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01.12.08Leser-Kommentare

Der studiVZ-Effekt, Teil 1: Der dunkle Leuchtturm

StudiVZ hat mit seinem Erfolg und dem anschließenden Verkauf an Holtzbrinck ein bedeutsames und zugleich verheerendes Zeichen an die deutsche Investoren- und Gründerszene gesendet.

Das Berliner Social Network studiVZ war nicht nur das erste, welches eine so enorme Größe erreichte, dass es die Zugriffe sämtlicher Konkurrenten meilenweit hinter sich ließ. StudiVZ war auch die erste Web-2.0-Site in Deutschland, die einen für deutsche Verhältnisse spektakulären Exit hinlegte, der durch sämtliche Medien ging und viele, die heute selbst Gründer von Web-Startups oder Investoren in diese sind, hellhörig machte. Mit dem Verkauf von studiVZ an Holtzbrinck wachte die bis dahin im internationalen Vergleich kaum aktive deutsche Webgründerszene auf, beziehungsweise entstand dadurch erst.

 

Wofür studiVZ steht

oder: Zum Millionär in drei einfachen Schritten: 1. US-Amerikanisches Startup für den deutschen Markt klonen, 2. ..., 3. Profit oder Exit.

StudiVZ nahm eine Idee aus den USA und setzte sie für den deutschen Markt um. Nicht nur das: Man baute das Vorbild aus den USA in weiten Teilen identisch nach und verwendete für Funktionen lediglich eingedeutschte Begriffe (gruscheln) und ein verändertes Farbschema. Hinlänglich bekannt. Aber damit nicht genug: Das Ganze wurde auf eine beachtlich dreiste Was-soll-uns-schon-passieren-Art umgesetzt.

Die ausgesandten Signale schienen offensichtlich: Du brauchst keine eigene Idee. Schamloses Kopieren von Ideen und Konzepten bis hin zum kompletten Webdesign ist gesellschaftlich akzeptabel und wird, wenn erfolgreich, fürstlich honoriert. Eigenentwicklungen sind unnötiges Risiko. EX-studiVZ-Chef Rieckes Aussage "Wir sind Teilnehmer, nicht Treiber der Innovation" dürfte die Mentalität vieler deutscher Gründer und Investoren widerspiegeln. Playing it safe.

Es gibt einen anderen deutschen Dienst, der seinerzeit von einem US-Dienst mit beachtlicher Chuzpe abkupferte. Dieser Dienst war YiGG , der ursprünglich unter der Domain digg.de startete; bis Digg den offensichtlichen Schritt unternahm.

YiGG und studiVZ hatten eine wichtige Gemeinsamkeit: Sie waren zwar Kopien bereits erfolgreicher US-Startups, aber sie waren die (mehr oder weniger) ersten ihrer Art auf dem deutschen Markt. StudiVZ hatte gegenüber YiGG noch eine zusätzliche Sache richtig gemacht: Mit den Campuscaptains hatte man sich kostenlose Unterstützung verschafft, die für die Viralität sorgte, indem sie an jedem Hochschulstandort half, die kritische Masse an Nutzern zu erreichen.

Das war alles. Das war der Unterschied auf konzeptioneller Ebene zwischen studiVZ und yigg. Das war der Unterschied zwischen einem (vermuteten) 75-Millionen-Euro-Exit und einem mehr schlecht als recht vor sich hinexistierenden Webservice.

1. US-Startup klonen

2. Irgendwas mit Viralität

3. Profit oder Exit

"Das kann ich auch!"

Der studiVZ-Effekt

Diese Signalwirkung war verheerend. In Deutschland wurde damit zu großen Teilen eine Gründermentalität begünstigt, der Innovationsfreudigkeit fremd war. Die Gründer, die Finanzierung erhielten, waren vielmehr darauf aus, möglichst schnell erfolgreiche US-Sites ohne eigene Ideen nachzubauen, den deutschen Markt abzuschöpfen und die Site schnellstmöglich gewinnbringend zu verkaufen.

Schlimmer noch: Die Investoren in Deutschland, die in Webdienste Geld steckten, waren zahlenmäßig wenige und orientierten sich am studiVZ-Modell. Hat man viele Nachfrager (nach Finanzierung dürstende Startups) aber wenige Anbieter (Investoren), entsteht ein Oligopol. Wenn diese Anbieter latent innovationsfeindlich sind, ist das keine gute Voraussetzung. Investitionen in Innovationen oder zumindest Modelle, die echte Probleme angingen, waren rar gesäht.

Es führte außerdem dazu, dass Social Networks für Nische xy als der Weg zu Ruhm und Reichtum im Web gesehen worden (Hinweis: falsch).

Es gab zum Beispiel einen Zeitraum in 2007, in dem auf deutsche-startups.de immer wieder neue Social Networks mit dem Schwerpunkt "Sport" vorgestellt wurden, dass man irgendwann glaubte, man befände sich in einer Satire.

Ein anderes Beispiel: Während der Microblogging-Dienst Twitter selbst mit seinem einfachen, aber für Außenstehende schwer nachvollziehbaren Konzept am Start nie die Unterstützung deutscher Investoren bekommen hätte, sprossen die Twitter-Klone in Deutschland und erhielten teilweise Finanzierung, als Twitter an Fahrt aufnahm und die zugrundeliegende Idee damit valuierte.

Einige Monate später haben die Glücklicheren der Twitter-Klon-Macher den Absprung über eBay erfolgreich hinter sich gebracht. Der Rest hat entweder still und leise die Tore geschlossen oder existiert weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor sich hin.

