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23.12.08Leser-Kommentare

Der StudiVZ-Effekt, Teil 2: Plattform- statt Portaldenken

In Teil 1 haben wir über den negativen Effekt gesprochen, den studiVZ auf die deutsche Webgründerszene hatte. Heute werfen wir einen Blick auf die Möglichkeiten, die studiVZ offen standen, aber nie genutzt wurden und, voraussichtlich, auch künftig nicht genutzt werden.

Wie hätte also ein positiver studiVZ-Effekt aussehen können?

Zunächst die Hausaufgaben

Nachdem studiVZ die offensichtlichen Dinge, wie das Ändern des Namens um sich so allen Bevölkerungsgruppen auch vom Namen her zu öffnen (statt dafür ein weiteres Netzwerk aufzumachen), und die Entwicklung und Umsetzung einer eigenständigen Oberfläche vollzogen hätte, wäre Folgendes die erfolgversprechendste Strategie gewesen:

 

Ans Eingemachte

StudiVZ hätte, um seine Position gegenüber Facebook und allen anderen ausländischen möglichen Angreifern endgültig abzusichern, ein Bollwerk in Form einer Plattform erschaffen können. Die API hätte

  • von studiVZ entwickelt und damit proprietär und nicht kompatibel mit anderen APIs sein müssen

  • dabei allerdings robust und technisch ausgereift sein müssen

  • allen am deutschen Markt interessierten Entwicklern einen freien Zugang ohne tiefgreifende Zugangskontrolle seitens studiVZ zu den Millionen studiVZ-Nutzern bieten müssen

Damit hätte sozusagen auf einer technischen Ebene im Netz eine Wiedergeburt der Deutschland-AG stattgefunden (diesmal allerdings länderübergreifend im gesamten deutschsprachigen Raum). Und damit meine ich eine Abschottung gegenüber dem Ausland das jedem Beteiligten auf Anbieterseite, also StudiVZ und den Applikationenanbietern, zugute gekommen wäre. StudiVZ hätte sich damit als führende Netzwerk-Plattform im deutschsprachigen Raum zementieren können.

Ein Beispiel: Man denke etwa an Bookya , an dem Holtzbrinck beteiligt ist. Eine Bücherbörse, die über eine studiVZ-Applikation jedem geholfen hätte: eine nützliche Zusatzfunktion für die studiVZ-Nutzer, eine schnell erreichte breite Nutzerbasis für Bookya, die der Nützlichkeit massiv geholfen hätte, und eine weitere nützliche Funktion für den Infrastrukturanbieter studiVZ, das der Attraktivität des Gesamtangebots weiter geholfen hätte.

Stattdessen? Bookya hatte durch das Akquiriertwerden von Holtzbrinck die Möglichkeit, prominent auf studiVZ zu werben. Interessierte studiVZ-Nutzer konnten jetzt auf die Website durchklicken und sich (erneut) anmelden. Smells like 1.0.

Kurzfristig hätten alle gewonnen, denn das deutschsprachige Web hätte einen Durchlauferhitzer für Innovationen und Neuentwicklungen (und Vampirbisse) bekommen. Neue Applikationen hätten sofort auf die Freundesdaten (aka Social Graph) zugreifen können und so schnell eine große Benutzerbasis aufbauen können. Die einzigen Verlierer wären wahrscheinlich mittelfristig die Nutzer gewesen, weil sie sich so einem Monopolisten ausgeliefert hätten. Langfristig hätten aus diesem Grund auch die Applikationenanbieter gelitten.

Auf voller Linie gewonnen hätte studiVZ. StudiVZ hätte dieser Ermüdung auf seiten der Nutzer und App-Anbieter aber durch eine schrittweise Öffnung der API und der eigenen Social-Graph-Daten entgegenwirken können (genau das, was Facebook, MySpace und Google zur Zeit vorantreiben).

Die Verbindung einer starken, attraktiven API mit einer breiten Nutzerbasis und einer Abgrenzung durch die Sprache wäre auf lange Zeit nicht zu durchbrechen gewesen.

