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25.11.14

Der Sinn (und Unsinn?) des Pixelwettrüstens

Einst begannen die Auflösungen von Handy-Displays in einem Bereich, der das bloße Zählen der Pixel mit den Augen erlaubt hat - und mittlerweile stellen die Bildschirme von High-End-Smartphones jeden HD-Fernseher in den Schatten. Aber profitiert der Käufer davon überhaupt? Wir haben uns das Pixelwettrüsten einmal näher angesehen.

Was bringen höhere Auflösungen für den Anwender?

Die Effekte der Auflösungen von 1080p und mehr sind unbestreitbar. Unter anderem sind folgende Effekte sofort sichtbar:

  • Durch die höhere Auflösung auf einer gleichbleibenden Fläche wird die Pixeldichte erhöht. Dieser Wert, der auch in ppi ausgedrückt wird, sagt somit etwas über die Bildschärfe aus: Je höher er ausfällt, desto feiner ist die Darstellung
  • Bei bestimmten Betriebssystem sorgen steigende Auflösungen und Bildschirmdiagonalen auch für einen Gewinn an Fläche. Aktuell beispielsweise erlaubt Windows Phone die Nutzung einer zusätzlichen Reihe an Kacheln auf dem Startbildschirm.
  • Gerade die erwähnte 1080p-Auflösung sorgt bei Medien in dieser Auflösung dafür, dass diese Inhalte nativ wiedergegeben werden können. Skalierung oder Interpolation sind nicht notwendig.

Tablet computer and smartphone

Das Auge als Limit

Spätestens seit dem Zeitpunkt, als Apple unter Steve Jobs den Hype um das sogenannte Retina-Display entfacht hat, ist der ppi-Wert ein wichtiges Merkmal aktueller Smartphones. Die Diskussion darüber, welche Pixeldichte notwendig ist, damit das menschliche Auge keinen Unterschied mehr wahrnehmen kann, läuft also mindestens seit diesem Zeitpunkt.

Einige schwören auf ppi-Werte jenseits der 350, andere hingegen geben an, dass ab 250 das Maximum erreicht ist. Wir meinen, dass jeder Nutzer in diesem Bereich seine eigene Wahrheit finden sollte. Ein Vergleich bietet sich gut an, genügend aktuelle Modelle gibt es zum Beispiel im Onlineshop von redcoon.de für einen angemessenen Preis zu erstehen.

Aber auf welchen Displays findet das Pixelrennen überhaupt statt?

Derzeit haben sich die Entwickler vor allem auf drei mögliche Displaytechnologien eingeschossen, die bei Smartphones mit sehr hohen Auflösungen zum Einsatz kommen. Sie alle haben eigene Vor- und Nachteile:

  • IPS (In-Plane-Switching)

    Diese auch bei Notebook- und Computerbildschirmen verwendete Technik garantiert extrem stabile Blickwinkel, so dass auch ein seitlicher Blick auf das Display die Farben und Kontraste nicht abfallen lässt. Negativ zu bewerten ist hingegen der etwas durchwachsene Schwarzwert. Wer sein Smartphone gerne für die Fotografie benutzt, kann auf diesen Displays meist nicht erwarten, wirklich akkurate Farbwerte zu erhalten.

  • AMOLED (Active-Matrix Organic Light Emitting Diod)

    Die OLED-Technik, welche schon seit vielen Jahren durch die Display-Branche wandert und gleichzeitig den Durchbruch noch immer nicht so ganz geschafft hat, kommt nun zumindest auf Smartphone-Bildschirmen zum Einsatz (insbesondere bei Samsung). Der Vorteil ist der im Vergleich zu den IPS-Displays sehr viel bessere Schwarzwert und ein vergleichsweise geringer Stromverbrauch. Ein Nachteil ist die Lebensdauer, wobei dies angesichts der ohnehin kurzen Halbwertszeit moderner Handys wohl keine Rolle spielen dürfte.

  • LCD (Liquid-Crystal Display)

    Eigentlich ist dieser Begriff irreführend, denn auch IPS und AMOLED sind Liquid Crystal Displays. Unter diesem Oberbegriff führen die Hersteller praktisch alle Bildschirmvarianten, die nicht IPS oder AMOLED sind - was natürlich ein weites Feld ist. Typische Merkmale dieser namenlosen Displays sind beispielsweise eine schwache Blickwinkelabhängigkeit sowie nicht wirklichkeitsgetreu dargestellte Farben.

Höher, schneller, weiter!

Grundsätzlich ist die Weiterentwicklung in Form von höheren Auflösungen natürlich zu begrüßen. Bessere Technik wird schließlich immer irgendwann von irgendjemandem benötigt, ein Stillstand wäre sicherlich nicht akzeptabel. Man muss sich aber dennoch fragen, wieso die Hersteller offenbar fieberhaft in größere Displays und damit meist einhergehende hohe Auflösungen investieren, wenn doch die Grenze des sichtbaren Unterschiedes entweder schon erreicht ist oder in naher Zukunft liegt. So stellt sich dann abschließend die Frage, ob die richtigen Weichen schon gestellt sind - oder ob das Pixelwettrüsten nicht zugunsten anderer Technologien zunächst auf das Abstellgleis geschoben werden sollte.

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