Als Veranschaulichung zu diesem Investitionsverhalten vergleiche man deutsche Investoren mit Y Combinators Paul Graham über seine sechs Prinzipien, auf die er als Unternehmer oder Investor bei neuen Startups und deren Produkten achtet:

Ich versuche (a) einfache Lösungen zu finden, zu (b) bisher nicht beachteten Problemen, die (c) tatsächlich gelöst werden müssen, und (d) beginne so informell wie möglich, indem ich (e) mit einer so roh wie möglichen Version 1 starte, und (f) von dort schnell Iterationen durchlaufe.

Man verstehe mich nicht falsch: studiVZ ist nicht verantwortlich für den in weiten Teilen desolaten Zustand der deutschen Webstartup-Landschaft. Aber der Erfolg des Social Networks hat als Durchlauferhitzer für eine eher konservativ gegenüber ungewöhnlichen, neuen Ideen stehenden Mentalität in Deutschland gewirkt. Nichts in der Internetwelt ist konservativer (und zu oft fataler), als zu warten, bis ein neues Konzept sich in den USA als valide herausstellt und es dann für den lokalen Markt zu imitieren. Wenn man dann auch noch den Markt, auf den man sich einlässt, nicht versteht, hat man eine Totgeburt an der Hand.

Was dabei unter anderem geflissentlich ausgeblendet wird, ist das 'World Wide' in 'World Wide Web':

Wo Deutschland heute international steht

Was die Wirtschaft im Netz angeht? Nirgendwo.

Deutschland hat in all den vergangenen Jahren kaum mehr als ein Web-Startup hervorgebracht, das international halbwegs erfolgreich ist: Xing wäre zu nennen. Qype könnte man auch noch dazurechnen.

Ansonsten: Fehlanzeige. StudiVZ selbst hat seine Auslandsversuche wieder aufgegeben. Und stattdessen diese für Netzwerke äußerst törichte Vorgehensweise, für unterschiedliche Märkte jeweils eigenständige Netzwerke anzubieten, auf nationaler Ebene weiterverfolgt. Diese die Netzwerkeffekte aushebelnde oder zumindest erschwerende Strategie ist nicht sonderlich clever für ein Social Network. Man könnte auch sagen: Sie ist ausgesprochen dämlich.

Die Web-2.0-Phase hat in Deutschland, von den wenigen Ausnahmen abgesehen, kein Startup hervorgebracht, das über die Landesgrenzen hinaus Erfolg verzeichnen kann.

Man vergleiche das etwa mit dem Nachbarland Frankreich: Auf Anhieb fallen da die Startseite netvibes und die Videoplattform DailyMotion ein. Beide nicht nur im Heimatland und einigen europäischen Ländern bekannt, sondern global aktiv.

In Deutschland dagegen war die Web-2.0-Devise: auf Nummer sicher gehen, erfolgreiche Ideen aus den USA möglichst genau zu kopieren und für den deutschen Markt aufzubereiten. Keine großen Würfe, keine neuen Konzepte, die die Welt erobern könn(t)en.

Was das Web 2.0 angeht, hat Deutschland die letzten Jahre kollektiv Kreisklasse gespielt.

 

Das Ende

StudiVZ hat immer noch enorm viele Nutzer und damit enorm viele monatliche Zugriffe. Aber der Stern sinkt.

Werbeeinnahmen wollen sich nicht in ausreichendem Masse generieren lassen. Von innovativeren  Geschäftsmodellen kann man bei Holtzbrinck nicht einmal träumen.  StudiVZ selbst ist das unbeliebteste Startup aus Deutschland, zumindest unter den großen. Ein einzelner (in Zahlen: 1) Satz über eine mögliches Zusammengehen von studiVZ mit Facebook reicht aus, um unzählige Reaktionen im Web hervorzurufen, aus denen man fast eine Hoffnung auf Erlösung aus der studivzschen Innovationsstarre herauslesen kann. Von der Klage von Facebook gegen studiVZ ganz schweigen.

Die Zugriffe, wenn auch auf hohem Niveau, stagnieren. Und wer-kennt-wen.de schließt, was die Größe angeht, auf und könnte studiVZ demnächst überholen. Der alleinige Star am Page-Impressions-Himmel ist studiVZ bereits nicht mehr.

Auch hat es keine weiteren Exits in ansatzweise der gleichen Größenordnung wie seinerzeit bei studiVZ gegeben. Bei den vielen, vielen deutschen Mininetzwerken dürfte sich langsam Ernüchterung breitmachen. Ebenso bei den Investoren. Der Prozentsatz der Netzwerke und Startups, die in Deutschland jemals die kritische Masse an Nutzern erreichen werden, dürfte weit unter dem internationalen Durchschnitt liegen. Nicht nur, weil sie sich nur auf den deutschen Markt konzentrieren, sondern auch noch aus einem anderen Grund, denn wir in Teil 2 besprechen werden.

Die letzten Jahre Web 2.0 in Deutschland waren, das muss man so direkt sagen, eine verschenkte Chance.

In Teil 2 werden wir der Frage nachgehen, wie ein positiver studiVZ-Effekt hätte aussehen können.

Kommentare

  • Hathead

    01.12.08 (21:57:31)

    Hervorragend zusammengefasst.

  • Marcel Weiss

    01.12.08 (22:03:15)

    Und bevor man mir in den Kommentaren an die Gurgel springt, wiederhole ich folgenden Absatz: Man verstehe mich nicht falsch: studiVZ ist nicht verantwortlich für den in weiten Teilen desolaten Zustand der deutschen Webstartup-Landschaft. Aber der Erfolg des Social Networks hat als Durchlauferhitzer für eine eher konservativ gegenüber ungewöhnlichen, neuen Ideen stehenden Mentalität in Deutschland gewirkt.