StudiVZ hätte, längst an der Spitze in Nutzerzahlen, damit:

  • ein auf das deutschsprachige Web zugeschnittenes Ökosystem entwickelt,
  • der gesamten deutschsprachigen Entwicklergemeinde als Durchlauferhitzer in Form des Infrastrukturanbieters des deutschsprachigen Social Graphs einen Schub ungekannten Ausmaßes gegeben,
  • sich zu dem Zentrum des deutschsprachigen Netzes entwickelt, an dem niemand mehr auf absehbare Zeit vorbeigekommen wäre,

-> und damit seine Führungsposition endgültig zementiert.

Nach Etablierung der App-Plattform hätte man mit einem Facebook-Connect-ähnlichen Programm den Rest des deutschsprachigen Webs ein Single-Sign-On geben können, das als Bonus mit vielen Nutzern, Viraleffekten und der Möglichkeit der Rekontextualisierung der dadurch entstandenden Metaebene dahergekommen wäre.

Wie wichtig eine Öffnung des Social Graphs nach innen und außen für die Zukunft von Social Networks ist, habe ich in diesem Artikel dargelegt .

Warum das hier Beschriebene oder etwas Vergleichbares nicht geschah und auch nicht mehr geschehen wird?

Ich drücke es so direkt wie möglich aus: Weil studiVZ-Inhaber Holtzbrinck keine Ahnung vom Internet hat und die studiVZ-Gründer in ihrer gesamten Schaffensphase genau eine eigene, gute Idee hatten: Die Campus-Captains. Darauf basiert der Erfolg von studiVZ: einer guten Idee, um, wie nötig, lokal verteilt die kritische Masse zu erreichen, und gutem Timing. Das reicht genau einmal.

Wer danach nicht nur unfähig ist, sich weiterzuentwickeln sondern auch noch allgemeinen Gesetzmäßigkeiten komplett entgegengesetzte Ideen an den Tag legt, der darf sich nicht wundern, wenn er von der Geschichte überrollt wird. Oder von einer Klage. Je nachdem.

Facebook hat eine zaghafte Million deutscher Nutzer, das zugegeben kleine lokalisten fängt an, eine eigene Plattform aufzubauen, und Xing zeigt, dass man es mit OpenSocial ernst meint. Die ersten Plattformen fangen also an, sich im deutschsprachigen Raum breit zu machen.

Da man von studiVZ/Holtzbrinck außer halbherzigen Ankündigungen noch nichts in Richtung Plattform gesehen hat, kann man wohl behaupten:

Das Zeitfenster für studiVZ, um sich hier an die unangefochtene Spitze zu setzen, dürfte sich geschlossen haben.

Kommentare

  • Hathead

    23.12.08 (15:56:20)

    Wie immer hervorragender Artikel. Allerdings sehe ich die Studivz geschichte, nicht ganz so dramatisch wie Du. Natürlich müssen mal langsam die API´s her. Trotzdem ist das langsame Wachstum im Sinne von langsamer Innovation vielleicht auch ein guter Weg die User nicht zu überfrachten. Ich stelle mir den Werdegang von Studivz, allerdings nicht ganz so API-Basiert vor wie Du. Und das habe ich kürzlich hier (http://www.buildblog.de/2008/12/21/studivz-und-die-harten-zeiten/) dargelegt. Dort wiederspreche ich auch der kürzlich hier geäußerten These, dass Wer-Kennt-Wen zu den großen gewinnern zählen wird.

  • Eugen

    23.12.08 (16:01:04)

    Ein Satz der Bände spricht: "Weil studiVZ-Inhaber Holtzbrinck keine Ahnung vom Internet hat[..]". Holzbrink wird meiner Meinung nach solange kein Geld im Web verdienen, solange sie nur in "Print" denken und mit aller Gewalt versuchen das Print-Denken im Web anzuwenden.

