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01.04.14Leser-Kommentare

Der große Plan des Airbnb-Gründers: Alle Dienstleistungen des Gastgewerbes aus einer Hand

Das bisherige Konzept von Airbnb setzt dem Wachstum der Unterkunftsvermittlung Grenzen. Doch Gründer Brian Chesky hat einen großen Plan, um diese Grenzen zu sprengen: Er will alle Dienstleistungen bieten, die im Gastgewerbe eine Rolle spielen.

Es kommt nicht oft vor, dass ein Porträt über ein Internetunternehmen meine Sicht auf die Zukunft dieser Firma vollständig verändert. Doch ein sehr ausführlicher und gehaltvoller Fast-Company-Artikel über den Stand der Dinge bei der Unterkunftsvermittlung Airbnb hatte genau einen solchen Effekt auf mich. War ich vor dem Lesen zwiegespalten, inwieweit die Firma aus San Francisco ihre Wachstumsgeschichte lange fortsetzen können würde, wich dieses Gefühl nach der Lektüre Optimismus und Zuversicht. Bevor der Eindruck entsteht, dass ich die vergangenen Jahre unter einem Stein gelebt habe, betone ich, dass mir der beeindruckende Aufstieg des Startups freilich nicht entgangen ist. Millionen Menschen weltweit mieten über die expansive Plattform temporär Unterkünfte, die oft (und gemäß des ursprünglichen Konzepts) von Privatmenschen angeboten werden. 575 Millionen Dollar haben Investoren in das Startup von Gründer und CEO Brian Chesky sowie seinen zwei Co-Foundern gepumpt. Eine Dimension, die illustriert, wie groß die Hoffnungen sind, die in Airbnb gesteckt werden.

Brian Chesky, Airbnb-CEO

Doch trotz aller Erfolge leidet das Konzept der Kalifornier noch unter einigen Schwächen, die zwar überzeugte Anhänger der Ökonomie des Teilens sowie Freunde urbaner Ferienwohnungen mit persönlichem Touch nicht von der Nutzung des Onlinemarktplatzes abhalten, die aber wesentliche Hindernisse auf dem Weg in den Mainstream darstellen. Anders ausgedrückt: Noch kann das Airbnb-Erlebnis es in Sachen Buchung, Service und Komfort nicht mit ansprechenden Hotels aufnehmen. Auch ich reserviere meist lieber ein Hotelzimmer, weil dies keine mitunter langwierige schriftliche Abstimmung sowie Schlüsselübergabe erfordert, weil Hotelzimmer (nach meinen Erfahrungen) meist sauberer sind und im Vergleich zu einer Airbnb-Wohnung in guter Lage oft nicht viel mehr kosten. Außerdem muss man nicht damit rechnen, dass einem in letzter Minute abgesagt wird. Andere teilen diese Kritik.

Der Verbesserungsbedarf ist auch Brian Chesky nicht entgangen: In dem verlinkten Text gibt er Lesern einen Einblick in seine Vision, Airbnb zu einem Rundum-Anbieter für das Gastgewerbe zu machen. Was harmlos klingen mag, stellt ein ambitioniertes Vorhaben dar.

In der aktuellen Fassung hilft die junge Firma lediglich beim Mieten und Vermieten von Wohnraum, überlässt aber die Lösung vieler damit verbundener Probleme den Nutzern der Plattform. Chesky will das ändern. In Zukunft soll Airbnb auf all die Fragen eine praktische Antwort haben, die als "Nebenprodukte" des Bereitstellens und Nutzens von Unterkünften auftreten - vom Flughafentransfer über die Schlüsselabgabe bis hin zum Reinigungsservice oder eventuellen gastronomischen Wünschen. Während viele Ideen, mit denen die Firma derzeit experimentiert, das Teststadium noch nicht verlassen haben oder nur auf dem Papier existieren, lässt der Webentrepreneur, der vor seiner Airbnb-Karriere als Hockey-Spieler und Bodybuilder aktiv war, keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Pläne. Diesen Eindruck unterstreicht auch die Rekrutierung des bekannten Hoteliers Chip Conley, der seit dem vergangenen Jahr eng mit Chesky am Ausbau der Unternehmensleistungen werkelt.

Ich glaube an die Idee der internetgestützen Nutzbarmachung von freien Ressourcen und damit auch an Airbnbs Ansatz der Bettenvermittlung. Doch will sich das Unternehmen tatsächlich mit den weltweit führenden Hotelketten messen, ihnen Geschäftsreisende und Gelegenheitstouristen abspenstig machen und das maximale Angebot an nicht bewohnten Immobilien erschließen, muss es Wege finden, um von der Buchung bis zum Checkout einen reibungslosen, effizienten und auf Qualität fokussierten Ablauf zu garantieren. Was ich gelesen habe, hat mich davon überzeugt, dass Airbnb hierfür nicht nur Lösungen finden will, sondern dabei auch vor weitgehenden, risikoreichen Schritten nicht zurückschrecken wird. Das bringt die Gefahr das Scheiterns mit sich. Es erhöht aber auch die Chance, dass aus Airbnb tatsächlich so etwas wie das "nächste große Ding" wird. Bevor sich einer der üblichen IT-Konzerne die Firma unter den Nagel reißen kann. /mw

Kommentare

  • Danny

    01.04.14 (11:47:12)

    Wow steiler aufstieg. Aber mit was man alles im Interner Geld machen kann. Aber man brauch etwas glück damit es aufwärts geht. Klasse echt spitzte

  • Doro

    02.04.14 (16:44:53)

    @Danny als erstes mal braucht man eine Idee, da scheitern die meisten, dann muss man diese Vermarkten und im Internet heißt das vielleicht auch socials und SEO aber ob internet oder TV ohne das Know-How braucht man Geld um Geld zu verdienen.

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