Keine Beleidigung: aber unglaublich platt. Dieser Artikel ist einer, die sich von selbst schreiben. Hätte genauso vor ein oder zwei Jahren erscheinen können. Ich glaube wie erleben eine Vordenker-Dämmerung. Dagegen Kurz, Rieger, Lanier in der FAZ, Kluge und Schirrmacher auf Carta, Augstein in der Welt. Die Wahrheit ist: die Debatte hat Foren wie dieses hinter sich gelassen.

  • Henrich

    19.02.10 (17:55:38)

    Lieber mit Kant über das Netz nachdenken, als mit Weiss.

  • Paul

    19.02.10 (22:58:26)

    "Es gibt unzählige, sehr gute Bücher zu diesen Themenfeldern aus dem US-Bereich. Wer sie nicht gelesen hat, ist kein Experte. Polemik ersetzt kein Fachwissen." Gibt es dazu ein paar Literaturtipps?

  • William

    20.02.10 (00:12:16)

    Deutschland ist in der Informationstechnik und im Bereich Software bereits ein Entwicklungsland, genauso wie Frankreich und eine Reihe anderer europäischer Staaten. Leider hat mir vor fast 30 Jahren, als ich bei Nixdorf Computer meine Ausbildung als Datenverarbeitungskaufmann abgeschlossen habe, niemand zugehört, als ich fragte, warum denn deutsche Hersteller keine Farbbildshirme hätten. Ich errinere mich noch heute an die aufgeregte Debatte: “Wozu braucht man DIE denn?“ hat man mir damals gesagt. Natürlich ist Siemens heute in der Datenverarbeitung bedeutungslos und an den Namen Nixdorf errinert man sich kaum. Genauso wie jene Antwort vor 30 Jahren muten mir einige der Kommentare zu diesem Artikel an. Was mich nach 25jährigem Aufenthalt in Kalifornien immer wider erschreckt, ist wie wenig sich in der Zeit grundlegend in D. verändert hat. Ich finde es traurig, daß trotz des allgemein hohen Bildungsstandes und trotz aller anderen Erfolge die Gesellshaft nicht aus Ihren vergangenen Fehlern gelernt hat. Die Ursachen dafür sind komplex, aber vor allem fehlt der Wille, das Problem politisch anzugehen, wenn man überhaupt eingestehen will, daß es ein Problem gibt. Da polemisiert man lieber über HartzIV und die immer weiter anwachsenden Sozialausgaben. Oder man versucht das Internet in die alten Strukturen hineinzuquetschen. Die einzige Hoffnung für den einzelnen Deutschen besteht wohl darin, daß das Internet heute viele neue Möglichkeiten für Entwickler schafft, egal wo sie sich aufhalten. Durch Zugang zu Open Source Software und Cloud Services können heute zwei oder drei Personen ein Produkt zusammenbasteln und anbieten, das früher eine Kleinfirma mit 10 Mitarbeitern benötigt hätte. Das kann allerdings eine Gruppe in Indien oder China, Singapor oder Rio genauso. Also die Frage bleibt dann, wer in der Zukunft den Willen hat, die neuen Technologien sich zu eigen zu machen.

  • Andres

    20.02.10 (16:35:38)

    Ja, sehr trivial. So völlig an der Debatte vorbei plus dieses Geschwafel von den Büchern "aus dem US Bereich". Das fängt übrigens schon beim Titel an. Wenn schon dann degeneriert Deutschland z u m Entwicklungsland.

  • Oliver Springer

    20.02.10 (17:13:54)

    Das Entscheidende ist meiner Ansicht nach die Mentalität der Bevölkerung. Die Entwicklung des Internets wie der Digitalisierung überhaupt bietet enorme Chancen, aber um sie zu ergreifen, muss man bereit sein, Neues zu wagen. Die letzte Bundestagswahl ist ein sehr schönes Beispiel dafür, dass die überwiegende Stimmung eine ganze andere ist. Gewonnen hat die Wahl eine Kanzlerin, die durch Heraushalten und Schweigen aufgefallen ist, statt durch Visionen und Themensetzung. Das war - auch wenn es oft kritisiert wird - genau die richtige Strategie, um die Wahl zu gewinnen. Bloß keine Position beziehen, für die man kritisiert werden könnte. Mutig Position zu beziehen, wird vom Wähler nicht belohnt.