  • Marcel Weiss

    01.12.08 (22:10:01)

    @Hathead: Danke. (Meine Güte, bist Du schnell.)

  • Tapio Liller

    01.12.08 (22:45:36)

    Tragisch, aber wahr. Die Risikofeindlichkeit der Investoren (und der Gründer) in Deutschland liegt meiner Einschätzung nach auch daran, dass es hier zu Lande keine gewachsene VC und Angel-Szene gibt, wie im Silicon Valley. Obwohl die Staaten nun weiß Gott groß sind, sagen ja die Top-Investoren auf Panels knallhart, dass man gefälligst ins Valley kommen soll, wenn man Geld will. Einfach, weil dort die komplette Infrastruktur (Technik, Unis, Know-how, Geld) konzentriert vorhanden ist. Bei uns zerfleddert sich die Web-Szene genauso föderal, wie der Rest des Landes und andere "Kreativ-Branchen" wie Werbung/PR, Film, Gaming, etc. auch. Hinzu kommt, dass hier eine Risikoscheu so tief kulturell verankert ist, das sich sogar die VCs das V gleich aus dem Namen streichen könnten. Der neuerliche Niedergang des kleinen bisschen Zweinulligkeit in Deutschland wird dies leider nicht ändern, sondern eher verstärkend wirken. Wie gesagt, traurig.

  • Casi

    01.12.08 (23:06:57)

    richtig toller Beitrag, Marcel :)

  • dolce

    01.12.08 (23:08:31)

    super zusammengefasst genau das sehe ich auch. und was machen wir jetzt?

  • Richard

    02.12.08 (01:36:26)

    Guter Beitrag! Meiner Meinung nach sind die fehlenden offenen APIs einer der Hauptgründe warum deutsche "Web2.o"-Angebote hinter der Konkurrenz zurückblieben. Was die Macher immer noch nicht verstanden haben: jedes externe Programm, Mashup oder Widget ist eine Empfehlung für einen Service. Soetwas wie ein Link im web1.0 Und der Pagerank funktioniert fast genauso wie bei Google (je mehr links/mashups/externe Clients es gibt um so besser) und die User gehen zu >90% nur auf die 3 Webseiten/Services an der Spitze.

  • pete

    02.12.08 (01:43:15)

    1. Gerüchten zufolge wurde Studivz ltd für unter 20 Mio € verkauft. ( Einige blog Einträge dazu sind auch nur noch über die wayback machine des internet archive zu erreichen ) Das würde auch eher zu dem errechneten "Wert" der Site von 16,5 Mio $ von web outlook passen. 2. StudiVz macht überhaupt keinen Sinn ( mehr ). Ein Netz für Studenten ist es bestimmt nicht. Eher eine Kontaktbörse für zweifelhafte Interessen. 3. Wie soll in Deutschland, bei DER Bildung, innovatives Neues entwickelt werden?? Erfolgreiches kopieren ist da die einzige Möglichkeit überhaupt anfangen zu können. 4. Mal sehen ob das Internet den ( notwendigen ) Mentalitätswandel in Deutschland hinbekommt oder nicht. Ach so: netzwertig.com Estimated Worth $16060 USD ;)

  • Francis, Infopirat

    02.12.08 (02:45:29)

    *Applaus! In Teil 2 werden wir der Frage nachgehen, wie ein positiver studiVZ-Effekt hätte aussehen können. Bin gespannt auf den nächsten Artikel.

  • Matias Roskos

    02.12.08 (08:25:54)

    Guter Artikel, Marcel!!! Auf der einen Seite muss ich dir zustimmen: die Mentalität die sich hier, mit StudiVZ als Vorbild (als wenig leuchtenden Leuchtturm), hierzulande breit gemacht hat, ist traurig. Schnell Startup gründen, VC besorgen, verkaufen, reich sein... Das kanns nicht sein. Das hat auch wenig mit gutem Gründerklima zu tun. Aber es gibt durchaus Projekte, die es wert sind nicht mit in diese Schublade geschoben zu werden! Aber sie haben es schwer, weil alles nur an StudiVZ gemessen wird. Die aber deutlich innovativer sind, ein Team haben, das sein Projekt liebt (oft auch durchfinanziert, aber nicht allein auf Exit ausgerichtet). Ich denke da an Weblin oder an Hobnox! Beide mit viel kreativer Fantasie und mit Herzblut hochgezogen. Und mit Perspektive, wenn man den Blick in die Zukunft wagt. Wenn man will, könnte man Sellaband auch noch dazurechnen. Auch wenn die Wurzeln in Holland liegen, ich weiß. Viele VCs sehen aber nur das potentielle Wachstum einer Community. Zahlen Zahlen Zahlen. Damit man zügig weiter verkaufen kann. Technische Innovationskraft und Zukunftsglaube spielen da kaum eine Rolle. Leider. Und da ist StudiVZ nicht ganz unschuldig. Sie hätten Innovationen anstoßen bzw. einbauen können. Stattdessen fahren sie eine extrem konservative - wie ich finde todlangweilige - Schiene und hängen sooooweit hinter Facebook und MySpace hinterher. Und die deutschen Nutzer merken das noch nicht mal. Weil sie nicht über den Tellerrand schauen. Aber auch das wir sich ändern.

  • ben_

    02.12.08 (09:42:11)

    Schöner Text. Aber die Teasergrafik ... ich weiß, dass ihr das besser könnt. Doch noch zum Text: Nimmt man eine innovative und eigenständige nationale Gründerszene als Wert, hast du natürlich Recht - und auch ich würde das mal unterschreiben. Defakto hat die Geschichte von StudiVZ, so wie du sie beschreibst aber auch noch eine andere Seite: Den nicht annähernden Erfolg (weder PIs noch UU noch Exit) etlicher und etlicher anderer Startups. StudiVZs Erfolg ist von vielen Gründern und Entwicklern als Ungerechtigkeit und Entmutigung empfunden worden.

