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03.07.13Kommentieren

Deutscher Startup Monitor: So steht es um Tech-Firmen im Jahr 2013

Eine aktuelle Studie gibt Einblicke in die Stimmungslage von Startups in Deutschland und fokussiert sich dabei insbesondere auf den boomenden Standort Berlin.

Deutscher Startup Monitor"Startups are the new rock stars", heißt es gerne. An dem Spruch ist viel Wahres dran - auch in Deutschland. Während die Zahl der Unternehmensgründungen aufgrund der hierzulande niedrigen Arbeitslosenzahlen rückläufig ist, boomt der Bereich wachstums- und innovationsorientierter Startups. Nicht unbedingt quantitiv, aber eindeutig, was die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit sowie die Berücksichtigung durch die Politik betrifft. Besonders dynamisch entwickelt sich die Region Berlin. Laut einer Studie der Investitionsbank Berlin geht es der Digitalwirtschaft der Stadt so gut wie nie zuvor. Mit einem jährlichen Gesamtumsatz von 8,9 Milliarden Euro erreicht sie 5,3 Prozent des Gesamtumsatzes der Berliner Wirtschaft. Nur in München erfolgen genauso viele Internetfirmengründungen pro 10.000 Erwerbstätige wie in der Hauptstadt. Triebkraft sind vor allem Startups.

Doch wie steht es um die Branche aus Sicht der Entrepreneure? Welche Themen bewegen sie, wie bewerten sie die Rahmenbedingungen und wo sehen sie Verbesserungsbedarf? Dieser Frage ist der im vergangenen Jahr gegründete Bundesverband Deutsche Startups e.V. (BVDS) nachgegangen. Zusammen mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und einigen Partnern hat er mit dem Deutschen Startup Monitor eine jährlich stattfindende Online-Befragung von Startups in Deutschland lanciert. Heute wurden die Ergebnisse der diesjährigen Ausgabe vorgestellt. Über 15 ausgewählte Multiplikatorennetzwerke wurden 454 Personen befragt, die in Deutschland Anteile an einem Startup besitzen und/oder eine zentrale Position in der Firma besetzen (der BVDS schätzt die Gesamtzahl der Startups hierzulande auf rund 5000). Als Startup charakterisiert der BVDS Firmen, die jünger als zehn Jahre alt sind, deutliches Wachstum bei Mitarbeitern oder anderen zentralen Kennzahlen (Umsatz, Kunden) vorweisen können und eine hohe Innovationsfähigkeit besitzen. Auch der BVDS sieht die oben angesprochene zentrale Rolle von Berlin für das digitale Ökosystem Deutschlands und konzentriert sich deshalb in der Untersuchung auf die Hauptstadt und ihre Startups. 60 Prozent der Befragten Startups stammen aus Berlin. 75 Prozent der befragten Startups kommen aus der ITK-Branche.

Alle Resultate der Studie gibt es hier in PDF-Form. Im Folgenden tragen wir einige der wichtigsten Punkte zusammen:

  • Das Durchschnittsalter aller befragten Startups liegt bei 2,4 Jahren. Die Zahl der vollzeitäquivalenten Beschäftigten liegt durchschnittlich bei 12,4 inklusive der Gründer. Bei den Berliner Startups gibt es im Durchschnitt 15,3 Mitarbeiter. Berliner Startups planen durchschnittlich auch mehr Neueinstellungen für das Jahr als die in der gesamten Republik.
  • Nur 13 Prozent der Gründer von Startups sind weiblich.
  • 57 Prozent der ITK-Startups sehen durch den deutschen Datenschutz negative Auswirkungen auf ihr Geschäft.
  • 35 Prozent der ITK-Startups beurteilen das deutsche Urheberrecht negativ für ihr Business, 12 Prozent sehen positive Auswirkungen. 53 Prozent sehen sich weder positiv noch negativ tangiert.
  • 53 Prozent der Startups hatten zum Gründungszeitpunkt einen Kapitalbedarf von 50.000 Euro und mehr.
  • Die wichtigste Finanzierungsquelle sind eigene Ersparnisse und die finanzielle Unterstützung durch Familie und Freunde, was von 77 Prozent genannt wurde.
  • 34 Prozent der Startups, die ihren Kapitalbedarf benennen können, beziffern diesen mit mehr als 1 Million Euro.
  • Über 70 Prozent der Unternehmen beurteilen den Bezug von Venture Capital als schwierig. Der Abschluss einer Finanzierungsrunde dauert im Durchschnitt 6,5 Monate.
  • 76 Prozent der Startups werden im Team gegründet.
  • 75 Prozent der Gründerinnen und Gründer haben einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss.
  • Die Hälfte der Berliner Startups, die Venture Capital in der Wachstumsfinanzierung erhalten haben, konnte ausländische Venture-Capital-Geber gewinnen. Gleichzeitig kommt dreimal so häufig Kapital aus Ländern außerhalb der EU in die Hauptstadt als in andere Gründerregionen in Deutschland.
  • Fast jedes zweite Berliner Startup hat eine Gründungsfinanzierung von einem öffentlichen Investor erhalten. Außerhalb der Hauptstadt trifft dies nur auf jedes vierte Startup zutrifft.
  • 20 Prozent der befragten Startups erwirtschaften einen Umsatz von mehr als 500.000 Euro pro Jahr

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