  • Jan

    20.02.10 (17:21:09)

    Selten so gelacht. Ich bin 19 und blogge gerne und gerne selbstgerecht und trivial. Aber dieser Nostradamus-Artikel ist einfach vollkommen überzogen und durchdrungen von wilden Spekulationen. Dann noch diese vollkommene Ernsthaftigkeit. Wow.

  • don

    20.02.10 (19:48:11)

    Wer s o etwas twittert: http://twitter.com/marcelweiss/status/9323647994 sollte für alle Zeiten seinen Mund halten. Und von niemandem mehr ernstgenommen werden. Widerlich.

  • Leander Wattig

    20.02.10 (21:27:58)

    Das Argument Chemnitz vs. "hier in Westdeutschland" ist ja echt der Knaller. Nun ja, ich weiß ja nicht, wie innovativ/konservativ Du sonst denkst und argumentierst. Aber ich vermute, dass Dein Kommentar in diesem Horizont seinen Ursprung hat.

  • JJCK

    20.02.10 (22:11:06)

    Haha, der Mann hat Humor!

  • JJCK

    20.02.10 (22:19:15)

    Ich finde den dritten Teil grundlegend nachvollziehbar und korrekt. Einzig der deutschen Überwindungskraft der eigenen Technophobie traue ich mehr zu, als dazu eine Dekade zu benötigen. Siehe das Aufkommen von Mobiltelefonen Mitte der 90er: Zuerst wurden die Nutzer massiv verlacht und dann ging es ganz schnell. Wiederholt sich hier so anscheinend des Öfteren. Grüsse aus Düsseldorf an alle!

  • Thomas Ropel

    21.02.10 (04:18:46)

    Grundsätzlich hat dieser Artikel (mal wieder) zahlreiche richtige Aspekte angesprochen. Das Deutschland gerade auf dem besten Weg ist in 10 Jahren in der Tat seine wirtschaftliche Macht zu einem Großteil eingebüßt zu haben - dazu muss man kein Nobelpreisträger sein. Das hierbei die Rolle zu Innovationen, und insbesondere dem Internet, eine entscheidende Rolle spielt, ist absolut folgerichtig. Jeder, der mal eine längere Zeit in den USA, China oder Indien verbracht hat und die Geschichtsbücher mal aufschlägt kann 1 und 1 zusammen zählen. Der bekannte Teufel wird in Deutschland stets dem Unbekannten vorgezogen, sollte der selbst für ihn besser sein. Die Angst vor dem Unbekannten dominiert in Deutschland den Neugier-Trieb in der Massenpsychologie. Wenn Ford die Deutschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie geschrien "schnellere Pferde"! Die Start-Up Szene, die Patentanmeldungen, der Entrepeneurgeist, die VC-Branche sowie die Investitionen und die Unterstützung aus Politik und Wirtschaft sind global für ein solches Bildungsland nahezu beschämend. Eine erfolgreiche Wirtschaft braucht Bremser und Pusher. Deutschland hat von Ersteren erheblich zu viele. Das alles ist bekannt. Doch viel erstaunlicher ist es doch, dass die Medien und die Schaar von selbsternannten Datenschutzexperten es zwar feststellen aber sich nie wirklich fragen warum das wöchentliche Google-Bashing und die x-te Debatte über des Teufelsbeitrag in FB / Twitter / VZ / Spielindustrie im Nirvana verpuffen und keinerlei Auswirkung auf jegliche relevanten Kennzahlen haben. Mischt man etwas BWL/VWL mit Soziologie und Psychologie wird man schnell herausfinden - und hier stimme ich dem Artikel nicht zu - dass die ganzen Bemühungen der aktuellen Anti-Web Heroen zu genauer einer Sache führen werden - zu Nichts. Das Einzige zu was das führt ist zu einer traurigen Verschwendung von Energie und Ressourcen, die man als Chance und nicht Gefahr hätte deuten soll. Deutschland, Frankreich, Iran oder China die Macht zu zusprechen wesentlich auf das Internet einzuwirken - realitätsfern. Die verpassten Chancen als entscheidenden Nachteil im internationalen Wettbewerb zu klassifizieren der gravierende Auswirkungen haben wird - korrekt.