  • neon

    02.12.08 (10:28:36)

    Wow, mit so einem Artikel hätte ich hier gar nicht mehr gerechnet. Endlich mal wieder ein richtig guter Artikel mit Fundament und eigener Meinung! TOP! Bin gespannt auf Teil 2.

  • wortwart

    02.12.08 (10:38:58)

    Tja, wir sind halt ein Volk von Auto- und Maschinenbauern, das Web mit seinen kleinteiligen Strukturen und seiner hohen Dynamik ist den Deutschen (Gründern wie Investoren) strukturell unheimlich.

  • Martin Lindner

    02.12.08 (10:51:46)

    ist es nicht so, dass überhaupt in Deutschland die Web 2.0-startup-szene und der Web 2.0-diskurs immer noch stark mit dem werbeagentur-bubble-paradigma von NeueMedien verfilzt ist? es gibt kaum anspruchsvolle, untereinander gut vernetzte startup-kultur im schnittfeld von kreatives projekt und businessplan. so etwas wie antville/knallgrau oder soup.io (beide A) oder kaywa (CH). (sogar Mr.Wong fühlt sich ja viel bubbliger an als US-social bookmarking-sevices. oder ist das die nur die deutsche sprache, bei der "locker" immer gleich nach "werbung" klingt, und mein vorurteil?)

  • silvio

    02.12.08 (15:50:52)

    ... ich fand die Idee facebook zu für Deutschland zu kopieren trotzdem mutig, innovativ und für die Gründer & BA letztlich auch sehr lukrativ. Also so gesehen alles richtig gemacht ;-). Die scheinbare Ideenlosigkeit setzt m.E. später ein, als es darum ging studiVZ weiterzuentwickeln und innovative Monetarisierungsmöglichkeiten zu probieren.

  • Sven Drieling

    02.12.08 (16:29:36)

    Das StudiVZ-Erfolgsrezept als solches ist allerdings nicht neu. Das gab's auch schon mit der Gründung plus Verkauf von Alando an eBay.

  • Daniel Thomaser

    02.12.08 (18:29:38)

    Zum Erfolg von studivz: Man darf nicht vergessen, dass es zeitgleich, danach und davor viele andere Social Networks in Deutschland versucht haben und gescheitert sind. Ehssan & Co haben in der Gründungszeit einen fantastischen Job abgeliefert. Man kann Wachstum nicht kopieren! Die "Funktionsarmut" hat auch bisher kaum einen Nutzer gestört, sondern nur die allwissende Early-Adopter-Crowd. Jeder der jetzt über die inhaltliche Innovationsarmut seitens StudiVZ meckert, hat schlicht und ergreifend noch nie selbst ein Start-Up geführt. Innvationen sind natürlich wichtig, aber sie müssen von der Vermarktungsseite kommen. Das Problem ist, ich kann Profile nicht sinnvoll vermarkten, schon gar nicht über ein TKP-Modell. Content und kreative Vermarktung ist der richtige Weg. Myspace macht es vor, auch dank einer massiven Newscorp-Salespower. SNs haben aufgrund ihrer geringen CAC nachwievor einen großen Vorteil, allerdings nicht mit einer Vermarktungsstrategie aus 1999.

  • Andreas Stephan

    02.12.08 (18:49:08)

    Hmmmmm.... sicher nicht ganz unberechtigt deine Kritik, aber ich frage jetzt mal: Wo auf der Welt außer im Silicon Valley gibt es denn eine Startupszene, die funktioniert; die solide finanziell gefördert und kreativ nicht gegängelt wird; der man auch zutraut mal was neues auszuprobieren und wo nicht jeder sofort nach Monetarisierung fragt? Wo erwartet man, dass Leute die Welt verändern wollen und Dinge bewegen? Wer es nicht versucht, wird nichts verändern. Ich sehe das Ganze als einen langen Entwicklungsprozess - Unternehmertum ist in Deutschland nun einmal leider generell nichts, was als besonders förderungswürdig betrachtet wird - zur Zeit ist eher das Gegenteil zu beoachten. Aus meiner Erfahrung mit vielen andern Gründern kann ich sagen, dass das oben beschriebene "Was StudiVz kann kann ich auch - ich mach jetzt mal Startup und dicke Kohle in 3 Monaten" in den allerwenigsten Fällen zutrifft. Ich sehe es eher als positiv an, dass evtl. auch Dinge wie StudiVz die Lust auf Unternehmertum gestärkt haben. Macht doch nichts, wenn 95% der Leute dann mit ihren Ideen scheitern. Immerhin lernen sie dabei extrem. "Schwachsinnige Ideen" bzw. nicht marktfähige Ideen gibt es darüberhinaus auch in US zu Hauf. Es ist doch völlig normal, dass der Großteil der Neugründungen die ersten fünf Jahre nicht überlebt. Wie viele US-Startups sind denn wirklich im Massenmarkt erfolgreich? Also nochmal konkret die Frage: Gibt es außer dem Silicon Valley noch weitere Positivbeispiele, die sich auf den Standort beziehen lassen (also eine Häufung von erfolgreichen Startup an einem bestimmten Ort)?

  • Sönke

    02.12.08 (19:10:00)

    Wenn man genauer nachdenkt, dann ist das Verhalten typisch deutsch: Schon mal unkreativ blockieren, um sich später einen einfachen Vorteil zu sichern; inkaufnehmend, dass sich andere dann ärgern. Das ist doch so, wie wenn die Alemannen auf Mallorca schon mal vor dem Frühstück eine Liege reservieren, bevor der Ansturm losgeht. Ich glaube, die Samwers werden das bald auch noch professionalisieren: massenweises ganz früh morgens Liegen besetzen, dann Weiterverkauf der besetzen liegen an Amis, die zu spät aufgestanden sind.