  • Carsten Pötter

    23.12.08 (18:33:29)

    Vielleicht habe ich einfach nur etwas überlesen oder nicht verstanden, aber das liest sich so, als wolltest Du schlicht ein deutsches Facebook. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich begebe mich jetzt natürlich in das Reich der Spekulationen und Unterstellungen, aber wäre studiVZ diesen Weg gegangen, hätte halb Kleinbloggersdorf - und ich wette auch der ein oder andere Autor bei netzwertig - geschrieben, studiVZ würde nun endgültig Facebook klonen. Und warum sollte irgendein App Entwickler in Deutschland auf so eine geschlossene Plattform ansprechen sollen? Weil es bei Facebook erfolgreich war? Welche zehn bis zwanzig deutschsprachigen Dienste oder Apps gibt es denn, die einem hierzu überhaupt einfallen, passende Apps zu entwickeln? Mir jedenfalls fallen so viele nicht ein und im Endeffekt könnte Martin seine Facebook Apps Kritik dann gleich für studiVZ schreiben. Da wäre sie dann sogar passender. Mögliche ausländische Entwickler würden auch nicht jubelnd Apps entwickeln, da sie neben der Lokalisation auch noch eine proprietäre API ansprechen müssten. Aber vielleicht sehe ich das auch falsch.

  • Felix A.

    23.12.08 (18:36:41)

    Super Beitrag. Volle Zustimmung.

  • Peterlih

    23.12.08 (18:48:35)

    Super Artikel! Du beschreibst da exakt meine Meinung ... :-) Ich habe vor allem das Gefühl, dass Facebook auch hier in Deutschland zu wachsen beginnt. Nach der Löschung meines StudiVZ-Accounts habe ich das Netzwerk nur kurze Zeit vermisst. Inzwischen tummeln sich auch sehr viele meiner Freunde auf Facebook. Was Facebook vor allem sehr gut macht: Der zusätzliche Schritt in den Mobile-Bereich. Die iPhone-App hat meine Facebooknutzung erheblich gepusht. Ebenso wird es mit Xing gehen, wenn die App noch ein paar Features gesehen hat. Wenn StudiVZ auch im Bereich der mobilen Clients nichts tut, dann sind es zu viele Baustellen und die werden die Vormachtstellung kosten ...

  • Daniel Niklaus

    23.12.08 (20:24:52)

    Wie hoch ist eigentlich der Anteil Studenten an der Gesamtbevölkerung? Facebook kommt da aus einer ganz anderen Ecke. StudiVZ hat als Studentennetzwerk nie eine reelle Chance gehabt, langfristig die Nr. 1 zu bleiben. Die Masse an Feuerwehrleuten, Hausfrauen, Bäckern, Kindern, Grosseltern ist um einiges grösser als die paar wenigen Studenten. Darum dampfen breiter gestreute Netzwerke wie Facebook und wer-kennt-wen zwangsläufig den "early Adabtoren" davon. Das ist wie bei uns Schweizern. Neue Trends und Produkte wie zum Beispiel das iPhone mögen aufgrund unserer Kaufkraft in der Schweiz schneller Fuss fassen. Langfristig gibt es in Deutschland aber immer mehr davon. 7,6 Millionen vs. 82 Millionen

  • Martin Weigert

    23.12.08 (21:01:03)

    Marcel ist jetzt für ein paar Tage im Weihnachtsurlaub, das Antworten holt er nach. @ Carsten, ich glaube nicht, dass Marcel ein "deutsches Facebook" will. Im Artikel beschreibt er, was studiVZ hätte machen müssen, um nicht Gefahr zu laufen, bald unter die (Facebook-)Rader zu kommen. Die Reaktionen in der Blogosphäre wären dann sicher wie von dir beschrieben gewesen, kein Zweifel. @ Daniel StudiVZ hat als Studentennetzwerk nie eine reelle Chance gehabt, langfristig die Nr. 1 zu bleiben. Das trifft den Kern der Sache.

  • Carsten Pötter

    23.12.08 (21:42:02)

    Es klingt halt alles verdammt nach Facebook: Apps, Plattform, proprietäre API,... eigentlich genau der Weg, den Facebook auch gegangen ist. Wie auch immer, ich gönne Marcel erst einmal den Weihnachtsurlaub (dem Rest von Euch natürlich auch). Vielleicht präzisiert er seine Vorstellungen im neuen Jahr dann noch einmal.