  • lukeman

    21.02.10 (14:37:52)

    Prognose über 50 Jahre? Ist das ein Scherz? Denk doch mal an die Zeitspanne von 1900 bis 1950. Mann mann. Wir können sowas von froh sein, wenn wir uns auch nur in 5 Jahren ernsthaft darüber unterhalten, ob irgendwelche selbstverliebten Techblogs die etablierten Medien nun ablösen oder nicht. Übrigens hat der erwähnte Beitrag über Kant nichts mit Namedropping zu tun (im Gegensatz zu gewissen Einlassungen im neuesten faz-blog). Aber zu Kant gibt es eben keinen Eintrag bei Techcrunch, das macht die Beschäftigung mit seinen Gedanken zugegebenermaßen zur Zumutung.

  • ScienceGuy

    21.02.10 (15:39:32)

    Mal abgesehen von den hier vertretenen Thesen, die eigentlich spannend zu diskutieren wären: Der Artikel ist leider das beleidigte Pamphlet eines Fanboys (und, wer hätte es gedacht, eines Betriebswirts). Er ist frei von Belegen und Referenzen, abgesehen von den Links zu anderen Post des Autors. Wissenschaftliche Methode ist halt sooo Web 1.0. Lieber siebenmal wiederholen, dass das Netz wirklich und ganz bestimmt ALLES (also nicht nur die Medienindustrie) verändern wird. Steht auch so in tollen US-Büchern. Ganz bestimmt! Weiterhin fällt auf, dass der Autor offenbar nicht in der Lage ist, zwischen "eine Debatte führen" und "meiner Meinung sein" zu unterscheiden. Ein (interessante) Grundthese scheint ja zu sein, dass in Deutschland eine wichtige Debatte nicht geführt wird. In Teil 2 wird das damit belegt, dass geäußerten Meinungen "reaktionär" sind (hier zeigt sich der totalitäre Anspruch des Fanboys besonders schön) und dem Autor nicht passen. Eine Debatte wird also nur in wünschenswerter Weise geführt wenn alle mit ihm Hurra! schreien. Witzige Argumentation. Was ein Entwicklungsland ist hätte man vielleicht vor dem Schreiben mal nachschlagen können. Der Zeithorizont, den er für seinen Blick und die Glaskugel allen Ernstes beansprucht, macht den Text endgültig zur Satire. Der Artikel ist eigentlich ein guter Beleg für seine eigene These zum Niveau der deutschen Netzdiskussion.

  • Melanie

    21.02.10 (19:20:05)

    ---@strabo: ...vor allem wenn man dann auch noch dieses Foto von Weiss auf twitter sieht, mit Westchen....ausgehfertig

  • basic

    21.02.10 (20:42:42)

    Der Artikel mag vielleicht in vielen Recht haben , nur nicht in Allen. Hier wird wieder einmal eher eine zur Zeit aktuelle Technologie Überbewertet was leider schon öfters Passierte weil die Leute nicht über den Rand blicken. Erinnere an das Zeitalter der Atomkraft oder die 4spurige Autobahn in jeder Stadt, leider neigt der Mensch auch immer leicht zu diesen Übertreibungen. Das Internet kann zwar vieles im Bereich Medien oder Kommunikation ersetzen oder neu Definieren ... nur muss der Mensch auch Essen ;-) Sich Abhängig von Technologien wie das Internet zu machen kann auch gerade Gefährlich sein ... wie wir zb. gerade an unserer Abhängigkeit von anderen Technologien sehen die auch einmal als Zukunftsweisend galten. Fossile Brennstoffe , Atomkraft , Raubbau an der Natur..... wissen wir ob nicht vielleicht auch nachfolgende Generationen mit den Fehler des Internet und seinen Folgen es schwer haben Leben zu müssen?