  • Marcel Weiss

    02.12.08 (19:27:44)

    @alle, Danke, dass der Artikel gefällt! @Martin Lindner: In Dtl. hat lange Zeit überhaupt ein Web-2.0-Diskurs gefehlt, das ist ein weiterer Punkt. Da haben auch die dt. Blogs versagt. Ganz klar. @silvio: Die Idee, Facebook zu kopieren, war vieles, unter anderem letztlich zumindest mittelfristig erfolgreich, aber als mutig oder innovativ würde ich sie nicht bezeichnen. @Sven Drieling: Stimmt. Alando war der Vorläufer. Quasi das Samwer-Prinzip, wenn wir schon beim Namenverteilen sind. :) @Daniel Thomaser: Wie ich oben schrieb: "StudiVZ hatte gegenüber YiGG noch eine zusätzliche Sache richtig gemacht: Mit den Campuscaptains hatte man sich kostenlose Unterstützung verschafft, die für die Viralität sorgte, indem sie an jedem Hochschulstandort half, die kritische Masse an Nutzern zu erreichen." Das war in der Tat brilliant, keine Frage. Der Rest war ein fraglicher bis schlechter Job, ebenfalls keine Frage. Oder muss ich die ganzen Daten-GAUs rausholen, um das zu unterstreichen? Und was ist mit dem Blödsinn der Netzwerkaufteilung? Oder den dusseligen Namen beizubehalten statt ihn wie openBC/Xing einfach zu ändern? etc. ;) "Jeder der jetzt über die inhaltliche Innovationsarmut seitens StudiVZ meckert, hat schlicht und ergreifend noch nie selbst ein Start-Up geführt." Hmm, so kann man Kritik natürlich auch als nicht relevant abstempeln. Wahrscheinlich schaut man mit diesem Argument in den studiVZ-Büros auf Artikel wie diesen. Ich würde von dieser Sichtweise abraten. ;) @Andreas Stephan: Das Silicon Valley ist sicher auch nicht das Paradies. Es ging mir auch nicht um eine Standortfrage, zumindest nicht zuvorderst. Sondern mehr um die Mentalität, die im studiVZ-Fahrwasser begünstigt und gefördert wurde. Die hat dazu geführt, das Deutschland keine Rolle im internationalen Webgeschäft spielt, ja nicht einmal auf der Karte ist, wenn es nicht um Klone geht (die es überall gibt, nur in Dtl. haben wir außer diesen eben fast gar nichts).

  • Marcel Weiss

    02.12.08 (19:29:27)

    @Sönke hahaha :)

  • Andreas Göldi

    02.12.08 (19:40:23)

    @Andreas Stephan: Beispiele fuer solche "Startup-Hubs" gibt es durchaus, in den USA z.B. Boston, Seattle, teilweise auch Austin, Los Angeles und New York. Diese Lokationen sind zwar deutlich kleiner und konservativer als Silicon Valley, aber jede dieser Gegenden fuer sich betrachtet zieht schon mehr VC-Geld an als der ganze deutschsprachige Raum. International ist besonders Israel ein echtes Vorbild, denn trotz der geringen Groesse des Landes entstehen dort sehr viele Technologiestartups. In Europa sind (gemessen am investierten VC-Geld zumindest) Grossbritannien und Frankreich je etwa dreimal so unternehmerisch wie Deutschland. Ueber die Gruende kann man lange streiten, aber abgesehen von unbestreitbaren Mentalitaetsunterschieden hat der Einfluss echter Vorbilder einen grossen Einfluss. In den USA wollen die Kids an den guten Unis halt gern wie Steve Jobs oder Larry und Sergey werden, in Deutschland gibt es hingegen (bis vielleicht auf SAP) kaum vergleichbare Erfolgsgeschichten. Und darum denke ich wie Marcel, dass StudiVZ sogar eine ausgesprochen destruktive Wirkung auf die unternehmerische Kultur hat.

  • Marcel Weiss

    02.12.08 (20:09:08)

    An Israel hatte ich gar nicht gedacht, stimmt. Die sind sehr aktiv. Guter Hinweis! Besonders wenn man die Landesgrößen vergleicht, ist das interessant.

  • D to the AN

    03.12.08 (00:22:33)

    Auch typisch deutsch: was kopieren, es total uncool machen, und trotzdem damit wegkommen. Ich meine bitte, gruschenln?

  • Martin

    03.12.08 (00:57:32)

