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30.04.09

Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland (Teil 2 von 3)

Deutschland ist auf das Ankommen des Internets im Mainstream nicht vorbereitet. Das schließt neben Politik und Medien auch die Blogger und die Webszene mit ein. Ein Blick auf das Versagen der einzelnen gesellschaftlichen Gruppen.

Der Satz "Das Internet verändert alles" ist leicht daher gesagt. Erst jetzt, wo das Netz langsam auch mit den ersten interneteigenen Diensten ohne analoge Äquivalente, vulgo Social Media, den Mainstream erreicht, dürfte vielen Beobachtern dämmern, wie wahr und tiefgreifend dieser Satz ist.

Jedes westliche Land muss mit diesen Veränderungen klarkommen und lernen, damit umzugehen - und vor allem lernen, nicht panisch verheerende Maßnahmen zu ergreifen, die die Nutzung der größten Erfindung seit der Industrialisierung nachhaltig negativ beeinträchtigen würden.

Aber in keinem Land scheint der Widerstand gegen Veränderung so tief zu sitzen und so vehement von allen gesellschaftlichen Bevölkerungsschichten geführt zu werden wie in Deutschland.

 

Die anderen Länder

In den USA hat sich über die letzten Jahre eine immer reichweitenstärker werdende Blogosphäre etabliert, die sich entgegen den klassischen Medien weitaus sachlicher und fundierter mit den Veränderungen befasst und in öffentlichen Diskussionen an konkreten Lösungen für auftretende (Übergangs-)Probleme arbeitet. So gibt es in den USA etwa bereits Dienste wie outside.in oder everyblock, die mit der Aggregation lokaler News (aus Blogs und anderen Nachrichtenquellen) das Problem des Verschwindens regionaler Zeitungen werden abfangen können.

In Großbritannien existiert zum Beispiel die öffentlich-rechtliche BBC, welche offensiv das Netz nutzt und immer wieder mit Experimenten überrascht. Es ist ziemlich offensichtlich, dass man bei der BBC ernsthaft versucht, herauszufinden, wie man das Internet am besten einsetzen kann.

In Frankreich hat sich eine Blogosphäre mit Blogs von Vertretern aus allen Bevölkerungsschichten etabliert.

Es gibt nichts dergleichen in Deutschland.  

 

Die Politik

Während die eine große deutsche Volkspartei sich gerade mit dem Thema Internetsperren als vollends unwählbar erweist, schafft es die andere Volkspartei, ihren Wahlkampfauftakt zu bestreiten, ohne einmal das Wort Internet fallen zu lassen. Im Jahr 2009.

Selbst der Nachwuchs der konservativen Seite des Politspektrums scheint das Internet vor allem als willkommenes Mittel für Aktionismus und Wahlkampf wahrzunehmen.

Nun sprachen sich etwa FDP und Die Grüne als Oppositionsparteien gegen die Netzzensur aus, aber: Man sollte das nicht überbewerten. Es ist übliches Oppositionsverhalten. Würden FDP oder Grüne, einmal beteiligt an der Regierung, an ihrem Standpunkt zu einem Internetthema so vehement festhalten, dass sie notfalls die Koalition damit gefährden würden? Nein, für so wichtig hält keine Partei Deutschlands das Internet.

Die große Koalition hat vieles wie das Einführen der Sperren einfacher gemacht, weil Mehrheiten sich bequemer finden lassen. Aber die heutigen Oppositionsparteien müssen erst noch beweisen, dass hinter ihren Worten mehr als leere Wahlkampfversprechen stehen. Ich sehe da zumindest nicht mehr. Sonst wäre der Aufschrei aus den Reihen der nicht an der Regierung beteiligten Parteien die letzten Tage weitaus lauter gewesen.

In den letzten Tagen wurde hier und auf anderen Blogs zur Genüge über die deutsche Politik und ihren Umgang mit dem Internet geschrieben, deswegen will ich es jetzt dabei belassen. Man könnte aus dieser traurigen Geschichte eine weitere mehrteilige Artikelserie machen, oder gleich ein eigenes Blog.