  • Oliver Springer

    21.02.10 (21:59:35)

    Leute, was ist das denn für eine Verbissenheit bei den Diskussionen in letzter Zeit? Manch einer tut ja so, als würde Marcel behaupten, im Besitz der Wahrheit zu sein oder die Zukunft wirklich zu kennen. Der Begriff "Entwicklungsland" ist meiner Meinung zwar wirklich keine gute Wahl gewesen, aber eine gewisse Zuspitzung wird beim Bloggen doch noch erlaubt sein. Prognosen dazu, wie unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen wird, treffen nie zu. Dafür gibt es einfach zu viele Faktoren, die man nicht kennt und zu viele Wechselwirkungen, die man nicht einschätzen kann. Das kann aber nicht heißen, sich keine Gedanken zu machen! Wer etwa dieses Jahr seinen Schulabschluss macht, muss ja auch überlegen, was er mit seinen Fähigkeiten in Zukunft (!) anfangen kann. Oder: Wer ein Internetunternehmen gründet, wird wohl kaum darauf verzichten, ein paar Jahre in die Zukunft zu planen und nicht nur von Tag zu Tag entscheiden.

  • JKomesker

    22.02.10 (05:03:46)

    Zu glauben, daß das Internet in der jetzigen Form (kabel- oder funkgebundene Informationsübertragung) in 50 Jahren überhaupt noch vorhanden ist, erscheint mir mutig. Quantencomputer stehen vor der Tür, die unvorstellbar viel schneller sein werden, als alles, was wir heute kennen. Diese Quantencomputer brechen die aristotelische Logik, indem sie zeitlos und unabhängig von allen Medien oder Funkwellen miteinander kommunizieren und dadurch "globale" Einheiten bilden. Die daraus resultierenden Computernetze (der Begriff Netz wird wegfallen, ein Computer in Europa und ein weiterer zB in den USA werden zu "einer Einheit" verschmelzen - Entfernungen sind unerheblich dabei) werden zB. den "evolutionären Algorithmus" anwendend einen Intelligenzgrad erreichen, den man "heute" nur schwer - nein - gar nicht erahnen kann. SO SIEHT MEINE ZUKUNFTSPROGNOSE AUS und ich habe sogar einige einleitende Links dazu ;-) http://de.wikipedia.org/wiki/Evolution%C3%A4rer_Algorithmus http://kworkquark.desy.de/kennenlernen/artikel.quantenphysik-4/8/2/index.html http://futurezone.orf.at/stories/1503074/

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (09:44:43)

    Wenn Du schon unter verschiedenen Namen kommentierst und dann Dir selbst antworten musst, um eine vermeintliche Mehrzahl an Kommentatoren mit Deiner Meinung zu simulieren, solltest Du wenigstens warten, bis der Kommentar von Dir, auf den Du antwortest, freigeschaltet ist. Ich lass das jetzt mal so stehen. Denn der nicht freigeschaltete Kommentar enthielt wie die anderen eben von mir entfernten Kommentare nur den Link zu einem Tweet von mir, der bereits oben von "Don" gepostet wurde. Ich habe auch die übrigen Kommentare von Dir mit dem Link entfernt. Vielleicht können wir ja weiter über den Inhalt des Artikels diskutieren, ohne allzu persönlich zu werden.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (09:48:32)

    Wie William schon anführt, ist es nicht ganz richtig, dass nur Google richtig Geld mit dem Internet verdient. Genau genommen ist das sogar vollkommen falsch.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (09:50:55)

    Ich hatte bewusst eine konservative Prognose bezüglich der Zeitspannen gewählt. Letztlich bleibt es eine wage Schätzung.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (09:52:47)

    Es existiert mMn ein Unterschied zwischen einem System mit aktuell nicht genutztem Potential und einem System, in dem dieses Potential grundsätzlich fehlt.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:00:33)

    Ich verweise auf die Kommentare von William und Wolfgang Lehner. Natürlich gibt es in weiten Teilen einen größer werdenden Gap durch die Technik. Das heißt aber nicht, dass es sich nicht durch einzelne Entwicklungen wieder verändern kann und etwa Afrika einen erheblichen Sprung nach vorn ermöglichen kann. Im übrigen habe ich das Internet nicht nur als etwas positives dargestellt. Die Aussicht und ihre potentiell negativen Auswirkungen, dass das Internet zum einzigen - oder zumindest mit Abstand wichtigsten - Kanal für Medien _und_ Kommunikation wird, sind real.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:05:06)

    Eben. in einer publizistischen Landschaft, in der es auch durch das Internet ermöglichte, starke Publikationen gibt, die unabhängig von den etablierten, betroffenen Verlagen wären, würde das anders aussehen. Eine solche Landschaft haben wir hier aber nicht.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:07:55)