    Ja netter Artikel, nur schade, dass sich der Autor wieder eines sinnlosen StudiVZ Bashings nicht erwehren konnte. Und da helfen auch nicht die Versicherungen es nicht zu tun. 1. Nur weil Startup Gründer meinen kreative Ideen zu haben die die Welt braucht muss es nicht heißen, dass dies auch der Fall ist. Deutschland brauchte ein Facebook, Facebook hatte es verschlafen, so bekam StudiVZ die Chance. Es gab ein Verlangen nach social networks dieser Art. StudiVZ hatte das am Anfang ohne nennenswerte finanzielle Unterstützung gemacht wieso schaffen das denn nicht die achso kreativen Start Ups? Vielleicht ja einfach weil kein Bedarf für ihre Ideen da sind. "Oder muss ich die ganzen Daten-GAUs rausholen, um das zu unterstreichen?" Daten Gaus? Kenne keine, ein Fehler haben sie gemacht, als sie die meiner Ansicht nach harmlosen AGB Änderungen nur via E-Mail zugeschickt haben, der Fehler wurden schnell behoben. Technische Pannen, Sicherheitslücken gibt es seit 2006 nicht mehr. "Und was ist mit dem Blödsinn der Netzwerkaufteilung? Oder den dusseligen Namen beizubehalten statt ihn wie openBC/Xing einfach zu ändern? etc. ;) Ja dank des Blödsinns der Netzwerkaufteilung haben die StudiVZ Seiten bald 13 Millionen User, soviele wie die "Vollnetzwerke" myspace+facebook+wer-kennt-wen zusammen nicht haben. Also was ist jetzt daran blödsinnig, mal davon abgesehen das der Autor StudiVZ einfach nicht leiden kann? Desweiten hat StudiVZ jetzt mit dem Chat das einzige Feature was noch gefehlt hat, mehr nutze ich bei Facebook auch nicht, das treibt natürlich Software/Applications Entwickeln sicher die Tränen in die Augen aber nur weil sie mit etwas Geld und vermeintlicher Innovaität Geld verdienen wollen bedeutet das nicht, dass die User diese Meinung teilen. Und das werden Blogs auch nicht herbeireden können.

  • Andreas Stephan

    03.12.08 (09:43:29)

    @Andreas Göldi: Danke für die Beispiele. Das mit Israel ist in der Tat ein guter Tipp. Unternehmertum generell ist in Deuschland nicht so stark wie in Grobritannien. Das zieht sich imo durch viele Branchen, nicht nur durchs Internet Business. Über die Gründe daür ist auch schon oft und viel diskutiert worden. Ich bin daher der Meinung, dass jede Unternehmensgründng, gerade von jungen Leuten, einen Teil dazu beiträgt, dass sich das Gesamtklima langsam ändert - egal ob erfolgreiche Gründung oder nicht - und da sehe ich auch einen Verdienst von StudiVZ, die zumindest einen Teil dazu beigetragen haben, dass für Unternehmer nicht vorausgesetzt wird, dass sie Ex-Konzernchefs über 50 sind. Den "Ich mach jetzt auch mal die schnelle Mark mit ner US-Copycat"-Effekt sehe ich definitiv nicht als Motiv der meisten deutschen Internetunternemer. Bin gespannt auf den 2. Teil des Artikels ;)

  • Daniel Thomaser

    03.12.08 (10:55:25)

    @Marcel: Das war in der Tat brilliant, keine Frage. Der Rest war ein fraglicher bis schlechter Job, ebenfalls keine Frage. Oder muss ich die ganzen Daten-GAUs rausholen, um das zu unterstreichen? Und was ist mit dem Blödsinn der Netzwerkaufteilung? Oder den dusseligen Namen beizubehalten statt ihn wie openBC/Xing einfach zu ändern? etc. ;) “Jeder der jetzt über die inhaltliche Innovationsarmut seitens StudiVZ meckert, hat schlicht und ergreifend noch nie selbst ein Start-Up geführt.” Hmm, so kann man Kritik natürlich auch als nicht relevant abstempeln. Wahrscheinlich schaut man mit diesem Argument in den studiVZ-Büros auf Artikel wie diesen. Ich würde von dieser Sichtweise abraten. ;) Ich möchte ihr keine Kritik als nicht relevant abstempeln, es geht mir mehr um eine differenzierte Sichtweise der Dinge. Ich schätze netzwertig sehr und bin wahrlich kein studivz-fanboy, aber manchmal sitzt ihr doch sehr in eurem Elfenbeinturm der Theorie. Es wird jetzt einige Leser hier vielleicht erschrecken, aber Innovationen haben erst einmal NICHTS mit Erfolg zu tun. Dafür gibt es unzählige Beispiele quer durch alle Bereiche und Epochen. Natürlich hat studivz einige Fehler gemacht, dass hat aber fast jedes Unternehmen, egal ob Google, Microsoft, Facebook, Xing,... Der Fakt rechtfertigt aber nicht so eine Pauschalkritik.

  • baggyman

    03.12.08 (11:27:43)

    Sehr interessanter Artikel, Danke ;)

  • Aboalarm

    03.12.08 (12:01:58)

    Danke für diese kritische Reflexion. Sehr gehaltvoll!

  • Marcel Weiss

    03.12.08 (17:17:17)

    @Daniel Thomaser: "Es wird jetzt einige Leser hier vielleicht erschrecken, aber Innovationen haben erst einmal NICHTS mit Erfolg zu tun." Das ist eine Aussage, die in ihrer Allgemeinheit schlicht falsch ist. Es gibt sicher keine direkte Korrelation, weil viele Faktoren für den Erfolg wichtig sind aber: _Jedes_ erfolgreiche Web-Startup ist heute dort, wo es ist, zu einem guten Teil aufgrund von Innovationen unterschiedlichster Art. Bei studiVZ waren es die Campuscaptains. Nicht mehr, nicht weniger. Sie haben für die Netzwerkeffekte gesorgt, die, wie ich in den Diskussionen immer wieder merke, völlig unterschätzt werden (siehe auch die Tatsache, dass niemand an Twitter rankommt und das viele nicht verstehen). Alles, was danach kam, war weder innovativ noch auch nur durchdacht. Die Fehler spielten nur kurzzeitig keine Rolle mehr. Das Wachstum kam ab einer gewissen Phase von allein. Ex-studiVZ-Chef Riecke, dem offenbar für diese Dynamiken völlig das Verständnis fehlte, hat sich für diesen Wachstumsselbstläufer in Interviews ja immer selbst auf die Schulter geklopft. Obwohl er sich das überhaupt nicht zuschreiben konnte, weil er erst zu dem Laden kam als er schon brummte. Dass von studiVZ gar nichts mehr kommt, fängt sehr langsam für studiVZ an sich zu rächen. studiVZ ist veraltet wie geocities, weiß nicht, wie es Geld verdienen soll, und bekommt Druck von inländischen Konkurrenten, was die Größe angeht, und ausländischen Konkurrenten, was die technische Überlegenheit angeht. Wenn Innovationen für den Erfolg egal sind, frage ich mich, warum all die nicht innovativen Startups aus Dtl. nicht weltweit erfolgreich sind. Sie gehen ja keine Risiken ein und können sich ganz auf den Aufbau von Marktanteilen konzentrieren. Warum Deutschland global im Web keine Rolle spielt, würde mich wirklich interessieren, wenn es nicht an fehlender Innovation/Weiterentwicklung liegen soll.