 

Die Medien

Die deutschen Massenmedien haben in Bezug auf die Berichterstattung zum Internet und dem dadurch eingeleiteten Wandel vollends versagt. Eine Volkspartei kann in Deutschland einen Bundeswahlkampf eröffnen, ohne dass dabei ihre Vertreter - und ihr Spitzenkandidat - einmal das Internet auch nur erwähnen. Und das gibt keinen Aufschrei in den Medien? Warum wird das nicht entsprechend kommentiert?

Wie viele Jahre müssen vergehen, bevor völlige Ignoranz und Inkompetenz bezüglich der wichtigsten Technologie, der größten gesellschaftlichen Umwälzung des 21. Jahrhunderts, ein berichtenswertes Thema wird? Warum landet das Internet immer nur in der Tagesschau und auf den Titelseiten der Tageszeitungen, wenn Google einen Browser launcht oder man über vermeintliche Online-'Piraterie' zu berichten weiß?

Warum liest man in den Medien, die sich auf ihre Fahnen geschrieben haben, die Gesellschaft hintergründig zu begleiten, fast ausschließlich von den (oft masslos überdramatisierten) Gefahren des Internets?

Die Zeit etwa hat die letzten Tage und Wochen zum Thema Kinderporno-Sperren einige wichtige und gute Artikel verfasst. Nur um dann letzte Woche wieder Susanne Gaschke auf der Titelseite einen Artikel über das Netz veröffentlichen zu lassen, bei dessen Lektüre es jedem halbwegs Kundigen die Fussnägel hochrollt.

Gaschke schreibt über Piraten (Was Unsinn ist) und Diebstahl geistigen Eigentums (Was Unsinn ist) und vermengt mit ihrem Halb- und Viertelwissen nichts miteinander gemeinsam habende Themen.

Es ist eine einzige Wiederholung der Propaganda der Unterhaltungsindustrie. In den deutschen Massenmedien wird ein einseitiger Scheindiskurs geführt, der völlig an den Realitäten vorbeigeht.

Dass es ein so schlechter Artikel auf die Titelseite der "Zeit" schafft, sagt einiges über den Zustand der deutschen Medien aus. Ebenso übrigens wie die Tatsache, dass auf die falschen Aussagen nur in Blogs hingewiesen wird. Wer solche hanebüchenen Texte über TV oder Hörfunk veröffentlichen würde, würde auf den Medienseiten der anderen zerrissen.

Beim Thema Internet scheint es zum guten Ton zu gehören, schlecht recherchierte Artikel zu veröffentlichen. Propaganda-Nachplapperei, Heuchelei, was die Urheberrechtsdebatte angeht und einseitige Berichterstattung zum "Heidelberger Appell" .

Auch die Süddeutsche hat beim Thema Internet die letzten Jahre vor allem eins vorangetrieben: Die Demontage der eigenen Marke.

Die Medienberichterstattung im Vorfeld der Vorratsdatenspeicherung war eine Schande für die deutsche Medienlandschaft. Erst als alles zu spät war, konnten sich die deutschen Medien zu ein bisschen Widerstand aufraffen. Und das bei einem Thema, dass sie selbst auch betraf (in Bezug auf den Informantenschutz).

Machen wir uns hier nichts vor: Was das Thema Internet angeht, schwanken die deutschen Medien zwischen kollektiver Bankrotterklärung ihres Aufklärungsauftrags und opportunistischem Agendasetting.

Es gibt nur noch eine journalistische Instanz in Deutschland, welche sich durchgängig mit dem Thema angemessenem Ernst und Tiefe den Internet-Themen widmet. Und das sind die heise-Produkte c't und der heise-Newsticker. Beides Fachpublikationen.

Kein Wunder also, dass der öffentliche Diskurs in Deutschland zum Internet mehr oder weniger desaströs ausfällt.  

 

Die Blogger & die Webszene

Eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse in Bezug auf deutsche Blogs hatte ich irgendwann 2006 oder 2007. Menschen, die im Netz regelmäßig Texte publizieren, sind auch heute noch das, was man Avantgarde nennen könnte, damals galt das erst recht.