  • Martin

    23.12.08 (23:52:47)

    Hier auf dem Blog werden stets 2 entscheidene Fehler gemacht. 1. Facebook wird in Deutschland nichts mehr reißen, der einzige Konkurrent von StudiVZ ist wer-kennt-wen. Das hier einige Studenten mitlesen die Freunde im Ausland haben und deshalb gerne Facebook nutzen ändert an dieser Tatsache auch nichts. Und wieso hat wer-kennt-wen den Erfolg? Weil sie eben den Weg von StudiVZ gehen und nicht den von Facebook. 2. "StudiVZ hat als Studentennetzwerk nie eine reelle Chance gehabt, langfristig die Nr. 1 zu bleiben." Richtig, deshalb haben sie MeinVZ und SchuelerVZ nachgeschoben und damit 12 Mal so viele Nutzer wie Facebook in Deutschland.

  • Martin Weigert

    24.12.08 (09:57:34)

    Martin, in deiner Rechnung unterschlägst du völlig die Tatsache, dass nicht JEDER Mitglied in einem technisch unterentwickelten und auf den deutschen Raum begrenzten Network sein möchte (dass meinVZ jetzt auch auf Englisch verfügbar ist, ändert nichts daran, dass die studiVZ-Gruppe niemals außerhalb das DACH-Raums Erfolg haben wird). Du irrst dich, wenn du glaubst, Facebook würde in Deutschland nichts mehr reißen können. WKW und studiVZ decken nur einen Teil des Marktes ab. Alle, die neuen Technologien gegenüber wirklich aufgeschlossen sind und deren Horizont sowie Kontaktnetzwerk über den deutschsprachigen Raum hinaus geht, werden weder mit WKW noch mit studiVZ voll zufrieden sein.

  • OleS

    24.12.08 (16:16:51)

    Naja, ich finde es fraglich, ob das VZ bei den Schülern auch so einen großen Erfolg gefeiert hätte, wenn es nicht eben "schülerVZ" gehießen hätte, sondern das ganze zu einer großen Community vereint worden wäre. Dann hätten die Studenten sich auf den Schlips getreten gefühlt, weil sie nicht mehr ihr eigenes "elitäres" Netz hätten und für die Schüler wäre es mMn aus dem gleichen Grund nicht interessant genug gewesen. Von daher finde ich den Punkt etwas gewagt. Aber ansonsten eine interessante Idee.

  • Martin

    25.12.08 (01:51:59)

    Martin Weigert, richtig, es gibt einige Technik-Freaks die sich über APIs Gedanken machen, sinnlose Applications in ihr Profil stopfen und auch gerne mit Leuten aus dem Ausland Kontakt halten wollen. Diese Leute lesen in der Regel auch Tech-Blogs. Vielleicht kommt Facebook ja in Deutschland noch auf 2-3 Millonen User. Ich benutze auch Faceebok. Nur heben halt wer-kennt-wen und die VZ Gruppe in der Zwischenzeit ab. Ist ja kein Wunder, dass Facebook versucht hat VZ aufzukaufen, sie haben gesehen das es keinen Sinn mehr macht mit ihnen zu konkurrieren, der Zug ist abgefahren. Und wenn du das nicht glauben willst, prüfe einfach die Userzahlen, Unique Visitors,PI usw. Ich verstehe ja, dass dir Facebook symphatischer ist und das du auch viel Ahnung von Technik hast aber ich kann nicht verstehen, wie man sich nun schon seit Jahren versucht die Realität so zurechtzubiegen als wenn solche Sachen wie offene APIs, Applications usw. irgendeine Relevanz in Deutschland hätten. Sie haben es nicht. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein? Zitat: "Der Weltmarktführer Facebook setzt stark auf Technik. Wie wichtig ist das Thema Technik für Sie? JAGER/Wer-Kennt-Wen: Wir wollen unsere Nutzer nicht mit technischen Funktionen überlasten. Mit großen neuen Funktionen gehen wir daher sehr vorsichtig um. Eine Öffnung für externe Entwickler oder der Beitritt zur Brancheninitiative Open Social sind daher kein Thema für uns." Der Mann hat Recht.