  • Martin

    03.12.08 (19:37:32)

    Und da ist es wieder, das unreflektierte StudiVZ Bashing. "Dass von studiVZ gar nichts mehr kommt, fängt sehr langsam für studiVZ an sich zu rächen. studiVZ ist veraltet wie geocities, weiß nicht, wie es Geld verdienen soll, und bekommt Druck von inländischen Konkurrenten, was die Größe angeht, und ausländischen Konkurrenten, was die technische Überlegenheit angeht." StudiVZ hat 2009 2 Mal neue Fotoalbenfunktionen eingeführt, den Chat, den mobilen Chat, sie haben mit der "Pietshow" etwas gemacht was Facebook noch nie gemacht hat nämlich für die Seite eigene Videoinhalte zu produzieren und wenn man sich die Größe der Gruppe anschaut und die User die mehr Folgen haben wollen wohl damit auch Erfolg hatten, das Problem mit der Monetarisierung hat Facebook ebenso wie StudiVZ, StudiVZ macht aber auch da "innovative" Schritte wie z.B. die Kooperation mit I-Tunes. Bei welcher Social Network Seite gab es denn 2009 so viele Neuerungen wie bei StudiVZ? Zudem stagnieren die Wachstumsraten nicht und der einzigen ernstzunehmenden Konkurrenz in Deutschland, wer-kennt-wen könnte man all das auch vorwerfen was z.B. der Autor des Artikels aufgrund von augenscheinlicher, tiefen Abneigung auch StudiVZ vorwirft.

  • Martin

    03.12.08 (19:55:17)

    Ich meinte natürlich 2008, der StudiVZ Chat läuft bei mir übrigens stabiler als der von FB.

  • Martin Weigert

    03.12.08 (20:08:46)

    Martin, dazu möchte ich ganz konstruktiv einwerfen: Fotoalbenfunktionen und Chat sind Imitationen entsprechender Facebook-Features, mobiler Chat kommt von Nimbuzz, nicht von studiVZ, und die Pietshow hat mit dem Social Network an sich erst einmal gar nichts zu tun - Vorbild war hier davon abgesehen nicht Facebook, sondern eben Myspace. Ich möchte nicht unreflektiert wirken oder studiVZ bashen, aber verkaufe bitte nicht Dinge als großen Wurf, die es nicht sind.

  • Daniel Thomaser

    04.12.08 (17:16:50)

    @Marcel @Daniel Thomaser: “Es wird jetzt einige Leser hier vielleicht erschrecken, aber Innovationen haben erst einmal NICHTS mit Erfolg zu tun.” Das ist eine Aussage, die in ihrer Allgemeinheit schlicht falsch ist. Es gibt sicher keine direkte Korrelation, weil viele Faktoren für den Erfolg wichtig sind aber: Genau darum ging es mir ja eigentlich. Es ist bei manchen ein Faktor, aber nicht DER Faktor, wie in der Webwelt gerne mal suggeriert wird. _Jedes_ erfolgreiche Web-Startup ist heute dort, wo es ist, zu einem guten Teil aufgrund von Innovationen unterschiedlichster Art. Welche Innovationen hatte Facebook zu Beginn (und welche lohnen sich überhaupt finanziell, außer wahrscheinlich connect? beacon anyone?)? Welche MySpace im Vergleich zu Friendster? Welche Innovationen hat Wer-Kennt-Wen? Xing? Googles größte Innovation war es die Suche perfekt zu monetarisieren. Ich kann mich nur wiederholen: StudiVZ brauch keine Apps, Feeds, etc..., sie brauchen eine Revolution in der Art der Vermarktung. Wenn Innovationen für den Erfolg egal sind, frage ich mich, warum all die nicht innovativen Startups aus Dtl. nicht weltweit erfolgreich sind. Sie gehen ja keine Risiken ein und können sich ganz auf den Aufbau von Marktanteilen konzentrieren. Warum Deutschland global im Web keine Rolle spielt, würde mich wirklich interessieren, wenn es nicht an fehlender Innovation/Weiterentwicklung liegen soll. Nenn mir mal drei innovative und weltweit erfolgreiche StartUs, die nicht aus den USA kommen. Vielen fallen mir nicht ein (kann natürlich auch an mir liegen =)). Ich würde mich auch über mehr deutsche Innovationen, gerade im (Mobile-)Webbereich freuen. Da tut ein Holtzbrinck mit Sicherheit nicht gut... ps. @martin (ohne weigert): Also die zwei Fotoalben (man kann ja mal daruber nachdenken, warum es Variante 2 jetzt gibt und sich darüber amüsieren) und den Chat als Innovation zu verkaufen tut schon nen bisschen weh...