Technophobie auch hier : Das Bemerkenswerte war und ist teilweise immer noch, dass selbst diese Bevölkerungsgruppe, die innerhalb der Gesellschaft dem Netz am aufgeschlossensten begegnen müsste, ebenfalls allem Neuen skeptisch gegenüber stehen. Es gab eine Zeit, in der in deutschen Blogs nicht über Web-2.0-Startups geschrieben wurde, ohne sich davon immer gleichzeitig ironisch zu distanzieren. Nur keine Begeisterung zeigen. Immer davon ausgehen, dass alles im Internet Scharlatanerie ist und wieder untergehen muss.

Auch heute gibt es kaum reine Techblogs in Deutschland. Ein Thema, das eigentlich prädestiniert wäre für die Berichterstattung in Blogs, ist in Deutschland bei weitem unterrepräsentiert. Es gibt einige lesenswerte Blogs zum Thema, aber für die Größe von Deutschland, und eigentlich des gesamten deutschsprachigen Raums, ist das bei weitem zu wenig und zeigt meiner Meinung nach deutlich: Es gibt hier nicht einmal unter Bloggern ein ausreichendes Interesse, sich tiefergehend mit der Technologie und ihren Veränderungen auseinanderzusetzen.

Macht man es doch, ist es nicht selten haarsträubend. Nicht nur die traditionellen Medien, auch die deutschen Blogger exerzieren die Debatten, die exakt so in den USA Monate oder gar Jahre(!) vorher geführt wurden, noch einmal durch. Mit komplett den gleichen Argumenten auf beiden Seiten. Auch hier hat es sich leicht gebessert, aber noch immer hat man nicht selten das Gefühl, dass die gesamte deutsche Blogosphäre der englischen Sprache nicht mächtig ist. 

Warum nehmen die deutschen Blogger so oft Positionen mit veralteten Argumenten an, die der neuen Situation nicht angemessen sind? Die Debatten müssen geführt werden. In Deutschland werden aber oft die gleichen (meist an der Realität vorbeigehenden) Argumente und Positionen von den klassischen Medien und den Blogs vertreten.

Wir treten auf der Stelle, sind noch nicht einmal über Los gegangen und haben noch keine 4000 Euro eingezogen.

Hierzu zwei Beispiele:

 Selbst in Blogs wird oft Paid Content für Verlage als Lösung genannt, ohne den Kontext zu betrachten. Als hätten Shirky und andere (und nicht zuletzt selbst die Geschichte der Verlage im Netz!) das nicht längst als unpraktikabel für die Mehrzahl an Nachrichtenmedien offenbart.

Nehmen wir als weiteres Beispiel etwa Carta.info, das mit dem vollmundigen Anspruch gestartet ist, die Diskurse im deutschsprachigen Web zu heben und zu so einer Art deutscher HuffingtonPost werden will. Carta.info fällt in meinem Feedreader für meinen Geschmack zu oft durch reaktionäre Texte wie diesen auf (oder ins Surreale gehende Forderungen wie der, dass Google für seinen Index zur Verantwortung gezogen werden solle ). Mehr Regulierung ist die Lösung für alle auftretenden Probleme durch den vom Netz ausgelösten Wandel? Nein, die Antwort auf die Veränderungen durch Netz kann nicht mehr Regulierung im Netz sein.

Aber das fordert man. Nicht (nur) bei den Regulierungsbehörden. Nicht (nur) in den Parteizentralen. Nicht (nur) in den Redaktionsräumen, in denen die Angst vor der neuen Konkurrenz jedem in's Gesicht geschrieben scheint. Nein, es steht in einem deutschen Blog. Das den Diskurs online heben will.

Woran liegt's? Vielleicht daran, dass es schwierig ist, in Deutschland gute Schreiber zu finden, die in der Lösung aller digitalen Veränderung nicht Regulierung und Kontrolle sehen. (Man verstehe mich nicht falsch: Man findet auch auf Carta gute Texte. Wie bei den klassischen Medien sind sie aber rar gesät.)  