  • Martin Weigert

    25.12.08 (12:04:46)

    Tja, dann können wir netzwertig.com eigentlich dicht machen. Wir konzentrieren uns ja unter anderem auf Innovationen im Netz, und gemäß deiner Prognose bleibt das Social Web leider da stehen, wo es heute ist (bzw. bereits schon vor zwei Jahren war). Danke, dass du uns die Augen geöffnet hast ;)

  • Alios

    25.12.08 (12:42:54)

    @Martin Nr.12 Ich gehe da voll mit Dir. Es ist nur eine Hand voll Technikfreaks, die nach sinnlosen Apps & Co. schreien und wer sie nicht hat, ist nicht hip. Ich als Nutzer brauche was Benutzerfreundliches und mit Mehrwert und das wird für mich nicht Facebook sein. Fast alle aus meinem Freundeskreis sind deshalb nicht mehr bei Facebook oder StudiVZ. Sie sind in kleineren Portalen, die die für sie passende Zielgruppe haben. Möglicherweise liegts auch am Alter. Man fühlt sich eben im Kindergarten ab 25 nicht mehr so wohl. Also als nützliche Plattform ist facebook, VZs, myspace und Co. nicht zu betrachten. Vielleicht als Probierplattform für Tectnikbegeisterte. Schöne Feiertage. ;-)

  • Felix A.

    25.12.08 (19:47:32)

    Facebook macht einfach alles richtig. Ein klasse look-and-feel verbunden mit super Features. Die Qualität hinter StudiVZ reicht einfach nicht aus, um gegen Facebook langfristig (Jahre, Jahrzehnte) bestehen zu können.

  • Torsten

    27.12.08 (20:13:24)

    Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von StudiVZ sind die Mängel. Wäre ein effizientes und kundenfreundliches Kommunikationssystem installiert worden, wären die Page Impressions runtergegangen - und auf diesen Rekorden gründete sich der StudiVZ-Ruhm. Hätte man sich mehr auf die User statt die Klickzahlen konzentriert, hätte man den Studenten im StudiVZ mindestens ein paar Planungstools zum Organisieren des Studiums gegeben - MeinVZ wäre als übergreifende Flirtbörse viel früher gegründet worden oder StudiVZ wäre für jeden geöffnet worden.

  • Martin

    28.12.08 (05:16:13)

    @Torsten das ist großer Quatsch. Der "Ruhm" hat sich am Anfang nicht auf PI gegründet sondern auf die extrem schnell wachsenden Nutzerzahlen und bei PI hat wer-kennt-wen StudiVZ überholt aber bei den Unique Visitors liegt StudiVZ vorne u.a. weil sie einen Chat eingeführt haben und da keine PI mehr produziert werden.

  • Martin

    28.12.08 (05:19:43)

    Und um nochmal auf den Vergleich mit Facebook zurückzukommen, StudiVZ hinkte da ja wirklich mal hinterher, wobei mich das nicht gestört hat aber man hatte halt keinen Chat, nicht die Möglichkeiten verschiedene Freundeslisten anzulegen und usw. aber diese Sachen sind ja 2008 alle bei StudiVZ gekommen also noch ein Grund weniger zu Facebook zu wechseln.

  • Torsten

    28.12.08 (05:45:01)

    Martin: ich meine einen anderen Ruhm als Du. Und StudiVZ hat die Klickschinderei nicht aus freien Stücken reduziert - die IVW hat die Richtlinien erhöht.

  • Martin

    28.12.08 (15:45:59)

    Ich bin seit 2006 Mitglied und kann leider keine Klickschinderei erkennen. Seltsam auch, dass wer-kennt-wen die Klickschinderei dann nicht zurückfuhren musste nach neuen Richtlinien,oder? Informiere dich über den neuen Chat usw.

  • Torsten

    28.12.08 (15:55:44)

    Martin: dass Du das nicht erkennen kannst, wundert mich jetzt nicht wirklich. Über die Unarten von Wer-kennt-wen bin ich nicht informiert, die Überarbeitung des eigenen Interfaces hat StudiVZ selbst in einer Pressemitteilung thematisiert.

  • Martin

    29.12.08 (05:06:20)

    Richtig, lese dir einfach die Pressemeldung zum Chat nochmal durch. Dann verstehst du es besser wieso man weniger PI hat wenn man sich nicht mehr Nachrichten schickt sondern miteinander chattet. Dann hat Facebook den Chat sicher auch nur eingeführt weil die IVW die Richtlinien verschärft hat, wa? *schnarch

  • Torsten

    29.12.08 (10:03:25)

    Martin: Lies Deinen Beitrag nochmal und beantworte Dir selbst folgendes: wusste ich schon, dass die Einführung des Chats zu einem PI-Rückgang führte? Wie ist die zeitliche Abfolge folgender Ereignisse: a) Facebook startet seinen Chat b) IVW-Richtlinien werden verschärft c) StudiVZ schreibt Pressemitteilungen, in denen die PI-Zahlen im ersten Satz auftauchen.