  • Marcel Weiss

    04.12.08 (18:20:41)

    @Daniel Thomaser: "Welche Innovationen hatte Facebook zu Beginn (und welche lohnen sich überhaupt finanziell, außer wahrscheinlich connect? beacon anyone?)? " Newsfeed? Ernsthaft, ich werde jetzt nicht anfangen, die Errungenschaften von Facebook aufzuzählen. Wo siehst Du denn den Erfolg von fb herkommen? Ist der vom Himmel gefallen? Und wenn innovative Neuerungen für einen größeren Marktanteil sorgen, lohnen die sich dann nicht dadurch? "Googles größte Innovation war es die Suche perfekt zu monetarisieren." Ja, nachdem sie Kleinigkeiten wie das Interface und die Sucheergebnisse selbst revolutioniert hatten.. "Ich kann mich nur wiederholen: StudiVZ brauch keine Apps, Feeds, etc…, sie brauchen eine Revolution in der Art der Vermarktung." Falsch. Das hängt alles zusammen. Ohne Feed weniger Interaktion, weniger Bindung etc. pp. Mich würde ja mal interessieren, wo Du die Gründe für den Erfolg im Web siehst, wenn nicht in innovativem Herangehen an das Lösen von Problemen etc.

  • Marc

    04.12.08 (21:32:41)

    Copycats und mangelnde Innovationsfreudigkeit werden ja nun schon seit einiger Zeit beklagt. Auch wenn es ein schn geschriebener, informativer Artikel ist, bietet er doch recht wenig Neues. Interessant wäre sicherlich ein Ausflug zu den Question&Answer-Portalen. Da ist in Deutschland mit Gutefrage.net und Lycos iQ doch recht viel Innovation, die sich auch in Teilbereichen gegen das us-amerikanische Äquivalent Yahoo Answers durchsetzen kann. Bei der Vitalität und bei den Features wenigstens, wenn auch nicht bei der Reichweite ...

  • Martin

    05.12.08 (03:41:34)

    Dem User ist es völlig egal ob der Chat bei StudiVZ von StudiVZ Mitarbeiten programmiert wurde oder von Mitarbeiten von Nimbuzz. Hauptsache er funktioniert. Und das besser als bei Facebook, hätte Facebook wohl auch besser auf Nimbuzz setzen sollen. Überhaupt scheinen die nicht so fähig zu sein bei Facebook, bei Millionen von Usern sind die E-Mail Benachrichtungseinstellungen verloren gegangen, so einen Patzer hat sich StudiVZ schon sehr lange nicht mehr geleistet. Die Einbettung von Filminhalten hat sehr wohl etwas mit Social Networks zu tun, so wird nämlich die Bindung an das Netzwerk verstärkt und mehr Klicks bringt es auch noch. Und das hat myspace nicht geschafft, StudiVZ mit der Pietshow aber schon. @Daniel Der Chat und verbesste Fotofunktionen sind die einzigen Innovationen die der Großteil der User in Deutschland will. Wer das nicht glauben mag muss sich nur das Scheitern von Facebook auf dem Deutschen Markt ansehen. Das Argument "Das lag alles an den Campus Captains" ist auch Quatsch, wer-kennt-wen kam viel später und hat es im Gegensatz zu Facebook mit seinen "Innovationen" die keiner haben will als einzige Seite geschafft StudiVZ Konkurrenz zu machen.

  • René

    07.12.08 (08:48:47)

    StudiVZ ist nicht verantwortlich für den aktuellen Zustand, da stimmt ich dem Autor zu. Es spiegelt aber in seiner ganzen Pracht genau das wieder, was die Deutschen in diesem Segment ausmacht… wie im Beitrag erwähnt, sind wir derzeit leider nicht wirklich Innovationstreiber sondern nur die, die dem Strom hinterher hinken und nachbauen – Made in China sozusagen. Es gibt einige innovative Startups in DE und die VC investieren entsprechend aber die richtig zündendende Plattform hat es in meinen Augen noch nicht gegegeben. Vielleicht XING (oder doch vom Konzept zu sehr von linkedin inspiriert?) aber ich denke, die kommen auch nicht an die Userzahlen von mySpace oder facebook ran. Dafür ist die avivisierte Zielgruppe zu eng gestrickt – was ich allerdings begrüße.

  • internetfuzzi

    10.12.08 (09:39:28)

    Hatte erst gedacht, dieser Artikel sei von so etwa 2002 und es ginge un die dotcomblase, aber nee, da gabs studivz und yigg ja noch gar nicht .. spreadshirt vielleicht ? Aber was war denn jetzt genau neu an den ganzen Worten da ?

  • Siga

    25.12.08 (15:50:35)

    Sorry und etwas spät. Bin über den zweiten Teil drauf gestolpert. Ich habe einige Ideen (für die sogar m.E. diese 5 Punkte dieses Investors zutreffen), sehe es aber nicht ein, tausende von Euros für Abmahnungen oder Abwehr von Abmahnungen auszugeben nur weil man einen Kommafehler im Impressum hat oder Werbung auf seine Seite packt oder man automatisch die Bestellung ausdrucken kann und irgendein Gehirnamputierter in den USA das für so großartig hält, das er es patentiert. Sowas ist innovationsfeidlich auf Techie/Progger-Ebene. Man darf nur noch für Firmen als Sklave programmieren und muss Fehlerhafte Software verkaufen/nutzen/... weil die Chefs das sagen, weil man nicht sein eigener Chef sein darf. Steuern, Pizzo, Abmahnizzo. Und mehr als einen Server bräuchte ich nicht mal. Keine Zillionen Mitarbeiter, keine Zillionen Dollar, keine Verkäufer und keine Einkäufer usw. Möglichst viel Self-Service. Leider kann man solche Ideen nicht an Leute verschenken, die sie "garantiert" umsetzen, also z.B. als diese google-Progger-Freizeit-Projekte.

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