 

Geringe Reichweite, geringe gesellschaftliche Relevanz: Aber weitaus schlimmer als die selbst in der deutschen Blogwelt oft fehlenden Diskussionen wiegt die Tatsache, dass die deutschen Blogs gesellschaftlich nach wie vor kaum eine Rolle spielen. Zum Teil lässt sich das auf die die letzten Jahre absurd hartnäckig geführte Hetzkampagne der deutschen traditionellen Medien gegen Blogs erklären.

Hinzu kommt eine Unfähigkeit der deutschen Blogger, lesenswerte Blogs aufzubauen. Über die letzten Jahre hat sich die Mehrzahl der Blogger in Deutschland damit zufrieden gegeben, über die neuen Möglichkeiten zu schwadronieren, statt diese zu nutzen. Metablogging, das Bloggen übers Bloggen, führt aber nicht zu Reichweite. Auch heute noch sind selbst viele Blogs in den Deutschen Blogcharts viel zu autorenzentrisch und zu wenig themenzentrisch, um irgendwann eine nennenswerte Reichweite aufzubauen.

Die Deutschen scheinen nicht in der Lage zu der Art von Bloggen zu sein, welche eine Gegenöffentlichkeit aufbaut.  

 

Zusätzlich gibt es in Deutschland eine Webszene , die, in sich selbst verliebt, damit zufrieden ist, das gerade aktuelle Spielzeug untereinander zu tauschen und zu bestaunen. Aktuell ist das Poken . Gestern war es Plurk, die ganze Zeit nebenbei ist es Twitter .

Man trifft sich regelmäßig auf inzestuösen Barcamps, welche für viele kaum mehr ist als ein Klassenfahrtersatz. Wenn die Teilnehmerlisten zu einem Barcamp innerhalb von 15 Minuten voll sind, dann kann man davon ausgehen, dass über 90 Prozent der Eingetragenen die üblichen gut vernetzten Verdächtigen und ihr Dunstkreis sind.

Das deutsche Barcamphopping hat die Idee der Barcamps ad absurdum geführt und verhindert, dass Menschen, die nicht den ganzen Tag den Twitter-Stream nebenbei laufen lassen, an Barcamps teilnehmen können. Die Möglichkeit gesellschaftlichen Austausches auf Barcamps wird marginalisiert.  

 

Die Bildungselite

Ich kenne nicht einen Professor oder Dozenten einer deutschen Universität, der ein Blog ernsthaft und konsequent für die Beteiligung an öffentlichen Diskursen einsetzt.  

Die Aktivisten

Eigentlich wäre das Folgende unter Politik einzuordnen. Ich möchte hier aber noch gesondert auf die deutschen Netzaktivisten eingehen.

Der Teil der sich im Web bewegenden Menschen, die sie sich in Deutschland politisch engagieren, organisiert sich in Organisationen, die schon im Namen sicherstellen, dass man es sich im gesellschaftlichen Diskurs richtig schwer macht: Chaos Computer Club. Piratenpartei. Wer diese Organisationen nur vom Namen her kennt und nur den in den Mainstreammedien geführten, von Seiten der Entertainmentindustrie dominierten Diskurs kennt, der wird diese Organisationen ablehnen und sich in der Regel nicht näher damit beschäftigen.

Man verstehe mich nicht falsch, der CCC macht seit Jahren sehr gute und wichtige Arbeit. Aber die Vehemenz und Aggressivität, mit man den Diskurs in den Medien führt, wird es den Vertretern schon allein vom Namen der Organisation schwerer machen, ernst genommen zu werden.

Die grundlegende Veränderung durch das Internet hat gerade erst begonnen. Je heftiger es wird, desto aggressiver werden Wirtschaft, Lobbyisten und im Gestern feststeckende Massenmedien ihren Diskurs-Placebo vorantreiben.

Was gar nicht hilft, ist, in Deutschland eine Partei Piratenpartei zu nennen.

Eine Partei, die sich ganz offiziell nach Kriminellen benennt, wird genau so viel Einfluss auf die deutsche Gesellschaft haben: Null.

Wer sich so nennt, hat schon verloren. Albern? Ja. Aber das ist nun mal die Diskurs-Realität in Deutschland.