  • Martin

    29.12.08 (15:09:20)

    StudiVZ schreibt Pressemeldungen wo sie den Rückgang der PI erklären. Die Idee, dass nun alle neuen Features von StudiVZ nur wegen IVW eingeführt werden und nicht etwa weil die Nutzer schon seit Anbeginn einen Chat einfordern kann natürlich nur von einem StudiVZ Hasser kommen :) Nenne mir doch mal Quellen wo genu steht was und wann IVW geändert hat by the way.

  • Martin

    29.12.08 (15:16:32)

    Habe mir gerade nochmal deinen Blog angeschaut. Du verwechselst vermutlich IVW mit AGOF. Und auch da ist eine Überarbeitung offenbar nur "angekündigt". Ja, schon schade, dass die meisten schlecht recherchiert haben wenn sie in ihren Blogs über StudiVZ schreiben.

  • Martin Weigert

    29.12.08 (15:16:44)

    Da Page Impressions sowieso keine Aussagekraft haben und als Messinstrument für den Erfolg von Websites verstärkt an Bedeutung verlieren, schlage ich vor, dass ihr die Friedenspfeife raucht. Facebook kommunizierte gerade 140 Millionen aktive Nutzer (die sich mindestens einmal in 30 Tagen eingeloggt haben). DAS ist eine relevante und aussagekräftige Angabe zu Nutzerzahlen. Nicht für Werbekunden, aber zur Einschätzung der Reichweite der Plattform. Wird Zeit, dass studiVZ hier konkreter wird.

  • Marcel Weiss

    29.12.08 (18:45:29)

    @Carsten Pötter: Ich will kein "deutsches Facebook" (Wobei ich ein deutsches Startup mit der Innovationskraft Facebooks begrüßen würde). Was ich im Artikel versucht habe, aufzuzeigen, war eine alternative strategische Entscheidung, die studiVZ mittel- bis langfristig bessergestellt hätte als sie jetzt dastehen. Dass Deutschen oft das Verständnis für das Prinzip der App-Plattform auf FB fehlt, liegt auch an dessen us-zentrischer Ausrichtung (Es lohnt sich nach wie vor nicht sonderlich bzw. wenig für D-A-CH Apps zu programmieren, und deswegen gibt es auch keine bzw. wenige nützliches für D-A-CH). Zusatzfunktionen wie die von mir oben angesprochene Bookya-Bücherbörse hätten in der Gesamtheit enormen Mehrwert schaffen können, der wiederrum der SVZ-Plattform selbst Aufschwung gegeben hätte. Natürlich wäre das ein nationales bzw. auf den Sprachraum beschränktes Bollwerk gegen ausländische Konkurrenten geworden. Deswegen wäre das langfristig schlecht für die Nutzer gewesen (monopolähnliche Stellung für studiVZ). Es wäre aber die beste Geschäftsentscheidung für studiVZ gewesen. Jetzt werden sie innerhalb der nächsten 2 bis 3 Jahre von Facebook auch in Dtl überrollt. Es wird studiVZ auch weiter geben, aber es wird irgendwann soviel Relevanz haben wie Geocities als Friendster um die Ecke kam.

  • Marcel Weiss

    29.12.08 (18:54:13)