    "In dem Artikel klingt das so, als ob die kleinen nicht-relevanten Blogs ein Überbleibsel aus den Kindertagen des Internet wären, und dass diese ersetzt werden sollten durch große, einflussreiche, relevante Blogs. " Neinnein. So war das nicht gemeint. :) Ich meinte lediglich, dass noch sehr viel Luft nach oben ist.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:13:15)

    "Und wie unseriös ist es eigentlich, Prognosen zu technologischen Themen zu wagen, die einen Zeithorizont von 50 Jahren haben?" Die Prognose betraf lediglich die grundlegende Art und Weise der Informationsübermittlung. Die Prognose ist also relativ allgemein gehalten (bewusst übrigens). So wie man etwa sagen kann, dass es in 50 Jahren noch Straßen geben wird. Das Argument Westdeutschland vs. Chemnitz ist nebenbei hanebüchen.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:20:07)

    Gern. Literaturtipps aus dem Kopf: Yochai Benkler - The Wealth of Networks Clay Shirky - Here comes everybody Jonathan Zittrain - The future of the internet and how to stop it Lawrence Lessig - Freie Kultur Chris Anderson - The long tail David Weinberger - Das Ende der Schublade Varian und Shapiro - Information Rules etc. etc. Es lohnt sich auch, Google Scholar nach entsprechenden Keywords abzusuchen und wissenschaftliche Artikel und working papers zu lesen. SSRN ist zB eine wahre Fundgrube.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:21:55)

    Interessante Geschichte. Danke für den Kommentar!

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:24:47)

    Ja, die aktuelle deutsche Politik ist schon erstaunlich. Ich weiß nicht, ob man beides so verbinden kann, aber es leuchtet auf den ersten Blick ein.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:29:10)

    "Mischt man etwas BWL/VWL mit Soziologie und Psychologie wird man schnell herausfinden – und hier stimme ich dem Artikel nicht zu – dass die ganzen Bemühungen der aktuellen Anti-Web Heroen zu genauer einer Sache führen werden – zu Nichts." Ja, grundsätzlich stimme ich dem zu. Das sieht man ja an den steigenden Nutzungszahlen. Nur ist ein funktionierender Lobbyismus ein nicht zu unterschätzender Hebel, politische Dinge in Gang zu setzen, die so von der Mehrheit der Bevölkerung vielleicht gar nicht gewünscht sind.

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:31:47)

    "Prognose über 50 Jahre? Ist das ein Scherz? Denk doch mal an die Zeitspanne von 1900 bis 1950. Mann mann." Ich wiederhole aus einem vorhergehenden Kommentar von mir: "Die Prognose betraf lediglich die grundlegende Art und Weise der Informationsübermittlung. Die Prognose ist also relativ allgemein gehalten (bewusst übrigens). So wie man etwa sagen kann, dass es in 50 Jahren noch Straßen geben wird."

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (10:33:39)

    Von was bin ich denn Fan(boy)?

  • Olli Banjo

    22.02.10 (12:26:19)

    Erst Sexismus, dann Zensur? Was sind das für Blogger...

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (12:45:28)

    Es hat nichts mit Zensur zu tun, wenn ein Publisher auf seinem Angebot das Hausrecht anwendet. Zensur ist staatlich. Die Kommentare mit gleichem Inhalt von der gleichen Person unter verschiedenen Namen gepostet sind außerdem nicht diskussionsfördernd. Der erste Kommentar mit dem Link steht übrigens immer noch da. Wie wär's, wenn wir zum Inhalt des Artikels zurückkehren?

  • Marcel Weiss

    22.02.10 (14:47:30)

    Vielleicht einmal im Klartext: Ich werde nicht mit Personen diskutieren, die hier unter verschiedenen Pseudonymen mehrere Kommentare absetzen und so eine Debatte vortäuschen wollen. Wenn wir hier nicht mehr auf die inhaltliche Ebene zurückfinden, werden die Kommentare notfalls geschlossen. Ich würde darauf aber gern verzichten. Danke.

  • Thomas N.