Die Journalisten und Redaktionen der deutschen Massenmedien haben sich entschieden. Sie wollen nicht neutral berichten. Sie wiederholen ohne jede Form von Recherche die Propaganda der Unterhaltungsindustrie. Es gibt außerdem keine reichweitenstarken Blogs in Deutschland, die zu Hilfe kommen können und die Strohmann-Argumente entkräften könnten. Beides Umstände, die es ausgesprochen schwer machen, die Regierung daran zu hindern, das deutsche Internet nachhaltig zu beschädigen.

Wäre es nun nicht so, dass wir bereits in Zeiten der Vorratsdatenspeicherung und der Internet-Sperren leben würden, wäre das alles halb so wild. Aber: wir haben keine Zeit mehr für nur schwer gewinnbare Nebenkriegsschauplätze. Wir brauchen eine Partei, die das Internet ernst nimmt. Keine der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien überzeugt mich, dass das bei ihr der Fall ist.  Und die neue Partei, welche sich das vorgenommen hat, wählt einen Namen, der sie für immer am gesellschaftlichen Rand festhalten wird.

 

Die Wirtschaft

Mein Kollege Martin Weigert hat sich mit dem Zustand der deutschen Startup-Landschaft hier ausführlich beschäftigt . Fazit: Die deutschen Startups spielen international keine Rolle. Und weil es selbst den Entscheidern von deutschen Internet-Startups schwer fällt, sich daran zu gewöhnen, dass permanente Veränderung und Weiterentwicklung zur Wirtschaft im Internet dazugehört, werden auch die deutschen Platzhirsche - einst uneinholbar - wie studiVZ von ihren internationalen wesentlich agileren und lösungsorientierten Konkurrenten - Facebook - überholt werden. Es ist nicht eine Frage des ob, sondern des wann.

Was die übrigen Wirtschaftszweige angeht. Nun, Dieter Gorny sieht die Lösung seiner Branche im Filtern von P2P-Angeboten , statt im Wandel des eigenen Geschäftsmodells. Die Buchbranche bereitet sich unterdessen darauf vor, haargenau die Vorstellung der Musikbranche zu wiederholen und hat den ersten Akt - Massenklagen - schon einmal angekündigt , bevor es überhaupt zu Filesharing urheberrechtlich geschützter Ebooks im großen Stil gekommen ist.

Das unterscheidet sich nicht sehr von den Reaktionen der Wirtschaftsvertreter in anderen Ländern. In Deutschland wird es nur aggressiver vorgetragen. Wahrscheinlich weil man weiß, dass man hier aufgrund der gesellschaftlichen Konstellation bessere Karten hat als in anderen westlichen Ländern.  

 

Fazit: Das Boot

Diese Gruppen, sie alle sitzen in einem Boot. Und dieses Boot befindet sich auf einem schneller werdenden Fluss, an dessen Ende man in einem zurückgebliebenen Land auf Entwicklungsniveau ankommt. Die allzudeutsche Lösung, auf Probleme mit immer weiterreichenden Regulierungen zu reagieren (Steuersystem, anyone?), ist nicht die Lösung auf den Wandel durch das Internet.

Das wirklich Dramatische an der deutschen Situation: Es gibt nicht einmal eine öffentliche Debatte zu diesem Themenfeld, auf der alle Argumente zumindest angesprochen werden.

Alle scheinen sich einig: Immer vorwärts, dem reißenden Strom hinab.

Das letzte Aufbäumen der alten Strukturen und der alten Massenmedien in Deutschland könnte die Zukunft mit in den Abgrund reißen. Die Potentiale vernichten, bevor die Bevölkerung sie wahrnimmt.

Das klingt drastisch, aber es ist die sich abzeichnende Entwicklung:

Deutschland degeneriert in ein digitales Entwicklungsland.  

 

Zweiter Teil einer dreiteiligen Artikelserie:

» Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland (Teil 1 von 3)

» Im dritten Teil wird es darum gehen, was aktuell passiert, was höchstwahrscheinlich künftig passieren wird, und wie es verhindert werden kann.

(Foto: Will Palmer;CC-Lizenz)

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