    @Daniel Niklaus: "Wie hoch ist eigentlich der Anteil Studenten an der Gesamtbevölkerung? Facebook kommt da aus einer ganz anderen Ecke." Ja, aus der College-Ecke.. -- @Carsten Pötter: Vielleicht nochmal etwas präziser: Was ich im Artikel beschrieben habe, wäre ein deutsches Facebook gewesen. Ob mir das besser gefallen hätte, als die jetzige Situation kann ich nicht sagen. Es ging mir nur darum, was für studiVZ die bessere Alternative gewesen wäre. (Generell und damit meine ich nicht Dich: man sollte nicht in jeden meiner Artikel Wunschdenken meinerseits reinlesen. Ich versuche (meistens) so objektiv wie möglich zu sein. :)) -- @Martin, @OleS: schülerVZ ist schon aufgrund des notwendigen Jugendschutzes ein Ausnahmefall, den ich in meine Betrachtungen nicht mit einbezogen habe. Es ging um studiVZ, und in Teilen meinVZ. Beide letzteren werden es die nächsten 2 Jahre eher schwerer denn einfacher haben. Vor allem weil sie keine andere Möglichkeit haben, Geld zu verdienen, als auf Banner und gesponserte Gruppen zu setzen. Die Social-Network-Cashcow wird gerade in den USA konzipiert. Generell muss ich außerdem Martin Weigert zustimmen. Es ist absurd, anzunehmen, dass die Aufgeschlossenheit Technik gegenüber auf einem willkürlichen Niveau stehen bleibt (Anmelden und nutzen einfacher Social Networks). Btw. @Alios kleinere Portale werden von den Connect-Programmen von Facebook und Google profitieren.

  • e-driven

    29.12.08 (20:03:35)

    Sehr gelungener Artikel! Eine Anmerkung zu den Kommentaren: facebook ist im Ausland extrem erfolgreich (im Gegensatz zu StudiVZ). Ein Grund dafür ist m.M. die technische Überlegenheit - die übrigens auch sinnvolle Anwendungen ermöglicht :-) Das Wachstum von wkw ist ja ganz gut und schön, verschließt man sich dort allerdings ebenso konsequent technischen Neuerungen, steht man hier in einem Jahr vor dem gleichen Dilemma wie StudiVZ.

  • Torsten

    29.12.08 (20:18:31)

    Martin: Öffentlich wurden die Änderungen nicht gemacht, aber sie betrafen eine ganze Reihe von Angeboten. Siehe die IVW-Listen von Oktober und November, evtl auch vom September. Die öffentliche ankündigung mit der AGOF war nur die Spitze des Eisbergs - die nebulösen Pläne kursieren ja nun auch schon ewig und drei Tage. Dass die User einen Chat lange wollten, ist ja genau mein Argument. Trotz aufwändigem Relaunch hat StudiVZ diesen Wunsch aber nicht erfüllt - weil Gästebücher und Message-Dienst viel mehr Klicks bringen. Dass diese vielen, vielen Klicks nun aber nicht vekäuflich sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Wenn diese simple Feststellung für einen StudiVZ-"Hass" spricht, müsste ich nun wirklich viele Unternehmen hassen.

  • Daniel Niklaus

    29.12.08 (21:44:56)

    o.k. wie beim Batmanartikel antwortest du auf die vielen Kommentare mit den für dich einfachsten Antworten ohne deine Komfortzone zu verlassen. Für mich persönlich etwas Langweilig.

  • Martin Weigert

    30.12.08 (11:13:07)

    Schön, ergänzend zu meinem Kommentar von weiter oben: Hier haben wir AGOF-Zahlen zu den regelmäßigen wiederkehrenden Nutzern von studiVZ und schülerVZ: 4,55 Mio bei studiVZ, 3,17 Mio bei schülerVZ, jeweils mit gewissen Überschneidungen und jeweils im Zeitraum April 08 bis Juni 08.

  • Marcel Weiss

    30.12.08 (13:41:22)

    @Daniel Niklaus: Dito.

  • phossi

    04.01.09 (23:55:43)

    ich höre nur noch wer-kennt-wen und facebook. Zum ersten: Vielleicht ist dem einen oder anderen aufgefallen, dass wkw von RTL geschluckt wurde. Die haben aber mal so wenig Ahnung von Internet wie Holtzbrinck. Der eine macht Print, der andere TV. Allein die rtl.de zeigt, dass die noch einige Jahre brauchen, um in's web zu kommen. ich sag nur clipfish... Und facebook? Das Design ist gefällig, aber zumindest meine Leute haben es noch nicht gefunden. Ich werde nur zugespammt, und es beibt bei jedem Besuch so ein fader Beigeschmack (imho). Gerade im Networking zeigt aber D mit xing Flagge, hinter der man sich nicht zu verstecken braucht. Ein netter Artikel. Alles Gute für 2009 und bleibt so wie Ihr seid. Lieber mal mit seiner Meinung leicht über das Ziel hinaus schießen, als nur im Strom zu schwimmen.

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