    22.02.10 (14:52:19)

    Hallo! "Zensur ist staatlich" - großartiges Argument, das. (Achtung: Ironie!) Wenn der Staat Meinungsäußerung unterdrückt, ist das böse und Zensur - wenn ein Blogger Meinungs- und Diskussionsbeiträge unterdrückt, ist das sein gutes Recht. Darf ich das doppelzüngig nennen?

  • Thomas N.

    22.02.10 (15:05:21)

    Hallo! Aus dem Text: "Es ist das erste Medium, das das Wort Medium verdient hat, weil es zum ersten Mal Inhalte unabhängig von physischen Beschränkungen verteilt." Derzeit kann ich das nicht unterschreiben: Ich kann nicht nachvollziehen, inwieweit das Internet von physischen Beschränkungen unabhängig ist. Als Beispiel: Wer aufs flache Land nach Schlesweig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern (oder ein anderes Bundesland Eurer Wahl) zieht, wird -mit etwas Pech- merken, dass die Teilhabe am Internet sehr wohl von physischen Voruassetzungen abhängt - als Stichworte seien hier DSL-Verfügbarkeit oder VDSL-Zugang genannt. Die Situation hinsichtlich des Netzzugangs mag sich in nächster Zeit verbessern - das ändert aber nichts daran, dass "das Internet" von physischen Trägern (Glasfaser, Kabel, UMTS-Sender; Technik auf der Empfängerseite) abhängt. Das obige Zitat halte ich deswegen für falsch.

  • Thomas Ropel

    22.02.10 (18:14:09)

    Sie können es Verzögern... Verhindern gelang noch nie und wird es auch nicht. Alles was gegen die Natur und evolutionsgetreu gegen den Fortschritt ist hat auf Dauer keinen Bestand. Um es mal auf den Punkt zubringen. :)

  • jbanach

    22.02.10 (21:49:15)

    Kann es nicht sein, dass unsere 50 und 60jährigen Führungskräfte in Politik, Wirtschaft und Kultur, v.a. in der Politik, die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben? Die Diskussion in der Netzgemeinde wird nicht reichen, um eine gesamtgesellschaftliche Veränderung herbeizuführen. Der Veränderungswille mit begründeten Visionen für ein Deutschland in der Zukunft muss daher von oben kommen und Grundlage für Handeln in Politik und Wirtschaft werden. Da werden wir leider noch etwas warten müssen.

  • musikdieb

    24.02.10 (13:10:34)

    Was soll denn der Blödsinn jetzt schon wieder? “System mit aktuell nicht genutztem Potential”, “System mit grundsätzlich fehlendem Potential”. Den Unterschied bitte mal näher erläutern. Dann merkst du hoffentlich, auf was für ein Glatteis du dich da begibst.

  • Marcel Weiss

    24.02.10 (13:30:57)

    @musikdieb: “System mit aktuell nicht genutztem Potential” = die (zb gesetzlichen) Rahmenbedingungen lassen Dinge zu, die nicht ausprobiert werden. “System mit grundsätzlich fehlendem Potential” = die (zb gesetzlichen) Rahmenbedingungen lassen nicht das gleiche Ausmaß an Möglichkeiten wie im ersten Fall zu.

  • jasmin

    07.04.10 (19:30:33)

    gibt es argumente gegen die these , dass neue techniken menschlicher arbeit komplett ersetzt?

  • Leo

    20.10.10 (00:40:42)

    USA - alles super, Deutschland - alles schlecht? Eine sehr düstere Aussicht Marcel. Vorweg einmal, Hut ab, für diese durchdringende Analyse und Authentizität deines Schaffens. Dann möchte ich sagen, dass nur weil Deutschland (oder Österreich) nicht alles im copycat-style von den USA übernimmt, darf man noch niemandem Sturheit vorwerfen. Das Anderssein zum Schlechtsein umzuformulieren halte ich auch für sehr klischeehaft und gefährlich. Ich sehe, dass viel negative Energie und Frust in diesem Artikel steckt. Wieso siehst du so wenig Potenzial, wenn sovieles noch unterentwickelt ist? Bedeutet das nicht viele Möglichkeiten? Ich habe am Ende des Artikels auf konkrete Ansätze von dir gehofft, anstatt auf Weltuntergangstimmung, wenns dann "bald zu spät ist". ;) Gibts denn welche von deiner Seite? Würde mich sehr interessieren.

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